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Veröffentlicht am 01.10.2022

Am Ende zu viel - doch immer geht es weiter

Am Ende zu viel
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Am Ende zu viel, von Kathrin Heinrichs

Cover:
Ein schönes Cover, das zum ländlichen Handlungsort und zum, Finale super passt.

Inhalt und meine Meinung:
Der 3. „Fall“ von Zofia und Anton.

Eine ländliche ...

Am Ende zu viel, von Kathrin Heinrichs

Cover:
Ein schönes Cover, das zum ländlichen Handlungsort und zum, Finale super passt.

Inhalt und meine Meinung:
Der 3. „Fall“ von Zofia und Anton.

Eine ländliche Idylle, wie es sie überall in Deutschland gibt.
Doch dann wird ein junger Familienvater tot im Wald gefunden.
Herzinfarkt lautet die Todesursache. Doch der Bestatter meldet Bedenken an und schnell ist klar es war Mord.
Bald stellt sich heraus, das strahlende Leben des Bänkers war nur Schein. Er war aufgerieben von seinem Alltag, seiner Familie, und seinem Beruf.
Auch im Dorf gab es viele Reibungspunkte für ihn.
Das wissen die beiden Alten, die ihre Tage in der Bushaltestelle verbringen, genauso wie die beiden Damen am Grill.

Der „alte“ Anton wird vom Bestatter in den Fall mit rein gezogen und beginnt zu ermitteln. Das freut seine Pflegerin Zofia die kräftig mitmischt.
Sehr zum Missfallen von Thomas, dem Sohn von Anton, der bei der Polizei arbeitet und genauso ausgebrannt ist wie das Opfer.

Die Geschichte beginnt total spannend und man ist sofort mitten drin im Geschehen.

Zofia und Anton sind wirklich ein Dream-Team und vor allem Zofia hat es mir angetan. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck.
Ein wunderbarer Nebenschauplatz: Als aus Marianne Max wird, und wie Zofia absolut fantastisch reagiert.

Der Handlungsverlauf ist total spannend. Immer wieder neue Erkenntnisse, immer wieder neue Wendungen, Winkelzüge und Verdächtige. Aber alles schlüssig und passend. Wie bei einem Puzzle, ein Teil passt ins andere und am Ende erst wird das ganze Bild sichtbar. Wobei mir gerade am Ende ein oder zwei Dinge im Raum stehen bleiben bei denen die Deutung dem Leser überlassen wird.
Das hat aber dem ganzen Lesegenuss keinen Abbruch getan.

Der Schreibstil ist flüssig und gespickt mit sehr viel herrlichem ironischem, schwarzem und ganz einfach auch witzigem Humor, so wie ich es super gerne mag.

Autorin:
Kathrin Heinrichs wurde 1970 in einem kleinen sauerländischen Dörfchen geboren, studierte in Köln Germanistik und Anglistik und lebt heute als freie Autorin in Menden. Sie verfasste etliche Kurzkrimis, Alltagssatiren und Theaterstücke. Mit dem Kriminalroman "Nichts wie es war" startete sie eine neue. erfolgreiche Serie um den alten Anton und seine polnische Pflegerin Zofia

Mein Fazit:
Ein sehr unterhaltender Krimi, der mich aufs beste unterhalten hat.

Veröffentlicht am 29.09.2022

Heat 2 – atemberaubende Spannung

Heat 2
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Heat 2, von Michael Mann und Meg Gardiner

Cover:
Es könnte die Skyline von LA sein und passt somit super zum Thriller.

Inhalt und meine Meinung:
Ungewöhnlich: dieses Buch ist die Fortsetzung zu dem Film ...

Heat 2, von Michael Mann und Meg Gardiner

Cover:
Es könnte die Skyline von LA sein und passt somit super zum Thriller.

Inhalt und meine Meinung:
Ungewöhnlich: dieses Buch ist die Fortsetzung zu dem Film HEAT.
Ich habe den Film nicht gesehen, also bin ich auch ganz unvoreingenommenen an das Buch herangegangen. Und ich muss sagen, ich finde das Buch echt super.
Tolle spannungsgeladene Handlungsorte.
Sehr gut ausgearbeitete Charaktere.

Die Handlung dreht sich um den Mordermittler Vincent Hanna und die Gangsterbande von Neil McCauley, wobei dieser gleich zu Beginn ja gestorben ist und Chris Shiherli wird die Hauptfigur, er hat den Aufstieg geschafft und trifft nun Jahre später in LA auf Hanna, der noch immer Jagd auf Verbrecher macht. Es geht um internationale Geldwäsche.

