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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2019

Nicht wirklich überzeugend

Tödlich ist die Versuchung
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Emanuela Wolf möchte mit Hilfe des Beziehungscoachs Bernhard Rett ihre Trauer um ihren toten Bruder sowie um das plötzliche Verschwinden ihrer Jugendliebe bewältigen. Die Hausaufgaben, die sie in dieser ...

Emanuela Wolf möchte mit Hilfe des Beziehungscoachs Bernhard Rett ihre Trauer um ihren toten Bruder sowie um das plötzliche Verschwinden ihrer Jugendliebe bewältigen. Die Hausaufgaben, die sie in dieser Beratung bekommt, sind etwas überraschend für sie: Sie soll mehrere Männer verführen. Emanuela lässt sich darauf ein, doch dann geschieht etwas Schreckliches: Genauso wie ihr Bruder seinerzeit starb, sterben die Männer, mit denen sie sich auf den Rat ihres Beraters trifft. Wer steckt dahinter?

Die Autorin Gina Jacobsen ist selbst Psychologin und hat dieses Buch als Erotikthriller geschrieben, das Thema „Wie Männer ticken“ hat sie dafür als roten Faden für die Geschichte verwendet. Dabei gerät das Buch allerdings sehr schnell zum Erotikroman, während der Thrilleranteil für meinen Geschmack zu kurz kommt. Sehr schwer getan habe ich mich mit der Figur der Hauptperson, die mir zu wenig glaubwürdig vorkam: Zunächst erscheint sie als kompetente und selbstbewusste Psychologin, die sich auf keine Beziehung einlassen kann auf Grund ihres Traumas um den Tod des Bruders. Sehr schnell lässt sie sich auf One-Night-Stands ein, die teilweise sehr gefährlich geraten. Eigene Reflexionen kommen kaum noch vor. Welches erschreckende Frauenbild steckt nur hinter dieser Figur?!

Dabei sind manche der Männerfiguren doch recht skurril geraten, was dem Thrilleranteil zugute kommt. Auch einige interessante Wendungen verraten das Potenzial, das in diesem Buch steckt und noch gut ausgebaut werden könnte.

Insgesamt ist es wohl eher schwierig, ein Buch zu schreiben, das sowohl Erotik wie auch Thrill spannend vereinen kann. Beim vorliegenden Beispiel überwiegt der Erotikanteil. Ich selbst musste erkennen, dass diese Mischung nichts für mich ist.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Gelungener Allgäu-Krimi

Executive
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Tilman Bullreitner führt die Tobelmühle als Seminarhaus, wobei er finanziell gut abgesichert ist. Zufällig erfährt er, dass er einen Teilnehmer des nächsten Seminars gut kennt – es ist J.K. Maierling, ...

Tilman Bullreitner führt die Tobelmühle als Seminarhaus, wobei er finanziell gut abgesichert ist. Zufällig erfährt er, dass er einen Teilnehmer des nächsten Seminars gut kennt – es ist J.K. Maierling, der am Tod von Tils Schwester und deren ungeborenem Kind Schuld trug. Maierling ist der ausgemachte Fiesling, der nur auf den eigenen Vorteil bedacht ist und dabei buchstäblich über Tote geht. Auch seine Familie muss darunter leiden, seine Kinder und seine Frau, die sich von ihm getrennt hat, die Scheidung soll nun endlich über die Bühne gehen. Die Geschehnisse spitzen sich immer mehr zu…

Die Autorin Alexandra Scherer hat mit „Executive“ einen Regionalkrimi geschrieben, in dem sich die erfundenen Orte gut in die Region einordnen. Die Protagonisten sind herrlich gelungen, teilweise fast schon klischeehaft in die Geschichte geschrieben: Allgäuer Originale, die man sich sofort in dieser Landschaft vorstellen kann. Verdächtige gibt es zuhauf, es ist eine Freude, hier mitzuraten. So kann auch ein unblutiger Krimi mit viel Spannung aufwarten!

Ein Regionalkrimi ganz nach meinem Geschmack, mit einigen Szenen im Dialekt und viel Lokalkolorit sowie einer spannenden Geschichte drum herum. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung sowie fünf überzeugte Sterne.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Von Wünschen und Erwartungen in einem kleinen Eifeldorf

Eifel-Trilogie / Die Stille im Dorf
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Über ein kleines Dorf in der Eifel gehen die Kriegs-, Wiederaufbau- und Wiedervereinigungsjahre. Im Mittelpunkt der Erzählung steht vor allem die Bauerntochter Margarete mit ihrer Familie, mit all ihren ...

Über ein kleines Dorf in der Eifel gehen die Kriegs-, Wiederaufbau- und Wiedervereinigungsjahre. Im Mittelpunkt der Erzählung steht vor allem die Bauerntochter Margarete mit ihrer Familie, mit all ihren Wünschen und Erwartungen an das Leben und was daraus wurde.

