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Veröffentlicht am 23.02.2022

Tell - neu erzählt - super

Tell
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Tell, von Joachim B. Schmidt

Cover:
Der berühmte Apfel – das Wahrzeichen von Wilhelm Tell (vermutlich)

Inhalt und meine Meinung:
Wilhelm Tell: Ein Klassiker den ich noch aus der Schule kenne. Allerdings ...

Tell, von Joachim B. Schmidt

Cover:
Der berühmte Apfel – das Wahrzeichen von Wilhelm Tell (vermutlich)

Inhalt und meine Meinung:
Wilhelm Tell: Ein Klassiker den ich noch aus der Schule kenne. Allerdings ist nicht mehr viel hängen geblieben: außer der berühmte Apfel den er vom Kopf seines Sohnes hat schießen müssen.

Nun kommt hier eine neue Erzählung. Eine Geschichte die ich auch wieder als Drama bezeichnen möchte.
Tell, ein Mann der mit sich selber nicht im Reinen ist, der den Tod seines Bruders nicht verkraftet hat, der sich den „Unterdrückern“ nicht beugen will, der immer wieder auch ungewollt aneckt. Aber auch ein Mensch mit Prinzipien der sich wehrt und dann aber (auch um seine Familie zu schützen) für sich die Konsequenzen zieht.

Der Schreibstil hat mich sehr bewegt.
Die Personen sind klar und sehr kantig charakterisiert. Sie sind vielschichtig, gehen tiefer, sind lebendig, realistisch mit all ihren Fehlern und Schwächen, wenn ich hier z.B. an die unterschiedlichen Soldaten denke.
Wir erleben die Geschichte aus dem Blickwinkel dieser vielen Personen, mit all ihren Gedanken und Sichtweisen der Dinge, in kurzen Kapiteln, aber doch so treffend, dass wir und gut in die Zeit und Menschen hinein versetzen können.

Was mir auch auffällt Hier werden die Frauen sehr stark betont. Sie stehen ihren „Mann“ und wehren sich auch.
Das einfache, harte und ungerechte Leben wird deutlich.

Autor:
Joachim B. Schmidt, geboren 1981, aufgewachsen im Schweizer Kanton Graubünden, ist 2007 nach Island ausgewandert. Er ist Autor mehrerer Romane und diverser Kurzgeschichten, Journalist und Kolumnist. Der Doppelbürger lebt mit seiner Frau und zwei gemeinsamen Kindern in Reykjavík.

Mein Fazit:
Ein lesenswertes Drama, für mich wie ein historischer Roman.
Sehr bewegend.
Von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 10.02.2022

Die dritte Hälfte eines Lebens – der Schreibstil war so gar nicht meins

Die dritte Hälfte eines Lebens
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Die dritte Hälfte eines Lebens, von Anna Herzig

Cover:
Hat für mich keinen Bezug zum Inhalt, dadurch austauschbar.

Inhalt und meine Meinung:
Irgendwo in einem x-beliebigen Dorf.

Wer „anders“ ist, ...

Die dritte Hälfte eines Lebens, von Anna Herzig

Cover:
Hat für mich keinen Bezug zum Inhalt, dadurch austauschbar.

Inhalt und meine Meinung:
Irgendwo in einem x-beliebigen Dorf.

Wer „anders“ ist, oder sich nicht an die „Regeln“ hält fällt auf.
Im besten Fall, wird er „nur“ ignoriert“ und/oder gemieden. Im schlimmsten Fall gemobbt, und zwar von den meisten und über lange Zeit.
So geht es auch einigen Protagonisten hier im Buch.
Dies als Grundlage der Geschichte ist sehr traurig und emotional. Aber da ich selber in einem kleinen Dorf groß geworden bin, und auch heute noch lebe, kann ich sagen vieles stimmt und ist leider keine überzogene Erzählung.
Die Kernaussage des Buches hat mir auch gut gefallen.
Aber:
Mit dem Schreibstil bin ich nicht klar gekommen.
So durcheinander, verwirrend und verquer. Vieles wird dann als Hypothese in den Raum gestellt: so könnte es gewesen sein… Irgendwie in Frage gestellt.
Und am Schluss wird vieles (oder alles?) nochmals in Frage gestellt.

Autorin:
1987 als Tochter eines Ägypters und einer Kanadierin in Wien geboren. Ihr Fokus zentriert sich auf Menschen, Makel und Abgründe, besondere Momente und: Begegnungen, die sich einbrennen.

Mein Fazit:
Der Inhalt ist sehr traurig, aber leider in einem kleinen Dorf doch so realistisch.
Der Schreibstil war mir zu konfus.
Deshalb von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 08.02.2022

Eure Leben, lebte sie alle - hat mich nicht begeistert

Eure Leben, lebt sie alle
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Eure Leben, lebte sie alle, von Sybille Hein

Cover:
Gefällt mir nicht so. Und außer dem Hund kann ich die Beiden Frauen keiner der Protagonistinnen zuordnen.

Inhalt:
Es werden fünf Frauen vorgestellt ...

Eure Leben, lebte sie alle, von Sybille Hein

Cover:
Gefällt mir nicht so. Und außer dem Hund kann ich die Beiden Frauen keiner der Protagonistinnen zuordnen.

Inhalt:
Es werden fünf Frauen vorgestellt (die dann aus ihrer Sicht erzählen) die eine Beziehung zu Jonas haben, der vor ca. 20 Jahren schon verstorben ist.

Meine Meinung:
Ich bin mit der Geschichte nicht so gut zurecht gekommen.

