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Veröffentlicht am 08.01.2018

My New Big Greek Family

My New Big Greek Family
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My New Big Greek Family, von Jesko Wilke

Cover:
Die Farben sind passend gewählt.

Inhalt:
Max, schon über 30, etwas schüchtern und weltfremd, lebt noch bei seiner Mutter.
Er beschließt dies zu ändern ...

My New Big Greek Family, von Jesko Wilke

Cover:
Die Farben sind passend gewählt.

Inhalt:
Max, schon über 30, etwas schüchtern und weltfremd, lebt noch bei seiner Mutter.
Er beschließt dies zu ändern und das Schicksal schickt ihm den Halbgriechen und Macho Yannes über den Weg.
Damit beginnt eine Reihe von Änderungen.
Max zieht bei seiner Mutter aus und bei Yannes ein, die „Vollblutkatze“ Sarah wird seine Freundin und als Yanes´ griechische Verwandtschaft auftaucht und Max für ihren verloren geglaubten Sohn und Halbbruder hält, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt sehr witzig und humorvoll.
Doch dann wird sie in meinen Augen immer trivialer und der witzige und satirische Humor wird immer gewöhnlicher und „Gags“ sind altbekannt.
So kann ich nicht mehr über den „Tölpel“ lachen, der aus der Asche aus der Urne einer Verstorbenen Kaffee kocht (nicht nur dass der Witz uralt ist, ich denke hierzu müsste man Blind und die Geschmacksnerven amputiert sein).
Die Liebesgeschichte die dann eingebaut ist, finde ich auch unnatürlich überzogen und sie dient mir eher als Platzfüller.
Auch das Friede-Freude-Eierkuchen-Happy-End passt mir nicht zu dem Beginn des Buches.

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die speziellen Schriftzeichen die für die griechische Sprache standen – klasse gemacht.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt.
Würde ich dem ersten Teil noch 5 Sterne geben (ironisch, kratziger Humor, „irre“ Hausbewohner), so bekommt der zweite Teil mit der beginnenden Liebesgeschichte gerade mal noch 3 Sterne, das weichgespülte Happy End dann nur noch 1 Stern.
So komme ich auf meine 3 Sterne für das ganze Buch.

Autor:
Jesko Wilke, 1959 in Hamburg geboren, studierte Philosophie, Kunsttherapie und Kunstpädagogik und war danach einige Jahre in verschiedenen sozialen Einrichtungen tätig. Seit 2001 ist er Sachbuchautor und freier Journalist und schreibt für verschiedene Magazine.
Jesko Wilkes zweites Standbein sind humorvolle Romane.

Mein Fazit:
Eine Geschichte die sehr witzig und humorvoll beginnt, für mich aber zu sehr abflacht und in eine schnöde Liebesgeschichte mit altbekannten und zu gewollten Gags wechselt.

Veröffentlicht am 07.01.2018

Woman in Cabin 10

Woman in Cabin 10
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Woman in Cabin 10, von Ruth Ware

Cover:
Absolut gelungen zur Geschichte.

Inhalt:
Die Journalistin Lo hat das Glück, mit 10 anderen illustren Gästen, bei der Jungfernfahrt des exklusiven Kreuzfahrtschiffs ...

Woman in Cabin 10, von Ruth Ware

Cover:
Absolut gelungen zur Geschichte.

Inhalt:
Die Journalistin Lo hat das Glück, mit 10 anderen illustren Gästen, bei der Jungfernfahrt des exklusiven Kreuzfahrtschiffs Aurora dabei sein zu dürfen.
Gleich in der ersten Nacht wacht sie von seltsamen Geräuschen auf und glaubt zu beobachten wie aus der Nachbarkabine, etwas Schweres (ein Frauenkörper?), ins Meer geworfen wird.
Doch, obwohl Lo am Abend vorher, sich von der Frau in dieser Cabin 10, eine Wimperntusche ausgeliehen hat, ist diese Kabine nun picobello sauber und laut Passagierliste niemals belegt gewesen. Es fehlt auch niemand an Bord, weder von den Passagieren noch von der Crew.
Und niemand glaubt Lo!
Die anderen und sogar Lo selber beginnt allmählich an ihrem Verstand zu zweifeln, bis es zu spät ist und sie in eine tödliche Falle tappt?

Meine Meinung:
Ein gelungener Einstig, es geht direkt rein in die Geschichte.

Die Journalistin ist eine Person mit nicht sehr großem Selbstbewusstsein, sie hat Angst-und Panikattacken, nimmt dagegen Medikamente und auch mit dem Alkohol ist sie nicht sehr zurückhaltend. Diese Kombination macht sie bei einigen nicht sehr glaubwürdig. Ihr Charakter ist auch schwer zu beschreiben, sie ist in meinen Augen recht chaotisch, sehr spontan und sprunghaft, nicht gerade der Typ taffe Journalistin. (Aber sie wächst in dem Buch noch über sich hinaus – finde ich).

Die weiteren Gäste auf dem Schiff hätte ich mir lieber einzeln und besser vorgestellt gewünscht. Es waren mir zu viel auf einmal, ich habe schwer den Überblick behalten, wer Wer ist und wie ihre Verflechtungen und oder ihre Aufgaben sind, obwohl es nur 10 waren).

