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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.11.2019

Überraschend, erstaunlich, genial

Der Fund
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Die 53jährige Supermarktverkäuferin Rita Dalek wurde brutal ermordet. Sie hatte in einem Bananenkarton etwas gefunden, das nicht hineingehörte, und es mit nach Hause genommen. Ein glückliches Leben wünschte ...

Die 53jährige Supermarktverkäuferin Rita Dalek wurde brutal ermordet. Sie hatte in einem Bananenkarton etwas gefunden, das nicht hineingehörte, und es mit nach Hause genommen. Ein glückliches Leben wünschte sie sich damit. Doch was steckt wirklich hinter dieser Geschichte? Offiziell ist der Fall abgeschlossen, doch da gibt es noch einen Polizisten, der scheinbar wie besessen Fragen stellt. Und dabei Erstaunliches zu Tage fördert.

In einem Leben, das so wenig Glück brachte bisher – die Eltern bei einem Erdrutsch gestorben, der Sohn bei einem Verkehrsunfall, der Ehemann zum aussichtslosen Alkoholiker mutiert -, da winkt der Supermarktverkäuferin die Chance ihres Lebens. Wer käme da nicht in Versuchung? Die Geschichte, die der Autor Bernhard Aichner daraus spinnt, ist überaus clever angelegt. Wer die ersten Zeilen des Buches liest, kann noch nicht ahnen, welche überraschenden Wendungen eingebaut sind, was der beharrliche Polizist herausfinden – und zu welchem Ende er die Geschichte führen wird. Dabei lernt der Leser einen verblüffenden Reigen an handelnden Personen kennen, jede davon ganz akribisch ausgearbeitet, um immer wieder einen neuen Aspekt der Geschichte zu entfächern. Es ist eine wahre Freude, diese Verwicklungen aufgedröselt und immer wieder neu bewertet zu bekommen. Bis hin zum überraschenden Abschluss.

Dieses Buch hat es rasend schnell geschafft, mich in die Geschichte zu verwickeln. Sehr gerne empfehle ich diese Geschichte unbedingt weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Wortgewaltig, aber auch voller Gewalt

Geblendet
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Die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron hat die Hoffnung, über eine Therapie ihre Sehfähigkeit zurück zu bekommen. Doch sie bricht die Therapie ab, um ihrer Spezialeinheit zu Hilfe zu eilen, für die Gerechtigkeit ...

Die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron hat die Hoffnung, über eine Therapie ihre Sehfähigkeit zurück zu bekommen. Doch sie bricht die Therapie ab, um ihrer Spezialeinheit zu Hilfe zu eilen, für die Gerechtigkeit für die Toten.

Wortgewaltig, aber auch brutal kommt dieser dritte Band um Jenny Aaron daher. Dabei baut die Handlung dieses Bandes auf den bisherigen Erzählungen auf, da kam ich anfangs des öfteren ins Schleudern, weil ich mich nicht mehr so gut daran erinnern konnte. Die Fülle der handelnden Personen macht die ersten Seiten sehr unübersichtlich, weil ich nicht mehr so genau wusste, wer denn nun wer ist. Die Protagonistin bleibt nach wie vor sympathisch, ihre Handlungen und vor allem ihre Gedanken und Zweifel werden sehr gut geschildert. Doch mir fällt es schwer, an ihre schier übernatürlichen Fähigkeiten zu glauben, die sie sich als Ersatz für ihre Sehfähigkeit antrainiert hat. Wer das nicht in Frage stellt, wird von der Action in der Geschichte fasziniert sein.

Dieses Buch voller gewaltiger, aber auch gewalttätiger Bilder ist sicher ein besonderer Leckerbissen für alle Liebhaber dieses Genre. Mich konnte die Geschichte allerdings nicht so ganz überzeugen, ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Vorhersehbar und voller Plattitüden

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse
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Charlotte hat von ihrer unbekannten Tante eine Buchhandlung und das dazugehörige Haus in London geerbt. Sie selbst ist noch ganz in Trauer versunken, hat sie doch vor einem Jahr ihren geliebten Ehemann ...

Charlotte hat von ihrer unbekannten Tante eine Buchhandlung und das dazugehörige Haus in London geerbt. Sie selbst ist noch ganz in Trauer versunken, hat sie doch vor einem Jahr ihren geliebten Ehemann durch einen Unfall verloren. Sie ist in der Arbeit aufgegangen, in der Kosmetikfirma, die sie zusammen mit ihm aufgebaut hat. Nun will sie eigentlich so schnell wie möglich das Haus und die Buchhandlung verkaufen und in ihr Leben in Schweden zurückkehren. Doch dann kommt alles ganz anders…

In zwei Zeitebenen erzählt die Autorin Frida Skybäck zum einen die Geschichte von Charlotte, zum anderen die der Schwestern Sara und Kristina, die gemeinsam von Schweden nach London aufgebrochen waren in ein neues Leben. Auch die Liebe spielt eine Rolle, in beiden Handlungssträngen. Eine Geschichte, oft erzählt, in immer wieder neuen Variationen. Hier wird schnell vorhersehbar, wie das Buch endet, wobei mich sehr vieles daran gestört hat: die starren Charaktere, in denen Welten mit Wucht aufeinanderprallen; die Erzählung voller Plattitüden und Klischees, kaum glaubwürdig und völlig überzogen. Zwischendurch hätte ich am liebsten die Protagonisten geschüttelt und gefragt: Warum spricht denn hier keiner mit dem anderen?! Kleinigkeiten werden zu Riesenproblemen aufgebauscht, während echte Probleme (z.B. finanzieller Art) sich wohlwollend plötzlich in Luft auflösen dürfen. Der angenehme Schreibstil der Autorin kann hier nur wenig rausreißen, vor allem weil sich manches dann doch in die Länge zog.

