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Veröffentlicht am 27.04.2018

Hinter den Türen

Hinter den Türen
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Hinter den Türen, von Hera Lind
Roman nach einer wahren Geschichte

Inhalt:
Juliane Bressing hat sich eine fast perfekte Welt geschaffen: treuer Mann, zwei wohlerzogene Kinder, Arbeit, Haus, Garten, Hund ...

Hinter den Türen, von Hera Lind
Roman nach einer wahren Geschichte

Inhalt:
Juliane Bressing hat sich eine fast perfekte Welt geschaffen: treuer Mann, zwei wohlerzogene Kinder, Arbeit, Haus, Garten, Hund – alles ist da!
Warum also nicht etwas vom „Glück“ abgeben und übergangsweise „drei ganz normale Kinder“ aufnehmen die eine Pflegefamilie suchen.
Doch bald nach der Ankunft der Kinder wird klar – hier ist nichts normal!
Was haben diese Kinder erlebt?
Welches dunkle Geheimnis hüten sie?
Und warum verwehren alle amtlichen Stellen und Personen ihre Hilfe und boykottieren das Engagement von Juliane?
Schon nach wenigen Monaten steht Juliane mit ihrer eigenen Familie an einem Abgrund.

Meine Meinung:
Was gehen mir für Gedanken durch den Kopf wenn ich dieses Buch lese:
Ich bin fassungslos:
- über das unsensible, unprofessionelle und unmenschliche Verhalten und handeln von „Schlüsselpersonen“ an wichtigen Stellen,
-über das Ausmaß an Leid das Kinder (auch in unserer Zeit und Gesellschaft) angetan wird,
-und erstaunt, ungläubig, fassungslos und glücklich, dass es Menschen gibt die das alles aushalten, tragen und überwinden helfen.

Es heißt, das Leben schreibt die unglaublichsten Geschichten!
Wenn man dieses Buch liest (und alles so glaubt wie es drin steht) ist das absolut wahr.
Doch für mich sind einige Stellen zu unglaublich und unverständlich.
Z.B. warum nimmt Juliane die Kinder mit in das verwahrloste Haus? Warum schaut sie sich das nicht zuerst selber an? Oder warum fährt sie mir der hochtraumatisierten und gefährlichen Malie alleine im Auto durch die Nacht zu Notaufnahme (es war ja keine Lebensgefahr), wäre hier ein Notarzt mit Sanitätern nicht sinnvoller gewesen.
Und entweder habe ich einiges überlesen oder falsch interpretiert aber es ergaben sich für mich auch Widersprüche: z.B. die Stiftung „Sonnenschein“, am Anfang wurde von dem Herrn ganz wichtig herausgehoben wie lange es diese Stiftung schon gibt und dass es die älteste in Köln sein soll, und am Ende ist die Stiftung von „Frau Nölle“ erst seit kurzem gegründet worden?

Autorin:
Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen Erfolg hatte. Sie lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

Mein Fazit:
Ein Buch das tief bewegt.
Gibt es solche Zustände wirklich? Auch wenn man sowas in den Medien immer wieder liest.
Wäre es ein Roman ohne wahren Hintergrund würde ich es als zu übertrieben/unrealistisch „abstufen“.
Ich schwanke zwischen 3 und 4 Sterne. Da ich das Buch aber spannend fand und es in zwei Tagen ausgelesen habe, weil ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht, vergeben ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 26.04.2018

Ich bin dann mal was Blödes tun

Ich bin dann mal was Blödes tun
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Ich bin dann mal was Blödes tun, von Mad Köninger

Cover:
Ein „Kasperl“, als Zeichen dass man den Inhalt nicht „Bierernst“ nehmen soll?

Inhalt:
Ein satirisches Tagebuch!
Es ist während eines Klinikaufenthalts ...

Ich bin dann mal was Blödes tun, von Mad Köninger

Cover:
Ein „Kasperl“, als Zeichen dass man den Inhalt nicht „Bierernst“ nehmen soll?

Inhalt:
Ein satirisches Tagebuch!
Es ist während eines Klinikaufenthalts geschrieben worden. Deshalb sind Themen rund um Reha und Patienten auch vorherrschend.
Aber der Autor kommt vom „Stöckchen aufs Hölzchen“ und so ist nichts und niemand sicher. Von Einzelpersonen über die Gesellschaft bis in die Politik.
Dieses Buch ist mit (schwarzem) Humor, ironischen und teilweise sehr spitzfindigen Bemerkungen und Aussagen angefüllt.