Die ersten beiden Drittel waren für mich einfach nur verschiedene Episoden aus dem Leben von unterschiedlichen Frauen.
Ganz am Anfang fiel es mir sogar schwer mir die Personen vorzustellen und ihre Beziehung untereinander war für mich auch schwer nachzuvollziehen.
Vor allem auch Johanna, die wir erst ganz am Schluss kennen lernten blieb für mich unklar.
Das letzte Drittel war dann etwas besser und hat das Ganze ein bisschen abgerundet.
Alle Frauen haben so ihre Probleme, in das ein oder andere kann sich bestimmt jeder Leser auch irgendwie einfühlen.
Aber das meiste blieb mir irgendwie unverständlich.

Ich könnte nicht sagen, dass ich das Buch mit Begeisterung gelesen habe.

Wenn ich mir jetzt am Schluss den Titel nochmals anschaue, kann ich auch nicht sagen auf welche Protagonistin sich das beziehen sollte.

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen. Von dem Humor, von dem dort eigne Teilnehmerinnen berichten, konnte ich nichts finden,

Mein Fazit:
Ein Blick auf das Leben von unterschiedlichen Frauen, die alle einmal die selber Person gekannt hatten. Und die dadurch immer noch eine komplizierte Verbindung haben (die ich aber nicht nachvollziehen konnte).
Von mir 3 Sterne.




Veröffentlicht am 05.02.2022

Marie Käferchen - lets fetz

Marie Käferchen
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Marie Käferchen, von Kai Lüftner und Wiebke Rauers

Cover:
Diese übersprudelnde Lebensfreude erleben wir dann im ganzen Buch, so klasse.

Inhalt und meine Meinung:
Ein tolles Buch, bei dem ich mich schon ...

Marie Käferchen, von Kai Lüftner und Wiebke Rauers

Cover:
Diese übersprudelnde Lebensfreude erleben wir dann im ganzen Buch, so klasse.

Inhalt und meine Meinung:
Ein tolles Buch, bei dem ich mich schon ins Cover verliebt habe.

Das Format mir 25 x 25 ist angenehm groß.
Die Illustrationen sind einfach klasse. Kräftige Farben, tolle Bilder. Die Stimmungslage ist den Tieren sofort anzusehen und springt auch irgendwie gleich über.
Dazu der lustige und freche Text in Reimform, einfach brillant gemacht.

Marie Käferchen, ist ein unangepasstes Marienkäferchen. Es folgt einfach seiner inneren Berufung und rockt und „rollt“ was das Zeug hält und lässt sich nicht unterkriegen.
Zuerst sind alle entrüstet, so was gab es noch nie, so geht es doch nicht….
Doch am Ende lassen sich alle anstecken und haben einfach nur eine gute Zeit und ihren Spaß (so wie es sein soll).

Es zeigt, anders sein ist gut und okay. Das stärkt das Selbstbewusstsein.

Das I-Tüpfelchen auf dem ganzen sind dann die Tattoos hinten im Buch.

Mein Fazit:
Dieses Buch ist zum absoluten Lieblingsbuch von mir und meiner Enkelin geworden.
Alle Daumen hoch und wenn möglich mehr als die volle Punktzahl.

Veröffentlicht am 24.01.2022

Große Mädchen weinen nicht

Große Mädchen weinen nicht
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Große Mädchen weinen nicht, von Julie Fraser

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Und eine Hütte in den Bergen spielt noch eine wichtige Rolle.

Inhalt:
Melanie Fox ist eine taffe junge Frau die ihr ...

Große Mädchen weinen nicht, von Julie Fraser

Cover:
Das Cover gefällt mir sehr gut. Und eine Hütte in den Bergen spielt noch eine wichtige Rolle.

Inhalt:
Melanie Fox ist eine taffe junge Frau die ihr Leben selbst bestimmt.
Aber dann fällt sie in ein Loch das sie sich quasi selber gegraben hat.
Tja und sie muss feststellen: es lässt sich nicht alles planen. Und schon gar nicht die Gefühle.

Meine Meinung:
Ein Buch, eine Liebesgeschichte die irgendwie schwer zu beschreiben ist.
Meine Eindrücke beim Lesen wechseln sich ständig ab.
Mal bin ich gefrustet von dem Verhalten der Protagonisten und verstehe sie absolut nicht, dann wieder kommen Wendungen und Nebenschauplätze die ich wunderschön finde.

Für mich ist von Anfang an klar, dass sich Melanie und Niko viel bedeuten und dass sie Gefühle füreinander entwickeln. Und dann würgen sie beide diese „Gefühle“ immer wieder so grundlos (wie ich finde) ab??

Schön finde ich die Nebenfigur von Jay (Nikos Bruder), seine Behinderung und Nikos ehrenamtliches Engagement in dieser Richtung bringt etwas Tiefgang in die Geschichte.

Der Schreibstil ist flüssig.
Wobei ich sagen muss es gibt mir zu viele Lücken. Da wird z.B. ein Projekt angedeutet, dann wird nichts mehr darüber geschrieben, und plötzlich ist es realisiert und es gibt eine Gala dazu. Oder Melanie beschwert sich bei der Geburt dass sie alleine zum Geburtsvorbereitungskurs gehen musste. Im ganzen Buch war nicht einmal von einem solchen Kurs die Rede (ich frage mich auch wann Melanie da gewesen sein soll). Solche Lücken gibt es leider sehr viel und ich frage mich dann immer: hab ich jetzt was überlesen?

Autorin:
Julie Fraser, die unter Pseudonym schreibt, wurde 1987 im Südwesten Deutschlands geboren. Nach ihrem Studium ist sie in die alte Heimat zurückgekehrt, wo sie mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann lebt.

Mein Fazit:
Ein schöner Liebesroman, der dem üblichen Schema folgt, sich aber doch mit dem ein oder anderen Inhalt wohltuend vom „Üblichen“ abhebt.

Von mir 4 Stern.

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