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Veröffentlicht am 01.09.2018

Jedes Jahr fängt ein Jahr neu an

Jedes Jahr fängt ein Jahr neu an
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Jedes Jahr fängt ein Jahr neu an, von Claudia Herber

Cover:
Ich denke es ist ein Foto vom Main, und das passt dann zur Geschichte.

Inhalt:
Ein Ausschnitt aus dem Leben der 83jährigen rüstigen Frankfurterin ...

Jedes Jahr fängt ein Jahr neu an, von Claudia Herber

Cover:
Ich denke es ist ein Foto vom Main, und das passt dann zur Geschichte.

Inhalt:
Ein Ausschnitt aus dem Leben der 83jährigen rüstigen Frankfurterin Lisa Karmichel.
Es ist eine Geschichte einer Frau die sehr selbständig ist, und immer schon in der Stadt gelebt hat.
Sie liebt ihre Spaziergänge am Main, hat gute Freunde um sich und wird sogar von ihrer ehemaligen Freundin in die USA eingeladen.
Soll sie in ihrem Alter noch diese lange Reise auf sich nehmen?

Meine Meinung:
Eine nette kurze Geschichte.
Und genau für diesen Zweck: zum Vorlesen oder wenn in hohem Alter das Lesen von längeren und komplexeren Büchern zu schwer fällt.
Denn die Schreibweise ist doch sehr einfach, mit kurzen Sätzen und vielen gleichen Wiederholungen. Wie eben ein Alltag bei Rentnern sich gestaltet.

Es ist unglaublich wie locker sie in ihrem hohen Alter, die Reise in die USA plant.

Sehr schön, sind die Zeichnungen die sich immer wieder im Buch finden.

Gut herausgearbeitet finde ich auch immer wieder die kleinen Hinweise, das Leben zu genießen und sich ganz bewusst etwas zu gönnen. Auch dass Freundschaften nichts Selbstverständliches sind, sondern diese gepflegt werden müssen.

Autorin:
Die Autorin wurde 1965 im Hundsrück geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau, studierte sie nebenberuflich. Seit 2007 lebt sie in Frankreich. In den vergangenen Jahren suchte sie für ihre an Demenz leidende Patentante und für ihre kranke Mutter erfolglos nach einfachen Texten zum Vorlesen. So kam ihr die Idee, selber ein Buch zu schreiben.

Mein Fazit:
Genau für diesen Zweck: zum Vorlesen oder wenn in hohem Alter das Lesen von längeren und komplexeren Büchern zu schwer fällt – ist das Buch super geeignet und erhält von mir 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.08.2018

Wendemanöver

Wendemanöver
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Wendemanöver, von Franziska Krafft

Cover und Titel:
Passen ganz ausgezeichnet zum Buch.

Inhalt:
Als der 13jährige Jonas, der zu seinem Vater nach Frankfurt gezogen ist, in die Drogenszene und Kriminalität ...

Wendemanöver, von Franziska Krafft

Cover und Titel:
Passen ganz ausgezeichnet zum Buch.

Inhalt:
Als der 13jährige Jonas, der zu seinem Vater nach Frankfurt gezogen ist, in die Drogenszene und Kriminalität abrutscht, und sogar eine Haftstrafe auf ihn wartet, zieht seine Mutter die in einem Bergdorf lebt, alle Register, um die Genehmigung für einen Sommer mit ihm auf einem Segelboot, zu bekommen.
Nach den ersten Hürden, steht diesem Abenteuer nichts mehr im Weg.
Wird Jonas diese Zeit ohne Drogen, so kurz nach dem Entzug, schaffen?
Wie wird das Zusammenleben mit seiner Mutter (und den wechselnden Crewmitgliedern) sein, nachdem er drei Jahre fast nur auf sich selber gestellt war?

Dieses Buch beruht lose auf wahren Begebenheiten.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist für mich schwer zu bewerten.

Ich kann nur sagen ich bin immer wieder hin und weg, wie die Mutter, Franziska, diese harte und schwere Zeit, mit all ihren Horror-Stress-Situationen meistert und dabei trotzdem immer die Ruhe behält. Ich würde mir da gerne was abschauen, aber ich weiß genau, ich könnte in solchen Situationen nicht ruhig bleiben.
Es ist die Geschichte einer Familie, die sich getrennt hat, und der (etwas schwierige) Sohn dann zum Vater ins weit entfernte Frankfurt (das ja so viel attraktiver scheint) zieht. Dann stockt die Kommunikation und eine Panne reiht sich an die andere. Als dann das „Kind in den Brunnen“ gefallen ist, zieht die Mutter die Reißleine und kämpft für ihren Sohn.
Ihr Credo dabei ist:
“ich BIN Mama und ich BIN da und ich HAB ihn lieb. Punkt!”

Der Segeltörn wird dann ausführlich beschrieben, für mich als „Nichtsegler“ mit sehr vielen fremden Worten und nicht unbedingt immer spannend. Aber wir erleben wunderschön entspannte Tage und auch gefährliche Sturmmomente.

