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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2021

Eine berührende Geschichte voller Witz und Tiefgang

Barbara stirbt nicht
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Walter Schmid genießt seine Zeit als Rentner. Seine Ehefrau Barbara hat immer für ihn gesorgt, er musste sich nie mit all den Arbeiten im Haushalt auseinandersetzen, da sie diese übernommen hatte. Doch ...

Walter Schmid genießt seine Zeit als Rentner. Seine Ehefrau Barbara hat immer für ihn gesorgt, er musste sich nie mit all den Arbeiten im Haushalt auseinandersetzen, da sie diese übernommen hatte. Doch dann steht sie eines Morgens nicht mehr auf. Nun muss er sie beide versorgen.

Dies ist die Ausgangssituation, die zunächst viel Raum gibt für Szenen voller Situationskomik. Doch Walter erhält die einmalige Chance, über sich hinauszuwachsen, und das tut er: als Pflegekraft, als Hausmann, als fürsorglicher Partner. Neben den humorvollen, teils bitterbösen Szenen über einen Mann, der nie gelernt hatte, eine Tütensuppe zu kochen, gesellen sich nun sehr warmherzige Momente, wenn der Leser liest, wie Walter seine Chance zur Veränderung nutzt. So vereint die Autorin Alina Bronsky Witz und Tiefgang in einer Geschichte, die nach und nach immer mehr berührt. Und Herr Schmidt, den ich (und nicht nur ich) anfangs so gar nicht gut leiden konnte, hat sich unversehens in mein Herz geschlichen.

Dieses Buch hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch tief berühren können. Sehr gerne vergebe ich alle 5 möglichen Sterne und empfehle die Geschichte unbedingt weiter.

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Veröffentlicht am 08.12.2021

Weihnachten in Entenhausen

Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht
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Wie schon Ebenezer Scrooge, wird auch der geizige Onkel Dagobert von den drei Geistern der Weihnacht heimgesucht. Schließlich hält er nichts von Weihnachten. Ob Tick, Trick und Track ihn vom Gegenteil ...

Wie schon Ebenezer Scrooge, wird auch der geizige Onkel Dagobert von den drei Geistern der Weihnacht heimgesucht. Schließlich hält er nichts von Weihnachten. Ob Tick, Trick und Track ihn vom Gegenteil überzeugen können?

Dieses Bilderbuch verlegt das Weihnachtsbuch von Charles Dickens in die Welt von Entenhausen. Natürlich wird hier sehr viel vereinfacht und gekürzt, es soll schließlich Kinder ansprechen. Auch wenn ich finde, dass hier etwas zu viel vereinfacht und gekürzt wurde... Das Buch ist hochwertig illustriert, einige weitere kurze Weihnachtsgeschichten als Zugabe am Schluss hinzugefügt. Die Geschichten sind gewohnt lustig, man trifft sie wieder, all die Bewohner von Entenhausen, die man ja bereits kennt. Und doch finde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis für ein Buch mit gerade mal 32 Seiten etwas hochgegriffen. Ob das daran liegt, dass an Weihnachten der Geldbeutel auch mal etwas schneller geöffnet wird? Ja, ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Das Buch ist empfohlen ab 8 Jahren, ich würde es durchaus auch bereits Kindergartenkindern vorlesen und bestaunen lassen. Wer die Comics aus Entenhausen kennt (und wer tut das nicht?), wird sich über ein solches Geschenk freuen. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 07.12.2021

Gefahr für die Young Agents

Young Agents – New Generation (Band 3) – Im Visier der Hacker
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Als ein Gartenhäuschen explodiert, finden die Young Agents schnell heraus, dass dahinter eine Schutzgeldbande steckt. Nicht nur, dass Restaurants und Imbissbuden erpresst werden: Die Bande will mit Hilfe ...

Als ein Gartenhäuschen explodiert, finden die Young Agents schnell heraus, dass dahinter eine Schutzgeldbande steckt. Nicht nur, dass Restaurants und Imbissbuden erpresst werden: Die Bande will mit Hilfe von Computerviren internationale Unternehmen und Banden bedrohen. Computernerd Balu soll als Hacker in die Bande eingeschleust werden, doch damit gerät er in größte Gefahr…

Das Buch ist Teil einer Reihe über die Young Agents, lässt sich aber gut ohne weitere Vorkenntnisse lesen. Kinderagenten sind eigentlich nicht erlaubt, deshalb gibt es sie offiziell gar nicht. Dennoch haben die Young Agents eine gute Ausbildung erhalten, so dass sie sich auch in den brenzligsten Situationen zu helfen wissen. Dabei kann jeder der jungen Agenten seine ganz besonderen Talente einbringen. Brenzlig wird es in diesem Band auf jeden Fall: Viele Gefahren sind zu bestehen, doch sie sind clever und mutig und schaffen jede Herausforderung mit viel Action und Charme – und vor allem durch ihren guten Zusammenhalt.

