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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2019

Kinderbuch über Trauer und Hoffnung

Der lange Weg zu dir
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An einem See leben die Kinder Adam und Sonia; Adam mit seinem Hund Rufus, seinem besten Freund, auf der einen Seite des Sees, und auf der anderen Seite Sonia mit ihrer Katze Miezi. Rufus ist alt, und als ...

An einem See leben die Kinder Adam und Sonia; Adam mit seinem Hund Rufus, seinem besten Freund, auf der einen Seite des Sees, und auf der anderen Seite Sonia mit ihrer Katze Miezi. Rufus ist alt, und als er stirbt, ist Adam untröstlich traurig. Sonia und Miezi machen sich auf den Weg zu ihm. Als sie ihn auf abenteuerliche Weise erreichen, hält Miezi eine große Überraschung für alle bereit.

Diese kindgerechte Geschichte über Tod, Trauer und Neuanfang ist wunderschön bebildert. In einfachen Worten erzählt der Autor Martin Widmark von Adam und Sonia und ihren geliebten Tieren. Die Geschichte bietet den Neuanfang an als Ende der Trauerphase, wobei auch klar wird, dass die Trauer um das geliebte Tier immer noch ihren Platz hat. Die Illustrationen erzählen all das, was die Worte nur andeuten. Als Geschichte auf dem Monitor des Readers ist die Geschichte deshalb kaum zu empfehlen, denn hier werden unbedingt die Farben der Bebilderung benötigt. Monieren muss ich außerdem, dass Sonia ohne Bezugsperson dargestellt wird. Wie kann es sein, dass ein Kind mit seiner Katze allein durch die Gegend zieht, ohne vermisst zu werden und ohne selbst jemand zu vermissen? Diese Frage wird sicher von Kinderseite kommen, und das Buch liefert keine adäquate Antwort dazu.

Diese Geschichte für größere Kindergartenkinder und jüngere Grundschulkinder bietet sich als Gesprächsaufhänger an für die Themen Tod und Trauer einerseits sowie andererseits Freundschaft und Neuanfang. Dafür empfehle ich das Buch gerne weiter.

Veröffentlicht am 12.09.2019

Ewas Reise in die Erinnerung

Die vorletzte Reise der Ewa Kalinowski
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Ewa hat Krebs, ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Die aber will sie nutzen, und deshalb verkauft sie ihre Wohnung, kauft sich dafür ein Wohnmobil und bricht mit ihrem Freund Lukas und ihrem Hund Zizou zu ...

Ewa hat Krebs, ihr bleibt nicht mehr viel Zeit. Die aber will sie nutzen, und deshalb verkauft sie ihre Wohnung, kauft sich dafür ein Wohnmobil und bricht mit ihrem Freund Lukas und ihrem Hund Zizou zu einer Tour durch Europa auf. Es sind Orte, die mit einer Erinnerung verknüpft sind, die sie bereisen möchte. Während der Fahrt erzählt Ewa aus ihrem Leben.

Ewa ist eine resolute und gleichzeitig äußerst sympathische Frau, die ihre Meinung vehement vertritt. In Polen hatte sie bereits eine steile Karriere hinter sich, als sie mit ihrem Mann nach Österreich in die Freiheit floh, um dort als Krankenschwester zu arbeiten. Die niederschmetternde Diagnose meistert sie (teilweise zwangsläufig) mit viel Humor, der auch mal in Sarkasmus ausartet. Lukas hingegen ist eher ziellos im Leben, nach seinem Studienabschluss hat er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten. Die Reise hat allerdings ein vorgegebenes Ende, und so ist dies auch keine übliche Reisebeschreibung, es ist eine Reise in Ewas Erinnerungen, die sie mit ganz bestimmten Orten und Speisen verknüpft. Und gleichzeitig eine Reise in den Abschied. Ewa hinterlässt vermutlich überall einen Eindruck, und auch mich hat dieses Buch besonders berührt.

Es ist erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit diese Geschichte über eine tödliche Erkrankung daherkommt. Diese außergewöhnliche Geschichte möchte ich mit 5 Sternen bewerten und unbedingt weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Freundschaft und Verrat

WO IST JAY?
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Nach einem gemeinsamen Wochenende unter Frauen verschwindet Mias beste Freundin Jay. Mia ist überzeugt, dass Jay etwas zugestoßen sein muss, niemals würde sie ihre Kinder im Stich lassen. Doch niemand ...

Nach einem gemeinsamen Wochenende unter Frauen verschwindet Mias beste Freundin Jay. Mia ist überzeugt, dass Jay etwas zugestoßen sein muss, niemals würde sie ihre Kinder im Stich lassen. Doch niemand in ihrem Freundeskreis will Mia glauben, auch nicht bei der Polizei. Je mehr Mia nach ihrer Freundin sucht, umso mehr erfährt sie, dass die Freunde Jay gar nicht so vermissen…

Undurchdringlich scheint das Dickicht, durch das sich Mia graben muss, um nach ihrer Freundin Jay zu suchen. Während Mia stets eine strahlende Frau in ihr gesehen hat, muss sie nun erkennen, dass Jay unbekannte Seiten an sich hatte. Verstörend ist es, für Mia und für den Leser, den Blick hinter die Fassade zu wagen. Ein Reigen an Emotionen wird freigesetzt. Immer steht die Frage im Raum, wo die Freundschaft endet, wo Verrat beginnt. Die Protagonisten dieser Geschichte sind am Schluss der Erzählung nicht mehr dieselben wie am Anfang, sie gehen durch eine harte, erschütternde Zeit. Die Autorin Astrid Korten baut einige überraschende Wendungen ein, die sie mit einer unerwarteten Lösung krönt.

