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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2019

Raffiniert ausgeklügelt

Tagebuch meines Verschwindens
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Mitten im Wald wird eine Tote gefunden, genau an derselben Stelle, an der bereits vor einigen Jahren das Skelett eines kleinen Mädchens lag. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Da verschwindet ...

Mitten im Wald wird eine Tote gefunden, genau an derselben Stelle, an der bereits vor einigen Jahren das Skelett eines kleinen Mädchens lag. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Da verschwindet auch noch einer der ermittelnden Kommissare, und Profilerin Hanne wird im Wald aufgefunden, kann sich aber an nichts erinnern…

Mit viel Spannung wartet dieser zweite Band um „Die Profilerin“ auf sowie einer äußerst raffinierten Auflösung und mit vielen überraschenden Wendungen. Da macht das Miträtseln viel Spaß. Die verschiedenen Handlungsfäden sind gut auseinanderzuhalten, umso mehr als jedes Kapitel den Namen des Protagonisten trägt, aus dessen Sichtweise erzählt wird. So erhält der Leser immer mehr Puzzlesteinchen und ist den Ermittlern fast immer einen Schritt voraus. Die 600 Seiten sind so flüssig geschrieben, dass ich das Buch praktisch inhaliert habe.

Diesen spannenden Pageturner empfehle ich unbedingt weiter und vergebe begeisterte 5 von 5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2019

Spannender Cold Case

Bis ihr sie findet
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Als die 30 Jahre alte Leiche einer Jugendlichen im Wald gefunden wird, ahnt Detective Chief Inspector Jonah Sheens sofort, wer das ist: die 14jährige Aurora, die 1983 nach einer Übernachtung mit einer ...

Als die 30 Jahre alte Leiche einer Jugendlichen im Wald gefunden wird, ahnt Detective Chief Inspector Jonah Sheens sofort, wer das ist: die 14jährige Aurora, die 1983 nach einer Übernachtung mit einer Clique Jugendlicher spurlos verschwand. Schnell ist klar, dass sie ermordet wurde, und die Ermittlungen beginnen von neuem. Die sechs Jugendlichen der Clique sind inzwischen in alle Winde verstreut, doch sie finden sich erneut zusammen. Wer nur mag Aurora ermordet haben? Zudem haben sie alle ein Geheimnis zu wahren, denn bei Aurora wurden auch kleine Drogenpäckchen gefunden, allerdings bei weitem nicht alle, die damals in dieses Versteck gepackt wurden…

Spannend ist es, wie Auroras Verschwinden nach und nach aufgerollt wird, wie die Geschichte mit dem Leben der damaligen Jugendlichen gefüllt wird, wobei immer die Frage im Raum steht nach dem Täter und seinem Motiv. Niemand hätte gedacht, dass die Geschehnisse von damals neu interpretiert werden können, doch es zeigt sich, dass neue Erkenntnisse dies durchaus möglich machen. Und so kann ein Cold Case gelöst werden, der zunächst unlösbar erschien. Der Fokus auf die Emotionen in der Clique der Jugendlichen strahlt auf die Wünsche und Eitelkeiten der damaligen Jugendlichen, auf Freundschaft und Verlust; und die Trauer, die darunterliegt, kommt immer besser zutage.

Dieses Buch hat mir einige spannende Lesestunden beschert, deshalb empfehle ich es sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 02.12.2019

Literarisches Kleinod

Wir gegen euch
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Klappentext: Die Menschen von Björnstadt haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzer Ort auseinanderbricht. Und sie wollen nur eines: wieder zusammenfinden. Um eine Zukunft zu schaffen für alle. Dafür ...

Klappentext: Die Menschen von Björnstadt haben erlebt, was es heißt, wenn ein ganzer Ort auseinanderbricht. Und sie wollen nur eines: wieder zusammenfinden. Um eine Zukunft zu schaffen für alle. Dafür braucht es etwas, an das sie glauben können. Etwas, das sie zusammenbringt. Doch der Kampf darum wird einer auf Leben und Tod.

Als Fortsetzung von „Stadt der großen Träume“ geschrieben, lässt sich dieses Buch dennoch gut lesen ohne den vorherigen Band zu kennen. Eishockey ist die große Hoffnung von Björnstadt, und dem Autor Fredrik Backman gelingt es wunderbar, viele Einzelschicksale zu dem einer Stadt zu verbinden. Anfangs erschienen mir die Bilder wie Dioramen, in denen jeder Protagonist kurz zum Leben erwachte, doch zunehmend lernte ich die Menschen dahinter kennen. Dabei ist dieses Buch nicht einfach zu lesen. Der Hass und die Gewalt, die aus der „Stadt der großen Träume“ in dieses Buch hineingeschwappt sind, werden sehr anschaulich geschildert, so dass mir das Weiterlesen immer wieder sehr schwer fiel. Und dennoch sind die Vorgänge sehr realistisch geschildert – genau das ließ immer wieder einen Kloß in meinem Hals entstehen. Genau passend ist der Schluss der Geschichte. Das Buch ist eine einzigartige Komposition, bei der viele Szenen wie Symbole wirken. Dadurch wirkt es sowohl sachlich erzählt und ist dennoch vollgestopft mit Emotionen, was dieses Buch zu einem besonderen Kleinod macht.

