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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2017

Midi-Krimi

Brennender Midi
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Ich hatte mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Roger Blanc, Marius Tonon, Fabienne Souillard und der Provence gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Seit 9 Wochen ist Blanc nun in der Provence, der ...

Ich hatte mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Roger Blanc, Marius Tonon, Fabienne Souillard und der Provence gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Seit 9 Wochen ist Blanc nun in der Provence, der Sommer geht zu Ende, die rentrée ist da. Und gerade in der Nacht vor dem neuen Schuljahr und dem Urlaubsende, an dem es auf den Straßen zu vielen Unfällen kommt, hat Blanc Dienst. Ein Flugzeug stürzt in einen Olivenhain, der Pilot ist tot, die Zeugenaussagen widersprüchlich und die Zeugen auch nicht gerade glaubwürdig, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Cay Rademacher ist wieder ein spannender Fall gelungen, der viele aktuelle Ereignisse anreißt und zeigt, dass er sich in der Provence und in Frankreich auskennt. Mir haben auch die vielen eingestreuten französischen Begriffe sehr gefallen, die hier authentisch wirken. Allerdings wäre es wohl gut, wenn es für diejenigen, die der Sprache nicht mächtig sind, ein Glossar im Anhang gäbe.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Gute Fortsetzung

Monday Club
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Dieser Band beginnt dort, wo der erste Teil endete. Für diejenigen, die sich an den ersten Band nicht so gut erinnern, gibt es zu Beginn eine kurze Zusammenfassung.
Virginia Donnellys letzte Worte „du ...

Dieser Band beginnt dort, wo der erste Teil endete. Für diejenigen, die sich an den ersten Band nicht so gut erinnern, gibt es zu Beginn eine kurze Zusammenfassung.
Virginia Donnellys letzte Worte „du wirst die Nächste sein“ gehen Faye nicht mehr aus dem Sinn und auch die „Begegnung“ mit ihrer toten Freundin Amy beschäftigt sie. Josh ist noch unterwegs und so macht sie sich gemeinsam mit Luke daran, nachzuforschen, was es mit den Toten, unter Anderem auch dem Vater von Luke, und dem Monday Club auf sich hat.
In diesem Band werden einige Fragen beantwortet, doch die Geschichte ist weit komplexer als zuerst gedacht. Wer ist Freund, wer ist Feind, welche Motive stecken dahinter, inwiefern ist der Monday Club in die Geschicke der Stadt verwickelt und was ist Sinn und Zweck des Clubs?
Krystina Kuhn gelingt es, die Leser gut zu unterhalten und man lernt die Kleinstadt Blue Haven und ihre Bewohner besser kennen. Der Schreibstil ist einem Jugendbuch angemessen, schafft aber auch, erwachsene Leser zu unterhalten. Das Buch endet mit einem Cliffhanger und ich bin nun gespannt, wie sich alles im dritten und letzten Teil auflösen wird.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Spannende Kurzgeschichte

Blood on Snow. Der Auftrag
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Dies war mein erstes Buch von Nesbø und somit waren meine Erwartungen sicherlich Andere.
Die Geschichte wird aus Sicht von Auftragsmörder Olav erzählt, der in Oslo lebt. Er bezeichnet sich selbst als nicht ...

Dies war mein erstes Buch von Nesbø und somit waren meine Erwartungen sicherlich Andere.
Die Geschichte wird aus Sicht von Auftragsmörder Olav erzählt, der in Oslo lebt. Er bezeichnet sich selbst als nicht sehr intelligent, könne keinen anderen Job machen, so eignet er sich zum Beispiel gar nicht als Fahrer eines Fluchtwagens, er leidet an Dyslexie, liebt aber wohl Bücher, unter Anderem Tierbücher und Les Misérables. Er erledigt seine Jobs für Hoffmann, für den er zu Beginn des Buches gerade einen Mord getätigt hat, wobei er lange über die Blutspuren im Schnee (Blood on snow, wie der Titel) und die unterschiedlichen Arten von Schnee schreibt. Sein Chef hat direkt den nächsten Job für ihn, ablehnen unmöglich. Olav soll die Frau seines Chefs umbringen. Er beobachtet sie erst von einem gegenüberliegenden Hotel, um ihren Tagesablauf kennen zu lernen. Und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Zu Beginn des Buches dachte ich, dass mir der Schreibstil und auch die Geschichte selbst zu simpel und vorhersehbar sind. Nach Beendigung der Lektüre erkenne ich jedoch, dass diese "Vorarbeiten" für das mehrfach überraschende Ende eine Bedingung waren. Wenn man das Ganze als Kurzgeschichte nimmt, so ist diese dem Autor gut gelungen.
Nesbø und auch der Übersetzter beherrschen den Umgang mit der Sprache meisterhaft.
Allerdings bin ich doch eher ein Fan von klassischen Thrillern als von Kurzgeschichten.
Die geplante Verfilmung kann ich mir gut vorstellen und werde danach Ausschau halten.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Zauberer

Der Trick
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Mosche Goldenhirsch kommt kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Prag zur Welt, sein Vater ist ein Rabbi (oder ein Schlosser?), wenige Jahre später stirbt seine geliebte Mutter und die beiden kommen ...

