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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2017

Ganz tolles Buch

Ab morgen wird alles anders
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Dies war mein erstes Buch von Anna Gavalda, aber ganz sicher nicht das letzte, denn ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt und ich habe viele schöne Passagen entdeckt. Doch nicht nur der Stil, auch ...

Dies war mein erstes Buch von Anna Gavalda, aber ganz sicher nicht das letzte, denn ihr Schreibstil hat mich sofort überzeugt und ich habe viele schöne Passagen entdeckt. Doch nicht nur der Stil, auch die Geschichten, die hier erzählt werden, machen Mut für einen Neuanfang und lassen einen das eigene Leben überdenken. Es geht hier um verpasste Chancen, um Innehalten, um zu reflektieren, um andere Menschen, die einem einen ganz anderen Blick auf sich selbst gewähren.
Die Erzählungen sind alle in der Ich-Perspektive geschrieben, die Protagonisten jedoch sehr unterschiedlich. Junge und Ältere, Männer und Frauen.
Ob es jetzt Mathilde ist, die ihre Handtasche in einem Café liegenlässt und auf einen ehrlichen Finder trifft, der sie zum Nachdenken anregt, oder aber Lulu, die in der Vorstadt von Paris lebt und einen ganz anderen Sprachstil und Erwartungen ans Leben hat als der Vater von Valentin.
Dieses Buch hat mir schöne Lesestunden beschert und wirkt noch nach.

Veröffentlicht am 19.01.2017

Grandios

Die rote Löwin
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Die Geschichte spielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Seeburg wird nach einem Verrat angegriffen und dabei stirbt neben Unger von Seeburg, dem Hofmarschall des Grafen von Schwerin, auch seine Frau ...

Die Geschichte spielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Seeburg wird nach einem Verrat angegriffen und dabei stirbt neben Unger von Seeburg, dem Hofmarschall des Grafen von Schwerin, auch seine Frau und fast die komplette Familie. Allein seiner Tochter Runa und ihrem jüngeren Bruder Waldemar gelingt die Flucht nach Magdeburg, nach dem Überfall durch die Wenden. Laurenz, der Domdekan von Magdeburg, spekuliert auf den Bischofssitz von Havelberg, da der amtierende Bischof kränklich ist. Er ist sich für keine Intrige zu schade und nur auf seinen Vorteil aus. Darunter wird auch der neue Domscholar Pirmin von Paris leiden. Laurenz sichert sich die Unterstützung eines geheimnisvollen Ordens, mit dem auch Runa bald Bekanntschaft machen wird. Eine gute historische Einbindung in die Zeit des frühen 13. Jahrhunderts in Magdeburg, das auch die Reichsgeschichte und den Einfluss des Papstes beinhaltet. Am Anfang des Buches gibt es eine Liste der wichtigsten Personen und eine Zeittafel für den besseren Überblick. Im Anhang erläutert der Autor noch gut, wo und weshalb er sich erzählerische Freiheiten rausgenommen hat. So etwas bedeutet mir persönlich immer sehr viel. Ein packender Schreibstil und eine fesselnde Geschichte, in der viel passiert. Ein Manko, das man nicht dem Autor zuschreiben kann: der Klappentext verrät viel zu viel. Bis es zu der genannten Entscheidung kommt, hat man schon Zweidrittel des Buches gelesen. Aber dennoch verrät der Klappentext zum Glück nicht alles, denn am Ende kommt noch richtig Fahrt auf und es gibt - wenn das Buch ein Film wäre würde man es wohl so nennen - einen Showdown kurz vor dem Ende. Interessante Protagonisten mit ihren Ecken und Kanten runden das Ganze ab. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und das Buch war leider viel zu schnell zu Ende.

Veröffentlicht am 12.01.2017

Eine Reise in die 90er Jahre

Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm
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Maggie ist 16 Jahre alt und vor Kurzem mit ihrer Mutter und ihrer Schwester von Chicago nach Irland gezogen, in die Nähe von Dublin. Ihre Mutter hat wieder geheiratet und Colm stammt aus Bray. In Chicago ...

Maggie ist 16 Jahre alt und vor Kurzem mit ihrer Mutter und ihrer Schwester von Chicago nach Irland gezogen, in die Nähe von Dublin. Ihre Mutter hat wieder geheiratet und Colm stammt aus Bray. In Chicago haben sie im selben Haus wie Nanny Ei und ihrem Onkel Kevin gewohnt. Ihre Mutter Laura hatte oft wechselnde Liebhaber und wenn sie nicht da war, konnten Maggie und Ronnie immer zu ihrer Oma gehen. Kevin ist der Patenonkel von Maggie, aber für sie ist er mehr so was wie ein älterer Bruder; er ist nur 10 Jahre älter als sie. Und er führt Maggie in die Welt der Musik und ein wenig auch die der Literatur ein. Kevin ist ihr großes Vorbild und in Irland vermisst sie ihn sehr. Sie schließt dort auch nicht schnell neue Freundschaften, sondern freut sich nur auf die Carepakete von Kevin. Doch dann lernt sie unter anderem den fast Hundertjährigen Dan Sean kennen, bei dem sie viele Stunden verbringt und auch mal schweigen kann. Beim ersten Mal verläuft sie sich auf dem Rückweg und trifft auf Eoin, der ihr den Weg zurück zeigt.
Ein Roman über das Erwachsenwerden, über Musik, Irland, Familie, Freundschaft und vieles mehr. Und natürlich auch ein wenig über Nirvana und Kurt Cobain, der dem Buch den Namen gab.
Keine locker-leichte Liebesgeschichte ohne Anspruch, sondern ein Gesellschaftsbild, ein Bild des Lebens. Nicht immer vorhersehbar, aber dennoch nicht voll von Überraschungen. Eine schöne Reise in die erste Hälfte der 1990er Jahre mit interessanten Protagonisten.

