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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2025

Düster und beklemmend

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Für Ines und Marco Winkler beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie beziehen mit ihrer kleinen Tochter Emilia ihr neues Heim. Aber schon nach wenigen Nächten fühlt Ines sich beobachtet und glaubt eine dunkle ...

Für Ines und Marco Winkler beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie beziehen mit ihrer kleinen Tochter Emilia ihr neues Heim. Aber schon nach wenigen Nächten fühlt Ines sich beobachtet und glaubt eine dunkle Gestalt an ihrem Bett stehen zu sehen.
Die neue Siedlung Mons wirkt plötzlich für ihre Bewohner unheimlich. Panik beherrscht, als in Winklers unbewohnten Nebenhaus eine Leiche entdeckt wird. Jetzt werden Ines Beobachtungen, sie hatte auch eine dunkle Gestalt im Nachbarhaus gesehen, real und noch bedrohlicher.

Sascha Rotermund ist der richtige Erzähler für diesen düsteren Thriller. Seine spannungsgeladene Stimme verstärkt jeden Horror und Grusel um ein Vielfaches.
Eigentlich mag ich Arno Strobels Psychothriller sehr gerne. Sie entführen uns in Situationen, die eigentlich normal und erstrebenswert sind, um dann tief in einem Abgrund zu münden. Dieses Mal fand ich den Psychothriller sehr düster und beklemmend. Mit Sascha Rotermunds Stimme im Ohr konnte ich mich manchmal von dieser Düsternis nicht mehr befreien. Während einer mehrstündigen Zugfahrt nach einer mehrstündigen Wartezeit auf den Zug, habe ich das Hörbuch fast in einem Rutsch gehört und war am Ende fix und fertig. Das mag für den Autor zwar ein Erfolg sein, aber mir war es zu heftig. Das mag vielleicht damit zusammenhängen, dass ich dreifache Mutter bin und Thriller mit kleinen Kindern eh nicht so gut vertrage, aber ich hatte während der achteinhalb Stunden das Gefühl, dass alles immer schlimmer wird und kein Hoffnungsschimmer zu sehen ist. Mit dem Epilog versucht Arno Strobel offensichtlich eine gute Perspektive zu schaffen, die Verluste und Dunkelheit war meiner Meinung zu groß.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Schwieriges Thema, gut aufbereitet

Der Junge, der Rache schwor
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Er quält und ermordet ein älteres Ehepaar. Warum?
Die Journalistin Kajsa Coren wohnt in der Nähe des ermordeten Paares, ist besorgt und bringt sich gegen den Willen ihres Mannes (Polizeipsychologe) in ...

Er quält und ermordet ein älteres Ehepaar. Warum?
Die Journalistin Kajsa Coren wohnt in der Nähe des ermordeten Paares, ist besorgt und bringt sich gegen den Willen ihres Mannes (Polizeipsychologe) in die Ermittlungen ein.
Vordergründig recherchiert sie über Missbrauchsfälle in Kinderheimen, die vor Jahren geschahen, aber nie geahndet wurden. Hängen die Verbrechen zusammen?

Band 1 der Kajsa Coren Reihe ist ein packender Krimi.
Die Figur der Journalistin ist sensibel und tiefgreifend aufbereitet worden. Ihre privaten Eigenheiten (allein bei Kälte und Regen auf ihrer Terrasse sitzend), ihre Ehe-und Alltagsprobleme, ihre akribische Recherchearbeit und ihr unnachgiebiges Nachfragen, lassen sie lebendig, real und sympathisch wirken.
Im Laufe der Story wird immer deutlicher, wie nachhaltig der Missbrauch und die Demütigungen die Opfer ihr Leben lang quälen. Als Erwachsene sind sie genauso hilflos wie in ihrer Kindheit.
In diesem Krimi werden nicht nur die Peiniger bloßgestellt, sondern auch die Verantwortlichen, die nie etwas unternommen haben. Die Opfer bekommen nicht nur keine Entschädigung, sondern sie werden auch nicht mehr als Opfer anerkannt.
Mir hat der Krimi sehr gut gefallen, weil er nicht nur spannend war, sondern auch sensibel mit diesem schwierigen Thema umgegangen ist.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Habe ich mit gefremdelt

Der Pudel des Staatsführers
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Zagreb: Ein junger Mann wurde im Park einer psychiatrischen Klinik erstochen aufgefunden.
Bei den Ermittlungen stellen Inspektor Branko Rakitic und sein Kollege Marko Ancic schnell fest, dass sich alles ...

Zagreb: Ein junger Mann wurde im Park einer psychiatrischen Klinik erstochen aufgefunden.
Bei den Ermittlungen stellen Inspektor Branko Rakitic und sein Kollege Marko Ancic schnell fest, dass sich alles um Politik und Parteien dreht.
Der Ermordete war Vorsitzender einer rechtsextremen Jugendbewegung, wollte diese aber verlassen. Während der Patient, der sein Freund war und den er regelmäßig besuchte, sich einbildete, der Pudel von Ante Pavelic zu sein.
Keine leichte Aufgabe.

