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Veröffentlicht am 21.09.2022

Tradition versus Moderne

Das Leuchten der Rentiere
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Elsa muss als 9jähriges Mädchen mit Ansehen, wie ihr Rentierkalb Nástegallu ermordet wurde. Und der Mörder droht ihr, falls sie etwas erzählt. Ein furchtbares Geheimnis für das Kind, zumal weiter Rentiere ...

Elsa muss als 9jähriges Mädchen mit Ansehen, wie ihr Rentierkalb Nástegallu ermordet wurde. Und der Mörder droht ihr, falls sie etwas erzählt. Ein furchtbares Geheimnis für das Kind, zumal weiter Rentiere sterben, welche für die Samen, die mit ihnen zusammenleben eine Katastrophe darstellt. Ein eindrucksvolles Buch, welches auf die Probleme wie z.B. die hohe Selbstmordrate bei Jugendlichen, der Samí aufmerksam macht. Aber ohne erhobenen Zeigefinger und immer aus Sicht von Elsa, die über die Jahre zur Frau heranwächst. Aber die Bedrohung bleibt und nimmt zu. Und leider ist die Polizei keine große Hilfe. Ein Buch, dass zeigt wie tief in Schweden die Gräben zwischen den Ureinwohnern und den Schweden sind. Es ist beängstigend zu lesen, wie schlimm es ist, wenn die Behörden wegsehen und die Gräben zwischen den Ethnien immer tiefer werden. Der Schreibstil ist berichtend und leise. Aber der Inhalt macht traurig und lässt aktuell wenig Raum für Hoffnung.

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Veröffentlicht am 17.09.2022

Spiel mit Fakten und Fiktion- Die Suche nach dem verschwunden Schachgenie

Lukusch
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Ein Roman, der gekonnt den Leser in die Irre führt. Den Jugendlichen Anton Lukusch, der als „Tschernobylkind“ in die BRD zu Erholung kommt und dort als Schachgenie entdeckt, gefeiert und plötzlich von ...

Ein Roman, der gekonnt den Leser in die Irre führt. Den Jugendlichen Anton Lukusch, der als „Tschernobylkind“ in die BRD zu Erholung kommt und dort als Schachgenie entdeckt, gefeiert und plötzlich von der Großmutter zurück nach Russland gebracht wird, haben seine Freunde Simon und Maria nie vergessen. In den 2000ern versuchen die Beiden ihn wieder aufzuspüren. Nur irgendjemand ist dagegen. Welches Geheimnis umgibt Anton Lukusch?
Das Buch besteht aus Erinnerungsfetzen der Vergangenheit und einem Road-trip in der Gegenwart. Der Erzählstil hat ab und an Drehbuchcharakter, welches mir persönlich nicht so gefallen hat. Man fragt sich beim Lesen immer „ist das wahr“ und beginnt zu recherchieren und genau dieses Spiel mit Fakten und Fiktion macht aus meiner Sicht den Reiz des Buches aus. Nur „die witzige Fahrt“, welche auf dem Klappentext angegeben wird, habe ich nicht gefunden. Aber das Buch ist durchaus lesbar und man muss dazu kein Schachspieler sein.

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Veröffentlicht am 09.09.2022

Eine sehr schöne Fortsetzung

Der Duft von Erde nach dem Regen
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Man begegnet allen Figuren des 1. Bandes wieder. Im Mittelpunkt stehen wieder Franziska und ihre Familie. Aber auch ihrer Ziehtochter Johanna wird jetzt mehr Raum gegeben, da diese erwachsen ist und versucht ...

Man begegnet allen Figuren des 1. Bandes wieder. Im Mittelpunkt stehen wieder Franziska und ihre Familie. Aber auch ihrer Ziehtochter Johanna wird jetzt mehr Raum gegeben, da diese erwachsen ist und versucht ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Es ist die Zeit direkt vor dem 2. Weltkrieg. Mir gefällt, wie gut die Autorin die politischen Entwicklungen in die Geschichte einflicht. Ich hatte das Gefühl mit der Familie Leidinger zu leben - mit ihren Hoffnungen (Vergrößerung ihrer Wirtschaft), ihren Sorgen (werden sie dem deutschen Reich eingegliedert oder bleibend sie Italiener) und den Glücksmomenten. Sehr schön ist, dass es Anna Thaler schafft zu zeigen, wie sehr sich sich die Dorfgemeinschaft und das Leben in den Familien verändert. Eine Geschichte, die von den starken Frauen der Familie getragen wird. Ein sehr angenehm zu lesendes Buch, welches Lust auf Teil 3 weckt. Man hofft und bangt mit allen Beteiligten auch im Hinblick der dunklen Schatten, die sich auf Südtirol legen.