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Veröffentlicht am 20.12.2016

Zu abschweifend

Schattenkiller
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Seit Tagen, eher Wochen, regnet es in Rom, die Stadt zeigt ihre trübe, finstere Seite, nichts von der heiteren Touristenmetropole.
Enrico Mancini, schwer getroffen vom Krebstod seiner Frau Marisa, ermittelt ...

Seit Tagen, eher Wochen, regnet es in Rom, die Stadt zeigt ihre trübe, finstere Seite, nichts von der heiteren Touristenmetropole.
Enrico Mancini, schwer getroffen vom Krebstod seiner Frau Marisa, ermittelt eigentlich in der Sache eines verschwundenen Arztes, wird dann aber, da er eine Ausbildung zum Profiler gemacht hat und in den USA war, zur Ermittlung einer Reihe von bestialischen Morden hinzugezogen und soll diese dann leiten. Gemeinsam mit dem ehemaligen Professor Biga, einer Staatsanwältin, einem Pathologen, einer Fotografin und einem jungen Kollegen. Die Morde scheinen zusammen zu hängen, auch wenn alle unterschiedlich ausgeführt wurden.
Neben den Ermittlungen gibt es immer wieder detailreiche Beschreibungen eines Roms abseits vom Tourismus, düstere Beschreibungen. Dann das (Seelen-)Leben von Mancini und manchmal auch der anderen Ermittler. Insgesamt könnte es eine spannende Lektüre sein, doch dafür war es mir nicht emotional genug, zu distanziert, die Handlungen von Mancini und auch der anderen nicht immer für mich nachvollziehbar. Lediglich der junge Kollege Walter Comello war mir sympathisch.
Lange tappt man im Dunkeln, gegen Ende kommt nochmal Fahrt auf und dann wird es auch wieder etwas spannender, das gleicht die vorherigen Längen jedoch nicht aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Spannung
  • Handlung
  • Stil
Veröffentlicht am 22.11.2016

Gute Ansätze, aber...

Die Spionin
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Margarethe Zelle aus Leeuwarden führt ein privilegiertes Leben. Ihre Eltern ermöglichen ihr dies. Aber dann geraten sie in Geldnot, die Mutter wird krank und Margarethe, die ihren Vornamen hasst, wird ...

Margarethe Zelle aus Leeuwarden führt ein privilegiertes Leben. Ihre Eltern ermöglichen ihr dies. Aber dann geraten sie in Geldnot, die Mutter wird krank und Margarethe, die ihren Vornamen hasst, wird auf eine Schule in Leiden geschickt, wo sie sich zur Kindergärnterin ausbilden lässt. Doch diese Enge ist zu viel für sie und sie ergreift - nach einem schlimmen Erlebnis - die erstbeste Möglichkeit und heiratet den Offizier Rudolph McLeod mit dem sie nach Java zieht. Doch die erwartete Exotik und die spannenden Abenteuer in fremden Ländern bleiben aus. Sie führt ein streng vom eifersüchtigen Ehemann kontrolliertes Leben, aus dem sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ausbricht. Sie flüchtet sich nach Paris und wird dort zu Mata Hari, einer schönen Legende, die tanzt und viele Männer verführt. In einem fiktiven letzten Brief aus dem Gefängnis berichtet sie von ihrem Leben. Sie hofft bis zum letzten Moment begnadigt zu werden, da ihrer Meinung nach die Anklage der Spionage unhaltbar ist. Doch der Leser erfährt schon im Prolog wie sinnlos diese Hoffnung ist.

Paulo Coelho beschreibt in diesem Buch das Leben einer mutigen Frau, das - wie er im Nachwort anmerkt - keine Biografie ist. Leider erfährt man viel zu wenig über Margarethe Zelle bzw. Mata Hari. Es gibt große Sprünge in der Biographie, immer, wenn ich dachte, jetzt geht es richtig los, mehr in die Tiefe, dann geht es weiter zur nächsten Etappe. Mir war es zu kursorisch. Die Idee mit dem fiktiven Brief war gut, der Schreibstil gefiel mir in seiner Schlichtheit, eine flüssige Lektüre war möglich. Dennoch insgesamt zu kurz, mit vielen guten Ansätzen.