Profilbild von Gelinde

Gelinde

Lesejury Star
offline

Gelinde ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gelinde über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2017

Die letzte Erkenntnis

Die letzte Erkenntnis
0

Die letzte Erkenntnis, von Bernadette Calonego

Cover:
Passend für einen Thriller, eine düstere Stimmung.
Einen direkten Bezug zum Buch sehe ich jetzt aber nicht.

Inhalt:
Es gibt zwei Erzählstränge:
Lester ...

Die letzte Erkenntnis, von Bernadette Calonego

Cover:
Passend für einen Thriller, eine düstere Stimmung.
Einen direkten Bezug zum Buch sehe ich jetzt aber nicht.

Inhalt:
Es gibt zwei Erzählstränge:
Lester (ein Kandier), der durch neues Material (das ihm überraschend übergeben wird), wieder auf die Suche nach dem Mörder seines Bruders geht, und dabei in Europa landet. Vor vier Jahren, wurden dort in einem Jahr viel Wissenschaftler ermordet bei denen auch noch kein Täter ermittelt wurde.

Tia, reist unter falschem Namen auf eine kanadische Pferderanch um sich dort zu erholen. Ihr Vater war einer der Wissenschaftler der ermordet wurde, und zwar direkt vor ihrer Haustür.
Doch ohne es zu ahnen, begibt sich Tia in die Höhle des Löwen und ihr Leben ist in höchster Gefahr.

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt mit einem unglaublichen Prolog, der in meinem Kopf einen ungläubigen Aufschrei produziert.

Dann beginnen wir abwechselnd in beide Erzählstränge einzutauchen.
Wir begleiten Tia und Lester und tasten uns Schritt für Schritt vorwärts. Ich fühle mich beim Lesen wie in einer Spirale, nach und nach bewege ich mich auf den Kern, die Wahrheit zu. Teilweise fühle ich mich wie in einem Spinnennetz, das sich immer enger zieht. Dann wird es immer dramatischer + spannender. Die Cliffhänger beim Wechsel der beiden Erzählstränge bringen eine unglaubliche Spannung + Dramatik ins Buch und ich habe ein paar mal vorgeblättert um zu sehen wer jetzt dort steht oder wie es weitergeht.
Im Grunde genommen sind es zwei ganz unterschiedliche/unabhängige Geschichten, die doch durch ein kleines Detail, brillant miteinander verknüpft werden.

Ein Hauptthema, das dem ganzen zu Grunde liegt ist Wissenschaft gegen fanatische Glaubensfragen.
Es geht um die Evolutionstheorie, Darwin, Kreationismus (ein Wort das ich auch erst nachschlagen musste (von lateinisch creatio „Schöpfung“) bezeichnet die Auffassung, dass das Universum, das Leben und der Mensch durch einen unmittelbaren Eingriff eines Schöpfergottes in natürliche Vorgänge entstanden sind, und wie fanatische Menschen daraus einen privaten Krieg anfeuern.

Ein paar kleine Fragezeichen bleiben in meinem Kopf übrig.

Autorin:
Bernadette Calonego wurde in der Schweiz geboren. Bereits im Alter von elf Jahren veröffentlichte sie ihre ersten Geschichten. Nach dem Studium unterrichtete sie zuerst und arbeitete später als Journalisten. Nach dem Umzug nach Kanada startete sie ihre Karriere als Schriftstellerin.

Mein Fazit:
Eine tolle Geschichte die unglaublich an Fahrt aufnimmt und die man gegen Ende des Buches nicht mehr aus der Hand legen kann.

Veröffentlicht am 25.11.2017

Für immer sein Mond

Für immer sein Mond
0

Für immer sein Mond, von Marie Enters

Cover:
Ich mag lila und die Ornamente (+ Rosen) sind wunderschön.

Inhalt:
Mein Mond“ يا قمر – ein zärtlicher Kosename in der arabischen Welt ...

Marie engagiert ...

Für immer sein Mond, von Marie Enters

Cover:
Ich mag lila und die Ornamente (+ Rosen) sind wunderschön.

Inhalt:
Mein Mond“ يا قمر – ein zärtlicher Kosename in der arabischen Welt ...

Marie engagiert sich in der Flüchtlingshilfe.
Hierbei kommen sich Marie (53) und der syrische Melih (33) immer näher, bis daraus Liebe(?) wird.
Doch Marie ist an ihre Familie gebunden.

Gibt es eine Lösung für diesen Konflikt?

Meine Meinung:
Diese ganze Geschichte ist sehr realistisch erzählt.
Durch Rückblicke, Gedichte und Gedanken nehmen wir ganz langsam und automatisch an der Entwicklung der Beziehung teil.

Es kommen viele Punkte zusammen:
Der Reiz des Fremden, Verbotenen, der Jugend, das freudlose Zusammenleben mit dem Partner.
Teilweise erscheint es wie beim Dominoeffekt, das eine ergib t das andere.