Der Schreibstil gefällt mir:
Tolle bildliche Vergleiche: z.B.
...sah er aus wie ein wütender Falke, der den Abschuss durch einen Wildhüter überlebt hatte und nun auf Rache aus war.
Der Spannungsbogen wurde auch kontinuierlich gesteigert, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Wenn wir die ganze Zeit gerätselt haben ob ein Verbrechen stattgefunden hat und wenn ja, wer Täter (irgendwann war jeder mal verdächtig) und wer Opfer ist, so wussten wir gegen Ende zu die Antwort aber somit kam gleich weitere Hochspannung auf: wer ist die weitere Leiche? Ist es Lo?
Und dann kamen die Wendungen Schlag auf Schlag.
Mit unglaublichem Staunen hat mich der letzte Abschnitt durch ein Wechselbad der Gefühle geführt.

Auch wenn das Buch, wenn man es im Rückblick auseinander nimmt und zerpflückt, einige Ungereimtheiten hat und sich einige Fragen auftun, war es für mich absolut fesselnd und ich kann es mir sehr gut als Film vorstellen.

Autorin:
Ruth Ware wuchs im südenglischen Lewes auf und lebte eine Zeit lang in Paris. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in Nordlondon. Gleich mit ihrem ersten Thriller „Im dunklen, dunklen Wald“ wurde sie zur Bestsellerautorin. Beide Bücher werden in Hollywood verfilmt.

Mein Fazit:
Ein echt gelungener Thriller: Mysteriös, Nervenkitzel, gewaltige Spannung und sogar bis zum Schluss überraschende Wendungen.
Für mich ein Pageturner par excellence. 5 Sterne

Veröffentlicht am 04.01.2018

Abschied in Prag

Abschied in Prag
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Abschied in Prag, von Alyson Richman

Cover:
Der rote Koffer im Vordergrund überlagert alles.
Irgendwie bedrückend.

Inhalt:
Als sich Lenka und Josef in Prag treffen und lieben lernen, steht der Krieg ...

Abschied in Prag, von Alyson Richman

Cover:
Der rote Koffer im Vordergrund überlagert alles.
Irgendwie bedrückend.

Inhalt:
Als sich Lenka und Josef in Prag treffen und lieben lernen, steht der Krieg schon vor der Tür.
Nach der überstürzten Hochzeit werden sie auch leider getrennt.
Nach dem Krieg halten sich beide für tot und so lebt jeder sein eigenes Leben, ohne den anderen je zu vergessen.
Nach über 60 Jahren treffen sie sich auf der Hochzeit ihrer Enkel zufällig wieder…

Meine Meinung:
Für mich, ein Buch mit Anlaufschwierigkeiten, aber dann wird es sehr emotional.
Wir erfahren durch Rückblenden, mal aus der Sicht von Lenka, dann wieder aus der Sicht von Josef, wie sich beide kennen lernten und wie sie den Krieg erlebt haben.
Gerade die erste Hälfte des Buches wirkt für mich durch diese Rückblenden recht zäh und distanziert. Ich konnte keinen Zugang zu den beiden Protagonisten finden.
Ab der Mitte dann, als Lenka von ihren Erlebnissen im Lager in Theresienstadt (und später Auschwitz) erzählt, hat es mich dann auch sehr berührt und wird sehr beklemmend.
Es ist einfach immer wieder unglaublich was dort Menschen angetan wurde.

Am Schluss hätte ich gerne noch ein klein bisschen mehr über das "Happy End" erfahren.

Autorin:
Die amerikanische Autorin Alyson Richman hat bereits mehrere Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern auf Long Island, New York.

Mein Fazit:
Wie gesagt, die erste Hälfte des Buches konnte mich nicht so erreichen, dafür hat mich dann die zweite Hälfte umso mehr in seinen Bann gezogen.
Eine unglaubliche Geschichte über das Leben in den Lagern im 2. Weltkrieg und eine Liebe die Jahrzehnte überdauert hat.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 31.12.2017

Sturzflug

Sturzflug (Ryder Creed 3)
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Sturzflug, von Alex Kava

Cover:
Tolle Farben und passend zum Buch.

Inhalt:
Handlungsorte: verschiedene Stellen in den USA.

Es beginnt sehr mysteriös.
Tony Briggs ist absichtlich infiziert worden und ...

Sturzflug, von Alex Kava

Cover:
Tolle Farben und passend zum Buch.

Inhalt:
Handlungsorte: verschiedene Stellen in den USA.

Es beginnt sehr mysteriös.
Tony Briggs ist absichtlich infiziert worden und soll Keime, Viren verteilen? Und dann wird er über ein Geländer gestoßen, damit es wie Selbstmord aussieht…

Dann eine weitere Leiche bei der es wie Selbstmord aussehen soll…

Hundeführer Ryder Credd und FBI-Profilerin Maggie O´Dell ermitteln zuerst unabhängig voneinander, bis die unglaublichen Zusammenhänge zu erahnen sind:
Von Menschen provozierte Epidemien, geheime Tests von biologischen Waffen, „wahnsinnige“ Wissenschaftler, die nur ihre Idee sehen und skrupellos über Leichen gehen.

