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Veröffentlicht am 10.01.2018

Eine Insel zwischen Himmel und Meer

Eine Insel zwischen Himmel und Meer
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Eine Insel zwischen Himmel und Meer, von Lauren Wolk

Cover:
Sehr romantisch. Die Feder, ein Bild das in der Geschichte mehrmals auftaucht, spiegelt sich im Meer. Das ist sehr schön gemacht.

Inhalt:
Zeit: ...

Eine Insel zwischen Himmel und Meer, von Lauren Wolk

Cover:
Sehr romantisch. Die Feder, ein Bild das in der Geschichte mehrmals auftaucht, spiegelt sich im Meer. Das ist sehr schön gemacht.

Inhalt:
Zeit: um 1920.
Als neugeborenes Baby wird Crow in einem alten Boot dem Meer „übergeben“.
Sie wird auf einer winzigen Insel angespült, auf der der geheimnisvolle Osh lebt. Dieser nimmt sich ihrer an. Beide sind Außenseiter und werden nur von der freundlichen Miss Maggie unterstützt.
Je älter Crow wird, desto mehr will sie über sich und ihre Wurzeln erfahren.
Als sie eines Abends ein kleines Feuer auf der ebenfalls unbewohnten Nachbarinsel entdeckt, kann keiner ahnen welche Lawine damit ins Rollen gebracht wird und welche Abenteuer auf Crow, Osh und Maggie zukommen.

Meine Meinung:
Eine wunderbare Geschichte, sehr liebevoll und anrührend erzählt.
Die drei Hauptpersonen Crow, Osh und Maggie, machen das ganze überschaubar und obwohl alle drei so ganz eigene Charaktere sind und jeder seine Geheimnisse hat (und auch behält) ist man sehr schnell mitten unter ihnen.

Die Autorin legt sehr viel Wert auf die Entwicklung innerhalb der „Familie“, und dabei spielt es aber keine Rolle ob man mit dieser Familie blutsverwand ist oder ob man in diese Familie hinein wächst.

Der weitere Rahmen der Geschichte ist sehr realistisch und wirklichkeitsnah recherchiert und erzählt. Eine gute Mischung aus Fiktion und Recherche.
Deshalb ist hier auch das Vor- und Nachwort im Buch so wichtig und ergänzend.

Die Autorin hat explizit einige Fragen am Ende offen oder im Dunkeln gelassen, ich hätte mir hier allerdings doch ein bisschen mehr Licht gewünscht.

Autorin:
Lauren Wolk, geb. in Baltimore, ist Schriftstellerin, Dichterin und bildende Künstlerin. Sie lebt mit ihrer Familie auf der Halbinsel Cape Cot.

Mein Fazit:
Eine wunderschöner, liebevoll und warm erzählte Geschichte.
Über sich selbst und seine eigenen Wurzeln, und was Familie bedeutet, sei sie blutsverwandt oder nicht.
Von mir sehr gute 4 Sterne

Veröffentlicht am 09.01.2018

Die Oleanderfrauen

Die Oleanderfrauen
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Die Oleanderfrauen, von Teresa Simon

Cover:
Sehr schön eingefangen, genau so kann man sich den Garten des Handlungsort vorstellen.

Inhalt:
Zwei Zeitebenen, die genial miteinander verknüpft werden: Hamburg ...

Die Oleanderfrauen, von Teresa Simon

Cover:
Sehr schön eingefangen, genau so kann man sich den Garten des Handlungsort vorstellen.

Inhalt:
Zwei Zeitebenen, die genial miteinander verknüpft werden: Hamburg in der Gegenwart und um 1936.
Die junge Sophie, Tochter eines reichen Kaffeebarons, genießt unbekümmert ihr Leben. Hannes, der Sohn der Köchin ist ihr von Kindheit an ein Freund.
Als aus dieser Freundschaft Liebe wird, beginnen die Probleme, denn Reich und Arm gehören nicht zusammen und ein dunkles Geheimnis stürzt die beiden Liebenden in einen tiefen Abgrund.
Sophie muss plötzlich über sich selbst hinauswachsen.
Dann auch noch der Krieg….

Meine Meinung:
Dies ist nach „Die Frauen der Rosenvilla“ und „Die Holunderschwestern“ das dritte Buch der Autorin und ich habe es wieder begeistert verschlungen.

Der Schreibstil ist einfach genial. So voller Wärme, Leben, Direktheit und fesselnd, dass jede Person und Handlung direkt als Kopfkino bei mir abläuft. Ich fühle mich selber als die beschriebenen Personen, handle und agiere direkt mit, es ist einfach mehr als lesen, es ist erleben.
Auch der Einstig ins Buch ist direkt ohne lange Aufwärmphase, so wie man es sich wünscht, wie Kino ohne lange Werbung vorweg.
Die beiden Handlungsebenen sind klar gekennzeichnet und werden sehr geschickt miteinander verwoben.

