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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2018

Kriminalfall in politisch aufgewühlter Atmosphäre

Die Tote im Wannsee
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Es ist 1968, Kommissar Wolf Heller ermittelt über den Mord an einer Frau, die im Wannsee versenkt wurde. In einem politisch aufgeheizten Berlin ist es gar nicht so einfach, auf dem richtigen Weg zu bleiben, ...

Es ist 1968, Kommissar Wolf Heller ermittelt über den Mord an einer Frau, die im Wannsee versenkt wurde. In einem politisch aufgeheizten Berlin ist es gar nicht so einfach, auf dem richtigen Weg zu bleiben, umso mehr, als Heller ziemlich bald aufgefordert wird, den Fall abzuschließen. Doch er bleibt trotzdem am Ball, denn er spürt, es gibt einige Ungereimtheiten.

Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, in die das Autorenteam Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm ihre Geschichte über den standhaften Kommissar Heller versetzen. Studentenrevolten, das geteilte Berlin, Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg – das alles brodelt mal mehr, mal weniger an der Oberfläche der Dinge.

Eine solch aufgewühlte Zeit verlangt auch eine große Anzahl an handelnden Personen. Das war eine der Hürden, über die ich in diesem Buch gestolpert bin, denn es fällt nicht ganz leicht, sich hier zurechtzufinden. Schwer getan habe ich mich auch mit den Hintergründen der Geschichte, die ich nicht besonders gut kenne. Dabei wird der Kriminalfall oft zweitrangig während der Erzählung, was den Lesefluss manchmal behindert. Wer dennoch dran bleibt, wird ein gutes Abbild der damaligen Zeit erfahren, auch einen gut konstruierten Plot. Denn die Recherchen zu diesem Buch sind sorgfältig erfolgt. Doch mir scheint, als wollten die Autoren zu viel gleichzeitig in die Geschichte einbauen, so dass manches doch recht unübersichtlich bleibt.

Wirklich überzeugt hat mich das Buch deshalb nicht, so dass ich drei von fünf Punkten vergebe.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Hirngrippe

Solange wir uns haben
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Jessicas Leben wird mehr und mehr von Panikattacken beeinträchtigt, so dass sie nicht mehr arbeiten oder Auto fahren kann. Während ihre Teenie-Tochter Miriam dafür kein Verständnis aufbringt und überlegt, ...

Jessicas Leben wird mehr und mehr von Panikattacken beeinträchtigt, so dass sie nicht mehr arbeiten oder Auto fahren kann. Während ihre Teenie-Tochter Miriam dafür kein Verständnis aufbringt und überlegt, zum Vater nach Brasilien zu ziehen, erhält Jessica unerwartet Hilfe von ihrer Nachbarin Hildegard. Doch reicht das, damit die alleinerziehende Mutter ihr Leben wieder in den Griff kriegt?

Jessica tut sich selbst manchmal schwer, ihre Panikattacken ernst zu nehmen, und hofft dass sie schnell wieder verschwinden. Doch das geschieht natürlich nicht einfach so, sie muss sich ihren Ängsten stellen. Das gelingt ihr mal mehr, mal weniger gut, wie das nun so ist im Leben. Wie gut, dass die Nachbarin ihr so unkompliziert unter die Arme greifen kann! Schon allein wenn diese die Panikattacken als „Hirngrippe“ benennt, kann Jessica gleich anders damit umgehen. Und der Leser auch.

Der lockere Schreibstil lässt manches Schwere in dieser Geschichte leichter ertragen, das tut der Protagonistin wie auch der Leserin gut. Und immer wieder stellt sich die Frage: Wer ist hier verrückt? Das macht nachdenklich und bringt viele heitere Momente zum Weiterdenken. Andererseits klingt die Story hinter der Geschichte nicht immer glaubhaft, das schmälert das Leseerlebnis doch etwas. „Überleben ist ein guter Anfang“ hat mich in dieser Hinsicht viel mehr überzeugen können.

So ist der Autorin um dieses ernste Thema ein humorvoller Roman gelungen, der sicherlich auch zum Nachdenken anregt. Deshalb spreche ich auch sehr gerne eine Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Lohnenswertes Sachbuch

Ein Keim kommt selten allein
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Keime umgeben uns immerzu, und sie treten in großer Zahl auf. Manche davon sollten wir tunlichst meiden, andere wiederum brauchen wir für unser Wohlbefinden. Der Mikrobiologe Professor Dr. Markus Egert ...

