Profilbild von Gelinde

Gelinde

Lesejury Star
offline

Gelinde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gelinde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2018

Das Leben ist zu kurz für später

Das Leben ist zu kurz für später
0

Das Leben ist zu kurz für später, von Alexandra Reinwarth

Cover:
Die hellen Farben sprechen mich auf Anhieb positiv an.

Inhalt:
Was wäre wenn…. Ich wüsste, dass ich in einem Jahr sterben muss!

Die Autorin ...

Das Leben ist zu kurz für später, von Alexandra Reinwarth

Cover:
Die hellen Farben sprechen mich auf Anhieb positiv an.

Inhalt:
Was wäre wenn…. Ich wüsste, dass ich in einem Jahr sterben muss!

Die Autorin macht genau dieses Selbstexperiment.
Wie sie nun mit Sorgen, Stress und Anspannung umgeht, wie sie ihren Freunden, ihrer Familie und ihrer Umwelt begegnet, das erzählt sie in diesem Buch.

Meine Meinung:
Ein sehr inspirierendes Selbstexperiment, das aber doch immer mit einem WENN steht.

Klar kann und soll ich mein Leben bestimmt immer wieder überdenken und unnötigen Ballast oder Handlungsweisen, erkennen und aussortieren.
Aber vieles geht eben einfach nicht.
Im Buch bekommen wir Anregungen auf was wir achten können, aber die Fragen stellen und danach handeln muss jeder selber, nach seinem eigenen Charakter und seinem eigenen Umfeld.
Beim Lesen habe ich mir immer wieder gedacht, die Autorin hat schon ein außergewöhnliches Umfeld (Freunde und Familie) um sich. Hier kann man viel umsetzen und auch erreichen (als Beispiel: wenn man von diesem Umfeld einfach so, einen sündhaft teuren Ring geschenkt bekommt).
Oder ich finde ihre Fragen und Antworten sind ganz andere als z.B. meine wären.
Die Autorin merkt schon auch an, nicht immer ist das was ich will (und was ich dann evtl. ändern würde) für die anderen im „ Normalen-Alltag“ auch gut.
Z.B. wenn ich sage ich will jetzt nur noch mit meinen Freunden und meinen Kindern zusammen sein, tja: die machen das Experiment ja nicht, und haben auch ein eigenes Leben, mit Terminen und Verpflichtungen und deshalb vielleicht keine Zeit und Lust (die sie sich nehmen würden, wäre man wirklich z.B. todkrank).
Oder ich finde manche Dinge werden zu einfach dargestellt oder zu einseitig.
Geld macht nicht glücklich!(?) –Aber mit Geld kann man viele Dinge tun die glücklich machen. Hier muss man sehr genau differenzieren, was die Autorin auch anklingen lässt.

Ja es gibt Anregungen, aber der große Aha-Effekt blieb bei mir leider aus.
Ich habe mir auf jedenfall mehr von dem Buch erwartet.
Mir persönlich sind in dem Buch einige einzelne persönliche Beispiele, die einfach zu unglaublich sind (und deshalb nicht auf die Allgemeinheit zu übertragen) und auf der anderen Seite klingt es wie eines dieser vielen –WIE WERDE ICH GLÜCKLICHER Bücher- die man aber nicht so gut im Alltag integrieren kann.

Autorin:
Alexandra Reinwarth lebt mit ihrer Familie in Valencia.

Mein Fazit:
Ein nettes Buch für zwischendurch, wenn man in seinem Leben mal innehalten will. Aber für mich brachte es kaum Neues.
3 Sterne.

Veröffentlicht am 30.05.2018

Solange du lügst

Solange du lügst
0

Solange du lügst, von Kimberly Belle

Cover:
Die Farben gefallen mir. Das Motiv deutet aber nicht typischerweise auf einen Thriller.

Inhalt:
Iris ist seit 7 Jahren glücklich mit ihrem Mann Will verheiratet. ...

