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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2024

Ein Quell düsterer Mysterien

Finster
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Im Mai 1986 verschwindet ein 13jähriger Junge vom Jahrmarkt in Katzenbrunn. Dabei geschieht das nicht zum ersten Mal, immer wieder werden in dem kleinen Dorf Kinder als vermisst gemeldet. Hans J. Stahl, ...

Im Mai 1986 verschwindet ein 13jähriger Junge vom Jahrmarkt in Katzenbrunn. Dabei geschieht das nicht zum ersten Mal, immer wieder werden in dem kleinen Dorf Kinder als vermisst gemeldet. Hans J. Stahl, ehemaliger Kriminalkommissar, entschließt sich, die Ermittlungen, die er seinerzeit nicht beenden konnte, nun auf eigene Faust wieder aufzunehmen. Seine Rückkehr nach Katzenbrunn lässt ihn düstere Geheimnisse aufdecken. Ganz überraschend verschwindet während seiner Anwesenheit in Katzenbrunn ein weiterer Junge – und Stahl will alles tun, um ihn lebend wiederzufinden.

„Katzenbrunn ist ein Quell düsterer Mysterien.“ (S. 282) Ja, es ist eine düstere Atmosphäre, die dieses Katzenbrunn umgibt, mit all den verschwundenen Kindern und der psychiatrischen Klinik am Rande der Ortschaft. Die Geschichte setzt sich aus verschiedenen Perspektiven zusammen, das erleichtert es dem Leser, sich in die verschiedenen Charaktere und deren Motivationen reinzudenken. Wobei bald der Eindruck entsteht, dass hier jeder verdächtig sein könnte, scheint doch jeder hier ein düsteres Geheimnis mit sich herumzutragen. Das erhöht die Spannung im Krimi ungemein, ich habe eifrig mitgerätselt und mich dabei auch auf falsche Fährten verlocken lassen. Die kurzen Kapitel haben mich regelrecht durch die Geschichte gejagt, bis ich das Geheimnis um den Greifer aufgedeckt hatte. Dabei rieselte mir so mancher kalter Schauer über den Rücken.

Mich hat dieser Thriller in seinen Sog eingefangen von der ersten Seite an. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 14.10.2024

Larmoyant

Geile Zeit
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Kindheit in den 90ern, das schien einfach nur Idylle pur zu sein. Bis zum 11. September 2001. Dann werden den Millenials einige Steine in den Weg gelegt, bis hin zum erschwerten Berufsstart im Lockdown. ...

Kindheit in den 90ern, das schien einfach nur Idylle pur zu sein. Bis zum 11. September 2001. Dann werden den Millenials einige Steine in den Weg gelegt, bis hin zum erschwerten Berufsstart im Lockdown. Selbst in dieser Zeit aufgewachsen, erzählt Niclas Seydack von seinen eigenen Erlebnissen und denen seiner Generation.

Anfangs ist das Buch recht unterhaltsam. Auch wenn ich etwas älter bin, habe ich einiges davon erkannt, auch den Umschwung, der unsere Gesellschaft mit dem 11. September 2001 geprägt hat, auch die Amokläufe und natürlich die Pandemie haben vermutlich sämtliche Jahrgänge betroffen gemacht. Doch zunehmend fiel der Ton der Erzählung larmoyanter aus, bis dahin, dass ich mir im letzten Drittel des Buches überlegte: Der Autor wird doch wohl nicht den Generationenvertrag in Frage stellen? Ob er das tut, werde ich nicht verraten; wer das wissen will, muss sich die Lektüre dieses Buches selbst antun. Ich muss gestehen, ich hatte hier doch etwas mehr Objektivität erwartet.

Auch wenn der Schreibstil des Buches recht flüssig ist und die Anekdoten anfangs ganz witzig sind, gerät mir der Ton der Erzählung zu larmoyant und zu anklagend. Dieses Buch kann man lesen, muss dies aber nicht tun. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Düster, bedrückend, beklemmend

Das Lied des Propheten
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Die Wissenschaftlerin und vierfache Mutter Eilish Stack lebt mit ihrer Familie in Dublin. Kurz nachdem die neu gegründete irische Geheimpolizei ihren Mann Larry, einen bekannten Gewerkschafter, zu einem ...

Die Wissenschaftlerin und vierfache Mutter Eilish Stack lebt mit ihrer Familie in Dublin. Kurz nachdem die neu gegründete irische Geheimpolizei ihren Mann Larry, einen bekannten Gewerkschafter, zu einem Verhör abgeholt hat, verschwindet er ganz. Und damit bricht eine neue Zeit für sie an, denn die neue irische Regierung wird von Gewalt beherrscht. Eilish versucht ihre Familie zu schützen, doch angesichts der Zustände fällt das immer schwerer…

Das Buch erzählt die Geschichte einer Familie, die durch ein autoritäres Regime in eine Katastrophe gerät. Aus dem geordneten und verlässlichen Leben, das Eilish kennt, verschwindet immer mehr das Geordnete und Verlässliche, es wird zunehmend schwerer, ihre Familie zu schützen. Das zu lesen ist äußerst beklemmend und erscheint erschreckend realistisch, denn man fragt sich, wie sicher unsere eigene Welt überhaupt ist. Etwas schwierig fand ich den Einstieg in das Buch, denn der Sprachstil ist anspruchsvoll und die direkte Rede wird nicht ersichtlich abgesetzt. Doch nach einigen Seiten ist mir der Einstieg gelungen, und ich fieberte mit Eilish mit, wie sie ihr Leben angesichts der drastischen Veränderungen noch meistern konnte. Die Gefahr, die bereits auf den ersten Seiten des Buches auftaucht, bleibt bis zuletzt erhalten und ist selbst beim Lesen kaum auszuhalten.

