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Veröffentlicht am 26.09.2016

Der Mädchenreigen

Der Mädchenreigen
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Der Mädchenreigen, von Susanne Gantert

Cover:
Ein Cover das sofort auf seinen historischen Inhalt hin weißt, fast ein bisschen zu bunt.

Inhalt:
Braunschweig im Jahre 1580.
Der Wolfenbütteler Jurist Konrad ...

Der Mädchenreigen, von Susanne Gantert

Cover:
Ein Cover das sofort auf seinen historischen Inhalt hin weißt, fast ein bisschen zu bunt.

Inhalt:
Braunschweig im Jahre 1580.
Der Wolfenbütteler Jurist Konrad von Velten bekommt vom Herzog den Auftrag eine Methodik für Kriminalfälle zu finden und diese schriftlich Fixieren.
Genau zu diesem Zeitpunkt wird Elise, die Tochter des reichen Kaufmanns Lorenz Kale von einem feuerspeienden Drachen entführt.
Konrad setzt sich auf ihre Spur und findet schnell heraus, dass auch noch andere Jungfern entführt worden sind.
Er begegnet der jungen Laura, die als Junge verkleidet von einem Schäfer gefunden wurde. Sie hat ihr Gedächtnis verloren, aber vieles deutet drauf hin, dass sie mehr mit den Fällen zu tun hat, als ihr lieb ist.

Mein Meinung:
Dieses Buch ist der Nachfolger von „Das Fürstenlied“.
Ok, es kann auch ohne das Vorwissen gelesen werden (ich kenne das Vorgängerbuch auch nicht), doch an manchen Stellen hatte ich das Gefühl mir fehlt Wissen.

Der Einstig war spannend und interessant, aber dann wurde es mir viel zu verwirrend, zu wirtschaftlich/politisch, hier bin ich sehr oft gedanklich ausgestiegen.
Alles ist wunderbar recherchiert, aber für mich war es einfach zu viel in diese Richtung.
Auch bei den Personen, muss sagen dass ich schwer den Durchblick behalten habe. Oft wusste ich jetzt nicht wer ist wer?
Halbschwester, Ziehschwester, Schwägerin, Onkel, Mutter, Freundin oder was sonst. Die ganzen Familienzusammenhänge wären bestimmt einfacher gewesen, wenn ich das erste Buch schon gekannt hätte.

Der Schreibstil ist sehr an die altertümliche Sprache angepasst (dünkt mir, mit Verlaub, begebe er sich, Euer……).

Autorin:
Susanne Gantert wurde in Salzgitter geboren. Die interessante Geschichte des Braunschweiger Landes, die die Autorin durch ihre Forschungen kennenlernte, inspirierte sie zu diesen Büchern.

Mein Fazit:
In dieses Buch und die Sprache muss man sich etwas einlesen.
Auch sollte man vielleicht Interesse für geschichtliche und historische Daten und Fakten mitbringen so kann man der Geschichte bestimmt besser folgen.
Von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 25.09.2016

Im dunklen, dunklen Wald

Im dunklen, dunklen Wald
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Im dunklen, dunklen Wald, von Ruth Ware

Cover:
Ein dunkler Wald mit diffusem Licht, da kann man schon eine Gänsehaut bekommen.

Inhalt:
Nach 10 Jahren Funkstill, erhält die 26jährige Nora eine Einladung ...

Im dunklen, dunklen Wald, von Ruth Ware

Cover:
Ein dunkler Wald mit diffusem Licht, da kann man schon eine Gänsehaut bekommen.

Inhalt:
Nach 10 Jahren Funkstill, erhält die 26jährige Nora eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer einstigen besten Freundin Clare. Nora wundert sich, sie hat Clare seit dem „Vorfall“ damals, von dem nur Clare weiß, nicht mehr gesehen.
Sie will schon absagen, da schließt sie mit ihrer Freundin Nina einen Pakt und fährt hin. In ein Haus aus Glas, mitten im dunklen Wald!
Nora fühlt sich von Anfang an unwohl, doch sie merkt nicht dass ein gefährliches Spiel begonnen hat.

