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Veröffentlicht am 11.05.2017

An der Ostsee sagt man nicht Amore

An der Ostsee sagt man nicht Amore
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An der Ostsee sagt man nicht Amore, von Katharina Jensen

Cover:
Hier kommt sofort Wohlfüh- Atmosphäre auf.

Inhalt:
Als Anne am Abend nach ihrer Hochzeit, mit dem Italiener Fabio, ein von ihm gehütetes ...

An der Ostsee sagt man nicht Amore, von Katharina Jensen

Cover:
Hier kommt sofort Wohlfüh- Atmosphäre auf.

Inhalt:
Als Anne am Abend nach ihrer Hochzeit, mit dem Italiener Fabio, ein von ihm gehütetes Geheimnis entdeckt, flüchtet sie Hals über Kopf, im Brautkleid und ihrem roten Mini, nach Rügen.
Dort trifft sie auf den Fischer Fritz mit dem sie die ersten Küsse „geübt“ hat.
Genau wie Anne, will er generell nichts mehr mit dem anderen Geschlecht zu tun haben.
Doch das „goldenen Einhorn“ der Liebe sucht sich seine eigenen Wege…..

Meine Meinung:
Der Einstig ins Buch ist direkt und super. Der Schreibstil ist sehr persönlich, der Leser wir immer wieder direkt von Anne (der Hauptprotagonistin) angesprochen: ..kennen Sie das……., …stellen Sie sich vor……, ….ach hab ich Ihnen das schon erzählt………; das schafft sofort eine unglaubliche Nähe.
Das ganze Buch quillt nur so über von Wortwitz und gelungenen Wortspielereien, es ist super witzig und locker, sowie schlagfertig und ich musste mehr als einmal laut loslachen.

Sowieso wächst Anne mir sehr schnell ans Herz.
Ihre Art zu denken und zu handeln (auch ihre Selbstgespräche) ist herzerfrischen, humorvoll und selbstironisch.
Auch alle anderen Charaktere werden liebevoll und detailiert, dabei realistisch und glaubwürdig gezeichnet.

Auch die Handlung ist plausibel, wenn auch am Ende vielleicht ein klein bisschen zu dick aufgetragen wird, denn da haben wir nochmals Drama pur.

Hier noch zwei Zitate, die zeigen, dass das Buch durchaus auch nachdenkliche Passagen hat und mich zum Nachdenken anregt.
Zitate:
- How long is now? Wie lange dauert jetzt?
- Beziehungen waren, sind und bleiben kompliziert- aber am kompliziertesten ist die Beziehung, die du mit dir selber hast!

Autorin:
Katharina Jensen, geb. 1984, verbrachte ihre Kindheit und Jugend an der Ostseeküste, bevor sie zum Psychologiestudium und arbeiten nach Berlin zog.
Es zieht sie nach wie vor an die Ostsee, vor allem auf die Insel Rügen.

Mein Fazit:
Ein super gelungenes Debüt, das mir wunderschöne Lesestunden bereitet hat.
Der supergeniale Schreibstil (hier sollte man mehr als 5 Sterne vergeben können), die herrlich authentischen Protagonisten und die wunderschöne Landschaft ergeben einen brillanten Mix von dem man gerne mehr möchte.
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und volle 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.05.2017

Glaube Liebe Tod

Glaube Liebe Tod (Ein Martin-Bauer-Krimi 1)
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Glaube Liebe Tod, von Peter Gallert und Jörg Reiter

Cover:
Eine Szene aus dem Buch – total passend.

Inhalt:
Ein Polizist steht auf einer Brücke und will sich in die Tiefe stürzen.
Der evangelische Polizei-Seelsorger ...

Glaube Liebe Tod, von Peter Gallert und Jörg Reiter

Cover:
Eine Szene aus dem Buch – total passend.

Inhalt:
Ein Polizist steht auf einer Brücke und will sich in die Tiefe stürzen.
Der evangelische Polizei-Seelsorger Martin Bauer kann ihn mit einer gewagten Aktion retten.
Doch wenige Stunden später ist der Polizist doch tot, ein Sturz vom Deck eine Parkhauses.
Alle glauben an einen Suizid, besonders als herauskommt, dass gegen den Beamten wegen Korruption ermittelt wurde.
Nur Bauer ist skeptisch. Auf der Suche nach der Wahrheit geht er seine eigenen, nicht immer legitimen und geraden Wege.
Was er findet, stellt ihn selber auf eine harte Probe…………

Meine Meinung:
Eine unglaubliche, von Anfang an spannende und rasante Handlung.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Geschichte wird Stück für Stück aufgebaut, wir kommen Puzzleteil für Puzzleteil der Wahrheit näher und lesen atemlos, wie eine Erkenntnis schockierender ist als die andere.
Es geht ins Drogen- und Rotlichtmilieu und dass es dort nicht zimperlich zugeht ist wohl klar, doch wird dies nicht episch breit getreten sondern in seiner vollen Wucht unserem Kopfkino überlassen.
Und doch schafft es das Buch, durch die besondere Person von Martin Bauer (ein sympathischer, menschlicher Charakter, mit Sorgen, Ängsten und Fehlern), nicht in einen Rambo-Aktion-Krimi abzudriften, sondern es werden existentielle Fragen des Lebens eingewoben. Zweifel, Freundschaft, Ehre, Lügen, Liebe, was ist wichtiger: persönliche Sorgen oder fremdes Leid?
Sehr gelungen und ausgewogen finde ich die Balance zwischen Privatleben und Krimifall.