Es war auch keine leichte Aufgabe für mich, dieses Buch zu lesen. Die politischen Verhältnisse, auf die sich Edo Popovic ständig bezieht und die auch wichtig für die Ermittlungen waren, sind mir nicht bekannt. Auch bei den vielen für mich fremdartigen Namen fehlte mir schnell die Zuordnung. Für meine Unkenntnis kann der Autor nichts, aber es hat natürlich meinen Lesegenuss und meine Beurteilung beeinflusst.
Es hatte einen gewissen Charm, wie Inspektor Rakitic sich durch alle Beeinflussung, Einschüchterung und Druck von oben durch diese Ermittlung schlängelt. Mal übt er selbst Druck aus, mal zeigt er Verständnis und versucht eine Verbindung zu den Zeugen bzw. Verdächtigen aufzubauen.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Ein Krimi, der mich nicht überzeugen konnte

Unter der Erde
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Seit Jahren sucht Stina ihren verschwundenen Stiefbruder, den Schafzüchter Jonte Andersson. Er ist wie vom Erdboden verschluckt.
Heftige Regenfälle lösen einen Erdrutsch im kleinen Ort Âre aus und legen ...

Seit Jahren sucht Stina ihren verschwundenen Stiefbruder, den Schafzüchter Jonte Andersson. Er ist wie vom Erdboden verschluckt.
Heftige Regenfälle lösen einen Erdrutsch im kleinen Ort Âre aus und legen einen alten Keller frei. Dort befinden sich Jontes sterblichen Reste. Viele Knochenbrüche und eine Schusswunde werden festgestellt.
Die Journalistin Vera Bergström, die sich in der Nähe des Erdrutsch aufgehalten hat, recherchiert in allen Richtungen.

In diesem Krimi kann ich leider den Hype um Sara Strömberg nicht nachvollziehen.
Der Krimi ist langatmig, beschreibt hauptsächlich die Psyche und die Gedanken der Protagonisten.
Die hartnäckige Recherche der Journalistin hätte mir eigentlich sehr imponiert, wenn nicht permanent ihre Probleme, ihre Einsamkeit, ihre Schlaflosigkeit, ihre Verlorenheit und ihre verlorene Liebe in den Vordergrund gerückt worden wären.
Der Kriminalfall an sich war interessant und er wurde durch Zufall und Recherche durch Vera Bergström gelöst, aber ich musste mich lange und mühsam durch die Seiten kämpfen.
Ich hatte etwas Spannendes und Unterhaltsames erwartet. Leider wurde ich enttäuscht.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Interessanter Thriller mit vielen Längen

Eine von uns
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Nachdem ihr Haus abgebrannt ist, ohne dass die vierköpfigen Familie zu Schaden gekommen ist, findet Gina Unterschlupf bei ihrer Freundin aus Kindertagen. Annie, mittlerweile ein gefeierter Star, befindet ...

Nachdem ihr Haus abgebrannt ist, ohne dass die vierköpfigen Familie zu Schaden gekommen ist, findet Gina Unterschlupf bei ihrer Freundin aus Kindertagen. Annie, mittlerweile ein gefeierter Star, befindet sich momentan auf Reisen und stellt ihrer Freundin mit deren Familie ihr wunderschönes, renoviertes Haus zur Verfügung.
Überraschenderweise meldet sich direkt am ersten Morgen Annies Haushälterin Mary und drängt darauf ihre Arbeit auch während Annies Abwesenheit fortzuführen, zumal Gina sicher Hilfe benötigt, um den Alltag mit zwei kleinen Kindern zu bewältigen.
Gina hat kein gutes Gefühl bei Mary Anwesenheit. Sie hat den Eindruck, dass Mary etwas verbirgt.
Außerdem liegt Annies Haus in einem Stadtteil, indem die vier Freundinnen, Gina, Annie, Laura und Sarah, die vor Jahren verschwand, aufgewachsen sind. Immer öfter wird Gina von alptraumhaften Erinnerungen heimgesucht.


Der Klappentext versprach viel, spannender Psychothriller, temporeiche Wendungen, leider hielt der Thriller nach wenigen Seiten nicht sein Versprechen.
Trotz spannendem Anfang flacht die Story immer mehr ab.
Mary zieht aus ihren Beobachtungen keinerlei Konsequenzen. Sie handelt naiv und blauäugig. Einzig wenn Mary ihren Gedanken freien Lauf lässt, kommt ein wenig Grusel auf.
Statt aufbauende Spannung zu erleben, habe ich mich über Mary Verhalten aufgeregt.
Ich denke jedem Thriller-Leser war schon nach kurzer Zeit klar, in welche Richtung die Geschichte geht, was vielleicht die Autorin dazu veranlasste zum Ende noch zwei Wendungen draufzupacken, die das Ganze konstruiert und unglaubwürdig erscheinen lässt.
Schade

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