Als sie nach der Party, schwerverletzt im Krankenhaus erwacht, fehlen ihr die Erinnerungen an die letzen Stunden.
Nach und nach kommen die Erinnerungen an ein grauenvolles, mörderisches Drama.
Doch die entscheidende Erinnerung lässt sich nicht greifen…….

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt sich gut lesen.
Nur wird in der ersten Hälfte sehr weit ausgeholt und alles sehr langatmig beschrieben. Die Frauen führen sich auf wie pubertierende 16 jährige und Mantra artig wird von Nora immer wieder wiederholt: „es war ein Fehler, es war falsch zu kommen, nach allem was war“, aber ein halbes Buch lang kommen keine weiteren Hinweise.
In der ersten Hälfte sind die Protagonisten (für mich) total unglaubwürdig und total widersprüchlich.

Doch irgendwann nach der Hälfte erahnen wir, wer hier der „Bösewicht“ ist und was dahinterstecken „könnte“. Und doch gibt es immer wieder Zweifel und unerwartete Wendungen.
Als sich die Ahnung dann verdichtet wird es spannend, weil ich jetzt als Leser wissen möchte, wie wurde das alles geplant, wie wurde manipuliert, wie konnte es soweit kommen?

Gut gemacht ist auch der Wechsel zwischen den Handlungsorten und der Zeit. Einmal sind wir auf direkt der Party (das gläserne Haus und die bedrückende Stimmung kommt total gut rüber), dann wieder in Krankenhaus und Nora versucht, sich Stück für Stück ihre Erinnerung zurückzuholen. Mit ihr können wir das Grauen, das Entsetzten und die Angst fühlen.

Autorin:
Ruth Ware wuchs im südenglischen Lewes auf und lebte eine Zeit lang in Paris. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in Nordlondon. Dies ist ihr erster Roman.

Mein Fazit:
Ein tolles Debüt, das etwas „Anlaufschwierigkeiten“ hatte. Wenn in der ersten Hälfte etwas mehr gestrafft oder gekürzt und schneller zum Punkt gekommen wäre, wäre ich restlos begeistert gewesen.
So vergebe ich für die erste Hälfte 2 Sterne, für das Ende 5, macht im gesamten 3,5 die ich wegen dem passenden Cover und fürs Debüt auf 4 Sterne aufrunde.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Vergeltung im Münzhaus

Vergeltung im Münzhaus
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Vergeltung im Münzhaus, von Petra Schier

Cover:
Sehr schön passend zum historischen Inhalt.

Inhalt:
Köln 1408.
Im Haus des Münzwechslers wird ein Toter gefunden – erstochen. Es ist der kürzlich zugezogene ...

Vergeltung im Münzhaus, von Petra Schier

Cover:
Sehr schön passend zum historischen Inhalt.

Inhalt:
Köln 1408.
Im Haus des Münzwechslers wird ein Toter gefunden – erstochen. Es ist der kürzlich zugezogene Kürschner Urs, der Vater der jungen Hebamme Clara.
Sein Knecht Wendel, beschuldigt nun Clara, ihren Vater aus Rache umgebracht zu haben, da dieser, vor vielen Jahren, Clara und ihre Mutter an ein Hurenhaus verpfändet hat, um seine Schulden zu begleichen.
Clara kommt in den Kerkerturm. Die Apothekerin Adelina und vor allem ihre Tochter Griet, die eine gute Freundin von Clara ist, setzen alles daran der unglücklichen Clara zu helfen.
Unterstützung erhalten sie dabei aus einer Richtung, aus der sie es nie für möglich gehalten hätten.