Beim Lesen gerät man immer mehr in den Bann der Geschichte, es ist ein regelrechter Sog, der einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Hier liest man von der gewaltigen Kraft der Liebe, die mitten ins Herz trifft, und dem bewegenden Drama, was der Krieg aus Menschen machen kann.
Romantisch und tief traurig zugleich.

Ob in der Gegenwart oder der Vergangenheit, sehr feinfühlig und berührend erfahren wir von den Sorgen und Nöten, den Gedanken und dem Handeln der Protagonisten. Und jeder ist gleich liebevoll und perfekt gezeichnet.

Autorin:
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die mit ihrem Mann in München lebt. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen und bewundert alles, was grünt und blüht.

Mein Fazit:
Ein meisterhaft erzähltes Familienepos.
Eine bewegende Liebe in Kriegszeiten.
Sehr emotional, Hochspannung pur bis zum Schluss, machen das Buch zu einem echten Pageturner.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 Sterne

Veröffentlicht am 08.01.2018

My New Big Greek Family

My New Big Greek Family
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My New Big Greek Family, von Jesko Wilke

Cover:
Die Farben sind passend gewählt.

Inhalt:
Max, schon über 30, etwas schüchtern und weltfremd, lebt noch bei seiner Mutter.
Er beschließt dies zu ändern ...

My New Big Greek Family, von Jesko Wilke

Cover:
Die Farben sind passend gewählt.

Inhalt:
Max, schon über 30, etwas schüchtern und weltfremd, lebt noch bei seiner Mutter.
Er beschließt dies zu ändern und das Schicksal schickt ihm den Halbgriechen und Macho Yannes über den Weg.
Damit beginnt eine Reihe von Änderungen.
Max zieht bei seiner Mutter aus und bei Yannes ein, die „Vollblutkatze“ Sarah wird seine Freundin und als Yanes´ griechische Verwandtschaft auftaucht und Max für ihren verloren geglaubten Sohn und Halbbruder hält, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt sehr witzig und humorvoll.
Doch dann wird sie in meinen Augen immer trivialer und der witzige und satirische Humor wird immer gewöhnlicher und „Gags“ sind altbekannt.
So kann ich nicht mehr über den „Tölpel“ lachen, der aus der Asche aus der Urne einer Verstorbenen Kaffee kocht (nicht nur dass der Witz uralt ist, ich denke hierzu müsste man Blind und die Geschmacksnerven amputiert sein).
Die Liebesgeschichte die dann eingebaut ist, finde ich auch unnatürlich überzogen und sie dient mir eher als Platzfüller.
Auch das Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End passt mir nicht zu dem Beginn des Buches.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die speziellen Schriftzeichen die für die griechische Sprache standen – klasse gemacht.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt.
Würde ich dem ersten Teil noch 5 Sterne geben (ironisch, kratziger Humor, „irre“ Hausbewohner), so bekommt der zweite Teil mit der beginnenden Liebesgeschichte gerade mal noch 3 Sterne, das weichgespülte Happy End dann nur noch 1 Stern.
So komme ich auf meine 3 Sterne für das ganze Buch.

Autor:
Jesko Wilke, 1959 in Hamburg geboren, studierte Philosophie, Kunsttherapie und Kunstpädagogik und war danach einige Jahre in verschiedenen sozialen Einrichtungen tätig. Seit 2001 ist er Sachbuchautor und freier Journalist und schreibt für verschiedene Magazine.
Jesko Wilkes zweites Standbein sind humorvolle Romane.

Mein Fazit:
Eine Geschichte die sehr witzig und humorvoll beginnt, für mich aber zu sehr abflacht und in eine schnöde Liebesgeschichte mit altbekannten und zu gewollten Gags wechselt.

Veröffentlicht am 07.01.2018

Woman in Cabin 10

Woman in Cabin 10
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Woman in Cabin 10, von Ruth Ware

Cover:
Absolut gelungen zur Geschichte.

Inhalt:
Die Journalistin Lo hat das Glück, mit 10 anderen illustren Gästen, bei der Jungfernfahrt des exklusiven Kreuzfahrtschiffs ...

Woman in Cabin 10, von Ruth Ware

Cover:
Absolut gelungen zur Geschichte.

Inhalt:
Die Journalistin Lo hat das Glück, mit 10 anderen illustren Gästen, bei der Jungfernfahrt des exklusiven Kreuzfahrtschiffs Aurora dabei sein zu dürfen.
Gleich in der ersten Nacht wacht sie von seltsamen Geräuschen auf und glaubt zu beobachten wie aus der Nachbarkabine, etwas Schweres (ein Frauenkörper?), ins Meer geworfen wird.
Doch, obwohl Lo am Abend vorher, sich von der Frau in dieser Cabin 10, eine Wimperntusche ausgeliehen hat, ist diese Kabine nun picobello sauber und laut Passagierliste niemals belegt gewesen. Es fehlt auch niemand an Bord, weder von den Passagieren noch von der Crew.
Und niemand glaubt Lo!
Die anderen und sogar Lo selber beginnt allmählich an ihrem Verstand zu zweifeln, bis es zu spät ist und sie in eine tödliche Falle tappt?