Solange du lügst, von Kimberly Belle

Cover:
Die Farben gefallen mir. Das Motiv deutet aber nicht typischerweise auf einen Thriller.

Inhalt:
Iris ist seit 7 Jahren glücklich mit ihrem Mann Will verheiratet. Sie führen quasi eine Bilderbuch-Ehe.
Doch dann schlägt das Schicksal zu.
Ein Flugzeug auf dem Weg nach Seattle stürzt ab, laut Passagierliste zählt ihr Mann zu den Toten. Doch er sollte gar nicht in dem Flugzeug sitzen.
Wie soll sie mit ihrer Trauer umgehen, wenn sie plötzlich erkennt, dass alles was Will ihr erzählt hat eine Lüge war?
Dann erhält sie auch noch Drohungen und nichts mehr scheint Wirklichkeit zu sein.
Wem kann sie überhaupt noch trauen?

Meine Meinung:
Ein perfekter Thriller mit einem unglaublichen Spannungsbogen der sich bis zum äußersten spannt.
Es gibt immer wieder neue Wege und Wendungen, ein ständiges zerren an den Nerven, ein unglaublicher Horror der sich für Iris aufbaut.
Ungeklärte Geschichten aus der Vergangenheit, kriminelle Machenschaften aus der Gegenwart, und eine perfide Bedrohung, bei der man nicht weiß woher und von wem sie ausgeht spielen zusammen.
Es gibt für den Leser so viel zum mit rätseln und mit fiebern.

Ok die Grundidee ist bekannt, aber die Umsetzung (mir hat es vor allem gefallen, wie das Gefühlsleben von Iris beschrieben wurde), und die vielen Wendungen haben es echt in sich.

Der Schlusssatz ist dann überraschend kurz und die Wendung war für mich überraschend.

Autorin:
Kimberly Belle hat im Marketing gearbeitet bevor sie freie Autorin wurde. Sie pendelt zwischen Atlanta und Amsterdam.

Mein Fazit:
Ein toller Thriller, den man vor lauter Spannung gar nicht aus der Hand legen kann.
Von mir volle Punktzahl.

Veröffentlicht am 30.05.2018

Das stille Leben des Karl Rosenbaum

Das stille Leben des Karl Rosenbaum
0

Das stille Leben des Karl Rosenbaum, von Frank Dominik

Cover:
Rätselhaft, ein Mann steht am Ende eines Weges? Passt gut zum Buch.

Inhalt:
Karl Rosenbaum gibt mit 74 Jahren sein Juweliergeschäft ab um ...

Das stille Leben des Karl Rosenbaum, von Frank Dominik

Cover:
Rätselhaft, ein Mann steht am Ende eines Weges? Passt gut zum Buch.

Inhalt:
Karl Rosenbaum gibt mit 74 Jahren sein Juweliergeschäft ab um am liebsten zu streben. Denn für ihn hält das Leben nichts bereit.
Er meint er hat Schuld auf sich geladen und ist es nicht wert eine Familie zu haben und glücklich zu sein.
Doch es soll anders kommen.
Als der junge Stefan ihn in der Oper anspricht, fällt ein Bann über ihn und seine Ruhe ist dahin…

Meine Meinung:
Ein schwieriger Einstig für mich.
Ich weiß nicht, liegt es an der Erzählweise oder an den Personen selber, sie bleiben mir ungewöhnlich fremd und distanziert (hölzern). Obwohl wir ja doch einiges über sie erfahren.
Besonders Karl, der ja sogar in der Ich-Form erzählt.
Er ist so zwiespältig, widersprüchlich, sprunghaft, innerlich zerrissen und so unverständlich und wechselhaft handelt er auch.
Leider kann ich mit den Personen immer weniger anfangen.
Ich kann weder ihre Gesprächen (vor allem bei Karl und Stefan) noch ihren Gedanken verstehen oder nachvollziehen.
Die ganzen Vergleiche zur Oper, zu klassischen Gestalten und ihren Eigenschaften werden mir immer rätselhafter und ich kann damit nichts anfangen.