Meine Meinung:
Ein bemerkenswertes Buch dem auch die Überschrift:
Meine drei Sinne: Wahnsinn, Blödsinn, Irrsinn,
gut stehen würde.

Da ich kürzlich erst selber zur Reha war, kann ich viele Aussagen des Autors bestätigen oder sympathisiere mit ihm.
Nicht alles darf man unreflektiert ernst nehmen (und nicht überall kann ich die Meinung des Autors teilen: z.B. finde ich die Musik von Peter Maffay klasse), aber überlegenswert ist alles was angesprochen wird.
Ich denke mal der Humor muss einem liegen (ich fand ihn klasse).
Vielleicht sollte man das Buch auch nicht von vorn bis hinten in einem Rutsch durchlesen (sonst kommt ein Gewöhnungseffekt?) , sondern sich mal immer wieder einige Geschichten einfach nur so gönnen.

Autor:
Mad Köninger, geb. 1988, im Achertal, lebt aktuell in Freiburg. Hatte ursprünglich Soziale Arbeit studiert und befindet sich nun in der Ausbildung zum Erzieher, (um auch ab und zu den Clown in sich raus zulassen).

Mein Fazit:
Ich denke das ist ein tolles Buch einfach mal um Abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen (und diese in einem anderen Licht zu sehen?).
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 24.04.2018

Tiefer den die Hölle

Tiefer denn die Hölle (Ein Martin-Bauer-Krimi 2)
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Tiefer den die Hölle, ein Kriminalroman von Peter Gallert und Jörg Reiter

Cover:
Der Titel und das Bild sind sehr gut kombiniert. Zum Inhalt finde ich keinen direkten Bezug.

Inhalt:
Polizeiseelsorger ...

Tiefer den die Hölle, ein Kriminalroman von Peter Gallert und Jörg Reiter

Cover:
Der Titel und das Bild sind sehr gut kombiniert. Zum Inhalt finde ich keinen direkten Bezug.

Inhalt:
Polizeiseelsorger Martin Bauer wird zu einem Einsatz in einem stillgelegten Bergwerk gerufen. Sein Amtskollege, Monsignore Vaal, der eigentlich Dienst hat, ist beim Anblick der Leiche mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen.
Auf dem Weg ins Krankenhaus stammelt Vaal, in Todesangst, Namen, Worte und Sätze.
Hat der Tote im Bergwerk etwas mit Vaal zu tun? Was lässt den Monignore so panisch werden.
Bauers Suche nach der Wahrheit führt ihn dreißig Jahre zurück, tief unter die Erde und zu einem sterbenden alten Mann…….

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Fall, den Polizeiseelsorger Martin Bauer in Angriff nimmt. Ich habe beide Bücher gelesen und beide sind sehr spannend.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Personen und Charaktere sehr eigenwillig und realistisch geschildert, die Handlung ist sehr spannend und schlüssig aufgebaut.
Wir steigen gleich mit dem Prolog (sehr gruslig) in die Handlung ein und Martin Bauer tritt sofort in Aktion.
Es werden viele Blickwinkel und Spuren beleuchtet und es gibt immer wieder neue Erkenntnisse und neue Wendungen.
Der sadistische Hintergrund und die Unglaublichkeit der Taten wird erst am Ende in seinem vollen Ausmaß erkenntlich, und es ist beängstigend wenn man denkt so könnte es im realen Leben auch laufen.

Gut gefallen haben mir auch die immer wieder eingestreuten kleinen (aktuellen) Skandale, z.B. Gesundheitsgefährdung durch die Luft in „Schießkellern“ bei der Polizei, die vertuscht wird.

Autoren:
Peter Gallert, geb. 1962, ist (in Zusammenarbeit mit Jörg Reiter) Drehbuchautor, hat drei Töchter und lebt mit seiner Familie in Köln.

Jörg Reiter, geb 1952 ist freier Autor und schreibt Drehbücher (mit Peter Gallert) und lebt auch in Köln.

Mein Fazit:
Wieder einmal ein toller Krimi aus der Feder des Autorenduos Gallert und Reiter, den ich nur weiterempfehlen kann und mir voller Punktzahl bewerte.
5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.04.2018

SOFIAN (Der Sarazene)

SOFIAN Der Sarazene
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SOFIAN (Der Sarazene), von Caroline Sesta


Cover:
Es ist sagenhaft atmosphärisch.
Der ober Teil zeigt eine Flusslandschaft zur kalten Winterzeit, mit mystischem Nebel.
Der untere Teil zeigt eine Augenpartie ...