Nein, dieses Buch war so gar nichts für mich. Vom Inhalt her - schnell gelesen und schnell vergessen - kann ich nur 2,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Voller magischer Momente

Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen
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Als Vierjähriger verliert Carter seine Eltern und wächst bei seinem Onkel auf, der ihn jedoch zwingt, mit ihm zusammen andere Leute übers Ohr zu hauen. Carter gelingt es abzuhauen, und er landet in der ...

Als Vierjähriger verliert Carter seine Eltern und wächst bei seinem Onkel auf, der ihn jedoch zwingt, mit ihm zusammen andere Leute übers Ohr zu hauen. Carter gelingt es abzuhauen, und er landet in der Stadt Mineral Wells, wo gerade ein Jahrmarkt gastiert. Auch hier spürt er Betrug und Täuschung am Kunden. Doch ganz unerwartet findet er Freunde und eine neue Heimat…

Wie sich der Jugendliche Carter auf den Weg macht, um ehrlich zu bleiben, ist ein guter Einstieg in eine Geschichte, die zunächst überhaupt nicht nach Magie klingt. Doch je weiter sich Carter von den Niederungen des Betrugs entfernen kann, umso mehr kann er zu sich selbst finden. Und zur Magie, die er ganz unversehens auf seinem Weg findet. Spannend ist es, wie der Erzähler einerseits Carters Geschichte erzählt, aber auch zwischen die Kapitel Einschübe zu Zauberkunststücken einfügt und diese Zaubereien dabei sehr gut erklärt. Magische Momente vermittelt das Buch, wenn Carters Sehnsucht nach Freundschaft und Zugehörigkeit wie durch Zauberhand gelöst werden. Dabei werden wie im Vorbeigehen weitere wichtige Themen gestreift, z.B. Homosexualität und Rassengleichheit, die sehr viel Toleranz, Akzeptanz und Zwischenmenschlichkeit spüren lassen. Die Magischen Sechs ergänzen sich auf wunderbare Weise, und nur zusammen können sie die größten Abenteuer bestehen!

Dieses wunderbare Buch über die Suche nach sich selbst und über die Freundschaft verzaubert sehr schnell seine Leser. Sehr gerne empfehle ich es weiter und vergebe begeisterte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 05.11.2019

Enttäuschend

Tagebuch eines Buchhändlers
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Wigtown, Schottland. The Bookshop, die größte Second-Hand-Buchhandlung des Landes, ist ein Paradies für Buchliebhaber. Die Bücherregale reichen bis zur Decke, die Regalböden hängen durch ob ihrer verführerischen ...

Wigtown, Schottland. The Bookshop, die größte Second-Hand-Buchhandlung des Landes, ist ein Paradies für Buchliebhaber. Die Bücherregale reichen bis zur Decke, die Regalböden hängen durch ob ihrer verführerischen Last. Es gibt alles, was das Herz begehrt. Was Sie als Kunde nicht sehen, sind die Probleme im Hintergrund, mit denen sich der Besitzer Shaun Bythell herumschlagen muss. In seinem »Tagebuch eines Buchhändlers« finden Sie alles: exzentrische Kunden, unhöfliche Angestellte und eine ständig leere Kasse, aber auch den Nervenkitzel eines unerwarteten antiquarischen Fundes und den Charme der Küstenkleinstadt Wigtown. Tauchen Sie ein in die Welt des Buchhandels und lassen Sie sich verzaubern! – Soweit der Klappentext des Buches.

Mit großen Erwartungen bin ich an dieses Buch herangegangen. Aber schon auf den ersten Seiten habe ich tief Luft holen müssen. Ja, der Autor hat ein Tagebuch versprochen. Das hat er auch geliefert. Mit allem, was ein Jahr lang in seinem Second-Hand-Buchladen passiert ist. Das Buch gibt einen gnadenlosen Einblick in den Alltag eines Buchhändlers, der ums Überleben kämpfen muss. Das ist interessant, vieles davon hätte ich nicht geahnt. Da gibt es „exzentrische Kunden, unhöfliche Angestellte, (…) eine ständig leere Kasse“ und auch „den Nervenkitzel eines unerwarteten antiquarischen Fundes“. Dazwischen aber auch jede Menge Tage, an denen vieles nochmal wiederholt wird. Oder auch gar nichts passiert. Es fehlte mir ein roter Faden, manches Ereignis blieb einfach ohne Auflösung in den Raum gestellt. Der humorvolle Schreibstil des Autors konnte das leider auch nicht mehr herausreißen, und endgültig den Rest gab es mir, als der Humor in Zynismus abgleitete. So ist für mich der Inhalt des Buches zwar interessant, aber nicht wirklich lesenswert.

Das Buch liefert nichts anderes als das, was der Titel verspricht: ein Tagebuch. Doch obwohl ich neugierig bin auf andere Menschen, habe ich hier sehr schnell die Lust daran verloren, weil sich das Interessante wie auch das Unterhaltsame dieses Buches auf einige wenige Seiten zusammenschrumpfen ließen. Es bleibt eines der wenigen Bücher, die ich überhaupt nicht weiter empfehlen kann und mit 2 von 5 Sternen bewerte.