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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2018

Gelungener Regionalkrimi

Wattmord in Carolinensiel. Ostfrieslandkrimi
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Im ostfriesischen Watt wird eine junge Frau tot aufgefunden. Wenig später verschwindet die Studentin Tanja, die die Leiche im Watt entdeckt hatte. Die Kommissare Bernd Linnig und Nina Jürgens finden bei ...

Im ostfriesischen Watt wird eine junge Frau tot aufgefunden. Wenig später verschwindet die Studentin Tanja, die die Leiche im Watt entdeckt hatte. Die Kommissare Bernd Linnig und Nina Jürgens finden bei den Ermittlungen heraus, dass im Darknet Bilder der Toten und der Verschwundenen auftauchen. Und das ist nicht alles, weitere Frauen sind in Gefahr - jede Minute zählt.

Mit dem Thema Darknet greift der Autor Rolf Uliczka ein heißes Eisen an und bringt dafür virtuell seine idyllische Heimat in Gefahr. Verdachtsmomente werden recht schnell eingestreut, man kann gut mit dem Mitraten beginnen. Die knappen Beschreibungen der Misshandlungen reichen schon aus für ein bildliches Kopfkino und die nötige Spannung. Der Schreibstil war für mich anfangs etwas holprig, die Dialoge kamen mir teilweise etwas hölzern vor. Der Kriminalfall steht im Vordergrund und ist gut gelöst, das Privatleben der beiden Ermittler bildet einen weiteren Handlungsfaden, der sich auch schon durch die Vorgängerbände hindurch zieht. Dennoch kann man das Buch auch ohne weitere Kenntnisse lesen, die Gegebenheiten werden gut dargestellt, auch wenn für mich die Protagonisten teilweise eher blass blieben. Dafür werden die örtlichen Gegebenheiten so gut geschildert, dass man sich wie in Ostfriesland fühlt, trotz mehrerer Hunderte Kilometer dazwischen. Man merkt der Erzählung an, dass der Autor seine Heimat liebt…

Die äußerst spannende Geschichte um das Darknet macht meiner Meinung nach einige kleine Kritikpunkte wett, so dass ich sehr gerne vier von fünf Sternen hinterlasse sowie eine Leseempfehlung. Ein gelungener Regionalkrimi, der gut über den Tellerrand hinausguckt!

Veröffentlicht am 10.07.2018

Gute Laune mit Ines Fox

Seekoller
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Ines Fox und Dr. Friedel stehen kurz davor, gemeinsam in den Urlaub aufzubrechen. Da kommt ihnen ein skurriler Doppelmord dazwischen: Während Dr. Friedel nach Freiburg fährt wegen der Autopsie, beginnt ...

Ines Fox und Dr. Friedel stehen kurz davor, gemeinsam in den Urlaub aufzubrechen. Da kommt ihnen ein skurriler Doppelmord dazwischen: Während Dr. Friedel nach Freiburg fährt wegen der Autopsie, beginnt Ines auf eigene Faust zu recherchieren. Die beiden Toten waren ein junges amerikanisches Pärchen, das seine Flitterwochen in Konstanz verbringen wollte. Als Ines erfährt, dass die junge Frau ein Hotel in Miami erben soll, fliegt sie kurz entschlossen dorthin – und während sie einige neue Informationen sammelt, bringt sie sich selbst in größte Gefahr.

Wie bereits in den beiden Bänden davor zeigt sich Ines auch hier als absolute Chaotin, die keinen Schlamassel scheut, um ihre Recherchen voranzutreiben. Sie hat zwar einen guten Riecher, wenn es um die Ermittlungen geht – doch sie muss dabei ganz schön Federn lassen. Sie hat einfach ein wundervolles Händchen für jede Bredouille… Auch diesmal gibt es wieder überraschende Wendungen, skurrile Situationen, abgefahrene Ideen, gefährliche Situationen für Ines (und nicht nur für sie..) und zum Schluss, wenn nichts mehr möglich erscheint, eine völlig verblüffende Auflösung. Das Buch ist wie seine Vorgänger eine bunte Mischung an Komödie, Krimi, Action und Spaß für den Leser. Wer nicht alles bierernst haben möchte, ist mit dieser Mischung bestens bedient. Von mir gibt es deshalb alle 5 Sterne sowie eine unbedingte Leseempfehlung. Bestens als Urlaubslektüre, aber auch geeignet für alle anderen Situationen im Leben, die nach guter Laune schreien!