Mit atemberaubender Spannung habe ich die 680 Seiten verschlungen. Es wird nie langweilig, ist sehr actionreich, gerade so wie ich mir einen Kinofilm auch vorstelle.
Besonders gefällt mir, dass die Personen sehr facettenreich gezeigt werden. Mal sind sie kalt und hart wie Stahl und dann wieder sehr emotional und voller Gefühle.

Autoren:
Michael Mann ist ein weltbekannter Regisseur, Drehbuchautor und Produzent sowie einer der innovativsten und einflussreichsten Filmschaffenden Amerikas. Zahlreiche preisgekrönte Filme und Serien (beispielsweise Miami Vice, Manhunter, Der letzte Mohikaner, Heat und Ali) stammen aus seiner Feder. Mann lebt in Los Angeles.

Meg Gardiner ist Autorin von sechzehn preisgekrönten, von den Medien hochgelobten Romanen. Ihre Thriller sind internationale Bestseller und wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Gardiner gewann einen Edgar Award sowie einen Barry Award, einer ihrer Romane wird derzeit von Amazon im Serienformat verfilmt. Sie ist eine ehemalige Anwältin und lebt derzeit in Austin, Texas.

Mein Fazit:
Ein Thriller wie ich ihn mag. Voll atemloser Spannung und tolle Protagonisten.
Von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.09.2022

Unsre verschwundenen Herzen – Thema gut, Umsetzung nicht so

Unsre verschwundenen Herzen
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Unsre verschwundenen Herzen, von Celeste Ng

Cover:
Die Farben gefallen mir zwar gut, aber mir gefallen Cover, die einen Bezug zum Buch haben besser als so grafische Muster.

Inhalt:
Der zwölfjährige ...

Unsre verschwundenen Herzen, von Celeste Ng

Cover:
Die Farben gefallen mir zwar gut, aber mir gefallen Cover, die einen Bezug zum Buch haben besser als so grafische Muster.

Inhalt:
Der zwölfjährige Bird lebt mit seinem Vater in beengten Zuständen. Seine chinesische Mutter ist seit drei Jahren verschwunden und wird einfach aus seinem Leben gestrichen.
Die Gesellschaft ist eingeschüchtert und für asiatische Bürger wird es immer schwieriger.
Da bekommt Bird einen Brief seiner Mutter und macht sich auf die Suche nach ihr.

Meine Meinung:
Ein Buch das nicht so einfach zu lesen ist, es herrscht eine sehr beklemmende Atmosphäre. Es lässt mich auch sehr zwiegespalten zurück.

Das Thema ist gut.
Es geht um Diskriminierung und wenn der „Staat“ die Menschen manipuliert, wenn er seine Macht ausnützt um die Bevölkerung zu ängstigen und jede freie Meinungsäußerung unterdrückt. Das geht dann soweit, dass wieder Bücher verbannt und verbrannte werden und dass Kinder willkürlich aus ihren Familien genommen werden.

Die Umsetzung ist mir etwas zu flach. Die Emotionen werden mir zu selten deutlich.
Es wird sehr viel ‚“erzählt“ und nicht so viel aktiv gehandelt. Die Dialoge oder Aktivitäten sind sehr rar.
Dann ist auch einiges das passiert wiederum sehr unglaubwürdig.
Und vor allem das Ende ist mir zu abrupt. Hier ist für mich noch längst nicht alles klar und das ganze empfinde ich als unvollendet.
Ich finde bei dem Thema wäre eindeutig mehr drin gewesen.

Autorin:
Die 1980 in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania geborene amerikanische Autorin chinesischer Abstammung Celeste Ng zog im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie nach Ohio. Während ihrer Schulzeit engagierte sie sich als Mitherausgeberin einer literarischen Schülerzeitschrift. Anschließend studierte sie an der Harvard University und an der Universität von Michigan, an der sie einen Master-Abschluss in Creative Writing erwarb. Später unterrichtete sie dort kreatives Schreiben

Mein Fazit:
Ein Buch das ich gerne gelesen habe, das mich aber irgendwie unzufrieden zurück lässt.
Deshalb 3,5 Sterne die ich bei vollen auf 4 aufrunde.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Ein Alman feiert selten allein – der „ganz normale“ Weihnachtswahnsinn

Ein Alman feiert selten allein
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Ein Alman feiert selten allein, von Aylin Atmaca

Cover:
Mit der exakten Ausrichtung der Geschenke, passt das Cover zum Inhalt des Buches.

Inhalt:
Elif, ein Kind türkischer Gastarbeiter, wird von den ...

Ein Alman feiert selten allein, von Aylin Atmaca

Cover:
Mit der exakten Ausrichtung der Geschenke, passt das Cover zum Inhalt des Buches.

