Platzhalter für Profilbild

Gisel

Lesejury Star
offline

Gisel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gisel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2018

Ein Engel und seine Aufgaben

Unearthly: Dunkle Flammen
0

Clara ist anders als die Mädchen auf ihrer Highschool. Kein Wunder, denn sie trägt Engelsblut in sich, ihre Mutter gehört zu den Nephilim. Auf Clara wartet eine Aufgabe, die sie aber noch nicht genau kennt. ...

Clara ist anders als die Mädchen auf ihrer Highschool. Kein Wunder, denn sie trägt Engelsblut in sich, ihre Mutter gehört zu den Nephilim. Auf Clara wartet eine Aufgabe, die sie aber noch nicht genau kennt. In Visionen erschließt sie sich ihr nach und nach, und Clara macht sich vertraut mit ihrer neuen Rolle. Das ist nicht immer ganz einfach…

Dieses Buch ist der erste Band einer Trilogie um Clara. Cynthia Hand ist ein guter Einstieg gelungen in einen wunderschönen Jugendroman, der zunächst wie viele andere mit dem Highschoolleben beginnt, dann aber doch durch die neue Interpretation des Engel-Themas etwas Besonderes wird. Durch die Ich-Erzählung gelingt der Einstieg in Claras Erzählung sehr gut, und mit ihr will man immer noch mehr erfahren über ihre Aufgabe und ihre besonderen Gaben. Manches wird angerissen, die wichtigen Handlungsfäden auch bereits in diesem Band zu Ende gebracht, es bleibt aber noch recht viel, was in den nächsten beiden Bänden weitergeführt wird. So bleibt die Spannung auch über die Wartezeit bis zum nächsten Band erhalten.

Das Buch ist ein gelungener Fantasyroman für Jugendliche, der auch manche Erwachsene gut ansprechen wird.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Auf den Spuren der toten Schwester

Die Landkarte der Liebe
0

Mia ist tot, sie stürzte in Bali von einer Klippe. Ihre Schwester Katie entschließt sich, ihr mit dem Tagebuch hinterherzureisen, um das Geheimnis um Mias Tod zu lüften. Katie taucht dabei immer tiefer ...

Mia ist tot, sie stürzte in Bali von einer Klippe. Ihre Schwester Katie entschließt sich, ihr mit dem Tagebuch hinterherzureisen, um das Geheimnis um Mias Tod zu lüften. Katie taucht dabei immer tiefer in Mias Leben ein und erfährt deren letzte Stationen. Es ist eine Reise in Mias Leben, wird aber für Katie immer mehr eine Reise zu sich selbst.

Sehr einfühlsam beschreibt Lucy Clarke, wie Katie ihrer Schwester nach deren Tod wieder näher kommt. Mit den beiden Schwestern erlebt der Leser alle Emotionen der beiden, wobei das Buch nie ins Kitschige abrutscht. Die zwei Zeitschienen lassen sowohl Mia wie auch Katie vor den Augen des Lesers aufleben. Man sieht förmlich die beiden Schwestern vor sich beim Lesen, gleichzeitig reißt einen das Buch so mit, dass man selbst neben Mia oder Katie zu reisen scheint.

Der originelle Titel erschließt sich durch das Lesen und macht neugierig auf dieses faszinierende Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Eindeutig zu empfehlen!

Veröffentlicht am 31.07.2018

Zwei Schwestern und ihre Familien

Die Schmetterlingsinsel
0

Als ihre Tante Emmely stirbt, macht Diana sich auf, das Familiengeheimnis zu lüften. Ihr Weg führt sie dazu nicht nur nach England, sondern sogar nach Sri Lanka, wo ihre Familie ehedem eine Teeplantage ...

Als ihre Tante Emmely stirbt, macht Diana sich auf, das Familiengeheimnis zu lüften. Ihr Weg führt sie dazu nicht nur nach England, sondern sogar nach Sri Lanka, wo ihre Familie ehedem eine Teeplantage besaß. Sie findet auf ihrer Suche nicht nur die Geschichte ihrer Familie, sondern auch einen Menschen, der ihr sehr viel bedeutet.

Auf zwei Zeitebenen beschreibt Corina Bomann Dianas Suche und die Geschichte ihrer Familie. Der Roman ist mit gut 500 Seiten groß angelegt und gibt einen guten Einblick in das Leben der Teefarmer und ihrer Familien im letzten Jahrhundert. Mit den Beschreibungen der Gegebenheiten mag man sich sehr gut das Ceylon vorstellen, als Victoria und Grace dort lebten. Manches ist dabei nicht immer stimmig, und es droht immer wieder die Gefahr, ins Triviale abzurutschen, alles in allem ist das Buch jedoch eine wunderschöne Geschichte, die man gerne zwischendurch mal liest. Sehr ansprechend finde ich die Dekoration mit Schmetterlingen und Orchideen auf dem Buchschnitt, ein solches Buch lädt noch mehr zum Lesen ein als eines ohne einen solchen Schmuck.

