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Veröffentlicht am 17.11.2021

Eine fiktive Geschichte, die sich anfühlt wie tatsächlich gelebt

Ein Ort, der sich Zuhause nennt
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Das Buch „Ein Ort, der sich Zuhause nennt“ von Astrid Rupert ist der dritte und abschließende Band der Trilogie über die Frauen der Familie Winter, der auch unabhängig von den anderen gelesen werden kann. ...

Das Buch „Ein Ort, der sich Zuhause nennt“ von Astrid Rupert ist der dritte und abschließende Band der Trilogie über die Frauen der Familie Winter, der auch unabhängig von den anderen gelesen werden kann. Der Lesende erfährt zum Ende des Buchs hin eine Erklärung für die Farbgebung aller drei Bände. Wieder begleitete ich die Protagonistinnen über ein Jahrzehnt hinweg, aber diesmal stehen die 1930er und 1940er Jahre im Fokus und dabei zeigt Charlotte eine ganz andere Seite von sich. Sie offenbart ihrer Tochter Paula wie auch ihrer Enkelin Maya ihr großes Geheimnis, das sie über ihre Jahre als junge Frau gelegt hat.

Der Roman spielt auf zwei Handlungsebenen. Die von Maya erzählten Geschehnisse im Jahr 2007 unterbrechen immer wieder die Rückblicke auf die Ereignisse in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Die „Winterfrauen“ haben über die Jahrzehnte hinweg jeweils ihren eigenen Weg zu sich selbst gesucht bis auf Maya, die sich in ihrem jetzigen Umfeld und ihrem derzeitigen Teilzeitjob nicht wohlfühlt und sich verändern möchte. Im Titel drückt sich aus, was unterschwellig von den Hauptfiguren gesucht wird, nämlich ein Ort, der ihnen die Möglichkeit gibt, so zu sein wie sie sein wollen.

Bei einer kleinen Familienfeier zu Mayas dreißigstem Geburtstag bricht ihre Oma Charlotte beim Öffnen der Haustür zusammen und wird ins Krankenhaus gebracht. Anlass für den Sturz ist der unerwartete Besuch eines älteren Herrn, den Charlotte zu kennen scheint, dessen Namen aber Paula und Maya noch nie gehört haben. Für Tochter und Enkelin ist Charlotte eine fleißige Bäuerin vom Lande, ruhig, bescheiden und immer auf Konventionen bedacht. Der überraschende Besuch aber löst bei Charlotte Erinnerungen aus über die sie nun ihrer Familie zum ersten Mal erzählt.

Paula, die in ihrer Jugend gegen ihre spießige Familie rebelliert hat und Maya, die eine Zeitlang von der Großmutter aufgezogen wurde, sind erstaunt über Charlottes Beschreibungen über ihre jungen Jahre. In den 1930er Jahren lebte sie bei ihrer alleinerziehenden Mutter Lisette und ging ihrer Berufung nach. Die politischen Veränderungen in Deutschland gingen auch nicht an dem kleinen Ort vorbei, in dem die Familie Winter wohnte. Die Nationalsozialisten gewannen immer mehr Anhänger und erließen zunehmend Gesetze nach deren Gusto. Vor allem wendeten sie sich gegen die Juden. Paula und Maya staunen darüber, wie beherzt Charlotte damals gehandelt und welchen Mut sie besessen hat.

Über die Jahrzehnte hinweg hat jede der Frauen der Familie Winter über bestimmte Angelegenheiten geschwiegen, wodurch eine Annährung und der Zusammenhalt schwierig war. Das Unverständnis für die nachfolgende Generation war groß, während sich zwischen Lisette und Paula sowie Charlotte und Maya eine besondere Bindung zueinander ergab. Astrid Rupert versteht es sehr gekonnt, die von Beginn im ersten Band an mit vielen Geheimnissen versehenen vielfältigen Figuren mit der Zeit, ihre eigene Geschichte erzählen zu lassen und dabei tief in deren Gefühlswelt zu blicken. Die handelnden Personen sind realitätsnah, ihre Handlungen nachvollziehbar und wie im vorigen Teil habe ich auch diesmal Parallelen zu Vorkommnissen in meiner eigenen Familie gefunden.