Nachdem ich bereits einige Bücher von Astrid Korten gelesen habe, war dieses Buch für mich ein absolutes Muss. Ihre Geschichten lehnen sich an wahre Geschehnisse an, die Erzählung ist äußerst lebendig und wirkt immer authentisch. Auch dieses Buch konnte mich schnell in seinen Bann ziehen, so dass ich es sehr gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 04.09.2019

Beeindruckend

Ein anderer Takt
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Sutton in den Südstaaten: Im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und verschwindet Richtung Norden. Ihm tun es alle anderen ...

Sutton in den Südstaaten: Im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und verschwindet Richtung Norden. Ihm tun es alle anderen schwarzen Bewohner der Stadt nach. Ungläubig beobachten die weißen Bewohner den Exodus der Schwarzen aus der Stadt, ja aus der gesamten Region.

Der Autor William Melvin Kelley thematisiert die Diskriminierung der Afroamerikaner in den Südstaaten. Aus der Sicht der Weißen beobachtet er, wie die Schwarzen aus der Region verschwinden. Sie können es nicht fassen, was sie sehen. Es ist keine leichte Lektüre, diese Geschichte von den Schwarzen, die mit grimmiger Überzeugung ihr bisheriges Leben verlassen. Obwohl dieses Buch bereits 1962 geschrieben wurde, hat sich das Thema auch heute noch nicht erledigt. Die Geschichte besticht durch eine sehr gewählte, poetisch angehauchte Sprache. Erzählt aus mehreren Perspektiven, aber immer aus der Sicht der Weißen, ist es ein äußerst ungewöhnliches und beeindruckendes Buch. Etwas unübersichtlich wird die Geschichte durch die vielen Personen, die eine Rolle spielen, dennoch gelingt es einem sehr schnell, sich hier den Überblick zu verschaffen.

Dieses Buch mit dem nach wie vor aktuellen Thema empfehle ich unbedingt weiter und vergebe gute 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Rettung für das Weihnachtsfest

Die fantastischen Abenteuer der Christmas Company
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Ganz überraschend erhält Fredas Kater Mr Livingstone am 6.12. einen Anruf – und da merkt Freda nicht nur, dass Mr Livingstone sprechen kann, sondern sie findet sich mit ihm unversehens am Nordpol wieder, ...

Ganz überraschend erhält Fredas Kater Mr Livingstone am 6.12. einen Anruf – und da merkt Freda nicht nur, dass Mr Livingstone sprechen kann, sondern sie findet sich mit ihm unversehens am Nordpol wieder, bei der Christmas Company, dem Großunternehmen des Weihnachtsmannes. Denn diese ist bedroht, und damit würde Weihnachten weltweit flach fallen: Anonyme Hacker sind in den Computer eingedrungen, die Wunschliste für das Weihnachtsfest ist verschwunden. Zusammen mit Mr Livingstone und dem Engel Serafin sowie dem Kobold Jonker macht sich Freda auf eine Expedition ins Ewige Eis, um Weihnachten zu retten.

Es gibt bereits einige Geschichten, die erzählen, wie Weihnachten gerettet werden muss. Nun also ein (weiteres) Kinderbuch zu diesem Thema, für alle Kinder ab 10 Jahren empfohlen. Schon das Cover des Buches fällt auf, ganz in Blau und Gold gehalten und mit wichtigen Figuren aus der Geschichte illustriert. Mit viel Spannung, aber auch viel Humor erfährt der Leser von Fredas Expedition, die völlig überraschend für sie kommt und dann auch ganz anders als erwartet erfolgt. Sehr interessant sind die verschiedenen Weihnachtsbräuche aus aller Welt in die Erzählung gearbeitet, am Schluss gibt es ein Glossar über die verschiedenen Winterfiguren und Weihnachtsbräuche. Wieder einiges gelernt! Die Figuren agieren in dieser Geschichte auf ihre ganz eigene Weise, und so entsteht ein Ort am Nordpol, der Weihnachtsideen aus aller Welt ein gemeinsames Zuhause gibt. Die Autorin Corinna Gieseler hat zudem noch einige überraschende Wendungen eingebaut, so dass der Blick des Lesers gerne im Buch kleben bleibt. Freda bietet sich als Identifikationsfigur gut an, ist sie doch ein Kind wie genau jenes, das seine Nase in dieses Buch steckt. Zum Schluss werden alle Handlungsfäden geschickt zusammengeführt zu einer Lösung, die bestens zu dieser Geschichte passt.

Diese spannende und interessant geschriebene Fantasy-Geschichte empfiehlt sich bestens (nicht nur) für die Vorweihnachtszeit. Ich vergebe gerne alle fünf möglichen Sterne.