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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2021

Regionalkrimi um Bad Wildbad

Schwarzwälder Morde
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Kommissar Justin Schmälzle ermittelt gleich in zwei Fällen: Da ist zum einen eine Moorleiche, etwas über 100 Jahre alt, bei der eine große Flasche Kirschschnaps und eine große Menge an Goldmünzen gefunden ...

Kommissar Justin Schmälzle ermittelt gleich in zwei Fällen: Da ist zum einen eine Moorleiche, etwas über 100 Jahre alt, bei der eine große Flasche Kirschschnaps und eine große Menge an Goldmünzen gefunden wird. Da ist aber auch der aktuelle Fall des Investors einer Ferienanlage, dem ins Bein geschossen wurde.

Mit einem Augenzwinkern erzählt die Autorin Linda Graze von Kommissar Justin Schmälzle, der mit ein paar Eigenheiten auffällt wie z.B. dass er Veganer und Reismilch-Macchiato-Fan ist. Mit seinem Kollegen Scholz ergänzt er sich aufs Beste, wie beim Ping Pong fliegen die Ideen zwischen den beiden her, auch wenn sie auch ihre eher tranigen Momente haben. Neben Schmälzle und Scholz gibt es einen Reigen interessanter Figuren, da sticht vor allem die ermittelnde Putzfrau heraus. Dabei gibt es jede Menge Dialekt – für mich Alltag und deshalb kein Problem, aber ob dies für Leser außerhalb von Baden-Württemberg immer so einfach zum Lesen ist? Manches war für mich letztendlich mehr Gag als wirklich nachvollziehbar, aber das macht nicht so viel aus, denn man merkt sehr schnell, dass dieses Buch in erster Linie unterhalten will.

Das Buch konnte mich gut unterhalten, als witzigen Regionalkrimi empfehle ich es gerne weiter. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 20.07.2021

Romantische Wohlfühlgeschichte

Möwensommer
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Lina ist überzeugte Inselbewohnerin von Norderney. Mit ihrer Arbeit als Floristin ist sie glücklich, doch sie ist noch auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Eigentlich ist sie in ihren besten Freund ...

Lina ist überzeugte Inselbewohnerin von Norderney. Mit ihrer Arbeit als Floristin ist sie glücklich, doch sie ist noch auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Eigentlich ist sie in ihren besten Freund Mattis verliebt, doch er scheint nicht dieselben Gefühle wie sie zu haben. Als der Standesbeamte Bent neu nach Norderney zieht, gibt‘s einen heißen Flirt zwischen den beiden. Ist er der Richtige für Lina?

Beschaulich geht es zu auf der Insel, und auch die Geschichte bleibt insgesamt beschaulich. Witzig ist der Hintergrund mit den Papageien im Haushalt von Linas Bruder, sie bringen eine Menge Pep in die Geschichte. Eine gute Prise Romantik lässt vergessen, dass die Erzählung recht vorhersehbar bleibt. Auch der Hintergrund der Figuren hätte sich durchaus noch ausbauen lassen. Der flotte Schreibstil begleitet gut durch die Geschichte.

Diese romantische Wohlfühlgeschichte empfehle ich gerne mal für zwischendurch und vergebe knappe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 19.07.2021

Schonungslos

Der Junge, der das Universum verschlang
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Brisbane, 1983: Der elfjährige Eli Bell entdeckt, dass seine Mutter und sein Stiefvater mit Heroin dealen. Sein großer Bruder Gus spricht nicht mehr. Der Babysitter der beiden Jungs ist ein hartgesottener ...

Brisbane, 1983: Der elfjährige Eli Bell entdeckt, dass seine Mutter und sein Stiefvater mit Heroin dealen. Sein großer Bruder Gus spricht nicht mehr. Der Babysitter der beiden Jungs ist ein hartgesottener und gesuchter ehemaliger Häftling. Und der leibliche Vater scheint verschollen zu sein. Eli ist auf der Suche – nach seinem Platz im Leben, nach dem Guten im Menschen. Ein traumatisches Ereignis lässt das kleine Glück der Familie unwiderbringlich zerplatzen.

Es ist eine harte Welt, in der Eli und Gus leben müssen, die Mutter und der Stiefvater können den beiden nicht den Schutz geben, den sie brauchen, so sehr die beiden das auch versuchen. Drogen und organisierte Kriminalität lassen eine unbeschwerte Kindheit nicht zu. Mit drastischen Worten beschreibt der Autor Trent Dalton diese Lebenswelt seines Protagonisten, ungeschminkt und immer wieder voll bitterer Ereignisse. Ob Eli stark ist und über diese Welt hinauswachsen wird, ist nicht ersichtlich. Das Buch ist keine leichte Kost, zudem sind manche Passagen sehr langatmig geschrieben. Schwierig ist es auch, bei der großen Anzahl an handelnden Personen den Überblick zu bewahren.