Nur ungerne habe ich mich im abschließenden dritten Band der Trilogie „Ein Ort, der sich Zuhause nennt“ von Astrid Ruppert von den inzwischen liebgewonnenen, auf ihre je eigene Art sympathischen Frauen der Familie Winter verabschiedet. Ihre jeweilige Geschichte fühlte sich für mich wie tatsächlich gelebt an, ihr Miteinander hat mich bewegt und ihre Handlungen und die Gründe dafür waren berührend. Gerne empfehle ich nicht nur diesen Roman weiter, sondern alle Bände der Reihe.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Abwechslungsreich gestaltet Figuren, Überraschungen und unerwartete Wendungen

Fürimmerhaus
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Das Buch „Fürimmerhaus“ von Kai Meyer ist ein Fantasyroman, der den Lesenden auf eine Reise durch ein Labyrinth mit Gängen, Zimmern, Kammern und Sälen in eben jenem Gebäude mitnimmt. Dunkel und mysteriös ...

Das Buch „Fürimmerhaus“ von Kai Meyer ist ein Fantasyroman, der den Lesenden auf eine Reise durch ein Labyrinth mit Gängen, Zimmern, Kammern und Sälen in eben jenem Gebäude mitnimmt. Dunkel und mysteriös ist das Cover gestaltet und entsprechend beherbergt die Geschichte rätselhafte Figuren in einer geheimnisvollen Welt.

Rund um das Fürimmerhaus existieren verschiedene Universen, in denen Machtkämpfe stattfinden. Darin verstrickt sind auch Jugendliche. Wenn sie sich durch besondere Eigenschaften hervortun und zu Ruhm gelangen, werden sie von den Regenten ihrer Erinnerung beraubt und ins Fürimmhaus geschickt. So ergeht es auch Carter. Aber anders als die anderen scheinbar nie alternden sogenannten Erlöser, denen er im Haus begegnet, hat er kein Aufnahmeritual erfahren und kann sich an seinen Namen erinnern. Unerwartetes geschieht derweil im Fürimmerhaus, denn es wächst unkontrollierbar. Carter und die Gruppe der Erlöser, die alle wie Fünfzehn- oder Sechszehnjährige aussehen, beschließen, nach einem Ausgang im endlosen Wirrwarr des Hauses zu suchen. Für Carter wird die Suche zu einem Weg zu sich selbst.

Kai Meyer stellt nicht nur Figuren in den Focus seiner Geschichte, sondern auch das Fürimmerhaus, welches eine unüberschaubare Anzahl verschieden großer, verschachtelter Räumlichkeiten enthält. Niemand der Erlöser kennt den Erbauer des Gebäudes. Sie sind ständig auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen, sie sich mit ihrer Welt beschäftigen, in der sie jetzt leben und die nur aus dem Fürimmerhaus und seinen Bewohnern besteht. Ihre Vergangenheit kennen sie nicht, aber sie wissen davon, dass sie früher ein Held beziehungsweise eine Heldin waren, jedoch nicht, ob sie zu den Guten oder eher den Bösen gehört haben. Auch wenn sie sich in einer einheitlichen Sprache verständigen können, so ist ihr Aussehen doch grundverschieden. Auf diese Weise zeigt der Autor, dass alle Erlöser egal ihrer Herkunft ebenbürtig sind.

Dadurch, dass ihnen die Erinnerung an die Vergangenheit fehlt, wird es ihnen erschwert Vertrauen zu den anderen zu fassen, denn letztlich bleibt ein Rest Argwohn darüber, was der andere eventuell zu verbergen hat. Mit einem gemeinsamen Ziel ist es einfacher sich aufeinander einzulassen und gemeinsam behaupten sie sich gegen Widersacher. Auch sind alle Erlöser sehr unsicher darin, ob sie sich auf dringend benötigte Hilfe von außerhalb der Gruppe einlassen sollen, was nochmals durch die entstehenden Konflikte für weitere Spannung sorgt.

