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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2019

Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt

Davor und Danach
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Die 14jährige Mhairi lebt in einer Zukunft, in der sich die Länder voneinander abschotten. Sie muss ohne Eltern zu ihrer Großmutter nach Schottland fliehen, da schließt sich ihr ein kleiner Junge an. Geprägt ...

Die 14jährige Mhairi lebt in einer Zukunft, in der sich die Länder voneinander abschotten. Sie muss ohne Eltern zu ihrer Großmutter nach Schottland fliehen, da schließt sich ihr ein kleiner Junge an. Geprägt von einem eisernen Überlebenswillen, widerstehen die beiden den Hindernissen, die sich ihrer Flucht in den Weg stellen.

Es ist eine Welt voller Ablehnung und Todesgefahr für alle, die nicht dem gewünschten Muster entsprechen. Sehr emotional behandelt die Autorin Nicky Singer die Themen Überbevölkerung, Klimawandel und den Umgang mit Flüchtlingen, sie lässt Mhairi an ihrer Aufgabe wachsen. Sehr eindrücklich werden Mhairis Gefühle und ihre Überlegungen geschildert zu diesem kleinen Jungen, der so gar nicht willkommen ist wegen seiner anderen Hautfarbe. Das Buch ist aus der Sicht der Jugendlichen geschildert, so dass der Leser hautnah an Mhairi dran ist und mit ihr zusammen all die Gefahren bestehen muss, die eine so unwirtliche Welt birgt. Und so werden die Themen, die sie beschäftigen, an den Leser weitergeleitet. Es geht gar nicht anders: Wer dieses Buch liest, wird sich den Fragen stellen, die Mhairis Leben bestimmen.

Diese Geschichte hat mich sehr nachdenklich hinterlassen, denn die Frage, wie weit jeder Einzelne für die Menschlichkeit gehen würde, lässt niemand kalt. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter, sowohl Jugendlichen wie auch Erwachsenen, und vergebe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 13.04.2019

Informativ und lehrreich

Ran an das Fett
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Fett macht fett, und deshalb sollten wir möglichst fettarm essen. Diese These ist Gemeingut in unserer Welt. Die Ärztin Dr. med. Anne Fleck dagegen, tätig in der Präventiv- und Ernährungsmedizin, bricht ...

Fett macht fett, und deshalb sollten wir möglichst fettarm essen. Diese These ist Gemeingut in unserer Welt. Die Ärztin Dr. med. Anne Fleck dagegen, tätig in der Präventiv- und Ernährungsmedizin, bricht in diesem Buch eine Lanze für das Fett – allerdings nicht egal welches, es sollte schon das richtige sein. Dann werden einige unserer Wohlstandskrankheiten wieder verschwinden, und nebenbei auch noch bei vielen das Übergewicht, das trotz fettarmer Ernährung explosionsartig überhandgenommen hat. Oder vielleicht gerade wegen der fettarmen Ernährung?

Auf gut 400 Seiten beschäftigt sich die Autorin zum einen mit dem Stand der Wissenschaft und erzählt aus ihrer Praxis und bei welchen Krankheiten das richtige Fett geholfen hat. Das ist eine ganze Latte von Krankheiten, neben dem bereits erwähnten Übergewicht auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Alzheimer bis hin zu Depressionen. Neben etwas Theorie folgen eine Menge praktische Angaben, welches Fett am besten in den Alltag eingebaut werden sollte. Dies ist sehr flüssig geschrieben und lässt sich auch gut ohne irgendwelche Kenntnisse der Materie lesen. Manchmal allerdings stört das mantrahafte „Ran-an-das-Fett“ ein bisschen. Nichtsdestotrotz sind ihre Ausführungen gut nachvollziehbar und auch gut in der täglichen Anwendung und können zu einer gelungenen Hilfe im Alltag werden.

Für dieses informative Buch vergebe ich vier von fünf Sternen und empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 12.04.2019

Faszinierende Grabungen in Ägypten

Die Falkenburg Chroniken / Die Falkenburg-Chroniken: Der Ägyptologe
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Im Dezember 1922 arbeitet der Archäologe Howard Carter am unversehrten Grab des Pharao Tutanchamun. Sein Lebenstraum scheint in Erfüllung zu gehen. Mit im Team ist Carl Falkenburg, ein junger deutscher ...

Im Dezember 1922 arbeitet der Archäologe Howard Carter am unversehrten Grab des Pharao Tutanchamun. Sein Lebenstraum scheint in Erfüllung zu gehen. Mit im Team ist Carl Falkenburg, ein junger deutscher Archäologe mit einem brillanten Verstand. Doch um die Grabungen herum laufen Intrigen, die das Projekt in größte Gefahr bringen. Als Lord Carnarvon, der Finanzier der Grabungen, nach einem Aufenthalt am Grab überraschend stirbt, ist schnell die Rede vom Fluch des Pharao.