Ein Krimi wie man ihn sich nur wünschen kann und bei dem ich mich schon auf den Nachfolger „Tiefer denn die Hölle“, freue.

Autoren:
Peter Gallert, geb. 1962, ist (in Zusammenarbeit mit Jörg Reiter) Drehbuchautor, hat drei Töchter und lebt mit seiner Familie in Köln.

Jörg Reiter, geb 1952 ist freier Autor und schreibt Drehbücher (mit Peter Gallert) und lebt auch in Köln.

Mein Fazit:
Ein wahnsinns Krimi, absolutes Kopfkino.
Spannend, dramatisch, aufrüttelnd.
Ein Show Down wie im besten Hollywood Film, total realistisch und echt krass!
Von mir eine klare Lese- und Kaufempfehlung und 5 Sterne mit **

Veröffentlicht am 08.05.2017

Die fremde Königin

Die fremde Königin
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Die fremde Königin, von Rebecca Gablé,
erschienen beim Bastei Lübbe Verlag

Cover:
Die Farben Schwarz und Gold bringen die „Macht“ deutlich rüber.

Inhalt:
Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard ...

Die fremde Königin, von Rebecca Gablé,
erschienen beim Bastei Lübbe Verlag

Cover:
Die Farben Schwarz und Gold bringen die „Macht“ deutlich rüber.

Inhalt:
Anno Domini 951: Der junge Gaidemar, ein Bastard vornehmer, aber unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, erhält einen gefährlichen Auftrag: Er soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Auf ihrer Flucht verliebt er sich in Adelheid, aber sie heiratet König Otto.

Dennoch steigt Gaidemar zum Vertrauten der Königin auf und erringt mit Otto auf dem Lechfeld den Sieg über die Ungarn. Schließlich verlobt er sich mit der Tochter eines mächtigen Slawenfürsten, und der Makel seiner Geburt scheint endgültig getilgt.

Soweit der Klappentext der damit meine Neugier geweckt hat.

Meine Meinung:
Eine gelungene Fortsetzung des Romans „Das Haupt der Welt“, das man aber auch sehr gut ohne Kenntnisse der Vorgängerbuchs lesen kann.

Die Geschichte beginnt gleich mit einer dramatischen Flucht und der Einführung eines der Hauptprotagonisten:
Gaidemar, ein „Bastard“, ein unauffälliger Held, der immer zur Stelle ist wenn man ihn braucht, dem seine Ehre und Loyalität über alles geht, der diese Werte auch schon mal über sein eigenes Glück stellt.

Wir erleben eine Zeit voller politischer Wirren und Kriege. Auch innerhalb der Herrscherfamilien herrschen Intrigen, Neid und Missgunst. So werden Bündnisse geschlossen und wieder hintergangen, dass ich als Leser kaum noch den Überblick habe und mich oft frage: wieso nur? Oder Wer mit Wem gegen Wen?
Alle geschichtlich Interessierten werden voll auf ihre Kosten kommen, denn die Autorin hält sich mit den Fakten eng an die historischen Daten, und die waren zu der Zeit nun mal sehr verwirrend.
Die weltliche und die kirchliche Macht war vermischt und jeder hat irgendwie versucht seine Finger überall drin zu haben und andere zu manipulieren, auszuspionieren und zu beherrschen.

Ein Auf und Ab, in dem wir durch die wunderbar flüssige Schreibweise der Autorin aber viel zur damaligen Zeit lernen, Menschen im Alltag und Menschen an der Macht. Ihre Lebensweise oder auch ihren Kampf ums Überleben.

Die Handlung hat unterschiedliche „Geschwindigkeiten“, mal geht es atemberaubend und Schlag auf Schlag, dann wieder kommen Abschnitte in denen ich mich als Leser eher zurücklegen und entspannen kann.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und individuell, es gibt die Bösewichte und „Kotzbrocken“ denen wir alles Böse an den Hals wünschen würden und die liebenswürdigen, die uns einfach ans Herz wachsen, mit denen wir bangen, hoffen und wünschen.

Das Nachwort rundet das ganze Buch hervorragend ab und gibt nochmals einen genauen Überblick über die historische Wahrheit und Fiktion.

Autorin:
Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, studierte Anglistik und Germanistik in Düsseldorf, wo sie anschließend ein Jahr als Dozentin für altenglische Literatur tätig war. Heute arbeitet sie als freie Autorin. 1997 gelang ihr mit ihrem ersten historischen Roman "Das Lächeln der Fortuna" der Durchbruch. Seither folgten 8 weitere historische Romane, die alle SPIEGEL-Bestseller wurden. Rebecca Gablé lebt mit ihrem Mann am Niederrhein und auf Mallorca.