Die Figuren und das Fürimmerhaus wurden von Kai Meyer mit Liebe fürs Detail gestaltet. Die Erzählung wirft Fragen auf, die auch von den handelnden Personen kommuniziert werden und mich als Lesende zum Mitdenken über die Zusammenhänge in der speziellen Welt und ihren darin verborgenen Geheimnisse brachten.

Das „Fürimmerhaus“ von Kai Meyer hält nicht nur für die abwechslungsreich gestalteten Figuren einiges an Überraschungen bereit, sondern sorgt auch beim Lesenden immer wieder für unerwartete Wendungen, so dass die Geschichte durchgehend spannend bleibt, ob die jugendliche Gruppe ihr Ziel erreichen wird. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an Fantasyleser ab etwa 12 Jahren.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Überzeugt mit der Konstruktion der Geschichte

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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In seinem neuen Psychothriller „Sharing“ wendet Arno Strobel den Titel nicht nur auf Gegenstände an, was grundsätzlich aufgrund der nachhaltigen Wirkung zu befürworten ist. Der Autor spielt mit dem Gedanken, ...

In seinem neuen Psychothriller „Sharing“ wendet Arno Strobel den Titel nicht nur auf Gegenstände an, was grundsätzlich aufgrund der nachhaltigen Wirkung zu befürworten ist. Der Autor spielt mit dem Gedanken, auch Personen zu teilen, das Cover deutet es bereits an. Die Frage im Untertitel „Willst du wirklich alles teilen?“ stimmt den Interessenten des Buchs bereits vor dem Aufblättern nachdenklich über die Begrifflichkeit.

Zunächst begegnete ich dem integren Ehepaar Bettina und Markus Kern in ihrer gewohnten Umgebung. Beide sind abends auf dem Weg nach Hause, wo bereits die fünfzehnjährige Tochter Leonie auf sie wartet. Sie betreiben ein Carsharing-Unternehmen und vermieten auch Wohnungen im Sharing-System. Als Bettina dann zur verabredeten Zeit und auch später nicht eintrifft, beginnt Markus, sich zu sorgen. Später erhält er per WhatsApp, die von Bettinas Handy gesendet wurde, die Anweisung eine Adresse im Darknet aufzurufen. Er ist darüber verunsichert und erfährt, dass seine Frau in der Hand eines Entführers ist, der sie mit anderen teilen wird, wenn er nicht ihren Anweisungen folgt. Obwohl er alles gibt, findet er Bettina am nächsten Morgen tot auf. Und das ist er der Anfang der grausamen Spiele, die der Entführer mit ihm führt.

Sehr schnell baut Arno Strobel Spannung auf, denn das Verbrechen beginnt auf den ersten Seiten. Bereits im zweiten Kapitel schildert er die beklemmende Situation, in der Bettina sich in der Hand des Entführers befindet, aus der Sicht der Protagonistin. Weitere solcher Kapitel, die in kursiver Schrift gesetzt sind, schiebt der Autor zwischen diejenigen ein, in denen Markus ungeduldig und eilig nach seiner Frau sucht. Die geschilderten Situationen sind nichts für schwache Nerven, weil sie Personen zeigen, die in einem Setting unter Gewaltandrohungen agieren.

Es gelang Arno Strobel auch in „Sharing“ wieder, mich zum Mitfiebern zu bringen. Sehr geschickt konstruiert er die Handlung. Kurz nach Aufnahme der polizeilichen Ermittlungen steht Markus selbst als Täter im Rampenlicht, was er natürlich empört ablehnt. Fakten und Indizien führen jedoch im Laufe der Geschichte dazu, dass sich nicht nur seine Freunde und Bekannten von ihm abwenden und ich als Lesende zunehmend an seiner Glaubwürdigkeit zweifelte. Den besonderen Kniff schafft der Autor schließlich dadurch, dass auch Markus sich seiner selbst nicht mehr sicher ist. Der Hintergrund für die Verbrechen bleibt bis zum Schluss verborgen.

