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Veröffentlicht am 04.02.2019

Untermieter im Kopf

Untermieter im Kopf
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Untermieter im Kopf, von Angela Suter
Eine Novelle!

Cover:
Ein Zeichen unendlicher Liebe: Schlösser an einem Geländer.

Inhalt:
Emma begibt sich nach Zürich zu ihrem Termin in der Neurochirurgie.
Dort ...

Untermieter im Kopf, von Angela Suter
Eine Novelle!

Cover:
Ein Zeichen unendlicher Liebe: Schlösser an einem Geländer.

Inhalt:
Emma begibt sich nach Zürich zu ihrem Termin in der Neurochirurgie.
Dort trifft sie auf Tim. Sie kommen ins Gespräch und sein fein-zynischer Humor gefällt ihr. Am Ende verabreden sie sich, sich künftig gegenseitig zu begleiten.
Als sie sich nach Monaten zum nächsten Termin aufmacht, wartet am Treffpunkt ein ihr unbekannter Mann.
Es ist Tims bester Freund Daniel…..

Meine Meinung:
Diese Novelle hat mich glatt umgehauen. Ich konnte sie nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen.

In der ersten Hälfte, weil es so authentisch ist, ich konnte mich so mit Emma identifizieren. Alle Gedankengänge und Ansichten von Emma kann ich so gut nachvollziehen, es sind meine eigenen.

Dann in der zweiten Hälfte, wurde es so emotional, so traurig, so zu Herzen gehend und so genial. Ich habe echt heulen müssen.

Ein brillanter Schreibstil, charmant, gefühlvoll, und trotz dem traurigen Hintergrund voller Humor.

Eine filmreife Geschichte über die Liebe, herzzerreißend emotional.

Einfach unglaublich, und mir sind zum Vergleich, die für mich absoluten zeitlosen Höhepunkte für LIEBE : "Love Story" und Sinéad O'Connor - Nothing Compares 2U, eingefallen.

Beachten sollte man, dies ist eine Novelle.
Das heißt unter anderem: erzählt einen zentralen Konflikt. Dieser Konflikt wird mit Blick auf das Wichtigste ohne Nebenhandlungen oder Abschweifungen erzählt.

Autorin:
Angela Suter-Lattmann (*1980) ist im Bankgewerbe tätig. Sie ist Verfasserin zahlreicher Artikel und Glossen in der Aargauer Zeitung, diversen Regional-Zeitungen sowie der Kult-Zeitschrift «Bierglaslyrik».

Mein Fazit:
Ein Juwel unter den Büchern in denen über die Liebe geschrieben wird.
Ich weiß gar nicht wie ich dieser Geschichte gerecht werden kann, die mich tief berührt hat, hier müsste ich mehr Sterne vergeben können.
Von mir eine absolute Lese- und Kaufempfehlung.

Veröffentlicht am 02.02.2019

Der König der Komödianten

Der König der Komödianten
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Der König der Komödianten, von Charlotte Thomas

Cover:
Wunderschön.

Inhalt:
Veneto 1594.
Der 18jährige Waise Marco, büxt aus dem Kloster aus, in dem er bis zu seiner Volljährigkeit „verwahrt“ werden ...

Der König der Komödianten, von Charlotte Thomas

Cover:
Wunderschön.

Inhalt:
Veneto 1594.
Der 18jährige Waise Marco, büxt aus dem Kloster aus, in dem er bis zu seiner Volljährigkeit „verwahrt“ werden soll.
Er trifft auf ein schillerndes Theater-Ensemble und schließt sich ihnen kurzerhand an.
In Venedig holt die Wirklichkeit ihn dann beim Stücke schreiben ein!

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist sehr getragen, die Wortwahl und die Sprachmelodie sind der damaligen Zeit angepasst.
Es geht ums Theater und vermutlich auch deshalb sind viele italienische (lateinisch?) Begriffe aus der Dramaturgie bzw. Dichtung der damaligen (oder noch früheren Zeit) eingebaut. Ist nicht so mein Geschmack.
Marco wird Autor und schreibt quasi sein eigenes Leben als Theaterstück, das führt zu vielen Verwicklungen, aber auch vielen Wiederholungen die das Ganze dann doch ein bisschen langweilig machen.
Die Personen agieren sehr theatralisch, irgendwie plakativ.
Z.B. ist Marco derart unerfahren und naiv (ja ich möchte sagen teilweise schon dumm), wie auch teilweise andere Personen, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass die Menschen damals so gedacht und gehandelt haben.

Ich habe schon mehrere historische Bücher der Autorin gelesen, und die haben mir immer gut gefallen, ich konnte mich emotional in die Geschichten rein versetzten.
Hier war es eher wie ein Theaterstück das ich mir angeschaut habe, so mit Distanz, aber ich konnte mir keiner Person fühlen.

Autorin:
Charlotte Thomas ist das Pseudonym der Autorin Eva Völler
Unter ihrem Künstlernamen Charlotte Thomas schreibt sie historische Romane, unter ihrem bürgerlichen Namen Eva Völler heitere Frauen- und Jugendbücher.