Meine Meinung:
Dies ist ja nun der 6. Band der Adelina-Reihe und soll auch (vorläufig?) der letzte sein.
Und er ist ein absoluter Höhepunkt und wieder total klasse geschrieben.
Auch wenn man nicht alle Bände kennt, so wie ich, kommt man sofort in die Geschichte rein und ist sofort mitten drin.
Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und handeln völlig logisch und real (der Zeit in der sie spielen angepasst), jeder hat seine Ecken und Kanten, jeder ist auf seine Weise einzigartig, so dass es auch nie langweilig wird.
Auch die Handlung ist wunderbar gewunden und verwinkelt, es gibt immer wieder neue Wendungen und die Autorin versteht es hervorragend uns immer wieder zu überraschen.
Der Schreibstil ist total authentisch, dabei sehr flüssig zu lesen, mit feinem Humor und ganz viel Gefühl. Und es ist wieder wunderbar wie wir so ganz unbemerkt viel über die damalige Zeit erfahren.
Die ganze Geschichte ist eine perfekte Mischung aus Krimi (auf den Mörder wäre ich nie gekommen), Familiengeheimnis (auch ich habe gerätselt) und Liebesgeschichte (so schön, mit so viel Zweifel, Angst und einfühlsamer Liebe).

Autorin:
Petra Schier, geb. 1978, lebt mit ihrem Mann in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2003 als sehr erfolgreiche freie Autorin.

Mein Fazit:
Wenn es denn der Abschluss der „Adelina-Reihe“ sein soll, so ist es ein überaus gelungenes Ende (an dem man dennoch jederzeit anknüpfen kann).
Es gibt wieder eine tolle Spannung, klasse Emotionen und genügend fürs Herz, so wie jede Menge zum mit fiebern, mit bangen, und mit hoffen.
Von mir eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mörder lauf Galopp

Mörder lauf Galopp
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Mörder lauf Galopp,
ein Debüt von Heike Köhler-Oswald

Cover:
Total passend zu diesem Thüringen-Krimi.

Inhalt:
In einem Dorf in der Nähe von Jena werden die Pferde von Leonie mit Pfeilen aus einer Armbrust ...

Mörder lauf Galopp,
ein Debüt von Heike Köhler-Oswald

Cover:
Total passend zu diesem Thüringen-Krimi.

Inhalt:
In einem Dorf in der Nähe von Jena werden die Pferde von Leonie mit Pfeilen aus einer Armbrust verletzt.
Leonie ist entsetzt und bittet sofort ihre Freundin Paula, die Kriminaloberkommissarin ist zu ermitteln. Diese steckt aber gerade in den Ermittlungen zu Holzdiebstal und schickt ihren neuen Kollegen Jan Weinreich.
Das ist Leonie zu wenig und kurzer Hand gründet sie eine Bürgerwehr.
Doch gleich in der ersten Nacht wird einer der patrouillierenden Landwirte durch Pfeile tödlich getroffen.
Nun muss Paula doch aktiv werden. Bald gibt es einen Verdächtigen und weitere Motive.
Als es einen weiteren Toten gibt wird die Sache recht kompliziert.

Meine Meinung:
Bin recht schnell in die Geschichte eingetaucht, das „dörfliche“ Leben ist sehr gut beobachtet und wiedergeben.
Auch die Grundidee die hinter dem Krimi steckt ist gut.
Doch bei der Umsetzung waren für mich einige Widersprüche und mehrere unglaubwürdige und unrealistische Handlungen, die einzeln für sich nicht zu Buche schlagen würden, aber in der Gesamtheit doch meine Skepsis wecken.

Die Beamten kommen überhaupt nicht so gut weg, ich finde sie zwar recht menschlich, aber teilweise doch recht widersprüchlich und unprofessionell. Fast eine Mischung aus „Dorfdepp“ (sorry) und TV Rambo und das ist doch recht unglaubwürdig.
Auch den restlichen Protagonisten fehlt ein bisschen die Tiefe, keiner konnte mich voll und ganz überzeugen und ich konnte mich mit keinem identifizieren oder eine Bindung aufbauen.

Auch wenn ich den Mörder bis zum Schluss nicht erahnt habe, blieb bei mir die Spannung irgendwie aus.
Weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, ich lese es, aber es packt mich nicht.

Ein Buch für eine Kurzweil zwischendurch, bei dem man wieder sieht wie aus einem kleinen Anlass (und Geldgier) ein Domino-Effekt entstehen kann und Schlimmes sich entwickelt.