SOFIAN (Der Sarazene), von Caroline Sesta


Cover:
Es ist sagenhaft atmosphärisch.
Der ober Teil zeigt eine Flusslandschaft zur kalten Winterzeit, mit mystischem Nebel.
Der untere Teil zeigt eine Augenpartie und einen Teil des Turbans um die Augen. Die Augen scheinen einem direkt in die Seele zu schauen.

Inhalt:
Zwei Zeiten, die Gegenwart und 1000 Jahre zurück.
Federica sieht immer wieder einen Sarazenen, aber als sie ihn berühren will ist da nur Luft. Ein Geist? Hat Federica Wahnvorstellungen?
Denn um die gleiche Zeit beginnen bei ihr schlimme Alpträume weit aus der Vergangenheit.

Der zweite Erzählstrang ist 1000 Jahre früher. Ein Überfall der Sarazenen, Sofian beteiligt sich nicht, er rettet sogar eine junge Frau und erhofft sich mit ihr eine gemeinsame Zukunft.

Doch ihre beiden Kulturen und die fehlende gemeinsame Sprache, lassen sich nicht überbrücken und Sofian begeht ungewollt einen folgenschweren Fehler…..

Meine Meinung:
Das Buch beginnt in der Gegenwart. Wir lernen Federica kennen, sie ist eine Waise und sehr einsam. Wir erleben mit, wie sie auf Sofian trifft. Als Federica beginnt etwas gegen ihre Albträume zu tun, wird es immer mystischer und irgendwie übersinnlich.

Dieses Buch beginnt echt klasse, auch der Mittelteil (oder auch vor allem der) hat mir noch sehr gut gefallen, nur das Ende konnte mich überhaupt nicht überzeugen, bzw. es hat mich total abgeschreckt und verstört. Ich kann da aber jetzt nicht weiter drauf eingehen um nicht zu spoilern.

Der Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig, man muss sich echt einlesen, mich hat er öfters in meinem Lesefluss gestoppt weil ich manche Sätze nochmals lesen musste. Er ist sehr blumig und verwinkelt, teilweise sehr hölzern und sehr altertümlich. Z.B. „Sinnend spürten seine Finger an ihr“ „Auch ihn hungerte“ „gewahr wurde..“ „sie zückte einen Pinselstrich“.


Autorin:
Caroline Sesta, geboren und aufgewachsen im Vogtland, lebt seit Jahren im Piemont. Dort widmet sie sich ihrer Leidenschaft - dem Schreiben von Romanen und Sachbüchern quer durch die bewegten Epochen ihrer norditalienischen Wahlheimat.

Mein Fazit:
Ein toller Grundgedanke für eine Geschichte nur mit dem Ende kann ich mich so gar nicht anfreunden. Diese Interpretation und Wendung kann ich einfach nicht nachvollziehen.
Mit dem Schreibstil konnte ich auch nicht so ganz warm werden.
Deshalb von mir 3 Sterne.

Veröffentlicht am 20.04.2018

Kleine Eis-Skulpturen

Kleine Eis-Skulpturen
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Kleine Eis-Skulpturen, von Evelyne Ruth Herren

Das Cover verrät schon was wir in dem Büchlein erwarten dürfen.

Wunderschöne Bilder, die die Natur, und zwar in der eisigen Jahreszeit, schafft.
Wasser ...

Kleine Eis-Skulpturen, von Evelyne Ruth Herren

Das Cover verrät schon was wir in dem Büchlein erwarten dürfen.

Wunderschöne Bilder, die die Natur, und zwar in der eisigen Jahreszeit, schafft.
Wasser und Eis.
Ein Bild ist schöner als das andere.

Das Format hat eine angenehme Größe.

Ich bedaure es nur ein bisschen, dass die Fotos so ganz für sich alleine stehen. Ich würde mir hier so den eine oder anderen schönen Spruch oder/und kleine Weisheiten wünschen die zu einigen Bildern abgedruckt sind. So wirkt es mir ein klein bisschen leer.

Aber wie gesagt, die Bilder für sich, sind einfach beeindruckend.
Filigran, mystisch, bizarr, von einer unglaublichen Ruhe und Ausdruckskraft.

Ein optimales Geschenk für jemand der das außergewöhnliche mag.

Von mir 4 Sterne.