Die Schreibweise ist besonders „gewählt“.
Manche Sätze kann ich irgendwie nicht einordnen, andre wiederum muss ich gestehen, sind wunderschön.
Zitat:
-Musik war also nicht nur eine Gespielin, sondern auch eine verräterische Hure meiner Seele geworden.
-Die Frau schüttelte sich, als müsste sie sich vom Regen meiner Worte trockenlegen.

Ich denke dieses Buch kann für manche Leser ein Juwel sein, ich gehöre nicht zu der Gruppe.


Autor:
Frank Domnick, geb. 1965 in Münster, ist gelernter Speditionskaufmann und studierte nach der Ausbildung klassischen Gesang. Als Opernsänger ist er Mitgliede des Staatsopernchores Hannover. Dies ist sein Debütroman.

Mein Fazit:
Im Rückblick gesehen, ist die Geschichte rührend und tragisch, und das Ende ist hoch emotional, die Story finde ich gut.
Aber während des Lesens war es für mich streckenweise hölzern und steif. Irgendwie bin ich mit dem Buch nicht warm geworden.
Von mir: knapp 3 Sterne.

Veröffentlicht am 24.05.2018

Polarisiert

Polarisiert
0

Polarisiert, von Peter Bogardt

Cover:
Das Cover macht neugierig und zeigt schon eine gewisse Spannung.
Der Titel und die Darstellung passen.
Spiegelschrift, Schwarz/Weiß, Farben und Form der Hochhäuser, ...

Polarisiert, von Peter Bogardt

Cover:
Das Cover macht neugierig und zeigt schon eine gewisse Spannung.
Der Titel und die Darstellung passen.
Spiegelschrift, Schwarz/Weiß, Farben und Form der Hochhäuser, überall spiegeln sich Widersprüche und Gegensätze.

Inhalt:
Nach einem Burnout und einer wirkungslosen Reha, entscheidet sich Andreas für ein Jahr als Aussteiger in Sibirien. Hier will er zu sich selber und auch einen neuen Sinn für sein Leben finden.

Sein Sohn ist auch auf der Suche. Er hingegen im Großstadtdschungel Berlin.

Beide kommen auf unterschiedliche Weise an ihre Grenzen und machen ganz neue unerwartete Erfahrungen.

Meine Meinung:
Eine interessante und glaubhafte Geschichte über Verschwörungstheorien, bzw. ein Weltuntergangsszenario und seine Folgen und Auswirkungen und was man dagegen machen könnte und wie sich das wiederum auswirkt.
Verschwörungstheorien und Weltuntergang!
Beides ist Thema und zu beidem kann man so viel sagen und überall ist ein Kern Wahrheit, je nachdem von welcher Seite man es beleichtet kann man Pro oder Kontra sein. (Hier haben wir dann auch den Titel- Polarisiert).
Es gibt zwei Handlungsstränge um das Ganze von verschiedenen Seiten zu beleuchten.
Einmal in der Stadt (westliche Zivilisation, Ballungsgebiet, Arbeitswelt) dann fernab in Sibirien (quasi eine Aussteigergeschichte).
Der Einstig ist gut gelungen, es macht neugierig.
Beide Erzählstränge geben viel Anlass zum Nachdenken.
Wenn auch am Schluss meiner Meinung nach alles ein bisschen zu schnell geht. Hier hätte ich mir eine klarere Stellungnahme und evtl. noch ein bisschen mehr Info gewünscht.

Manches ist mir zu ausführlich (oder ich finde es unerheblich), bei andrem fehlt mir etwas Info.


