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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2022

Nutze Deine Chancen

Café Leben
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Henrietta schreibt sogenannte Lebensbücher, d.h. sie schreibt die Lebensgeschichte von Todkranken für deren Angehörige auf. Sie macht das nicht aus Überzeugung, sondern weil sie nachdem sie zweimal schon ...

Henrietta schreibt sogenannte Lebensbücher, d.h. sie schreibt die Lebensgeschichte von Todkranken für deren Angehörige auf. Sie macht das nicht aus Überzeugung, sondern weil sie nachdem sie zweimal schon gekündigt wurde, dringend eine Anstellung braucht. Ihre erste Klientin Annie macht es Henrietta schwer, da diese sich in keinster Weise an den vorgebenden Rahmen halten will und Henrietta auch nicht alles erzählt. Und so ist das Buch ziemlich leer und das erste Mitarbeitergespräch rückt näher. Aber Henrietta’s detektivischer Spürsinn ist geweckt und eigentlich mag sie Annie auch sehr gern und so recherchiert Annie selbst.
Ein sehr emphatisch geschriebenes Buch, welches aber wohltuend rational mit dem Tabuthema Tod und Sterben umgeht. Es ist liebevoll, macht Hoffnung und schärft den Blick für das Wesentliche im Leben - nämlich das Leben selbst. Eine Geschichte, die zwar in Teilen traurig ist, aber den Leser getröstet zurücklässt. Es fühlt sich an wie eine warme Umarmung. Jeder sollte es lesen.

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Veröffentlicht am 12.11.2022

Hut ab

Agent Sonja
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Ursula Kuczynski, welche für den russischen Geheimdienst angeworben, in mehreren Ländern ihrer Spionagetätigkeit nachging und das Glück hatte, diese zu überleben. Eine glühende Kommunistin, die ...

Ursula Kuczynski, welche für den russischen Geheimdienst angeworben, in mehreren Ländern ihrer Spionagetätigkeit nachging und das Glück hatte, diese zu überleben. Eine glühende Kommunistin, die das was die Tat aus Leidenschaft, erbrachte. Ihre Weggefährten waren so bekannte Persönlichkeiten wie Richard Sorge. Dieses Buch liest sich spannend wie ein Thriller und ist doch ein Sachbuch. Ich bin zu tiefsten beeindruckt von dieser Frau, die sich aus purer Überzeugung, mit immensen Talent und technischen Sachverstand in der Männerwelt der Spione behauptete.
Es ist spannend geschrieben, die Quellenangaben belegen die Aussagen und was ich besonders schön finde, auch ihr ältester Sohn hat daran mitgearbeitet. Denn die Familie war die, die immer wieder Opfer bringen musste. Sei es durch überstürzte Umzüge oder wechselnde Partner bis hin zu Lagerhaft des ersten Mannes.
Auch wenn mir Ursula / Sonja mit ihrer fanatischen Art nicht sympathisch war, bin ich doch von ihrer Leistung schwer beeindruckt. Dieses Buch hat auf unterhaltsame Art mein Allgemeinwissen erweitert. Es ist lesenswert und Geschichtsinteressierte werden begeistert sein.

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Veröffentlicht am 27.10.2022

Lehrreich, Spannend und Berührend

Der Horror der frühen Chirurgie
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Lindsey Fitzharris hat ein Sachbuch geschrieben, welches teilweise so spannend wie ein Thriller ist, welches aber auch von aufopfernder Hingabe eine Ausnahmearztes zeugen, der es sich zur Aufgabe ...

Lindsey Fitzharris hat ein Sachbuch geschrieben, welches teilweise so spannend wie ein Thriller ist, welches aber auch von aufopfernder Hingabe eine Ausnahmearztes zeugen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, schwerst im Gesicht verletzten Soldaten zu helfen. Bislang war es so, dass die die es überlebten notdürftig zusammengeflickt worden und dann ein Leben in Einsamkeit führen mussten, da die Öffentlichkeit viel zu geschockt von ihrem entstellten Äußerungen war und dies auch öffentlich kund tat. Das Buch beschreibt den Werdegang von Dr. Harold Gillies anhand verschiedener Krankengeschichten - von seinen Anfängen bis hin zu immer größeren Plastiken. Besonders beeindruckt hat mich der emphatische Schreibstil, der behutsam den Verletzten eine Stimme verliehen hat und auch Misserfolge und Rückschritte zeigte. Man bangt und hofft mit den Patienten und sollte sich immer vor Augen halten, dass deren Schicksale reell sind und es sich um junge Männer von Anfang 20 handelte. Ein Buch, welches mich tief beeindruckt hat und stellenweise nichts für schwache Nerven und Mägen ist.