Dieses Jugendbuch ist gut geeignet ab ca. 11 Jahren für alle, die viel Spannung und Action beim Lesen brauchen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 06.12.2021

Beeindruckendes Familienepos aus Vietnam

Der Gesang der Berge
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Huong wächst im Hanoi der frühen 1970er Jahre auf, bei ihrer Großmutter. Ihr Vater ist nicht aus dem Krieg zurückgekommen, ihre Mutter hatte sich auf den Weg gemacht, ihn zu finden. Die Großmutter entschließt ...

Huong wächst im Hanoi der frühen 1970er Jahre auf, bei ihrer Großmutter. Ihr Vater ist nicht aus dem Krieg zurückgekommen, ihre Mutter hatte sich auf den Weg gemacht, ihn zu finden. Die Großmutter entschließt sich, Huong die Geschichte ihrer Familie zu erzählen; sie erzählt ihrer Enkelin von der Vorhersage, die sie selbst in ihrer Kindheit erhielt: Dass ihr Leben in Wohlstand beginnen würde, dann aber auch bittere Armut und unsägliches Leid in ihr Leben käme. So erzählt die Großmutter vom Krieg in Vietnam, von der Landreform, von Vertreibung und Flucht.

Es ist eine Geschichte, die von einer starken Frau erzählt, von der Großmutter, die alles verlor und dennoch nicht aufgegeben hat, und die nun diese Stärke an alle ihre Kinder und auch an ihr Enkelkind Huong weitergibt. So entsteht ein bildreiches Familienepos, das nicht nur viel über die Geschichte der Familie erzählt, sondern über die Geschichte des Landes insgesamt. Dies ist für mich der erste Roman, den ich über Vietnam und seine Geschichte lese, und es ist der Autorin Nguyen Phan Que Mai sehr gut gelungen, mich in diese unsichere Welt mitzunehmen, die Huong und ihre Großmutter im zwanzigsten Jahrhundert erlebt haben. Dabei konnte ich die verschiedenen Facetten der handelnden Personen sehr gut nachvollziehen – da diese in einer Kultur leben, die mir eher fremd ist, hätte ich mir das am Anfang der Lektüre gar nicht vorstellen können. So erscheint Huongs Geschichte sehr authentisch.

Sehr gerne empfehle ich dieses beeindruckende Familienepos über eine vietnamesische Familie weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 06.12.2021

Ein ungleicher Kampf

Wie schön wir waren
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Die Bewohner von Kosawa werden von den Auswirkungen der Produktion in einem amerikanischen Ölkonzern bedroht: Öllecks haben das Land unfruchtbar gemacht, die Kinder sterben am vergifteten Trinkwasser. ...

Die Bewohner von Kosawa werden von den Auswirkungen der Produktion in einem amerikanischen Ölkonzern bedroht: Öllecks haben das Land unfruchtbar gemacht, die Kinder sterben am vergifteten Trinkwasser. Die Dorfgemeinschaft wird mit leeren Versprechungen hingehalten über Aufräumarbeiten und finanzielle Reparationen. Doch die Menschen von Kosawa beschließen, sich zu wehren.

Es ist ein ungleicher Kampf, denn der amerikanische Ölkonzern macht sich keine Gedanken um die Menschen in Kosawa, die durch die Machenschaften des Konzerns in größter Gefahr sind. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass die Erzählung äußerst authentisch wirkt. Der Leser erhält einen guten Einblick in das Leben der Menschen in Kosawa, das vom Überlebenskampf in einer unwirtlich gewordenen Umwelt und vom Bemühen um den Erhalt der eigenen Würde geprägt ist.

Das Buch hinterlässt den Leser mit vielen Gedanken, die noch eine Weile im Kopf herumgeistern. Auch wenn die Geschichte ihre Längen hat, ist der Autorin Imbolo Mbue ein eindrücklicher Roman entstanden, den ich sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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