Veröffentlicht am 10.07.2018

Schräg, chaotisch, einfach gut!

Bullenbrüder: Tote haben kalte Füße
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Die Brüder Holger und Charlie Brinks arbeiten in einem ähnlichen Beruf: Holger ist Kriminalkommissar und Charlie Privatdetektiv. Zufällig finden sie sich im selben Fall wieder: Holger soll den Mord an ...

Die Brüder Holger und Charlie Brinks arbeiten in einem ähnlichen Beruf: Holger ist Kriminalkommissar und Charlie Privatdetektiv. Zufällig finden sie sich im selben Fall wieder: Holger soll den Mord an Viktoria Sommer untersuchen, die mit ihren beiden Schwestern eine Firma leitete, während Charlie auf Anweisung einer Jugendliebe deren Mann Robert beim Fremdgehen erwischen soll. Da Robert gleichzeitig auch der Anwalt der drei Schwestern und zudem plötzlich verschwunden ist, müssen die beiden Brüder sich miteinander kurzschließen. Aber nicht nur in beruflichen Angelegenheiten sind beide gefragt, sondern sie sollen gemeinsam die fünfte Hochzeit ihrer Mutter organisieren und zum schönsten Tag in ihrem Leben machen. Die Vorstellungen der Mutter und ihres Verlobten einerseits wie auch der Brüder andererseits sind dabei etwas unterschiedlich.

Schon die kurze Inhaltsangabe zeigt, dass das Buch zwei Handlungsstränge verfolgt und dabei mal eher ernst, mal eher belustigt die Geschichte aufrollt. Man kann sich beim Lesen nie wirklich sicher sein, in welche Richtung die Erzählung kippt. Diese Mischung stellt einen ganz besonderen Reiz dar, die Spannung baut sich dennoch konstant weiter auf. Der humorvolle Ton des Buches baut dabei manches Klischee ein, wunderbar passend zur Geschichte. So entsteht ein Krimi, der nicht wirklich blutig daherkommt und dennoch sowohl Gefahrensituationen wie auch lustige Szenen bis hin zum Slapstick beinhaltet. Das ist so schräg, dass es einfach nur gut ist! Die Personen sind gut ausgearbeitet, man kann sie sich sehr schnell vorstellen und ist mittemang in der Handlung dabei. Der Wortwitz und die Pointen sind gekonnt platziert, dass es eine Freude beim Lesen ist.

Wer spannende Krimis liebt mit einem schrägen, humorvollen Touch, ist hier bei diesem Buch goldrichtig.

Veröffentlicht am 07.07.2018

Gekonntes Krisenmanagement

Riskante Manöver
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Mats Holm und seine Kollegin Laura May werden zu einem Krisenfall bei der Pharma-Firma Wenner angefragt. Sie sind Experten für Krisen dieser Art und als „Master of Desaster“ für solche Fälle bekannt. Im ...

Mats Holm und seine Kollegin Laura May werden zu einem Krisenfall bei der Pharma-Firma Wenner angefragt. Sie sind Experten für Krisen dieser Art und als „Master of Desaster“ für solche Fälle bekannt. Im vorliegenden Fall soll ein Kind durch ein hochgelobtes Medikament der Pharma-Firma zu Tode gekommen sein, während aus Profitgier Nebenwirkungen des Medikaments verschwiegen wurden. In einem Wettkampf gegen die Zeit versuchen Mats und Laura, die Firma in ihrer Öffentlichkeitsarbeit zu begleiten und das Schlimmste abzuwenden, während sie sich über die Hintergründe zu diesen Vorkommnissen kundig machen.

