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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.05.2018

zu nah im wahrsten Sinne des Wortes

Zu nah
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eine Frau wird erhängt aufgefunden, Frankie Sheehan von der Dubliner Polizei erkennt das es Mord war. Eine schwere Aufgabe für sie weil sie noch an den Folgen des vorhergehenden Falls leidet.
Gelesen ...

eine Frau wird erhängt aufgefunden, Frankie Sheehan von der Dubliner Polizei erkennt das es Mord war. Eine schwere Aufgabe für sie weil sie noch an den Folgen des vorhergehenden Falls leidet.
Gelesen wird diese gekürzte Fassung von Sabina Godec in 445 Minuten und in 101 Tracks aufgeteilt.
Die Stimme der Vorleserin ist gut, sie liest ruhig mit unterschiedlichen Betonungen so das man gerne zuhört und der Geschichte gut folgen kann. Da ist kein übertriebenes jeder Person eine eigene Stimme zu geben sondern sie liest vor im Sinne des Wortes, wo es um Polizeiarbeit geht klingt ihre Stimme sachlich, in Gesprächen erhebt sie sie. In Beschreibungen ist die Stimme emotionslos. Wird es spannend klingt das auch durch.
Die Polizeiarbeit wird in diesem Krimi gut beschrieben, das ist für mein Empfinden auch das einzig Positive was ich über dieses Buch sagen kann.
Die Rückblenden in Sheerans Geschichte lassen immer wieder die Vermutung aufkommen das man erst den ersten Band hätte lesen müssen obwohl da keiner ist.
Das der Roman in Irland spielt erfährt der Leser durch die Erwähnung von Dublin, es gibt sonst keine Beschreibung irgendwelcher Besonderheiten oder Eigenheiten in diesem Land, der Krimi hätte also überall spielen können. Mir war das zu wenig denn jeder Ort hat etwas Besonderes das eine wichtige Rolle lim Geschehen spielt.
Der Krimi kommt langsam auf Touren es gibt noch mehr Tote alles deutet auf einen Serienmörder mit Verbindung zum Darknet hin. Die Ermittlungen laufen zäh und daher für den Leser/Hörer stellenweise spannungslos. Beim Showdown wird auf einmal unlogisch und überhastet reagiert und Sheeran tappt in eine Falle. Der Täter wird buchstäblich aus dem Hut gezaubert und der Krimi endet abrupt.
Da war viel Luft nach oben und ich kann mir nicht vorstellen dass das allein an der gekürzten Hörbuch Fassung lag.

Veröffentlicht am 12.03.2018

diesmal die Drachen

Das dunkle Archiv
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Irene Winters beschafft seit Jahren für die unsichtbare Bibliothek die seltensten Bücher aus verschiedenen Welten. Eines Tages wird sie von einer Drachenfrau für einen brisanten Auftrag angeheuert: Sie ...