Wer realistische und schonungslose Schilderungen aus einem schwierigen Milieu mag, wird dieses Buch vermutlich als eine Bereicherung empfinden. Ich habe mich eher schwer getan und erst nach einem langen Anlauf zu dieser Geschichte gefunden. Deshalb kann ich leider nur 3 von 5 Sternen vergeben.

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Veröffentlicht am 19.07.2021

Zu wenig Tiefgang

Deluxe Dreams
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Sadie wird auf ihrer Rucksacktour in Nizza überfallen, hat jedoch Glück, denn ein attraktiver Mann hilft ihr aus ihrer misslichen Lage. Noch weiß sie nicht, dass dies der begehrteste und reiche Junggeselle ...

Sadie wird auf ihrer Rucksacktour in Nizza überfallen, hat jedoch Glück, denn ein attraktiver Mann hilft ihr aus ihrer misslichen Lage. Noch weiß sie nicht, dass dies der begehrteste und reiche Junggeselle Frankreichs ist, Olivier Dumont. Während Sadie sich in einer Welt voller Luxus, Glamour und Leidenschaft erholt, verlieben sich die beiden ineinander. Doch da ist noch Oliviers Onkel und dessen Familie, sie sind Olivier nicht wohlgesonnen.

Armes Mädchen trifft reichen Junggesellen mit Geheimnis – das ist kurzgefasst die ganze Geschichte. Sie ist nicht neu, dafür aber verliert sie sich in Klischees. Die handelnden Personen bleiben in festen Rollen und gewinnen kaum an Tiefe. Da gibt es die Guten, das ist Oliviers Familie, und die abgrundtief Bösen, die Familie seines Onkels. Gewürzt ist die Geschichte mit pikanten Details körperlicher Liebe, gleichgesetzt mit dem Gefühl, auf das ein ganzes Leben gebaut werden soll. Ganz zu Ende ist die Erzählung wohl nicht, jedenfalls sind nicht alle Handlungsfäden ganz zu Ende geführt worden.

Mich konnte dieses Buch nicht wirklich begeistern, mir fehlte die Tiefe in der Geschichte. Deshalb kann ich nur knappe 3 von 5 Sternen vergeben.

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Veröffentlicht am 17.07.2021

Das Unbeschreibliche in Worte gefasst

Girl A
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Die Anwältin Lex Gracie hatte eine schreckliche Kindheit – im Horrorhaus (wie die Presse später das Elternhaus nennen sollte), angekettet am Bett, vor Dreck starrend, abgemagert bis auf die Knochen und ...

Die Anwältin Lex Gracie hatte eine schreckliche Kindheit – im Horrorhaus (wie die Presse später das Elternhaus nennen sollte), angekettet am Bett, vor Dreck starrend, abgemagert bis auf die Knochen und völlig verängstigt. Sie war diejenige von den sieben Geschwistern, der es gelang, aus dem Haus zu fliehen und Hilfe zu holen, und wurde, um die Anonymität zu wahren, zu Girl A. Nach dem Tod der inhaftierten Mutter soll Lex sich darum kümmern, was aus dem Elternhaus wird. Alles, was Lex aus ihrer Kindheit verdrängt hatte, kommt nun wieder in ihr Bewusstsein…

Fassungslos versuche ich, Worte zu finden für all das, was die Autorin Abigail Dean in diesem Buch geschrieben hat. Lex‘ Schicksal ist unbeschreiblich, und dennoch ist Abigail Dean genau dies gelungen: Das Leben eines misshandelten und völlig verwahrlosten Kindes zu beschreiben, eine Kindheit mit Eltern, die keineswegs für ihre Kinder sorgen konnten. Nach und nach und dabei immer tiefer taucht Lex in ihre eigene verdrängte Geschichte ein, trifft ihre Geschwister wieder und erlebt diese in ihrer Beziehung von heute und von damals. Beklemmend ist das, obwohl völlig nüchtern und nur in kleinen Häppchen erzählt, um es überhaupt erfassbar zu machen. Es ist ein Schock, sich das Horrorhaus vorzustellen mit seinen Bewohnern.

Abigail Dean hat das eigentlich Unbeschreibliche in die richtigen Worte gefasst, so dass die Geschichte unter die Haut geht. Das Buch empfehle ich unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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