Der Autor Karl Blaser ist selbst in der Eifel geboren, man merkt der Erzählung ihre Authentizität an. Als Leser findet man sich sehr schnell in diesem kleinen Dorf zurecht, ahnt die Hoffnungen und Sorgen der Protagonisten, die von den Ereignissen der Zeit überrollt werden. Dabei liest sich die Geschichte manchmal fast so sachlich an wie ein Geschichtsbuch, was der Erzählung aber keinen Abbruch tut. So entsteht nach und nach eine Geschichte, die den Lauf der Zeit in einem beschaulichen Umfeld zeigt, sich aber auch bisschen der weiteren Welt öffnet.

Allerdings fand ich manche Stellen etwas holprig geschrieben, die verschiedenen Handlungsstränge passten nicht immer ganz gut zusammen, andere wurden sehr lange hängen gelassen, um dann doch wieder überraschend weiter zu gehen. Das hat mir nicht ganz so gut gefallen. Gestört hat mich dann aber, dass im Jahr 1987 mit Euro bezahlt wird, dieser Fehler ist wohl durch alle Lektorate hindurch verborgen geblieben. Aber auch so mancher Fehler in der Rechtschreibung hätte durchaus gefunden werden dürfen.

Mit diesem Buch hat der Autor ein interessantes Stück Zeitgeschichte in einen Roman gebracht, der trotz aller Fiktionalität eng an den tatsächlichen Gegebenheiten bleibt. Das ist, trotz einiger Fehler, ganz spannend geraten, so dass ich das Buch gerne weiter empfehle und vier von fünf Sternen vergebe.

Veröffentlicht am 03.01.2019

Informatives Sachbuch

Die Sprache der Tiere
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Mit Tieren sprechen – nicht nur die Besitzer von Haustieren möchten das gerne, sondern wir Menschen wollen überhaupt mit Tieren in Kontakt kommen. Autor Karsten Brensing zeigt in seinem neuen Buch, dass ...

Mit Tieren sprechen – nicht nur die Besitzer von Haustieren möchten das gerne, sondern wir Menschen wollen überhaupt mit Tieren in Kontakt kommen. Autor Karsten Brensing zeigt in seinem neuen Buch, dass es durchaus möglich ist, dies zu tun. Mit viel Einfühlungsvermögen und im Plauderton erzählt er über die Sprache der Tiere und zeigt, wie verschiedene Tierarten miteinander kommunizieren. Vor allem plädiert er dafür, die Rechte aller Lebewesen zu respektieren.

Der Autor versteht es sehr gut, wissenschaftliche Themen gut verständlich zu verpacken. Das Buch liest sich sehr flüssig. Die vielen Beispiele lockern den theoretischen Hintergrund auf, die Bilder ergänzen den Text sehr gut. Da liest man sich sehr schnell fest. Dabei schimmert bei allen Beispielen die Liebe des Autors und sein Respekt für die Tierwelt hindurch.

Sehr informativ und dabei spannend geschrieben, ist dieses Buch auf jeden Fall sehr publikumswirksam geraten. Ich kann es unbedingt weiter empfehlen.

Veröffentlicht am 31.12.2018

Gelungene Fortsetzung der Reihe

Redemption Point
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Die Privatdetektive Ted Conkaffey und Amanda Pharell sollen der Polizei helfen, einen Doppelmord in einer Bar aufzulösen. Ihn verfolgt aber auch das Geschehen um die Anschuldigung, er habe eine Dreizehnjährige ...

Die Privatdetektive Ted Conkaffey und Amanda Pharell sollen der Polizei helfen, einen Doppelmord in einer Bar aufzulösen. Ihn verfolgt aber auch das Geschehen um die Anschuldigung, er habe eine Dreizehnjährige entführt und missbraucht. Deren Vater taucht plötzlich bei ihm auf und möchte sich an Ted rächen. Ted muss nun selbst den wahren Täter finden.

Die beiden Detektive haben eine bewegte Vergangenheit: Ted arbeitete als Cop, als ihn die Anschuldigung über Claires Entführung ereilte. Das stellte sein Leben völlig auf den Kopf, seine Frau distanzierte sich von ihm, seine Freunde und Kollegen wandten sich von ihm ab. Er beißt sich durch, schafft es, sich in der Detektei von Amanda ein neues, wenn auch fragiles Leben aufzubauen, denn die Anschuldigungen kochen immer wieder hoch. Amanda wiederum hat in Notwehr eine Jugendliche ermordet und saß dafür ihre Strafe im Knast ab. Zudem ist Amanda eine sehr exzentrische Person, allerdings eine Detektivin mit viel Weitsicht. Dabei ergänzen die beiden sich aufs Allerbeste. So ist der Leser schnell drin in einem spannenden Thriller, der durch den fesselnden Schreibstil der Autorin leicht zu lesen ist.

Schon der erste Band der Reihe hat mich vom Fleck weg begeistert, die vorliegende Fortsetzung hat den Standard hoch gehalten. (Wobei es sicher von Vorteil ist, mit dem ersten Band zu starten, um die Hintergründe zu kennen.) Und wie bei „Crimson Lake“ habe ich auch dieses Buch in kürzester Zeit inhaliert und freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung. Dafür gibt es von mir eine unbedingte Leseempfehlung sowie alle fünf möglichen Sterne!