Der Psychothriller „Sharing“ von Arno Strobel ist von Beginn bis zum Ende hin spannend und überzeugt mit seiner Konstruktion des Geschehens. Die zunehmende Verstörtheit des Protagonisten transportierte der Autor geschickt nach außen. Aufgrund bestimmter Schilderungen über Grausamkeiten eignet die Geschichte sich nicht für feinfühlige Lesende. Das Buch ist ein Muss für Strobel-Fans und eine Empfehlung an alle Thriller-Freunde.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Der sechste Band der Reihe mit dem Hamburger Ermittler Danowski

Danowski: Hausbruch
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Der Hamburger Hauptkommissar Adam Danowski wird im Buch „Danowski: Hausbruch“ von Till Raether bereits zum sechsten Mal in einem Kriminalfall tätig. Jedoch befindet er sich gerade zu einer Rehabilitation ...

Der Hamburger Hauptkommissar Adam Danowski wird im Buch „Danowski: Hausbruch“ von Till Raether bereits zum sechsten Mal in einem Kriminalfall tätig. Jedoch befindet er sich gerade zu einer Rehabilitation in einer Kurklinik an der Ostsee. Seit den Vorfällen der Ermittlungen im fünften Band der Serie ist einige Zeit vergangen, in der Adam zum Team von seiner Kollegin Meta gehörte, die die Sonderkommission Sexualisierte Gewalt leitete. Im Laufe der Geschichte blickt Danowski auf die jüngste Vergangenheit zurück, in der ihn ein Geiselnehmer in seiner Gewalt hatte. Damit hängt sein Aufenthalt im Kurheim unmittelbar zusammen. Während er versucht, die Ereignisse in diversen Anwendungen der Klinik psychisch zu verarbeiten, geschieht dort ein Mord, in den er mit einbezogen wird.

Die vorliegende kriminelle Handlung folgt nicht dem sonst üblichen Ablauf mit Delikt und der dann folgenden Ermittlungstätigkeit, sondern ist sehr viel subtiler. Erst spät kommt Spannung auf. Während Danowski, der seinen trockenen Humor nicht verloren hat, sich viele Gedanken über Alles und Jeden macht, vor allem aber über weitere Behandelte in der Klinik, lässt Till Raether einen parallelen Handlungsstrang in Hamburg-Hausbruch spielen. Ein noch unbenannter Mann und seine Frau haben dort ein Haus gekauft. Dieses Paar spielt im weiteren Verlauf der Geschichte eine wesentliche Rolle.

Aufgrund seiner vorigen Zugehörigkeit zur Sonderkommission bringt Danowski die benötigten Einblicke in die Beweggründe für die Handlungen des besagten Paars mit. Der Autor versucht dem Lesenden zu vermitteln, wie sexualisierte Gewalt ausgeübt wird und welche Chancen es für das Opfer gibt, sich davon zu lösen. Wie schwierig es ist, als Außenstehende darauf zu reagieren, zeigt sich anhand des Tuns von Meta und Danowski. Dabei wird die Kluft zwischen gesetzmäßigem Handeln und Eigenmacht deutlich sichtbar. In Bezug auf das Verhalten von Danowski stimmte mich das als Lesende nachdenklich.

Nicht nur die Aufarbeitung der erlebten Geiselnahme, sondern auch die Tat in der Kurklinik lassen den Hauptkommissar über seine berufliche Zukunft nachdenken. In seine Überlegungen bezieht er das ein, woran er in der Vergangenheit gescheitert ist, was er gut kann und welche Arbeit er sich wünschen würde. Zum Schluss überrascht Till Raether dann nochmal mit einer Wendung, die nicht jeden Lesenden freuen wird. Der Abschluss hält die Möglichkeit offen, dass es weitere Bände mit Danowski als Ermittler geben könnte.

Wer die Danowski-Serie bisher gelesen hat, wird in „Hausbruch“ von Till Raether einen noch feinfühligeren, nachdenklicheren Danowski erleben als bisher. Die Spannungskurve ist am Anfang recht flach, steigt aber nach der Hälfte der Erzählung bis zum Ende leicht an. Wer die Reihe, die eventuelle fortgesetzt werden könnte, weiterlesen möchte, sollte auch den vorliegenden Band gelesen haben.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Romantik, Wohlgefühl und hintergründige Spannung

Inselliebe und Meer
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Das Buch „Inselliebe und Meer“ von Anja Saskia Beyer ist der erste Teil der Romanreihe „Mallorca-Sehnsucht“, die entsprechend des Titels auf der gleichnamigen Baleareninsel spielt. Die romantische Bucht ...