Mein Fazit:
Ein historischer Roman bei dem ich eher nur Betrachter war und mir das Ganze nicht real vorstellen konnte.
Vor mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 30.01.2019

Hinterm Hasen lauert er

Hinterm Hasen lauert er.
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Hinterm Hasen lauert er, von Colin Hadler

Cover:
Auch wenn ich das Buch nun gelesen habe, sagt mir das Cover so gar nichts.

Inhalt:
Die Welt des 16 jährigen Finn ändert sich plötzlich und sein Leben ...

Hinterm Hasen lauert er, von Colin Hadler

Cover:
Auch wenn ich das Buch nun gelesen habe, sagt mir das Cover so gar nichts.

Inhalt:
Die Welt des 16 jährigen Finn ändert sich plötzlich und sein Leben scheint aus dem Ruder zu laufen.
Ein neuer undurchsichtiger Nachbar, eine neue Schülerin in die er sich verliebt, sein Bruder „outet“ sich, und ein geheimnisvoller Täter der sich hinter einer Hasenmaske verbirgt.
Dazu der ganz alltägliche Wahnsinn mit Familie, Schule und einem „verrückten“ Umfeld.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist so ganz anders, als alles was ich bisher gelesen habe. Es hat mich wirklich überrascht, vor allen Dingen hat es eine unglaubliche Entwicklung durchgemacht, es hat sein Gesicht immer wieder gewandelt.
Begonnen hat es mit einer flapsigen Geschichte über einen 16 jährigen in einer verrückten Familie (witzig), das „Outing“ des 17 jährigen Bruders (nachdenklich), dann hat es sich in einen Krimi (spannend) verwandelt, dazu kam noch einen Liebesgeschichte (romantisch) und zum Schluss war es ein überraschender Ratgeber (lehrreich) mit unglaublicher Weisheit fürs Leben mit der „Message“ (für mich), u. a. lebe im Jetzt und Hier!
Oder:
Warum und ab wann gilt man (in unserer Gesellschaft) als Täter oder Opfer?

Ja dieses Buch hat wirklich sehr oft seine Ausstrahlung, bzw. Wirkung auf mich geändert. Ich habe mir so ungefähr nach dem ersten Drittel, Notizen gemacht, wie das Buch gerade auf mich wirkt oder wie ich es beschreiben würde. Dabei ergab sich eine total vielfältige und kunterbunte, ja widersprüchliche Aussage:
Skurril, pathetisch, lustig, geflasht, kitschig, romantisch, poetisch, unrealistisch, verwirrend, spannend, realistisch, mutig, verliebt, naiv, verzweifelt, heldenhaft, vorbildlich, unüberlegt, sarkastisch, spontan, dumm, unglaubwürdig, dreist.
Diese Veränderungen waren teilweise auf einer Seite.

Vieles ist überzeichnet (u.a. Lehrer die ihre Schüler zwingen tote Fische zu essen?), voller Schwarzem Humor und Sarkasmus.
Die Spannung wird unglaublich aufgebaut, es gibt Fragen über Fragen und zum Schluss traut man keinem mehr über den Weg.
Bei der Aufklärung am Schluss gab es für mich teilweise wirklich Gänsehaut Momente, wenn ich versuche mich in die Jugendlichen hineinzuversetzen.

Wenn man jetzt hier bedenkt, dass dieses Buch das Debüt eines 17 jährigen Autor ist, muss man wirklich sagen: Hut ab vor diesen Gedankengängen, dieser Wortwahl und Poesie.
Obwohl mich das Buch an manchen Stellen auch richtig genervt hat.

Autor:
Colin Hadler, geb. am 15.10.2001 in Graz. Spielt seit acht Jahren erfolgreich Theater. Schreibt Gedichte, Texte, Lieder und Drehbücher. Sein erster Kurzspielfilm Mitternachtsblau, bei dem er das Drehbuch geschrieben hat, feierte im November 2018 seine Kinopremiere. Hinterm Hasen lauert er ist sein Romandebüt.

Mein Fazit:
Ein Buch, so anders, so verwirrend, so vielfältig, so überzogen und skurril habe ich noch nicht gelesen.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 25.01.2019

Allee unserer Träume

Allee unserer Träume
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Allee unserer Träume, von Ulrike Gerold u. Wolfram Hänel

Cover:
Passt absolut gut zum Buch.

Inhalt:
Der Lebensweg der jungen Architektin Ilse in den Nachkriegsjahren, spiel hauptsächlich in Berlin.
Für ...

Allee unserer Träume, von Ulrike Gerold u. Wolfram Hänel

Cover:
Passt absolut gut zum Buch.

Inhalt:
Der Lebensweg der jungen Architektin Ilse in den Nachkriegsjahren, spiel hauptsächlich in Berlin.
Für ihren Traum, des Wiederaufbaus, und speziell der Karl-Marx-Allee stellt sie alles andere hinten an.