Der Schreibstil (Satz und Wortwahl) gefällt mir gut.
Zitat:
Binnen weniger Augenblicke rodete unberechenbare Emotionalität den über Jahre aufgeforsteten Wald gesellschaftlicher Anpassung.
Solche Sätze finde ich klasse.

Zitat: Toller Spruch (Leider)
Mond fragt Erde: Was hast du denn?
Erde: Homo Sapiens!
Mond: Das geht vorbei!

Autor:
Peter Bogardt, geb. 1989 in Dresden, lebt in Berlin. Als studierter Geograph bewegte er sich bereits intensiv im Spannungsfeld des globalisieren Klimawandels.
Dieses Buch ist das Debüt des Autors.

Mein Fazit:
Ein interessantes Buch, mit vielleicht kleinen Anlaufschwierigkeiten (Debüt?), das ich aber gerne gelesen habe.
Ich vergebe 3,5 Sterne die ich gerne auf 4 aufrunde.

Veröffentlicht am 23.05.2018

Bülent Rambichler und die fliegende Sau

Bülent Rambichler und die fliegende Sau
0

Bülent Rambichler und die fliegende Sau, von Anja Bogner

Cover:
Ok, das ist jetzt keine fliegende Sau, aber bei dem Objekt (Wolpertinger) , weiß wohl jeder gleich, dass es lustig wird.

Inhalt:
Ein türkisch-fränkischer ...

Bülent Rambichler und die fliegende Sau, von Anja Bogner

Cover:
Ok, das ist jetzt keine fliegende Sau, aber bei dem Objekt (Wolpertinger) , weiß wohl jeder gleich, dass es lustig wird.

Inhalt:
Ein türkisch-fränkischer Ermittler (der so seine Eigenheiten hat: er liebt die fränkische Küche und nennt ein Hammam sein eigen), der eigentlich lieber am Rande und hinter den Kulissen tätig wird, wird durch die Iistigen und nicht ganz korrekten Machenschaften seines türkischen Vaters (der als erster Türke für die Gemeinderatswahlen kandidiert), zu seinem ersten Mordfall in die Provinzidylle geschickt, um diesen aufzuklären.
An seiner Seite, die attraktive und zum Glück sehr durchsetzungsvermögende,
dabei vegane und yoga-praktizierende Kollegin Astrid.

Der erste Fall für Bulent Rambichler – aber hoffentlich nicht der letze.

Meine Meinung:
Ich bin begeistert!
Herrlich! Einfach super!
Humor, Situationskomik und Wortwahl!
Hier passt alles, es ist perfekt aufeinander abgestimmt, es gibt auf jeder Seite etwas zum Lachen und ich hatte mehrmals einen spontanen Lachflash und ich musste meinem Mann laut vorlesen, so begeistert bin ich.
Die Story ist in sich stimmig und versteht es Spannung aufzubauen, dabei ist das ganze drum rum, der Ort, die Menschen (und auch die Tiere), super getroffen und wiedergegeben. Der Dialekt gibt dem ganzen das besondere Etwas und macht es so richtig authentisch.
Die Personen und ihre Charaktere sind einfach grandios, witzig und sympathisch, auch wenn sie nerven.
Nur am Rande: wenn z.B. schon der Bestattungsunternehmer „Fledderer“ heißt.
Kein Fettnäpfchen wird ausgelassen, aber es wirkt zu keinem Zeitpunkt überfrachtet oder klischeehaft.

Ein perfekter Provinzkrimi und diese Autorin muss man sich merken.
Meiner Meinung nach können da so einige „hochgelobte“ Autoren des selben Genres sich warm anziehen, denn hier ist eine gigantische und begnadete Konkurrenz.

Autorin:
Anja Bogner lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Mein Fazit:
Ich bin rundum begeistert, so gelacht habe ich schon lange nicht mehr.
Ein brillanter Provinzkrimi der leider viel zu schnell gelesen war und deshalb nach mehr schreit.
Von mir 5 +++ Sterne mit Plus