Ich kann Marie sehr gut verstehen, und doch tut sie mir leid.
Weil ich von Anfang an das Gefühl habe, dass sie diejenige sein wird, die am Ende mehr leidet und mehr zu verlieren hat, weil sie auch mehr (Gefühle) investiert hat.

Autorin:
Marie Enters ... ... lebt irgendwo in NRW, hat zwei Kinder – einen Sohn und eine Tochter – nebst dem dazugehörigen Mann und eine Katze. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest sie viel, am liebsten Gedichte und psychologisch ausgefeilte Krimis. Außerdem tanzt sie gerne und mag Menschen mit Sinn für Humor.

Mein Fazit:
Eine fiktive Liebesgeschichte, aber sehr realistisch und nachvollziehbar.
Ein „himmelhochjauchzend“ und „zutodebetrübt“.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 25.11.2017

..durch´s Jahr kommen

... durch's Jahr kommen
0

…. durch´s Jahr kommen,
365 Aphorismen und Sinnsprüche, von Bernd Designer

Ein immerwährender Kalender für viele Jahre.

Das Cover finde ich leider etwas „langweilig“.

Die Ausführung ist recht fade. ...

…. durch´s Jahr kommen,
365 Aphorismen und Sinnsprüche, von Bernd Designer

Ein immerwährender Kalender für viele Jahre.

Das Cover finde ich leider etwas „langweilig“.

Die Ausführung ist recht fade. Ein paar Zeichnungen, schöne Fotos oder Illustrationen würden es auflockern.

Laut Wikepedia sind Aphorismen: Ein Aphorismus ist ein einzelner Gedanke, ein Urteil oder eine Lebensweisheit, welcher aus nur einem Satz oder wenigen Sätzen selbständig bestehen kann.
OK, so ist es auch im Büchlein, ich habe mir aber eher ein Büchlein mit vielen positiven und Mut machenden Sprüchen erhofft, und hier wurde ich leider etwas enttäuscht. Die wenigsten gehen in diese Richtung.

Hier zwei der wenigen die mir sehr gut gefallen haben:
-Auch wenn ein Ratschlag nicht richtig sein muss, schadet es nie, zuzuhören.
-Der Moment in dem du loslässt, ist oft der Moment in dem du gewinnst.

Sprüche die vermutlich zwar wahr sind, die meiner Meinung nach aber eher traurig machen (oder ich als negativ empfinde), und die gibt e meiern Meinung nach zu viel:
-Am ‚Ende ist jeder allein.
- Mach es ordentlich oder gar nicht.
-Nette Versuche führen zu nichts.

Oder die vielen Sprüche die ich gar nicht einordnen kann.
-Auch breitgetretener Quark macht stark.
Im Flachland gibt es kein Echo.

Humor blitzt für mich zu selten durch.

Ich hatte mich sehr auf dieses Büchlein gefreut, dachte das ist eine tolle Sache, dachte schon an ein paar Leute, denen ich es zu Weihnachten kaufen wollte.
Aber nachdem ich es jetzt durchgelesen habe, werde ich darauf verzichten.

Solche Sinnsprüche fasst ja jeder anders auf, mich hat die Mehrzahl nicht überzeugt, deshalb vergebe ich 2,5 Sterne, die ich mathematisch aufrunde.



Veröffentlicht am 25.11.2017

Über den wilden Fluss

His Dark Materials 0: Über den wilden Fluss
0

Über den wilden Fluss, von Philip Pullman

Cover:
Recht mystisch, die ganzen Schatten unter dem Kahn.
Passt zum Buch.

Inhalt:
Die Vorgeschichte zum Weltbestseller : Der Goldene Kompass.

Der 11-jährige ...

Über den wilden Fluss, von Philip Pullman

Cover:
Recht mystisch, die ganzen Schatten unter dem Kahn.
Passt zum Buch.

Inhalt:
Die Vorgeschichte zum Weltbestseller : Der Goldene Kompass.

Der 11-jährige Malcolm geht im Kloster in Oxford ein und aus, als ob er dazugehört. Als die Nonnen ein Baby (Lyra Beacqua) aufnehmen, von dem niemand etwas wissen darf, schließt Malcom es sofort in sein Herz.
Bald darauf gehen unheimliche Dinge vor sich.
So viele erkundigen sich nach dem Baby, und nicht immer sind sie ihm wohlgesonnen.
Als die große Flut hereinbricht, kann Malcom, mit Hilfe von Alice, Lyra im letzten Moment retten.
In seinem Kahn, La Belle Sauvage (Die schöne Wilde, wie auch der Originaltitel im englischen heißt), beginnt für die Drei eine abenteuerliche Reise.

Meine Meinung:
Wer die Trilogie um den Goldenen Kompass kennt und liebt, wird sich auch in diesem Buch wieder verlieren können.