Das Buch „Inselliebe und Meer“ von Anja Saskia Beyer ist der erste Teil der Romanreihe „Mallorca-Sehnsucht“, die entsprechend des Titels auf der gleichnamigen Baleareninsel spielt. Die romantische Bucht und das Backsteinhaus auf dem Cover vermitteln dem Lesenden einen Eindruck der Schönheit der Landschaft. Die Korbsessel im Vordergrund laden zum Verweilen und genießen ein. Gerne habe ich gedanklich hier zum Lesen Platz genommen.

Liz ist Anfang Dreißig und immer noch Single. Sie lebt in Berlin-Moabit und betreibt einen Feinkostladen, der aber wenig Gewinn abwirft. Eines Tages wird sie von ihrem Großonkel gebeten, auf seiner Finca auf Mallorca nach dem Rechten zu sehe, denn es habe mehrere Stornierungen bei den Ferienwohnungen gegeben, was er auf die Misswirtschaft des zuständigen Verwalters zurückführt. Obwohl der Großvater von Liz mallorquinischer Herkunft war, hat sie noch nie von der Finca gehört. Sie kommt dem Wunsch ihres Großonkels nach. Jedoch stellt sich heraus, dass Cristian als Verwalter immer um das Wohl der Feriengäste bemüht und zudem sehr attraktiv ist. Gegenüber Liz gibt er sich verschlossen bezüglich seiner Vergangenheit. Daher hat Liz nicht nur ein Familiengeheimnis aufzudecken, sondern möchte auch mehr über Cristian erfahren.

Anja Saskia Beyers Figuren sind authentisch gestaltet. Sowohl in ihrem wenig erfolgreichen Geschäft in Berlin wie auch auf der Finca in Mallorca konnte ich mir die Handlungen von Liz gut vorstellen. Während ihre Freundinnen bereits an eigene Kinder denken ist sie schon länger ohne festen Freund und ihr Geschäft ist erfolglos. Es ist angenehm zu verfolgen, dass Liz auf Mallorca nach ersten Problemen eine Wandlung durchläuft, was vor allem einer Gruppe von örtlichen Ladenbesitzerinnen zu verdanken ist. Die Frauen versprühen positive Energie und durch sie lernt Liz auch mal loszulassen und selbstbewusster zu sein. Kleine Eifersüchteleien bringen weitere Würze in den Roman

Zwar hat die Autorin mit dem Großonkel einen recht grantigen Charakter kreiert, doch durch ihn kommt ein Familiengeheimnis in die Geschichte, das hintergründig für Spannung sorgt. Daneben sorgt Cristian für weitere Heimlichkeiten in Bezug auf sein Vorleben. Liz weiß nicht, ob sie ihm Vertrauen kann, was für sie aber von grundlegender Bedeutung ist, sowohl im privaten Miteinander als auch in ihrer Rolle als Abgesandte ihres Großonkels.

Die Umgebung auf Mallorca ist zum Träumen schön beschrieben. Sind bei uns die Herbsttage grau und trist wünschte ich mir beim Lesen, auf der Insel sein zu können. Für die Protagonistin bietet das im Vergleich zu Berlin gemächlichere Leben eine kleine Auszeit trotz der Aufgabe, die sie zu erledigen hat. Das Ende der Geschichte ist erfreulich, konnte mich aber von den Verhaltensweisen her nicht vollständig überzeugen. Ein wenig Mallorca-Feeling kann der Lesende sich mit den im Anhang befindlichen Rezepten nach Hause holen.

Sonne, Strand, Olivenernte, Gefühlsverwirrungen und Geheimnisse sind die Zutaten des Romans „Inselliebe und Meer“ von Anja Saskia Beyer, die für Romantik, Wohlgefühl und hintergründige Spannung beim Lesen sorgen. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung.

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