Meist wird uns auch nur ein Blick aufs Ganze gezeigt, es gibt wenig Details über Gespräche und Gefühle.

Wir sehen das Ganze auch „nur“ aus der Sicht von Franziska, der Vater, der für mich einen überwiegenden Teil dazu beigetragen hat, dass es so weit gekommen ist, wird weitgehend ausgeklammert.
Allgemein finde ich, um sich ein Urteil bilden zu können, erfahren wir zu weinig.

Autorin:
Franziska Krafft stellt sich mutig jeder neuen Aufgabe, die das Leben mit sich bringt. Die passionierte Hobbyseglerin lebt mit
ihren drei Söhnen in einem Dorf in den Bergen.

Mein Fazit:
Ein tief bewegendes Buch.
Es kann drogengefährdeten Jugendlichen und ihren Familien Mut machen und Hinweise und wichtige Aspekte zeigen.
Ein Ende voller Hoffnung.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Der Welten Express

Der Welten-Express 1 (Der Welten-Express 1)
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Der Welten Express,
Erster Teil der Trilogie, von Anca Sturm

Cover:
Ein ganz tolles Cover, bei dem jede Einzelheit im Buch eine Rolle spielt.

Inhalt:
Nacht für Nacht sitzt die 13jährige Flinn Nachtigall ...

Der Welten Express,
Erster Teil der Trilogie, von Anca Sturm

Cover:
Ein ganz tolles Cover, bei dem jede Einzelheit im Buch eine Rolle spielt.

Inhalt:
Nacht für Nacht sitzt die 13jährige Flinn Nachtigall an einem stillgelegten Bahnhof: dem Ort, an dem vor zwei Jahren ihr Bruder verschwand.
Eines Abends fährt ein Zug ein.
Magisch angezogen springt Flinn auf und als blinde Passagierin beginnt das Abenteuer ihres Lebens.
Ein Zug voller Magie und Geheimnisse, aber auch voller Gefahren.
Ein rollendes Internat und doch fühlt sich Flinn dort so wohl, wie vorher schon lange nicht mehr.

Meine Meinung:
Eine wirklich bezaubernde Story. Eine Mischung aus „Harry Potter“, „Der goldene Kompass“ und „Der Polarexpress“.

Eine gut durchdachte Geschichte mit ganz viel Magie, vielen Geheimnissen, aber auch vielen Gefahren, die es zu bestehen gilt.
Es gibt „Feinde“ und es sind Freunde nötig um sich dem allem zu stellen und es zu meistern.
Die einzelnen Charaktere sind sehr gut gezeichnet und jeder auf seine Art eigenwillig und besonders. Es fällt mir beim Lesen leicht, mein Herz zu öffnen und mit den Protagonisten die Abenteuer anzugehen und zu bewältigen.

Der Schreibstil ist flüssig, spannend und gut zu lesen, feiner Humor ist eingebaut und manche Wortverdreher und Wortwahl ist so skurril und einfach nur herrlich z.B. (Muräne statt Migräne /Infekt statt Insekt).

Da es der erste Teil einer Trilogie ist, bleibt eine wichtige Frage offen. Da müssen wir bis zum Herbst 2019 warten, da erscheint der 2. Teil.

Dieses Buch ist als Jugendbuch ausgewiesen. Aber auch mir, mit über 50 hat es ausgezeichnet gefallen und phantasievolle Lesestunden geschenkt. Ich finde, es ist ein Buch für alle Altersklassen.

Autorin:
Anca Sturm, geb. 1991 in Eisleben, schreibt seit ihrem elften Lebensjahr. Nach dem Abitur und diversen Stationen in der Buchbranche, entschied sie sich bewusst, ihr Leben dem Schreiben zu widmen.

Mein Fazit:
Eine tolle Geschichte voller Geheimnisse und Magie.
Die Story hat alles was es braucht um zu einer neuen Kult-Reihe zu werden.
Ich kann es mir sehr gut im Kino vorstellen.
Von mir 5 Stern.

Veröffentlicht am 23.08.2018

Ein unvergänglicher Sommer

Ein unvergänglicher Sommer
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Ein unvergänglicher Sommer, von Isabel Allende

Cover:
Die nachdenkliche Frau und die Farben gefallen mir.

Inhalt:
Durch einen Auffahrunfall in einem Schneesturm in Brooklyn, führt das Schicksal drei ...

Ein unvergänglicher Sommer, von Isabel Allende

Cover:
Die nachdenkliche Frau und die Farben gefallen mir.

Inhalt:
Durch einen Auffahrunfall in einem Schneesturm in Brooklyn, führt das Schicksal drei so ganz unterschiedliche Menschen zusammen.
Evelyn, die illegaler weise (aus Guatemala) als Kindermädchen in den USA ist und eine Leiche im Kofferraum hat.
Richard, der etwas fahrige und zurückgezogen lebende Professor, Unfallverursacher.
Lucia, taffe, alles energisch angehende chilenische Untermieterin.
Was tun? Wohin mit der Leiche?
Alle drei begeben sich gemeinsam auf einen unglaublichen Weg.