Für Fans von Corinna Bomann unverzichtbar, aber auch sonst ist das Buch ein guter solider Roman aus ihrer Feder, deshalb vergebe ich gerne vier von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 31.07.2018

Von Jägern und Gejagten

Im Totengarten
0

Bei ihrem Lauf durch die Stadt stößt die (Kriminal-)Psychologin Alice Quentin auf die Leiche einer jungen Frau auf dem Crossbones Yard, wo früher die toten Prostituierten begraben wurden. Der Mord an dieser ...

Bei ihrem Lauf durch die Stadt stößt die (Kriminal-)Psychologin Alice Quentin auf die Leiche einer jungen Frau auf dem Crossbones Yard, wo früher die toten Prostituierten begraben wurden. Der Mord an dieser Frau ähnelt dem Vorgehen eines Verbrecherpaares, das aber inzwischen nicht mehr auf freiem Fuß ist. Alice wird zu den Ermittlungen der Polizei hinzugezogen. Doch bald gibt es ein nächstes Opfer – direkt vor Alice‘ Haus und neben dem Bus ihres Bruders. Der Täter kommt Alice näher und näher; erst gerät ihr Bruder in Gefahr, dann ihre Freundin, und Alice erhält Polizeischutz, damit ihr nichts zustößt.
Etwas unübersichtlich in der Anzahl der Personen schildert Kate Rhodes die Geschichte der Psychologin Alice, die nicht nur diesen Mord, sondern auch ihre eigene Vergangenheit bewältigen muss. Ihre Kindheit ist von Gewalt geprägt, und diese Erinnerungen nehmen einen großen Teil der Erzählung ein. So erhält der Leser das Bild einer eher labilen Psychologin, die dadurch für mich in ihrer Arbeit nicht wirklich erfolgreich sein könnte. Sie bleibt mir eher fremd, trotz aller Einblicke in ihr Seelenleben, viele ihrer Handlungen kann ich nicht nachvollziehen. Rhodes legt manche falsche Fährte, um den Täter nicht vorzeitig preiszugeben, und dennoch hatte ich ihn schon recht bald im Verdacht.
Das Buch ist m.E. guter Durchschnitt, wenn es auch in der Umsetzung manchen Holperer drin hat. Ob ich noch weitere Fälle von Alice Quentin lesen werde, weiß ich nicht so recht. So richtig überzeugt hat sie mich nicht…

Veröffentlicht am 31.07.2018

Krimi mit viel Arktis-Hintergrund

Im Eis
0

Die Inuk-Frau und erfahrene Arktis-Jägerin Edie führt zwei amerikanische Touristen zu einem Jagdausflug auf Ellesmere Island, ein paar Kilometer südlich des Nordpols. Einer der Männer stirbt dabei, die ...

Die Inuk-Frau und erfahrene Arktis-Jägerin Edie führt zwei amerikanische Touristen zu einem Jagdausflug auf Ellesmere Island, ein paar Kilometer südlich des Nordpols. Einer der Männer stirbt dabei, die Umstände seines Todes bleiben ungeklärt. Edie jedoch fühlt, dass etwas dabei nicht stimmt. Es soll auch nicht der letzte Tote bleiben. Die Inuk-Frau sucht nach der Wahrheit…
Laut Covertext ist es vor allem die Arktis, die in diesem Buch „die eigentliche Heldin“ sei. Es ist auf jeden Fall eine Welt, die mir völlig fremd ist in meinem mitteleuropäischen Zuhause. Die Dorfgemeinschaft auf Ellesmere Island ist deshalb ein Abenteuer, das fasziniert, aber auch abschreckt, wenn Melanie McGrath die Auswirkungen des Alkohols auf die Bevölkerung schildert. Die Autorin hat wohl akribisch über Edies Lebenswelt recherchiert, denn diese erscheint mir völlig logisch. Etwas weniger erfreut hat mich die Beschreibung der Essgewohnheiten der Protagonistin – das war mir dann doch zu fremd.
Das Buch verspricht auch den Vergleich mit „Fräulein Smilla“, und die Parallelen dieser beiden Bücher sind offensichtlich. Beide „Ermittlerinnen“ haben sich selbst dazu berufen und handeln aus eigener Überzeugung und gegen den Willen derer, die eigentlich ermitteln sollten. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Parallelen nicht ganz so offensichtlich wären.
Das Buch ist sicherlich empfehlenswert, wenn man nach einem Krimi sucht in einer für uns völlig fremden Welt und mit dem Hintergrund der Arktis. Wer dies nicht genießen kann, wird sich mit diesem Krimi eher schwer tun.