Irene Winters beschafft seit Jahren für die unsichtbare Bibliothek die seltensten Bücher aus verschiedenen Welten. Eines Tages wird sie von einer Drachenfrau für einen brisanten Auftrag angeheuert: Sie soll für sie ein seltenes Buch finden und ihr damit zu einem machtvollen Posten verhelfen. Doch Irene weigert sich. Seit Jahrtausenden ist die Bibliothek neutral und darf für niemanden Partei ergreifen. Damit kein anderer Bibliothekar in Versuchung gerät, den heiklen Auftrag anzunehmen, machen sich Irene und ihr Lehrling auf die Jagd nach dem begehrten Buch. Und die führt sie in das New York der 1920 er-Jahre, in die Zeit von Prohibition, Gangstern und Verbrechen -
In diesem Band entwickeln sich Irene und Kai weiter und wir lernen einen anderen aktiven Bibliothekar kennen, dass alles findet wieder außerhalb der Bibliothek statt und diesmal sind Irenes "Gegner" die Drachen und als äußerst aktive Störenfriede die Menschen der zwanziger Jahre in Amerika.
Diese Welt ist leichter nachzuvollziehen da sie uns Lesern aus vielen Büchern und Filmen bereits bekannt ist, Dies tut der Spannung aber keinen Abbruch.
Irene und Kai sind diesmal besonders herausgefordert, denn Kai ist Drache und soll gleichzeitig neutral sein. Zwei Drachen wollen wegen einer politischen Angelegenheit ein Buch und ihnen ist jedes Mittel recht um es zu bekommen. Die Wendungen in Tricks die Irene diesmal anwenden muss sind genial und machen dieser Buchserie alle Ehre.
Wir erfahren zwar nichts Neues über ihre Herkunft das lässt aber hoffen das es mindestens einen weiteren Band geben wird. Auch die Entwicklung zwischen Kai und Irene ist auf ein neues Level gehoben.
Mit jedem Buch ist mir die Serie mehr ans Herz gewachsen, vor allem weil die Neutralität der Bibliothek das Wichtigste und das Beschaffen der Bücher um das Gleichgewicht der Welten zu erhalten im Vordergrund steht und dafür Mittel eingesetzt werden die zwar Diebstahl (mit schlechten Gewissen) enthalten aber trotzdem immer moralisch vertretbar erscheinen. Die Widersacher benutzen schlimmere Methoden.





Veröffentlicht am 27.04.2018

es fehlt die Spannung

Das Meer löscht alle Spuren
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Ein iranischer Schriftsteller flieht als politisch Verfolgter mit seiner Frau nach England. Auf der Flucht werden sie getrennt er kommt nach Dänemark und sie nach London und verschwindet dann ...

Ein iranischer Schriftsteller flieht als politisch Verfolgter mit seiner Frau nach England. Auf der Flucht werden sie getrennt er kommt nach Dänemark und sie nach London und verschwindet dann spurlos. Er bittet die Journalistin Nora Sand um Hilfe im Gegenzug für ein Interview.
Als Journalistin macht Nora Sand einen guten Eindruck als Ermittlerin weniger. Sie geht gerade drauf los und wundert sich wenn sie in Gefahr gerät. Ungereimtheiten mit ihrem Handy oder PC stören sie nicht. Immer wieder unterbricht ihr kompliziertes Privatleben oder der Blick in den Kühlschrank mit halbtoten Lebensmitteln die Spannung.
Erst ab der Mitte des Buchs ergeben sich Zusammenhänge aus den verschiedenen Ansätzen für Verbrechen oder Betrügereien mit der Suche.
Verschiedene aktuelle Missstände in Bezug auf den Umgang mit Flüchtlingen werden aufgegriffen und mit der Suche verbunden. Diese Themen sind alle sehr spannend und hätten jedes für sich einen Thriller/Krimi ergeben.
Alles wird in einem großen Topf geworfen und umgerührt aber dieser Eintopf schmeckt ziemlich fade. Es ist alles gut gekocht aber es fehlt das Salz in der Suppe.
Der deutsche Titel und das Cover führen in die Irre denn beides hat mit dem Inhalt des Buches wenig zu tun.


Veröffentlicht am 08.11.2017

Ein historischer Roman mit vielen Fakten

Die Tochter des Fechtmeisters
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Rostock 1608. Von Kindesbeinen an ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater, einen angesehenen Fechtmeister, nach Frankfurt begleiten ...