Meine Meinung:
Die Geschichte hat für mich interessant angefangen, aber dann wurden es zu viele Nebensächlichkeiten und Erklärungen drum herum, viele Details die ich für die Geschichte nicht wichtig fand und die es zäh und teilweise langatmig gemacht haben.
Zu wenig Emotionen, Gefühle und Gedanken des Protagonisten. Diese waren für mich auch zu flach, ihre Persönlichkeit fehlte mir.
Alles dreht sich um Ilse, die mir aber trotzdem fremd bleibt.

Ob erfunden oder wahr, vieles erscheint mir unglaubwürdig.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen.
Es gab viele Zeitsprünge, die Jahreszahlen waren aber immer vorangestellt. Ich denke dies war, um die Spannung zu erhöhen und manches geheimnisvoll zu machen. Aber dadurch wirkte es für mich teilweise wieder zerstückelt.

Was für mich ganz neu war:
Vor jedem Kapitel war eine Zusammenfassung was mich erwartet, das hat immer wieder die Neugier geweckt.

Der historische Hintergrund allgemein, Krieg, ‚Wiederaufbau, blieb mir zu sehr auf der Strecke.

Autoren:
Das Autorenduo lebt und arbeitet seit über 40 Jahren zusammen.
In diesem Roman, erzählen die beiden Autoren die Geschichte von Wolfram Hänels Mutter (mit allen schriftstellerischen Freiheiten).

Mein Fazit:
Ein Buch das zwar interessant zu lesen war, das mich aber nicht faszinieren oder fesseln konnte.
Von mir 3,5 Sterne die ich aber auf 3 abrunde (Bauchgefühl).


Veröffentlicht am 24.01.2019

Hochamt in Neapel,

Hochamt in Neapel
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Hochamt in Neapel, von Stefan von der Lahr


Cover:
Tolle Ansicht vom Handlungsort in Neapel.
Die Basilica dell‘Incoronata Madre del Buon Consiglio (gleich neben dem Eingang zu den Katakomben des San ...

Hochamt in Neapel, von Stefan von der Lahr


Cover:
Tolle Ansicht vom Handlungsort in Neapel.
Die Basilica dell‘Incoronata Madre del Buon Consiglio (gleich neben dem Eingang zu den Katakomben des San Gennaro).

Inhalt:
Der „Verkehrsunfall“ eines Zollbeamten, den zufälligerweise zwei Polizisten beobachten bringt eine Lawine ins Rollen.
Je mehr der römische Commissario Bariello herausfindet, desto mehr wird er von höchsten Netzwerken und Verantwortlichen ausgebremst.
Erst als sich seine Wege mit dem Weihbischof Montebello von Neapel kreuzen, der einer archäologischen Sensation und einem kirchengeschichtlichen Skandal auf der Spur ist, lichtet sich der Nebel.
In den Armenvierteln von Neapel sucht ein stiller Tod seine unschuldigen Opfer und je klarer die beiden sehen, umso apokalyptischer erscheint das Aussaß der Bedrohung.

Meine Meinung:
Ein Roman der es in sich hat.
Hier geht es um übelste Machenschaften, hinter dem Deckmantel von Wirtschaft und Politik, in der die Mafia und auch Kirchenmänner tief mit drin stecken.
Menschenleben, selbst das von Kindern zählt hier überhaupt nichts.
Deshalb hatte ich hier beim Lesen, vor allem ab der Mitte eine Dauergänsehaut.
Und selbst am Ende, als man denkt es kann nicht schlimmer sein, gibt es einen richtigen Show-Down. Die Großmächte kommen ins Spiel (hier bin ich politisch fast ausgestiegen), aber von der Spannung und Dramatik wurde noch eine unglaubliche Schippe draufgelegt.

Was mich im Lesefluss etwas gestört hat, waren die endlos langen lateinischen (italienischen) Namen oder sonstige Bezeichnungen (es gibt allerdings im Anhang Erläuterungen). Ich habe mich hier (im Gegensatz zum ersten Buch des Autors: „Das Grab der Jungfrau“- 5 Sterne), mit einigen Personen etwas schwer getan, diese eindeutig zu charakterisieren und eindeutig zuzuordnen.

Wenn ich dieses Buch so lese, wundere ich mich nicht über die vielen Verschwörungstheorien und frage mich: Könnte vieles davon vielleicht doch mehr als ein Körnchen Wahrheit sein?

Durch die vielen Details und die akribische Benennung von Orten und Begebenheiten, zeigt der Autor uns seine Liebe zum Beruf, und der Historiker will uns neben der nervenaufreibenden Unterhaltung auch Wissen vermitteln.

Autor:
Stefan von der Lahr, geb. 1958, ist promovierter Althistoriker. Er arbeitet als Lektor und dies ist nach „Das Grab der Jungfrau“ sein 2. Kriminalroman.

Mein Fazit:
Ein Krimi (Thriller) der mir erschreckend gezeigt hat, wie korrupt und unglaublich verschlungen die große Politik und das große Geld sein können.
Unglaubliches Staunen, erstaunliche Hilflosigkeit, nervenaufreibende Spannung, Unverständnis und erschreckende Gänsehautmomente liefern sich ein Wechselbad der Gefühle.
Von mir 4 Sterne.