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Veröffentlicht am 08.09.2022

Bedrückende Dystopie

Wilder Girls
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Hetty erzählt als Ich- Erzählerin ihre Geschichte - von einem Internat auf einer Insel. Alle Schülerinnen, die Lehrerinnen und auch die Natur verändern sich, viele von den Mädchen sind gestorben. Die verbliebenen ...

Hetty erzählt als Ich- Erzählerin ihre Geschichte - von einem Internat auf einer Insel. Alle Schülerinnen, die Lehrerinnen und auch die Natur verändern sich, viele von den Mädchen sind gestorben. Die verbliebenen verroht, entstellt und im Überlebensmodus. Getrennt von ihren Familien, hungrig und verängstigt zeigt sich immer mehr das uralte Überlebensprinzip „Surviving of the fittest“. Hilfe von Außen erhalten sie nur in knappen Verpflegungsrationen. Alle Klammern sich an den Gedanken, dass die Navi ein Heilmittel findet. Aber wollen die das überhaupt?
Hetty‘s Erzählstil ist das pure Gegenteil zu der Extremsituation, in der sich alle befinden. Sie berichtet relativ emotionslos über die Schrecken wie fleischfressende Hirsche, Mädchen, die verrückt werden. Emotional wird Hetty nur bei den beiden Menschen, die ihr wirklich wichtig sind. Ihre Freundinnen Reese und Byatt - für diese beiden würde sie durchs Feuer gehen. Und als Byatt verschwindet, wird Hetty‘s Loyalität auf die Probe gestellt.
Eine spannende Geschichte, die gleichzeitig bedrückend ist und mit unseren inneren Ängsten spielt. Auch wenn das Thema einer Seuche nichts Neues ist, wird doch eindringlich aufgezeigt, wie schnell Menschlichkeit verschwinden kann. Wie schnell sich Werte wandeln, wie wenig man anderen vertraut. Das Buch ist, schon aufgrund der detaillierten Gewaltszenen und der vielen dunklen Veränderungen nichts für Jugendliche. Egal, was der Titel suggeriert. Es ist ein Buch für Erwachsene und die Triggerwarnungen am Ende sollten am Anfang stehen. Eine düstere Welt, von Lichtblicken durchzogen, es bleibt die Hoffnung.

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Veröffentlicht am 03.09.2022

Vergesst Babe, wenn Ihr Daphne kriegen könnt

Der Tote im Zoo
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Ein toter Tierpfleger, die wahrscheinliche Zeugin - das Zwergschwein Daphne verschwunden. Ein nichtalltäglicher Fall den Kommissarin Inga Hamann lösen muss.

Skurrile Charaktere, Verwicklungen in Rotlicht ...

Ein toter Tierpfleger, die wahrscheinliche Zeugin - das Zwergschwein Daphne verschwunden. Ein nichtalltäglicher Fall den Kommissarin Inga Hamann lösen muss.

Skurrile Charaktere, Verwicklungen in Rotlicht und zur Fremdenlegion, Schweinsfäkalien, eine Vielzahl von Verdächtigen und unvorhersehbare Wendungen lassen das Lesen nicht langweilig werden. Aber, und das ist aus meiner Sicht der einzige Wermutstropfen - es werden zu viele Nebencharaktere gezeichnet bzw. zu viele Nebenhandlungen geöffnet, die vom Wesentlichen der Geschichte störend ablenken und den Hauptakteuren das Wasser abgraben. Ohne diese ganzen „Nebenschauplätze“ wäre das Buch nahezu perfekt. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, mir hätte das Buch nicht gefallen. Es ist gut zu lesen, unterhaltsam und das Cover ist richtig toll. Die Teile mit der eigentlichen Story sind spannend und mit feinem Witz gewürzt. Wer einen netten Krimi sucht, wird nicht enttäuscht werden.

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