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Veröffentlicht am 24.10.2022

Eine wunderbare Biografie

Astrid Lindgren
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Eine Biografie über eine Autorin zu schreiben, deren Bücher uns alle in unserer Kindheit begleitet haben, ist eine Herausforderung. Susanne Lieder hat sich ihr gestellt. Herausgekommen ist ein liebevoll ...

Eine Biografie über eine Autorin zu schreiben, deren Bücher uns alle in unserer Kindheit begleitet haben, ist eine Herausforderung. Susanne Lieder hat sich ihr gestellt. Herausgekommen ist ein liebevoll und warmherzig erzähltes Buch über die prägendsten Abschnitte in Astrid Lindgrens Leben. Das Buch beginnt als Astrid ihren kleinen Sohn von seiner Pflegemutter zurückholt und endet 2 Tage nach der Hochzeit ihrer Tochter.

Wir erfahren wie das freche Mädchen Pippi Langstrumpf bei Astrid und ihrer Tochter Katrin in der Tür steht. Denn so ist es bei ihr, die Helden ihrer Geschichten erzählen ihr sprichwörtlich ihre Abenteuer und leben quasi mit der Familie Lindgren zusammen oder die Geschichten kommen durch die Luft gesaust und Astrid Lindgren greift zu.

Mit ihrer gefühlvollen Schreibweise hat es Susanne Lieder geschafft, mir die nicht nur die Autorin, sondern den Mensch und die Mutter Astrid Lindgren nahe zu bringen, welche sich das kleine und freche Mädchen aus Näs immer im Herzen bewahrt hat.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Blutsaugerplage

This Charming Man
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Es gibt so Tage… Da kommt Hannah, stellvertretende Chefredakteurin der Stranger Times, gestresst aus ihrem Scheidungsurlaub und muss direkt einem, zum Glück neuen und unbenutztem, Toilettenbecken ausweichen, ...

Es gibt so Tage… Da kommt Hannah, stellvertretende Chefredakteurin der Stranger Times, gestresst aus ihrem Scheidungsurlaub und muss direkt einem, zum Glück neuen und unbenutztem, Toilettenbecken ausweichen, was ihr Chef soeben aus dem Fenster geworfen hat. Ja die Handwerksfirma, welche das Badezimmer der Redaktion sanieren sollte, hat selbiges in eine Falle verwandelt. Und nicht nur, dass sie nun der Frage nachgehen müssen, warum und für welchem Auftraggeber diese „Böslinge“ tätig waren, suchen merkwürdige bleiche Männer mit spitzen Fangzähnen und Blutdurst London heim. Und schon kämpft das Team an zwei Fronten. Der Fortsetzungsband ist ähnlich fantasievoll und mit schrägen englischen Humor verfasst wie Band 1. Es gibt wieder Geister, alte Gottheiten, Unholde und undurchschaubare Aufsichtsräte. Aber mir fehlt bei dem schrägen Klamauk eine klare Linie, ähnlich der, die mich so schön durch Band 1 geführt hat. Das Buch ist lustig und verrückt ohne Zweifel, der schwarze Buchschnitt ein toller Hingucker, aber es gibt aus meiner Sicht zu viele Handlungen, zu viele Personen. Es war verwirrend ein Buch, welches meiner Meinung nach unterhalten soll, wie ein Fachbuch lesen zu müssen. Es ist nichts, was man so nebenher lesen kann, dann verläuft man sich im Inhalt wahrscheinlich wie in den Straßen Londons. Und kennt man Teil 1 nicht, dann hat man es aus meiner Sicht es richtig schwer. Es gibt hier keine Zusammenfassung und die Protagonisten werden nicht nochmal vorgestellt. Man verpasst viel, wenn man ohne Vorkenntnisse einsteigt. Spaß beiseite Mr. McDonnell das können sie besser, das haben sie in Teil 1 bewiesen und ich hoffe, dass sie in Band 3 daran wieder anknüpfen.

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