Meine Meinung:
Ein unglaublicher Thriller: Eiskalt und Messerscharf erzählt.

Wie schon das Buch vorher „Versiegelt“, unglaublich spannend ein echter Pageturner.
Immer ist der Gedanke beim Lesen gegenwärtig: Kann so etwas in der Wirklichkeit existieren oder passieren?
Und leider antworte ich mir mit ja, was meine Gänsehaut nur noch verstärkt.

Die politischen Verstrickungen und Korruption sind sehr gut rübergebracht und eingebaut.

Was mich hier (dem Ende zu) ein bisschen gestört hat, ist die Überbewertung der Spürhunde.
Ich bin ja kein Fachmann, aber beliebige Hunde aus Tierheimen, in 3 Tagen zu Spürhunden auszubilden, die „Viren“ erschnüffeln, scheint mir doch ein bisschen weit her geholt zu sein. Das hätte anders gelöst werden können, dafür ziehe ich etwas ab.

Autorin:
Alex Kava ist mit ihren Thrillern regelmäßig auf den internationalen Bestsellerlisten vertreten.

Mein Fazit:
Unglaublich spannend, explosiv, ein echter Pageturner, eiskalt, Entsetzen und Gänsehaut garantiert.
Wir können nur hoffen, dass solche Geschichten nicht längst schon Realität sind.
Von mir 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 31.12.2017

Odins Blut Raben

Herrscher des Nordens - Odins Blutraben
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Odins Blut Raben,
Herrscher des Nordens,
von Ulf Schiewe

Cover:
Großer Wiedererkennungswert und passend zur Geschichte des Buches.

Inhalt:
Band 2 (nach „Thors Hammer“) der Saga um den großen Wikingerkönigs ...

Odins Blut Raben,
Herrscher des Nordens,
von Ulf Schiewe

Cover:
Großer Wiedererkennungswert und passend zur Geschichte des Buches.

Inhalt:
Band 2 (nach „Thors Hammer“) der Saga um den großen Wikingerkönigs Harald Hardrada.
Wir sind nun im Jahr 1035 angekommen.
Harald hat sich beim Großfürsten der Rus einen Namen gemacht und sich als Söldnerführer bewährt.
Bei der Verteidigung von Kiew beweist er wiedermal sein Können und doch hält das Schicksal ihm hier eine große Niederlage bereit.
Als der Großfürst ihm die Hand seiner Tochter anbietet, verzichtet Harald.
Seine innere Unruhe treibt ihn weiter, und er landet in Konstantinopel.
Hier sammelt er weitere Reichtümer, aber auch hier holt ihn die Vergangenheit ein und er gerät in größte Gefahr…

Meine Meinung:
Dieser 2. Band schließt sich unmittelbar an den ersten Teil an.
Es ist wie ein wiedertreffen mit alten Freunden (und Widersachern).

Und auch in diesem Teil gibt es wieder tolle Einblicke in das Leben von damals.
Auch hier wieder gab es für mich neue Dinge zu entdecken, ganz besonders beeindruckt hat mich der ‚“Knüppeldamm“, eine Möglichkeit Schiffe über Land zu transportieren (ohne High Tech von heute).
Besonders gefallen hat mir auch das erleben einer ganz neuen Welt in Konstantinopel durch die Augen von Harald.
Midgard (wie Konstantinopel, das heutige Istanbul genannt wurde) ist für die Nordmänner wie eine neue Welt, eine ganz neue Gesellschaftsstruktur, andere Menschen und eine andere Kultur.
Schon klasse, wie "MultiKulti" die Welt damals schon war, auch wenn es trotzdem Kriege, Intrigen und Töten gegeben hat.

Aber auch die Kämpfe werden dieses mal sehr ausführlich und „platzeinnehmend“ geschildert.

Auch in diesem Buch merkt man wieder die gute Recherche, die den handelnden Protagonisten und der Handlung, trotz aller dichterischer Freiheit, eine unglaubliche Realität und Lebendigkeit gibt.

PS: Es gibt ein kleines „Schmankerl“ für alle die seine Normannensaga kennen.
Es wird ein kleiner Bogen zu Gilberts verschollenem Vater geschlagen – mehr verrate ich aber nicht.

Autor:
Ulf Schiewe, geb. 1947, war als Software-Entwickler und später Marketingmager tätig. Seit frühester Jugend war er eine Leseratte. Im Lauf der Jahre erwuchs daraus der Wunsch, selber große historische Romane zu schreiben.
Ulf Schiewe ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und lebt in München.

Mein Fazit:
Eine tolle Fortsetzung der Trilogie um den Wikingerkönig Harald.
Spannend, super erzählt, an den richtigen Stellen mit den richtigen Details.
Ich freue mich jetzt schon auf den 3.Band „ Die letzte Schlacht“, der zum Glück schon im Februar erscheint.
Von mir wieder eine klare Leseempfehlung und volle Punktzahl: 5 Sterne.