Wir werden in abenteuerliche und utopische Welten entführt. Wenn auch die Welt, in der Malcolm lebt, der unseren sehr ähnlich ist. Es ist eine Mischung aus Mittelalter und modernem Leben.
Überall gibt es Gegensätzlichkeit.
Wir begegnen Wasser-Riesen, Hexen und Feen.
Vieles erinnert an fantastische Märchen und dann ist da doch wieder das ganz normale alltägliche Leben.
Es gibt Gyrokopter, Chokolatl und Schweizer Messer (um nur einige Worte zu nennen).
Jeder Mensch hat einen (Tier-)Begleiter, seinen Dämon (im positiven Sinn) mit dem er untrennbar (bzw. nur unter Schmerzen) verbunden ist.

Malcolm ist ein wunderbarer Protagonist.
Ist er doch noch ein Kind, aber er hat das Gespür für die richtigen und wichtigen Dinge im Leben. Und den unglaublichen Willen und den Mut für etwas einzustehen und zu sorgen, wenn er denkt damit das richtige zu tun.

Das Baby Lyra wird von verschiedenen Personen (oder Institutionen) gesucht und verfolgt. Was daran so erschreckend ist, es wird quasi über Leichen gegangen und schon Kinder werden eingespannt um sich gegenseitig zu bespitzeln und zu denunzieren, in den Schulen und sogar in den Familien. Und hier spielt auch die Kirche mal wieder eine ganz unrühmliche Rolle.

Dies alles wird sehr fantasievoll und wortgewaltig beschrieben.

Autor:
Philip Pullman, geb. 1946 in England, wuchs in Zimbabwe und Wales auf. Viele Jahre arbeitete er als Lehrer, bevor er sich ganz auf das Schreiben konzentrierte. Mit der Trilogie „His Dark Materials“ (Die Trilogie um den Goldenen Kompass), wurde er weltweit bekannt.

Mein Fazit:
Der Autor entführt uns mit diesem Buch wieder in eine unglaubliche Welt, die uns staunen lässt, so bildgewaltig wird uns das ganze erzählt.
Ich kann mir das ganze wieder gut als Film vorstellen.
5 Sterne

Veröffentlicht am 22.11.2017

Unsere Tage am Ende des Sees

Unsere Tage am Ende des Sees
0

Unsere Tage am Ende des Sees, von Linda Winterberg

Cover:
Schönes romantisches Cover mit hohem erkennungswert (wenn man die anderen Bücher der Autorin kennt).

Inhalt:
Eine Geschichte die auf zwei Zeitebenen ...

Unsere Tage am Ende des Sees, von Linda Winterberg

Cover:
Schönes romantisches Cover mit hohem erkennungswert (wenn man die anderen Bücher der Autorin kennt).

Inhalt:
Eine Geschichte die auf zwei Zeitebenen spielt.
Einmal 1990: Hanna ist 16 Jahre alt zum ersten mal so richtig verliebt, doch leider muss sie sich um ihre alkoholkranke Mutter kümmern die immer mehr abdriftet. Als sie es nicht mehr packt holt ihr Vater sie nach Hamburg.
Dann 25 Jahre später in der Gegenwart:
Hanna trauert noch um ihren Ehemann, der bei einem Autounfall ums Leben kam, da erreicht sie ein Anruf ihrer Mutter zu der sie vor 25 Jahren alle Brücken abgebrochen hat.

Hanna stellt sich ihrer Vergangenheit.
Wird sie sich mit ihrer Mutter versöhnen können?
Wird ihre große Liebe Alex wieder einen Platz in ihrem Leben finden?

Meine Meinung:
Dies ist mein drittes Buch der Autorin und der Schreibstil ist wieder wunderbar warm und empathisch.

Das schwere Thema, Alkoholsucht, wird voller Wärme und ohne erhobenen Zeigefinger, und doch mit der ganzen Dramatik, erzählt. Es ist unglaublich was Familienangehörige, vor allem Kinder und Jugendliche da alles durchmachen müssen. Sehr realistisch wird gezeigt, dass immer wieder, wenn ein neuer Hoffungsschimmer da ist, der nächste Tiefschlag nicht lange auf sich warten lässt.

Die zwei Zeitebenen sind gut miteinander verbunden.

Ich konnte sehr gut mit Hanna mitfühlen und mich in sie hineinversetzten.

Es gab ein paar Szenen die hätte ich gerne ausführlicher und mit mehr Informationen gehabt Z.B. wie der Neuanfang in Hamburg war, oder am Ende des Buches ein kleiner Ausblick in die Zukunft und über Alex.

Aber das Hauptthema der Geschichte ist die problematische Mutter-Tochter-Beziehung und ihre Bewältigung.
Die Liebesgeschichte gibt den nötigen Rahmen, bzw. ist auch der rote Faden der sich durch das Buch zieht.

Ein Satz in diesem Buch hat es mir besonders angetan:
Wann heilen Verletzungen der Seele?

Autorin:
Hinter dem Pseudonym von Linda Winterberg, verbirgt sich Nicole Steyer, von der viele weitere wunderbare historische Romane stammen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Töchtern im Taunus

Mein Fazit:
Wieder ein sehr schönes Buch der Autorin, mit einem sehr traurigen und emotionalen Thema: wenn die Mutter ein Alkoholproblem hat, das voller Wärme und ohne Verlust zur Realität umgesetzt wurde.