Autorin:
Heike Köhler-Oswald, geb. 1966, wuchs in Erfurt auf. Sie lebt mit ihrer Familie, zwei Pferden und noch „Kleintieren“ auf einem alten Vierseithof.

Mein Fazit:
Nett zu lesen, aber es beschert jetzt keine Gänsehaut.
Von mir knappe 3 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Jakobs Mantel

Jakobs Mantel
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Jakobs Mantel, von Eva Weaver

Cover:
Ein kleiner Junge, der noch nicht weiß welches Grauen die Welt für ihn noch bereit hält.

Inhalt:
New York 2009. Bei einem Spaziergang mit seinem Enkel glaubt der ...

Jakobs Mantel, von Eva Weaver

Cover:
Ein kleiner Junge, der noch nicht weiß welches Grauen die Welt für ihn noch bereit hält.

Inhalt:
New York 2009. Bei einem Spaziergang mit seinem Enkel glaubt der alte Mika, auf einem Plakat einer Puppenspielbühne, den Mantel seines Großvaters Jakob zu erkennen.
Damit kehren die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend, an die lang verdrängten Schrecken des Warschauer Ghettos zurück.
Und er beginnt die Geschichte zu erzählen. Wie er zum Puppenspieler wird, wie er Max den deutschen Soldaten kennenlernt, wie er ein Doppelleben beginnt: einmal spielt er für kranke Kinder und die Waisen im Ghetto dann wieder für die deutschen Soldaten und Offiziere.
Auch Max bekommt die Gelegenheit von seinem Leben zu erzählen, von seiner Gefangenschaft im tiefsten Sibirien und seinen Leben das nie mehr zu einer „Normalität“ zurückkehrt.

Meine Meinung:
Der Einstig war für mich nicht einfach.
Der Erzählstil wirkte auf mich am Anfang recht distanziert, etwas zerrissen, sehr sprunghaft und dann wieder sehr poetisch an Stellen, an denen es für mich zu den schrecklichen Ereignissen überhaupt nicht passte. (Zitat: jetzt rollten ihr die Worte wie Murmeln aus dem Mund).

Der Mantel spielt eine ganz zentrale Rolle, immer wieder wird er mit seinen vielen Taschen und dem vielen Inhalt (u.a. Puppen) beschrieben. Und keiner merkt aber, dass dieser Mantel so viel enthält? Obwohl doch alle nur mit „Lumpen“ herumlaufen?

Auch die Abgrenzung/Trennung von Mika und Mika dem Puppenspieler, bzw. den einzelnen Puppen, die ein Eigenleben zu entwickeln scheinen, scheint mir recht unrealistisch.

Mein Verstand wehrt sich, doch bald übernehmen meine Gefühle und mein Herz läuft einfach über. Ich erlebe dieses unheimliche Grauen, diese Unmenschlichkeit, ich fühle Angst, Trauer und Hilflosigkeit. Was wurde diesen Menschen, in Warschau, im Ghetto (und an vielen anderen Orten) nur angetan? Den Familien, den Frauen, Kindern und Alten!!

Das kann man gar nicht alles in Worte fassen.

Auch die Kehrseite wird gezeigt. Wie junge Deutsche zu Soldaten wurden und in die Vernichtungsmaschinerie eingewebt wurden. Dann selber Gefangene wurden, ihre schreckliche Zeit in Sibirien und ihre Probleme bei ihrer Rückkehr.

Autorin:
Eva Weaver, in Deutschlang geboren, ging 1995 nach England und studierte dort Kunsttherapie.

Mein Fazit:
Ein Buch das nicht mit dem Verstand allein zu lesen ist, denn es gibt etliche Fehler und Widersprüche.
Aber das Herz und die Gefühle nehmen diese tragische und furchtbare Zeit auf und es fließen mehr als einmal Tränen.
Ein Mahnmal gegen Krieg in jeglicher Form. Hier wird speziell der Holocaust und die Gefangenschaft in Sibirien beleuchtet. Der Albtraum auf beiden Seiten.
Von mir 5 Sterne.