Faszinierend ist der Fund des unversehrten Grabes im Tal der Könige, einzigartig die Berichte über die damalige Ausgrabung des Archäologen Carter und seines Teams. Der Autor André Milewski erzählt von den damaligen Geschehnissen, so dass der Leser sich selbst als Teil des Teams erleben kann. Fakten und Fiktion werden in diesem Buch meisterhaft vermischt (und anschließend an die Geschichte wieder entzerrrt), der Leser ist mittendrin und erlebt den Taumel der Entdeckungen selbst mit. Da merkt man die hervorragenden Recherchen des Autors, wie in allen seinen Büchern. Als Auftakt einer Reihe über die Falkenburgs ist dieses Buch ein guter Einstieg, der den Leser mit genügend weiteren Fragen hinterlässt, so dass man sich schnell eine Fortsetzung wünscht.

Gegenüber den Bänden der „Geheimakte“-Serie kommt dieses Buch eher ruhig daher, dafür aber authentisch in der Beschreibung der Geschehnisse. Dafür vergebe ich sehr gerne fünf von fünf Sternen und empfehle das Buch weiter.

Veröffentlicht am 09.04.2019

Bonner Machtspiele im Herbst 1972

Rheinblick
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Bonn im November 1972: Hilde Kessel, die Wirtin des Rheinblicks, kennt die Bonner Politiker besser als jeder andere. Bei ihr trifft sich alles, was Rang und Namen hat, aber auch alle, die gerne im Bonner ...

Bonn im November 1972: Hilde Kessel, die Wirtin des Rheinblicks, kennt die Bonner Politiker besser als jeder andere. Bei ihr trifft sich alles, was Rang und Namen hat, aber auch alle, die gerne im Bonner Polittheater mitspielen möchten. Ihr Motto ist Verschwiegenheit – auch wenn sie dieses Versprechen einmal gebrochen hat. Währenddessen kämpft die junge Logopädin Sonja Engel um die Stimme von Willy Brandt, der sich einer Operation unterziehen musste. Zur selben Zeit muss sie um ihre kleine Schwester Reni bangen, die von zu Hause weggelaufen ist.

Es sind viele verschiedene Handlungsfäden, die dieses Buch von Brigitte Glaser zusammenfasst. Die Geschichte lässt den Leser erahnen, welche Aufbruchsstimmung im Herbst 1972 in Bonn herrschte, vor allem im Regierungsviertel, in dem sich auch Hilde Kessels Rheinblick befindet. Die Fülle an handelnden Personen sowie der Handlungsfäden, die anfangs noch gar nicht richtig miteinander verbunden sind, erschwert allerdings den Einstieg in die Geschichte. Wer das jedoch geschafft hat, wird nach und nach mehr erfasst von den versteckten Hinweisen, die die Autorin streut. Dabei arbeitet sie ihre fiktiven Figuren (die Wirtin Hilde, die Logopädin Sonja) geschickt in die historischen Gegebenheiten jener Zeit ein, Details dazu werden anschließend an die Geschichte selbst erörtert.

Dieses Buch fängt den Zeitgeist Anfang der Siebziger Jahre sehr gekonnt auf. Dadurch entsteht ein ganz besonderer historischer Roman mit vielen verbürgten Details. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 09.04.2019

Spannender Start in eine faszinierende Fantasy-Reihe

Das gefälschte Siegel
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Seit Tausenden von Jahren wird eine versiegelte Schriftrolle fest bewacht von den Steinernen Wächtern, denn in diese Rolle hat einst die Zauberin Ililiané einen Dämon gebannt. Doch kann es sein, dass das ...

Seit Tausenden von Jahren wird eine versiegelte Schriftrolle fest bewacht von den Steinernen Wächtern, denn in diese Rolle hat einst die Zauberin Ililiané einen Dämon gebannt. Doch kann es sein, dass das Siegel gebrochen wurde und der Dämon entwich? Prinz Tymur Damarel, der jüngste Sohn des Königs, findet den Fälscher Kevron, er soll die Rolle und das Siegel überprüfen. Um zu beurteilen, ob der Dämon noch darin gebannt ist, brechen Tymur und Kevron zusammen mit der Magierin Enidin und dem einstigen Steinernen Wächter Lorcan ins Reich der Alfeyn auf, um die Zauberin Ililiané zu befragen. Es wird eine beschwerliche Reise ins Ungewisse hinein…

Mit den vier Gefährten, allesamt mit ihrem eigenem Schicksal beschwert, entführt die Autorin Maja Ilisch den Leser in ein Königreich mit mittelalterlichen Zügen. Aus wechselnden Perspektiven erzählt, breitet sich diese Welt detailreich vor dem Leser aus, sie ist voller Überraschungen und Gefahren für die Reisenden. Dazu kommt, dass die vier Charaktere ihre ganz eigene Motivation zu dieser Reise haben, die nach und nach eröffnet oder auch nur angedeutet wird. Das bringt zusätzlich Spannung in die Erzählung. Der Cliffhanger am Ende des ersten Bandes lässt einen sofort nach der Fortsetzung rufen.

Dieses Buch hat es schnell geschafft, mich in die Geschichte hineinzuziehen und mich zu fesseln. Sehr gerne vergebe ich dafür gute vier von fünf Sternen und empfehle das Buch weiter.