Keime umgeben uns immerzu, und sie treten in großer Zahl auf. Manche davon sollten wir tunlichst meiden, andere wiederum brauchen wir für unser Wohlbefinden. Der Mikrobiologe Professor Dr. Markus Egert von der Hochschule Furtwangen erklärt, wie wir im Haushalt mit den Mikroben umgehen sollten, die uns tagtäglich umgeben.

Im Plauderton erzählt der Autor über sein Fachgebiet, greift Fragen auf, die jeden von uns betreffen. So liest sich das Buch auch sehr flott und ist dabei äußerst informativ. Dabei wird unter anderem klar, wie wichtig es ist, sich die Hände zu waschen. Aber auch, den Spülschwamm regelmäßig zu ersetzen… Fakten untermauern die vielen Informationen, die der Autor im Buch verarbeitet, comic-hafte Illustrationen lockern den Text auf angenehme Weise auf.

Ein lohnenswertes Sachbuch, das ich sehr gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 03.11.2018

Magische Werwolf-Geschichte

Der Schleier der Welt
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Kyra Hare ist Privatdetektivin und erhält den Auftrag, Tina Wallace zu suchen. Ein letztes Lebenszeichen von ihr gab es vor drei Jahren. Schon gleich zu Beginn hat Kyra ein ungutes Gefühl bei der Suche. ...

Kyra Hare ist Privatdetektivin und erhält den Auftrag, Tina Wallace zu suchen. Ein letztes Lebenszeichen von ihr gab es vor drei Jahren. Schon gleich zu Beginn hat Kyra ein ungutes Gefühl bei der Suche. Und tatsächlich scheint es einige Personen zu geben, die die Ermittlungen der Detektivin zu verhindern versuchen. Welche Ausmaße das letztendlich hat, kann sie noch gar nicht ermessen.

Mit „Der Schleier der Welt“ erzählen die Autoren S.C. Kreuer und R.A. Prum eine magische Geschichte aus der Welt der Werwölfe und anderer magischer Wesen. Sehr schnell ahnt der Leser mehr als Kyra selbst, wobei es sehr lange unklar ist, in welche Richtung die Erzählung geht. Kyra ist sehr sympathisch, wenn auch etwas chaotisch dargestellt, sie wird sich von keinem Hindernis aufhalten lassen. Auch nicht, dass sie selbst dabei in größte Gefahr gerät. Die Geschichte ist äußerst spannend aufgebaut, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Alle Details sind gut durchdacht und ergeben zum Schluss eine magische Geschichte mit der Aussicht auf eine spannende Fortsetzung.

Das Buch ist erschienen im Bundeslurch Verlag, der Teil des Bundesamtes für magische Wesen ist. So sind auch die Bücher aufgemacht wie Berichte einer Behörde, während dahinter ein spannender Fantasy-Roman steckt. Das ist ein ganz besonderes Bonbon für eine äußerst fesselnde Geschichte.

Veröffentlicht am 03.11.2018

Vergängliche Schönheit

In Schönheit sterben
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Die Journalistin Giada Bianchi ist der Auflösung eines Mordes auf der Spur: Ein reicher Kunstsammler wurde in seiner Wohnung ermordet, seine neueste Errungenschaft ist spurlos verschwunden. Giada bittet ...

Die Journalistin Giada Bianchi ist der Auflösung eines Mordes auf der Spur: Ein reicher Kunstsammler wurde in seiner Wohnung ermordet, seine neueste Errungenschaft ist spurlos verschwunden. Giada bittet den Münchner Rechtsanwalt Robert Lichtenwald um Hilfe. Obwohl es gefährlich erscheint, sind beide mit Freude am Ermitteln. Bis sie tatsächlich in Lebensgefahr geraten…

Dies ist bereits der zweite Band der Reihe um dieses interkulturelle Ermittlerpaar. Wer den ersten Band kennt, wird einige Bekannte wieder treffen, auch gibt es eine Weiterentwicklung der Beziehungen untereinander. Doch der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, das Buch kann gut für sich allein gelesen werden.

Die Geschichte ist als Regionalkrimi konzipiert, und man merkt dem Autor die Liebe zur Maremma an, die als Kulisse für dieses Buch dient. Diesmal bewegen sich die Ermittlungen in der antiken Kunstszene, so dass sowohl die Schönheit vergangener Kulturen wie auch die Schönheit der Lebenden in den Mittelpunkt geraten.

Das Buch besticht mit einem spannenden Plot und einem ausgeprägten regionalen Flair wie auch durch liebevoll gestaltete Figuren. Eine klare Leseempfehlung von meiner Seite!