So entsteht eine ganz besondere Geschichte, die noch lange nachwirkt und den Leser sehr nachdenklich hinterlässt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe überzeugte 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 29.11.2019

Belanglos

Der Manndecker
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Achim tingelt mit seinem Solo-Comedyprogramm „Der Manndecker“ durch die Gegend, und das auch noch mit mäßigem Erfolg. Seine Ehe liegt in Scherben, der Kontakt zu seinem erwachsenen Sohn ist so gut wie ...

Achim tingelt mit seinem Solo-Comedyprogramm „Der Manndecker“ durch die Gegend, und das auch noch mit mäßigem Erfolg. Seine Ehe liegt in Scherben, der Kontakt zu seinem erwachsenen Sohn ist so gut wie eingeschlafen. Achim ist chronisch pleite und hangelt sich durch seine Tage. Doch dann engagiert ihn der BVB für eine Feier, und er lernt eine interessante Frau kennen. Ein Schimmer am Horizont?

Mit der Figur vom alternden Schauspieler Achim, der vor immer weniger Publikum mit immer weniger Erfolg ein Stück spielt, das scheinbar aus der Zeit gefallen ist, gelingt dem Autor Jörg Menke-Peitzmeyer ein Antiheld, der völlig am Boden angelangt ist. Das Dumme ist nur, dass er keine Chance mehr hat, von dort wegzukommen. Zudem ist es mir kein bisschen gelungen, Sympathiewerte für ihn zu entwickeln. Da ich mich im Fußball nicht auskenne, habe ich mich von Anfang bis Ende durch dieses Buch nur durchgequält. Achim scheint unbelehrbar zu sein, seine Aktionen kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Es geschieht auch nicht wirklich eine Entwicklung, die ihn in irgendeiner Weise verändern könnte. Ja, ganz zum Schluss tut sich noch was, aber da war ich schon längst ausgestiegen aus der Geschichte. Da hilft auch der flüssige Schreibstil nicht über den Lesefrust hinweg…

So bleibt dies ein Buch, das ich bestenfalls noch Fußballfreunden älteren Semesters empfehlen könnte, ansonsten bleibt die Geschichte für mich völlig belanglos.

Veröffentlicht am 29.11.2019

Gelungenes Kinderbuch

Aufstand der Pferde
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Die Stute Trinidad arbeitet als Kutschpferd in Sevilla. Jeder Tag ist gleich, und jeder Tag ist viel zu lang. Keiner der Menschen hat wirklich ein Auge für sie. Als sich ihr bester Freund und Stallnachbar ...

Die Stute Trinidad arbeitet als Kutschpferd in Sevilla. Jeder Tag ist gleich, und jeder Tag ist viel zu lang. Keiner der Menschen hat wirklich ein Auge für sie. Als sich ihr bester Freund und Stallnachbar Juan bei einem Unfall verletzt, ruft Trinidad zum Streik auf. Hilfe erhält sie von dem Menschenjungen Pedro, der die Stimmen der Tiere hört und erkennt, was ihnen fehlt: Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen. Kann es gelingen, dies durchzusetzen?

Schon auf den ersten Seiten zeigt sich, wie schlecht die Arbeitsbedingungen der Kutschpferde sind und wie sehr die Tiere darunter leiden. Sehr kindgerecht ist dies ausgearbeitet, schnell empfindet man Sympathie für die Tiere. Die Illustrationen zu der Geschichte sind gut gelungen, sie ergänzen den Text auf sehr anschauliche Weise. Spannend ist es, wie die Tiere sich untereinander vernetzen, als Verbindungsglied ist hier hervorragend gelungen die Taube Paloma. Überhaupt ist das Miteinander sehr harmonisch, Tier und Mensch ergänzen sich gut in der Aufgabe, Besserung für die Kutschpferde zu erreichen. Jedes der Tiere gerät hier zum Individuum, jedes ist auf seine ganz eigene Weise sympathisch. Ergänzt wird das Buch durch einen Nachtrag, in dem die Situation der Kutschpferde in Sevilla erzählt wird und die Autorin die Hoffnung äußert, dass die Geschichte hilft, das Leid der Tiere zu mindern. Dieses Buch hilft jungen Lesern, hier Partei zu ergreifen.

Dieses wunderschöne und gelungene Kinderbuch über den Zusammenhalt zwischen den Tieren und den Menschen möchte ich sehr gerne weiter empfehlen.