Rostock 1608. Von Kindesbeinen an ist Clarissa von der Kunst des Fechtens fasziniert. Für sie geht ein Traum in Erfüllung, als sie ihren Vater, einen angesehenen Fechtmeister, nach Frankfurt begleiten darf, wo sich alljährlich die besten Schwertkämpfer des Reiches messen. Doch zwischen den verfeindeten Fechtbruderschaften schwelt ein Krieg, und bei einem heimtückischen Überfall wird Clarissas Vater ermordet - und sie selbst als seine Mörderin verleumdet. Als sie von einer Verschwörung hört, die das ganze Reich ins Chaos zu stürzen droht, muss sie sich fragen: Hatte ihr Vater etwas damit zu tun? Wer sind seine wahren Mörder?
Das Cover ist typisch für einen historischen Roman.
Das Neue ist das Thema: eine Frau, zur Zeit kurz nach der Reformation, wird von ihrem Vater im Fechten unterrichtet und darf ihn auch auf Reisen begleiten. Als sie des Mordes an ihrem Vater verdächtigt wird, flieht sie und lernt verschiedene Charaktere kennen die ihr helfen wollen den Mord aufzuklären oder verhindern weil dieser Mord mit einer Verschwörung gegen den Kaiser zusammenhängt.
Grundthema ist das Fechten das Sabine Weiß sehr ausführlich erklärt auch die geschichtlichen Hintergründe der Kampf der Katholiken die ihre vorherigen Rechte und Pfründe von den Reformierten wieder haben wollen, werden sehr genau beschrieben.
Das führt teilweise zu Längen die etwas Langeweile aufkommen lassen. Schlüssig sind die Figuren die um Clarissa agieren, Alexander der ein großes Geheimnis mit sich herum trägt und trotzdem integer ist, Marius nur auf seinem Vorteil bedacht und andere übervorteilt wenn er daraus nutzen ziehen kann, Carl der in die Fänge eines religösen Eiferers gerät und ihm hörig wird, Felicitas die jüdische Witwe, die das Geschäft ihres Mannes fortführt und gleichzeitig ihr Leben und das Leben ihres Sohnes schützen muss. Leander der Clarissa liebt und eigentlich nicht standesgemäß ist aber alles tut um sich zu verbessern.
Das Buch ist gut zu lesen und wen Geschichte interessiert findet hier eine Menge Anregungen um das Thema für sich zu vertiefen. Für einen Roman vielleicht etwas zuviel an Information, dadurch ging die Spannung etwas verloren.

Veröffentlicht am 08.11.2017

Die Satire oder der Humor ist verloren gegangen

Weltretten für Anfänger
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Alles muss man selber machen! Der Finne Surunen bricht auf, um in Mittelamerika den politischen Gefangenen Lopez zu befreien. Sonst macht es ja keiner. Die erste Etappe führt ihn jedoch nach Moskau, wo ...

Alles muss man selber machen! Der Finne Surunen bricht auf, um in Mittelamerika den politischen Gefangenen Lopez zu befreien. Sonst macht es ja keiner. Die erste Etappe führt ihn jedoch nach Moskau, wo er die wodkareiche Gastfreundschaft des Pinguinforschers Lebkov genießt. Als er dann im zentralamerikanischen Diktaturstaat ankommt, hält man ihn für einen kommunistischen Terroristen. Ein Land namens Finnland existiere doch gar nicht. Surunen lässt sich nicht beirren und befreit Lopez schließlich aus der Haft ...
Nach dieser Einleitung hatte ich Satire mit einem guten Schuss Humor erwartet.
Ich wurde enttäuscht, denn für mich waren es überwiegend harte Fakten wie Armenviertel, politische Willkür, Folter bis hin zum Mord, etwas worüber ich nicht lachen kann. Das die Mitglieder einer diktatorischen Regierung Jesus und andere friedliche Namen haben ist seicht. Auch wenn Surunnen seine Finten legt um die Befreiung voran zu treiben ist es teilweise albern und nicht besonders witzig. Nach dem er mehr oder weniger Erfolg in Südamerika hat zieht er die gleiche Nummer noch einmal in Osteuropa durch. Andere Foltermethoden aber ansonsten das gleiche Spiel, die Verantwortlichen sind so eitel das sie auf die kleinste Schmeichelei hereinfallen und die Bürkratie ist so überbordend das es ein Leichtes ist sie zu überlisten.
Jürgen von der Lippe als Vorleser war Klasse. Er stellte die einzelnen Figuren so gut dar das dadurch das Hörbuch gewann. Mit seinen besonderen Betonungen konnte man über einige wenige Stellen schmunzeln.
Das Cover passt zwar zum Beginn des Hörbuchs hat aber dann keinen Bezug mehr dazu.