Ungewöhnlich, aber sehr eindrucksvoll und voller politischer Energie
Ich kannte den Autoren Jonathan Coe vor der Lektüre dieses Buches tatsächlich noch gar nicht, aber er hat sich für mich durch "Der Beweis meiner Unschuld" praktisch aus dem Stehgreif als Experte für die ...
Ich kannte den Autoren Jonathan Coe vor der Lektüre dieses Buches tatsächlich noch gar nicht, aber er hat sich für mich durch "Der Beweis meiner Unschuld" praktisch aus dem Stehgreif als Experte für die politischen Denkweisen in Großbritannien, sei es der Konservativen oder sei es der Linken, bewiesen und etabliert.
Das Buch ist eine Mischung aus Krimi, politischer Bestandaufnahme und Analyse der Folgen von meist doch recht extremen politischen Ansichten - in Taten und Gedanken. Coe entwickelt eine vielschichtige Story, die den Leser so manches Mal auf die falsche Spur führt. Erst ganz am Ende wird klar, wohin die Reise tatsächlich geht - und doch bleibt eigentlich auch am Schluss noch jede Menge Raum für Spekulationen.
Ein toller, sprachlich ausgereiften Roman/Krimi, der viele Klischees über die Briten bedient, aber damit wahrscheinlich oftmals auch ins Schwarze trifft. Die Lektüre macht Spaß und zieht den Leser mit der Zeit immer tiefer in den Sog einer ausgefeilten Geschichte.