Meine Meinung:
Der Einstieg macht neugierig, hier entdecke ich auch noch eine Prise warmherzigen Humor.
Doch schon bald beginnt es für mich etwas zäh zu werden.
Die Rückblicke in die Vergangenheit jeder einzelnen Person sind am Anfang noch interessant und tragen zu ihrem Verständnis bei, doch der stetige Wechsel von Gegenwart zur Vergangenheit wird mir dann bald zu verwirrend und stört mich im Lesefluss.
Es ist absolut schlimm und grausam was wir in diesen Rückblenden erfahren, aber es wird mir zu sehr zur Politik/Gesellschaft/Regimekritischen Haupthandlung.
Auch die persönlichen und psychologischen „Zustände“ (Ehe ohne Liebe, Krankheit, plötzlicher Kindstod, Unfall von 4jähriger Tochter, Schuld), werden mir einfach zu viel. Wir springen von einem Extrem ins andere und ich kann mich gar nicht auf eins einlassen. Ich glaube das überfordert mich?

Immer wieder eingeflochtene Mystik und Esoterik, die ich irgendwie nicht einordnen oder versstehen (obwohl ich das sonst sehr wohl auf mich wirken lassen kann) sind mir auch zu viel.

Die Wendung im Epilog, habe ich eigentlich schon erwartet.

Im drittletzten Satz wird zum Titel Bezug genommen, das hat mir gefallen.

Dies ist mein erstes Buch von Isabel Allende, und nach dem Klappentext und der Leseprobe habe ich mir etwas Leichteres und Lockeres vorgestellt.

Autorin.
Isabel Allende, geb. 1942, arbeitete in ihrer Jugend als Journalistin in Chile. Nach Pinochets Militärputsch ging sie 1973 ins Exil. Sie lebt mit ihrer Familie in Kalifornien.

Mein Fazit:
Ich bin vermutlich mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen.
Der viele Wechsel (in allen Richtungen) hat mich zu sehr abgelenkt.
Jeder Protagonist für sich, hat viel Potential, aber alle drei Leben zusammen und dann auch noch die aktuelle Rahmenhandlung (Leiche) war zu viel und mir dann zu konfus und teilweise zu langatmig.
Das Buch konnte mich nicht fangen.
Deshalb von mir 3 Stern.

Veröffentlicht am 19.08.2018

Königskinder

Königskinder
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Königskinder, von Alex Capus

Cover:
Das Cover(Umschlag) gefällt mir gut, es ist so zart und irgendwie geheimnisvoll.
Das Buch selber ist edel einfarbig cremweiß.

Inhalt:
Max und Tina bleiben auf ...

Königskinder, von Alex Capus

Cover:
Das Cover(Umschlag) gefällt mir gut, es ist so zart und irgendwie geheimnisvoll.
Das Buch selber ist edel einfarbig cremweiß.

Inhalt:
Max und Tina bleiben auf einem verschneiten Alpenpass stecken und müssen die Nacht im Auto verbringen.
Um sich die Zeit zu vertreiben, beginnt Max eine „wahre“ Geschichte zu erzählen, die Jahrhunderte zurückliegt und genau dort in den Bergen ihren Anfang genommen hat.
1779: Jakob ist ein armer Hirtenjunge und verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Marie erwidert diese Liebe.
Doch ihnen stellen sich so einige Hindernisse in den Weg. Jakob muss zum Militär und es geht sogar bis an den Hof König Ludwigs XVI.

Ein herrliches Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Meine Meinung:
Max + Tina, klang für mich, als ich den Klappentext gelesen habe so jung, dabei sind diese beiden schon fast 30 Jahre ein Paar.
Ihr „Unterhaltungston“ ist sehr warmherzig und liebevoll, auch wenn sie sich streiten, was sie nur bei Kleinigkeiten tun, hier aber gerne, ausdauernd und häufig. Bei den großen Dingen des Lebens sind sie sich immer einig.

Obwohl das Ganze irgendwie wie ein Bericht erzählt wird (die Geschichte um Jakob und Marie) schafft es die Satz- und Wortwahl und die Geschichte selber, mich an die Seiten zu fesseln.
Ich sehe und höre alles bildlich vor mir, denn es sind genau die richtigen Details die beschrieben werden. Das Ganze ist so realistisch und dann doch wieder unglaublich, dass ich immer wieder erstaunt bin.

Die Einwürfe und Dialoge, die Tina und Max dann zwischendurch haben, sind so humorvoll, liebevoll und geistreich, dass sie das Buch unwahrscheinlich bereichern. Die Beiden möchte man am liebsten treffen und zu seinen Freunden zählen.

Autor:
Alex Capus, geb. 1961 in der Normandie, lebt in Olten.

Mein Fazit:
Für mich wirklich eine Perle der Erzählkunst und eine wunderbare Geschichte (in der Vergangenheit und Gegenwart) die mich voll und ganz überzeugt und in seinen Bann gezogen hat.
Von mir 5 Sterne.