Dieses Buch öffnet die Augen für die Gefahren autoritärer Regimes. Das macht es nicht leicht zu lesen, das Thema ist jedoch so wichtig, dass ich es unbedingt weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Unterhaltsamer Nordseekrimi

Leichenstarr an der Bar
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Der Umweltaktivist Enno Prester stirbt überraschend in den Armen der Friesenbrauerin Gesine Felber. Er wollte ein Geheimnis über die Firma Friesenklima AG aufdecken, doch seine letzten Worte erscheinen ...

Der Umweltaktivist Enno Prester stirbt überraschend in den Armen der Friesenbrauerin Gesine Felber. Er wollte ein Geheimnis über die Firma Friesenklima AG aufdecken, doch seine letzten Worte erscheinen zu kryptisch, um sein Anliegen zu verstehen. Dass sein Geheimnis mit der Friesenklima AG zusammenhängen muss, findet Gesine bald heraus, und sowohl sie wie auch das ganze Dorf Sünnum ist fest entschlossen, seinen Mörder zu finden. Auch wenn Gesine sich dabei immer wieder in größte Gefahr begibt, kann das ihre Entschlossenheit nicht eindämmen.

Das Buch ist bereits der dritte Band über die Friesenbrauerin Gesine Felber, die sich ganz gerne als örtliche Miss Marple betätigt. Für mich war es allerdings der erste Band, und ich denke, man kann die verschiedenen Bände auch gut unabhängig voneinander lesen. Gesine gibt eigentlich immer die Richtung bei den Ermittlungen vor, wobei sie ihrer Tochter als Polizistin wie auch den weiteren Dorfbewohnern gerne mal zu vorschnell ist. Für den Leser ergeben sich dabei immer wieder äußerst vergnügliche Szenen, die Geschichte spiegelt den ostfriesischen Humor, der gerne auch mal etwas derbe daherkommt. Neben dem spannenden Kriminalteil spielt natürlich das Regionale eine wichtige Rolle, man fühlt sich beim Lesen an die Nordsee versetzt. Dass die Polizei dabei nicht ganz so gut wegkommt, weil sie immer wieder recht unprofessionell agiert, kann man dabei ganz gut ignorieren.

Dieser kurzweilige und humorvolle Nordseekrimi macht Lust darauf, mit diesen eigenwilligen Dorfbewohnern auf die nächste Ermittlungstour zu gehen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und bin selbst neugierig geworden auf die weiteren Bände um die Friesenbrauerin und ihre Mitbewohner. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Der etwas andere Reiseführer für die Bodenseeregion

Lost & Dark Places Bodensee
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Die Gegend um den Bodensee ist als Urlaubsgegend bekannt. Doch wer genauer hinschaut, wird auch viele Orte finden, in denen man weniger den schönen Seiten als den unheimlichen begegnet: Gasthäuser ohne ...

Die Gegend um den Bodensee ist als Urlaubsgegend bekannt. Doch wer genauer hinschaut, wird auch viele Orte finden, in denen man weniger den schönen Seiten als den unheimlichen begegnet: Gasthäuser ohne Gäste, verschwundene Klöster, aufgegebene Bahnhöfe, verfallene Burgen mit trauriger Vergangenheit. In diesem Buch warten 33 unübliche Ziele rund um den Bodensee darauf, neu entdeckt zu werden.

Es sind schon Ziele mit einem Hauch des Unheimlichen, die in diesem Buch beschrieben werden. Dabei werden dem Buch vorangestellt Verhaltensregeln, die den morbiden Zauber der Orte erhalten sollen. Man erfährt bei den Vorstellungen der Orte einiges über deren Geschichte, über Legenden, die hier kursieren. Es ist eine sachliche Darstellungsweise, bei der allerdings immer mal wieder durchscheint, wie schade es ist, wenn solche Orte dem Verfall anheim gegeben werden. Eine Karte zur Bodenseeregion mit den 33 genannten Orten ergänzt das Buch und erleichtert es, die jeweiligen Ziele zu finden. Stimmungsvolle Bilder geben einen Eindruck davon, was den Wanderer am Ziel jeweils erwarten wird.

Dieser Reiseführer der etwas anderen Art zeigt vergessene und verlassene Orte, die dadurch recht unheimlich wirken. Wer Interesse an solchen Plätzen hat, wird mit diesem Buch sicherlich einige gute Empfehlungen für sich finden. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.

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