Meine Meinung:
Ein gelungener Einstig, es geht direkt rein in die Geschichte.

Die Journalistin ist eine Person mit nicht sehr großem Selbstbewusstsein, sie hat Angst-und Panikattacken, nimmt dagegen Medikamente und auch mit dem Alkohol ist sie nicht sehr zurückhaltend. Diese Kombination macht sie bei einigen nicht sehr glaubwürdig. Ihr Charakter ist auch schwer zu beschreiben, sie ist in meinen Augen recht chaotisch, sehr spontan und sprunghaft, nicht gerade der Typ taffe Journalistin. (Aber sie wächst in dem Buch noch über sich hinaus – finde ich).

Die weiteren Gäste auf dem Schiff hätte ich mir lieber einzeln und besser vorgestellt gewünscht. Es waren mir zu viel auf einmal, ich habe schwer den Überblick behalten, wer Wer ist und wie ihre Verflechtungen und oder ihre Aufgaben sind, obwohl es nur 10 waren).

Der Schreibstil gefällt mir:
Tolle bildliche Vergleiche: z.B.
...sah er aus wie ein wütender Falke, der den Abschuss durch einen Wildhüter überlebt hatte und nun auf Rache aus war.
Der Spannungsbogen wurde auch kontinuierlich gesteigert, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Wenn wir die ganze Zeit gerätselt haben ob ein Verbrechen stattgefunden hat und wenn ja, wer Täter (irgendwann war jeder mal verdächtig) und wer Opfer ist, so wussten wir gegen Ende zu die Antwort aber somit kam gleich weitere Hochspannung auf: wer ist die weitere Leiche? Ist es Lo?
Und dann kamen die Wendungen Schlag auf Schlag.
Mit unglaublichem Staunen hat mich der letzte Abschnitt durch ein Wechselbad der Gefühle geführt.

Auch wenn das Buch, wenn man es im Rückblick auseinander nimmt und zerpflückt, einige Ungereimtheiten hat und sich einige Fragen auftun, war es für mich absolut fesselnd und ich kann es mir sehr gut als Film vorstellen.

Autorin:
Ruth Ware wuchs im südenglischen Lewes auf und lebte eine Zeit lang in Paris. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in Nordlondon. Gleich mit ihrem ersten Thriller „Im dunklen, dunklen Wald“ wurde sie zur Bestsellerautorin. Beide Bücher werden in Hollywood verfilmt.

Mein Fazit:
Ein echt gelungener Thriller: Mysteriös, Nervenkitzel, gewaltige Spannung und sogar bis zum Schluss überraschende Wendungen.
Für mich ein Pageturner par excellence. 5 Sterne

Veröffentlicht am 04.01.2018

Abschied in Prag

Abschied in Prag
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Abschied in Prag, von Alyson Richman

Cover:
Der rote Koffer im Vordergrund überlagert alles.
Irgendwie bedrückend.

Inhalt:
Als sich Lenka und Josef in Prag treffen und lieben lernen, steht der Krieg ...

Abschied in Prag, von Alyson Richman

Cover:
Der rote Koffer im Vordergrund überlagert alles.
Irgendwie bedrückend.

Inhalt:
Als sich Lenka und Josef in Prag treffen und lieben lernen, steht der Krieg schon vor der Tür.
Nach der überstürzten Hochzeit werden sie auch leider getrennt.
Nach dem Krieg halten sich beide für tot und so lebt jeder sein eigenes Leben, ohne den anderen je zu vergessen.
Nach über 60 Jahren treffen sie sich auf der Hochzeit ihrer Enkel zufällig wieder…

Meine Meinung:
Für mich, ein Buch mit Anlaufschwierigkeiten, aber dann wird es sehr emotional.
Wir erfahren durch Rückblenden, mal aus der Sicht von Lenka, dann wieder aus der Sicht von Josef, wie sich beide kennen lernten und wie sie den Krieg erlebt haben.
Gerade die erste Hälfte des Buches wirkt für mich durch diese Rückblenden recht zäh und distanziert. Ich konnte keinen Zugang zu den beiden Protagonisten finden.
Ab der Mitte dann, als Lenka von ihren Erlebnissen im Lager in Theresienstadt (und später Auschwitz) erzählt, hat es mich dann auch sehr berührt und wird sehr beklemmend.
Es ist einfach immer wieder unglaublich was dort Menschen angetan wurde.

Am Schluss hätte ich gerne noch ein klein bisschen mehr über das "Happy End" erfahren.

Autorin:
Die amerikanische Autorin Alyson Richman hat bereits mehrere Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf Long Island, New York.

Mein Fazit:
Wie gesagt, die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht so erreichen, dafür hat mich dann die zweite Hälfte umso mehr in seinen Bann gezogen.
Eine unglaubliche Geschichte über das Leben in den Lagern im 2. Weltkrieg und eine Liebe die Jahrzehnte überdauert hat.
Von mir 4 Sterne.