Inhalt:
Elif, ein Kind türkischer Gastarbeiter, wird von den Eltern ihres deutschen Freundes Jonas, zu ihrem ersten „deutschen“ Weihnachtsfest eingeladen.
Ihre Erwartungen in ein harmonisches Familienfest sind groß. Heimlich träumt sie seit ihrer Kindheit davon.
Ob ihre Erwartungen in Erfüllung gehen?

Meine Meinung:
Eine humorvolle Geschichte, in der wir „Deutschen“ einen Spiegel vorgehalten bekommen.
Ich habe mich bei den meisten Handlungen wieder erkannt, wenn auch vielleicht in abgeschwächter Form. So mache ich mir auch Listen und Pläne, wenn auch nicht gerade im Minutentakt; oder ich benütze Geschenkpapier ein weiteres Mal, wenn ich es auch nicht vorher bügle, etc. Somit fand ich alles ziemlich nachvollziehbar und plausibel.
Was ich allerdings nicht verstehen konnte, und worüber ich herzlich lachen konnte: dass man schon vorher durchgeben muss, was man wem schenkt, damit der entsprechende Platz unter dem Weihnachtsbaum kalkuliert werden kann.

Wie gesagt, der „ganz normale‘“ Weihnachtswahnsinn, wie ihn bestimmt viele Familien kennen, mit dem obligatorischen Ablauf und auch Stress und Streit.
Denn bei allen Klischees, steckt sehr viel Wahres in dem Buch, dem wir uns als Deutsche gar nicht bewusst werden, die ich aber auch nicht schlimm finde (und oft sehr praktisch).

Allerdings finde ich das Ganze ist ein bisschen sehr einseitig von Elifs Seite geschildert. Vermutlich auch deshalb, weil die Geschichte aus der Sicht von Elif erzählt wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass es umgekehrt, wenn ein Deutscher oder eine Deutsche bei einem wichtigen Fest der Türken ist, es genau so viele Fallstricke gibt.

Autorin:
Aylin Atmaca wurde 1985 als Kind türkischer Einwander:innen in Heidelberg geboren und wuchs in einer badischen Kleinstadt auf. Mit ihrer Familie und ihrem Hund lebt sie heute in einem Vorort von Mannheim, wo sie als Übersetzerin und Texterin arbeitet. »Ein Alman feiert selten allein« ist ihr erster Roman und ist inspiriert von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen.

Mein Fazit:
Ein humorvolles Buch, dass so manche Eigenheiten der Deutschen, und vor allem auch an Weihnachten, deutlich macht.

Veröffentlicht am 20.09.2022

Die Melodie der Zuversicht

Die Melodie der Zuversicht
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Die Melodie der Zuversicht, von Julia Scharlie

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut.

Inhalt und meine Meinung:
Es spielt in Deutschland, Ende des 19. Jahrhunderts.
Es geht um den 13 jährigen Julius, ...

Die Melodie der Zuversicht, von Julia Scharlie

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut.

Inhalt und meine Meinung:
Es spielt in Deutschland, Ende des 19. Jahrhunderts.
Es geht um den 13 jährigen Julius, der in seiner Vergangenheit schon einiges durchgemacht hat.
Nun hat er eine neue Familie gefunden in der er sich wohl fühlt und gut aufgehoben ist.
Im zweiten Erzählstrang geht es um seinen brüderlichen Freund Karl der mit seinen 22 Jahren vor die Entscheidung gestellt wird, zu Reisen (was er liebt) oder mit seiner geliebten Berta eine Familie zu gründen und sesshaft zu werden.

Eine schön erzählte Geschichte. Doch ich habe beim Lesen immer das Gefühl gehabt mir fehlt etwas vom Vorwissen und ich hatte viele Fragen zum davor (oder wie kam es dazu) im Kopf. Erst am Schluss habe ich festgestellt, dass dies wirklich der zweite Band ist. (Erster Band: Die Fährte des Schicksals).
Obwohl dort dann steht, man kann beider Bücher unabhängig voneinenande4r Lesen, aber ich bin nicht ganz der Meinung.
Klar kann man dem Geschehen folgen, aber es sind doch Lücken da, die ich gerne genauer erfahren würde.

Die Geschichte um Julius hat mir auch besser gefallen, alles um Karl hätte ich nicht gebraucht. Vielleicht ist das anders wenn man das erste Buch gelesen hat.

Mein Fazit:
Eine schöne Geschichte, schöne erzählt und emotional. Doch ich finde man sollte das erste Buch auf jedenfalls zuerst lesen. So kann ich nur 3 Sterne vergeben.

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