Mein Fazit:
Ein sehr gut recherchierter Roman über Otto und Adelheid, der sich nahe an die historischen Fakten hält, dessen Handlung aber immer wieder Überraschungen und unerwartete Wendungen bereithält und bestens unterhält.
Einen Helden zum Verlieben präsentiert und ein Ende das für mich als Leser stimmig ist. Von mir sehr gute 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Charaktere
  • Gefühle
  • Recherche
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 08.05.2017

Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte

Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte
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Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte,
von Steffen Schulze

Cover:
Interessant, nur anstatt der Pistole gehört da ein Messer hin (find ich).

Inhalt:
Der junge Eisenacher Priester Max wird zu seiner ...

Der Motorradpfarrer und die Millionenbeichte,
von Steffen Schulze

Cover:
Interessant, nur anstatt der Pistole gehört da ein Messer hin (find ich).

Inhalt:
Der junge Eisenacher Priester Max wird zu seiner ernst Beichte in die Justizvollzugsanstalt gerufen. Dort eröffnet ihm ein todkranker Bankräuber, dass er fünf Millionen Euro auf einem Schweizer Nummernkonto deponiert habe. Das Passwort hierfür sei auf sechs Frauenkörper eintätowiert.
Nach vielen Gewissensbissen macht sich Max auf die Suche nach den Frauen und bei den ersten wird er auch schnell fündig.
Doch dann gerät das ganze außer Kontrolle. Es gibt Tote und Max gerät unter Mordverdacht und muss auch bald um seine eigenes Leben fürchten.

Meine Meinung:
Der Krimi beginnt eigentlich sofort auf den ersten Seiten.
Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen.
Die Personen und Charaktere sind gut beschrieben und werden nach und nach vorgestellt. Max als „Motorradpfarrer“ ist authentisch und realistisch.

Die Geschichte selber ist interessant, es wird ein schöner Spannungsbogen aufgebaut. Zur Mitte zu kann man zwar einiges erahnen, aber es kommen trotzdem noch neue Wendungen hinzu und ich bin beim Lesen überrascht wie sich manches entwickelt und gerade dadurch steigt am Ende auch wieder die Spannung.

Für alle die Eisenach kennen, ist es bestimmt doppelt interessant, mit Max und den anderen die Wege und Orte zu begehen.

Mein Fazit:
Ein interessanter Krimi, bei dem einiges ziemlich schnell klar wird, der aber trotzdem bis zum Ende mit Überraschungen und Spannung aufwarten kann.
Von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 05.05.2017

Mit jedem Jahr

Mit jedem Jahr
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Mit jedem Jahr, von Simon Van Booy

Cover:
Das Cover strahlt Wärme und Geborgenheit aus und macht neugierig.

Inhalt:
Eine Geschichte über ein Familiendrama.
Die Brüder Jason und Steve haben eine schwere ...

Mit jedem Jahr, von Simon Van Booy

Cover:
Das Cover strahlt Wärme und Geborgenheit aus und macht neugierig.

Inhalt:
Eine Geschichte über ein Familiendrama.
Die Brüder Jason und Steve haben eine schwere Kindheit. Jason wird immer wieder in Raufereien verwickelt, hat Tattoos und sogar eine Vorstrafe, Steve wird zum Familienvater in „geordneten“ Verhältnissen.
Aber als Steve und seine Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen nimmt sich Jason dessen kleiner Tochter Harvey an.
Können diese beide zu einer Familie werden?

Meine Meinung:
Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und mich eine hoch emotionale Geschichte erwarten lassen.

Doch irgendwie bin ich mit dem Schreib- und Erzählstil nicht zurechtgekommen.
Für mich fehlten bei der hochdramatischen Geschichte einfach die Emotionen, die sind für mich einfach nicht transportiert worden.
Die Sätze klingen für mich zu abgehackt es fehlt mir das fließende. Es waren für mich zu viele Sprünge in er Zeit und in der Geschichte. Es war wie ein Bericht, ein Rückblick. Und dabei wurden auch viele Dinge und Nebenhandlungen angesprochen die dann aber keine Auswirkung oder direkten Bezug zu den beiden Hauptprotagonisten oder zur Handlung hatten (für mich fühlte es sich auf jedenfall so an). Teilweise einfach ein Durcheinander.

Am besten hat mir noch die Sozialarbeiterin Wanda gefallen, die das Herz auf dem rechten Fleck hat und auch schon mal gegen die Bürokratie ankämpft.

Das Ende ist dann ein sehr konstruierter Zufall, wobei sich der Kreis zur ersten Seite (deren Sinn man erst am Schluss sieht) schließt.

Autor:
Simon Van Booy stammt aus Wales und lebt mit seiner Frau und Tochter in Brooklyn.

Mein Fazit:
Ein Buch mit sehr viel Potential, einer tollen Story, aber da hätte mehr draus gemacht werden können.
Deshalb 3 Sterne.