Atmosphärisch dicht und in der Zeit von nur vier Tagen erzählt der Autor Birand Bingül eine Geschichte über eine PR-Angelegenheit, die sehr realistisch erscheint. Mats und Laura, ehemaliger Journalist und frühere Polizistin, lassen ihr gesamtes Können in diesen vier Tagen schillern, von anderweitig bestehenden Kontakten über eigene, manchmal äußerst wagemutigen Recherchen bis hin zu ihren hervorragenden Kenntnissen darüber, wie Medien und ihre Leser funktionieren. Sie sind den anderen immer einen Schritt voraus und müssen doch damit rechnen, dass manche ihrer Aktionen nicht rechtzeitig greifen. Damit entsteht ein straffer Spannungsbogen, der durch andere Perspektiven noch verstärkt wird, so dass die Seiten einfach nur dahinfliegen. Unvermutete Wendungen in der Erzählung heizen die Spannung zusätzlich auf. Der Autor dürfte die Hintergründe zur Pharmaindustrie wie auch zu PR-Angelegenheiten gut recherchiert haben, so dass der Leser einen guten Einblick in diese Hintergründe erhält. Das Ganze ist dabei so gut aufbereitet, dass man keine Vorkenntnisse zur Materie haben muss, um die Geschehnisse im Buch zu verstehen.

Für diese rasante Geschichte vergebe ich gerne eine klare Leseempfehlung und 4,5 von 5 Sternen. Gerne warte ich auf eine Fortsetzung um dieses Ermittlerpaar, sind doch einige Fragen aus dem privaten Umfeld der beiden noch offen geblieben und schreien nach einer Fortsetzung.

Veröffentlicht am 07.07.2018

Der zweite Fall für den Polizisten mit der besonderen Begabung

Lost in Fuseta - Spur der Schatten
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An der Algarve wird eine Polizistin ermordet. Das Team der Polizeistation in Fuseta klemmt sich dahinter, um nach dem Täter und dessen Gründen zu ermitteln. Die Hintergründe zu diesem Fall liegen in der ...

An der Algarve wird eine Polizistin ermordet. Das Team der Polizeistation in Fuseta klemmt sich dahinter, um nach dem Täter und dessen Gründen zu ermitteln. Die Hintergründe zu diesem Fall liegen in der kolonialen Vergangenheit Portugals.

Bereits in seinem ersten Krimi um den autistischen deutschen Polizisten Leander Lost lässt der Autor Gil Ribeiro (Holger Karsten Schmidt) den Leser in die besondere Welt dieses Ermittlers eintauchen. Dies ist ihm auch diesmal wieder hervorragend gelungen. Neben einem spannenden und verzwickten Kriminalfall erlebt der Leser die Ereignisse mit den Augen (und Gedanken) Leander Losts. Das ist manchmal von Situationskomik geprägt, öfter jedoch hinterlässt es eine Nachdenklichkeit, die noch eine Weile nachhallt. Dabei nimmt der Autor alle seine Figuren ernst und gibt jedem von ihnen seine besonderen Eigenheiten, so dass ein ausgewogenes Gleichgewicht unter den Protagonisten entsteht. So kann das Team die Begabungen jedes Einzelnen gut in die Ermittlungen einbauen, es ist eine gute Zusammenarbeit entstanden. Obwohl dies der zweite Band einer Reihe ist, kann man das Buch gut ohne Vorkenntnisse lesen, denn der Fall selbst ist in sich abgeschlossen.

Damit ist ein spannender Krimi gelungen mit einem sehr interessanten Ermittlerteam, das den Leser schnell in seinen Bann zieht. Eine sehr gute Fortsetzung dieser Reihe, die ich sehr gerne weiterempfehle. Auf die weiteren Bände dieser Reihe bin ich sehr gespannt.