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Gavroche

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.04.2017

Grenzen verwischen

Die Nacht gehört dem Drachen (4 CDs)
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"Aber manchmal ist die Kluft zwischen Phantasie und Wirklichkeit gar nicht so groß." (Seite 315) Dieser Satz vom Ende des Buches drückt es sehr gut aus: denn bei der Lektüre weiß man nicht immer (sofort), ...

"Aber manchmal ist die Kluft zwischen Phantasie und Wirklichkeit gar nicht so groß." (Seite 315) Dieser Satz vom Ende des Buches drückt es sehr gut aus: denn bei der Lektüre weiß man nicht immer (sofort), wo die Grenze zwischen Phantasie und Realität verläuft, was real ist, oder doch ein wenig phantastisch. Es wird nicht alles aufgeklärt, aber man kann sich denken, was zwischen den Zeilen gemeint ist.

Evie lebt bei ihren liebevollen Adoptiveltern Amy und Paul und hat einen tollen Onkel, der manchmal etwas verrückte Ideen hat, aber auch nicht so ist, wie er auf den ersten Blick zu sein scheint. Nach einer Operation wurde Evie ein Stück einer Rippe entfernt; daraus schnitzt sie einen Drachen, der nachts zum Leben erweckt und ihr hilft, die Alpträume zu überwinden.

Die Geschichte wird aus Evies Perspektive erzählt, die zu dem Zeitpunkt 14 Jahre alt ist. Die Autorin geht wunderbar mit dem Thema um und vieles erschließt sich erst nach und nach. Ich möchte jedoch nicht zu viel über den Inhalt verraten.

Veröffentlicht am 25.04.2017

wunderbar

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
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Die Geschichte wird aus der Sicht von Tsukuru Tazaki erzählt, der während seiner Schulzeit Teil einer Clique von drei Jungen und zwei Mädchen war. Als er zum Studium nach Tokyo geht, freut er sich auf ...

Die Geschichte wird aus der Sicht von Tsukuru Tazaki erzählt, der während seiner Schulzeit Teil einer Clique von drei Jungen und zwei Mädchen war. Als er zum Studium nach Tokyo geht, freut er sich auf die Freunde, die er in den Ferien besucht. Doch als er im Sommer zurück kehrt, meiden ihn die Freunde und möchten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Tazaki ist völlig fertig und weiß nicht, was er getan haben soll - ob es vielleicht daran liegt, dass er als einziger aus der Clique keine Farbe in seinem Nachnamen hat? Seine Freundin Sara überredet den mittlerweile 36jährigen zu klären, was damals passiert ist, damit er sich wieder dem Leben zuwenden kann.

Mir hat der Stil von Murakami sehr gefallen und auch die Art, wie die Geschichte erzählt wurde. Auch die Stellen, an denen der Protagonist beschreibt, wie er sich beim Schwimmen fühlt oder warum er seine Arbeit liebt. Es war bestimmt nicht das letzte Buch dieses Autoren, da er mich neugierig gemacht hat mit seinem wunderbaren Umgang mit der Sprache.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Psychothriller

Nummer Zwei
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Ein Mörder stellt seine Opfer auch nach ihrer Ermordung noch bloß, aber er hat nie damit gerechnet, dass jemand seine Leiche "stehlen" würde. Doch genau das geschieht mit dem dritten Opfer. Der Mörder ...

Ein Mörder stellt seine Opfer auch nach ihrer Ermordung noch bloß, aber er hat nie damit gerechnet, dass jemand seine Leiche "stehlen" würde. Doch genau das geschieht mit dem dritten Opfer. Der Mörder ist fuchsteufelswild und denkt, die Polizei spielt ein Spiel mit ihm.

Mal eine andere Idee. Als Leser kennt man sofort die Identität der sogenannten "Nummer zwei", die Beweggründe offenbaren sich jedoch erst im Laufe der Lektüre. Abwechselnd wird das Buch aus dieser Perspektive und aus der Perspektive der Fallananalytikerin Lena Boll erzählt, die zu dem Fall hinzugezogen wurde.

Ein sehr spannendes Buch mit einer ganz anderen Vorgehensweise.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Mir gefiel es

Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.
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Bei diesem Buch scheiden sich ja sehr die Geister und ich habe es mit gemischten Gefühlen angefangen zu lesen. Ich war dann positiv überrascht, weil mir die Geschichte des "Girl on the train" gefiel. Rachel ...

Bei diesem Buch scheiden sich ja sehr die Geister und ich habe es mit gemischten Gefühlen angefangen zu lesen. Ich war dann positiv überrascht, weil mir die Geschichte des "Girl on the train" gefiel. Rachel fährt jeden Morgen um dieselbe Uhrzeit mit dem Zug zur Arbeit und der Zug hält fast immer an derselben Stelle, so dass sie die Bewohner des Hauses beobachtet und sich eine Geschichte für sie ausdenkt. Jess und Jason - so nennt sie die beiden - führen ein Traumleben, das Rachel sich ausdenkt. Natürlich ist es nicht so, wie es scheint - weder bei Rachel, noch bei "Jess" und auch nicht bei einer dritten Protagonistin. Die meisten Kapitel stammen aus Sicht von Rachel, es gibt aber einige Kapitel aus der Sicht von "Jess" und der dritten Frau. Nach und nach entfaltet sich eine Geschichte mit viel Lug und Trug, in der kaum etwas ist, wie es scheint.

Ich fand diese Art zu Schreiben gut und musste schnell weiterlesen, um zu erfahren, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 25.04.2017

Zeitreise

Aquamarin
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Australien im Jahr 2153. Die junge Saha lebt zusammen mit ihrer taubstummen Tante in einem der ärmeren Viertel von Seahaven. Aufgrund einer Verletzung, die nicht heilt, darf sie nicht am Schwimmunterricht ...

Australien im Jahr 2153. Die junge Saha lebt zusammen mit ihrer taubstummen Tante in einem der ärmeren Viertel von Seahaven. Aufgrund einer Verletzung, die nicht heilt, darf sie nicht am Schwimmunterricht teilnehmen. Deswegen wird sie noch mehr zu einer Außenseiterin, denn Wasser und Wassersport sind in Seahaven sehr wichtig. Doch aufgrund ihrer Andersartigkeit gerät sie immer mehr in den Fokus und wird oft geärgert. Je mehr sie versucht, sich unsichtbar zu machen, desto mehr scheint sie aufzufallen. Doch dann passiert etwas, was ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt...

Andreas Eschbach ist mit diesem Buch ein guter, kritischer Blick auf eine mögliche Zukunft gelungen. Es gibt immer wieder Rückblicke bis ins 20. Jahrhunderte oder in unsere Zeit, die verdeutlichen, was sich verändert hat oder gar verloren gegangen ist. Auf diese Weise übt der Autor geschickt Kritik an unserer Zeit. Der erste Teil des Buches hat mir mehr gefallen, später entwickelte sich die Geschichte unspektakulärer als sie sich andeutete.

Leider habe ich mir aufgrund des Covers und des Titels vorgestellt, dass das Buch mehr den Schwerpunkt auf das Wasser und das Meer legen würde. Das Ende ist offen und deutet schon eine Fortsetzung an, allerdings gibt es solche Enden häufiger bei Eschbach, so dass es vielleicht doch keine Fortsetzung geben wird.