Mosche Goldenhirsch kommt kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Prag zur Welt, sein Vater ist ein Rabbi (oder ein Schlosser?), wenige Jahre später stirbt seine geliebte Mutter und die beiden kommen eher schlecht miteinander aus. Als Mosche 15 Jahre alt ist, besucht er eine Vorstellung der Zauber-Zirkus und ist fasziniert von dieser fremden Welt und vor allem von der persischen Prinzessin. Er reißt von Zuhause aus und macht sich auf die Suche nach dem Zirkus und wird bald ein Mitglied dieses Zirkus.
Der zweite Erzählstrang spielt in der Gegenwart. Der 10jährige Max hat es befürchtet, seine Eltern wollen sich scheiden lassen - und er ist Schuld daran! Das muss er rückgängig machen und durch Zufall findet er eine alte Schallplatte seines Vaters vom Großen Zabbatini, einem Zauberer, der einen Liebeszauber verspricht - leider hat die Platte an der entscheidenden Stelle einen Kratzer. So macht Max sich auf die Suche nach Zabbatini alias Mosche Goldenhirsch, um die Ehe seiner Eltern zu retten. Doch der Zauberer hat ganz andere Probleme - obwohl, vielleicht ist der kleine Junge ja doch auszunutzen?

Emanuel Bergmann hat mich mit seinem Buch verzaubert und eintauchen lassen in seine Geschichte. Die kapitelweisen Wechsel der Zeit und Perspektive enthüllen nach und nach mehr vom Leben des Zabbatini, der viele Probleme zu meistern hat, vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus, dem aber auch viel Schönes wiederfährt. Das Bild des alten Zabbatini ist ein ganz anderes, nun ist er alt, desillusioniert, unsympathisch und lüstern. Max hingegen voller Hingabe und Überzeugung, dass dieser Mann die Ehe seiner Eltern wieder retten wird.
Das Ende ist eine große Überraschung, allerdings keine kitschige Heile-Welt-Version.

Veröffentlicht am 21.04.2017

Margo und Helene

Ab heute heiße ich Margo
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Stendal in den 1930er Jahren. Margo möchte unbedingt arbeiten und schafft es, ihren Vater zu überzeugen, dass sie, wenn sie von der Schule abgeht und eine Lehre beginnt, zum Haushaltsgeld beitragen kann. ...

Stendal in den 1930er Jahren. Margo möchte unbedingt arbeiten und schafft es, ihren Vater zu überzeugen, dass sie, wenn sie von der Schule abgeht und eine Lehre beginnt, zum Haushaltsgeld beitragen kann. So beginnt sie eine Lehre bei Foto Werner und ist bald für die gesamte Buchhaltung und Organisation zuständig. Die zweite Protagonistin ist Helene, eine Fotografin, die in den Schrecken des spanischen Bürgerkriegs war und bald nach Margo bei Foto Werner beginnt.

Die beiden Frauen verbindet bis an ihr Lebensende etwas, auch wenn sie sich lange Jahre nicht sehen. Vorrangig aus der Sicht von Margo, die nach dem Krieg in der Nähe von Osnabrück lebt, aber auch aus der Sicht von Helene, die in Ostberlin lebt, erfährt der Leser viel über deutsch-deutsche Geschichte, über Aufarbeitung, Geheimdienste und immer wieder Schrecken des Nationalsozialismus.

Leider wird im Klappentext schon zu viel zusammengefasst und verraten. Ich rate also davon ab, diesen nicht vorher zu lesen, sondern sich auf den Text auf dem Buchrücken zu beschränken.

Die Sprache des Romans ist recht einfach, er liest sich flott und so manch ein Protagonist wird eingeführt und verschwindet dann leider schnell wieder ohne noch einmal erwähnt zu werden. Die Geschichte sowie die Verweise auf die Geschichte sind für denjenigen, der sich in der neueren deutschen Geschichte nicht auskennt, eine interessante Reise durch dieses geschichtsträchtige Jahrhundert. Für den Leser mit Vorkenntnissen, gibt es nicht viel Neues zu lesen.