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Veröffentlicht am 18.03.2026

Mal was anderes

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Statt aus dem Fenster zu schauen und darüber nachzudenken was wäre wenn, einfach mal machen. So handhabt es Sophie, sie kauft auf Kleinanzeigen einfach mal ein Haus in der ostdeutschen Provinz ...

Statt aus dem Fenster zu schauen und darüber nachzudenken was wäre wenn, einfach mal machen. So handhabt es Sophie, sie kauft auf Kleinanzeigen einfach mal ein Haus in der ostdeutschen Provinz für ihre ersparten dreitausend Euro. Vorher war sie berechenbar, eine Einser Schülerin, fokussiert im Studium, fleißig usw. nun von heute auf morgen hat sie ihr Praktikum hin geschmissen und zieht aufs Land.
Sophie ist ein gutes Beispiel für eine junge Frau die die in sie gesetzen Erwartungen erfüllt. Die ihrer Umwelt aber auch ihre eigenen. Aber ist es auch das Leben das sie haben will. Ist sie glücklich, ist es das was sie sich für ihre Zukunft vorstellt. Einfach mal eine Auszeit nehmen, Luft holen, etwas anderes Sehen und Erleben, mal pausieren, entschleunigen, andere Sichtweisen kennenlernen. Dazu gehört Mut und Selbstbewusstsein, aushalten können, wenn andere sagen wie kannst du nur.
Das alles findet sich auf diesen Seiten, wenig Aufregendes, nicht unbedingt spannend, trotzdem dieser auf einmal gegensätzliche Lebensentwurf macht nachdenklich. Wie war es bei einem selber. Bin ich den Erwartungen gefolgt oder ist mein Leben bisher so abgelaufen wie ich es mir erträumt und gewünscht habe. Das Buch stellt automatisch diese Frage, fordert den Vergleich, für mich passt es, hoffentlich auch für andere Leser und wenn nicht das Leben ist zu kurz um nicht doch noch etwas zu ändern.

Veröffentlicht am 17.03.2026

Mut

Pina fällt aus
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Es heißt es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen. Umgemünzt auf dieses Buch, braucht es drei seltene Vögel um einen gehandicapten jungen Mann durch das Leben zu begleiten.
Pina ist ...

Es heißt es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen. Umgemünzt auf dieses Buch, braucht es drei seltene Vögel um einen gehandicapten jungen Mann durch das Leben zu begleiten.
Pina ist allein erziehend mit einem autiistischen Sohn. Als sie eines Tages zusammenbricht und ins Krankenhaus kommt. Steht ihr Sohn Leo allein da, er ist aufgrund seiner eingeschränkten Kommunikation nicht fähig sein Leben allein zu bewältigen. Im Haus lebt noch die 86jährige Lilly, die junge rebellische Zola und der zurückhaltende Woitzek. Eigentlich leben die vier Parteien nebeneinander her. Nur Lilly und Pina haben ein wenig Kontakt. Pina kauft ein, während dessen passt Lilly auf Leo auf. Ansonsten lebt jeder für sich und allein.
Nun stehen die drei vor der schier unmöglichen Aufgabe sich um Leo zu kümmern.
Die Autorin beschreibt in diesem Buch wie Menschen über sich selbst hinaus wachsen. Allle haben ein Handycap nicht nur Leo. Bei Lilly ist es die Einsamkeit, sie hat sich zurück gezogen nachdem ihr Mann starb, Zola ist nur zornig auf alles und jeden. Woitzek, ist als Kind aus Polen gekommen und nie richtig heimisch geworden. Gemeinsam wachsen sie an ihrer Aufgabe über sich hinaus. Sie betrachten die Umwelt nicht mehr als etwas was eine Gefahr darstellt sondern als eine Herausforderung bei der sie Leo helfen sie zu bewältigen. Pina muss dagegen lernen das sie auch Befürfnisse hat, das sie nicht alles allein schaffen kann.
Die Figuren sind jede für sich sympathisch, unterschiedlich in ihrem Auftreten, trotzdem kann man sie verstehen, sich in sie hinein versetzen und ihre Gedanken nachvollziehen. Gemeinsam versucht man mit ihnen Leos Bedürfnisse zu verstehen und ihm in seiner eigenen Welt begleiten. Leos Blick wie er beschrieben wird, möchte ich als Leserin auch einmal erleben und dann wissen das er mich für einen kurzen Moment in seine Welt mitgenommen hat.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Einsamkeit

Ein Buchclub zum Verlieben
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Der Griesgram Arthur und die zurückhaltende Sloane liefern sich in der Bibliothek jeden Tag Wortgefechte über Bücher, deren Inhalte und ihre Interpretationen dazu. Selten sind sie einer Meinung, ansonsten ...

Der Griesgram Arthur und die zurückhaltende Sloane liefern sich in der Bibliothek jeden Tag Wortgefechte über Bücher, deren Inhalte und ihre Interpretationen dazu. Selten sind sie einer Meinung, ansonsten haben sie nichts miteinander zu tun. Bis zu dem Tag als Arthur nicht kommt, Sloane macht sich Sorgen das dem alten Herrn etwas passiert sein könnte. Sie riskiert sogar ihren Job um das heraus zu finden. Aber nicht nur sie macht sich Sorgen um den alten Griesgram der die Menschen reihenweise mit seinen Sprüchen vorDam dem Kopf stösst.
Ein großes Thema in diesem Roman ist die Einsamkeit, vor allem die entsteht wenn ein geliebter Mensch stirbt und man allein zurück bleibt. Damit umzugehen ist schwer. Ein Job oder Kinder können diesen Verlust nicht kompensieren.
Die Beschreibung wie ein gemeinsames Interesse, diese Einsamkeit auflöst, wie dadurch neue Freundschaften entstehen und auch wie dadurch entstandene Wunden wieder heilen können, ist der Autorin sehr gut gelungen. Ohne Pathos mit Humor und Feingefühl lässt sie Menschen um uns herum entstehen, die trotz geäußerter Gemeinheiten mir sympathisch wurden und die anderen waren sowieso vom ersten Moment an liebenswert. Dazu kommt natürlich die Liebe zu Büchern und das einige meiner Lieblingsbücher in diesem Roman Einzug gehalten haben.
Ein besonderes Highlight für mich war das es in diesem Buch vor allem um eine platonische Liebe zu dem Buchclub ging und es keine romantische Liebe war.

Veröffentlicht am 11.03.2026

Ein skurriles Paar

Ziemlich beste Verbrecher
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Aloys und Berta leben in einer Zufallsgemeinschaft zusammen. Als ehemalige Angestellte von Frau Grafenried leben sie in deren Villa. Er war Gesellschafter der Dame und sie die Köchin. Ihren Lebensunterhalt ...

Aloys und Berta leben in einer Zufallsgemeinschaft zusammen. Als ehemalige Angestellte von Frau Grafenried leben sie in deren Villa. Er war Gesellschafter der Dame und sie die Köchin. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie mit kleinen Schwindeleien und Diebstählen, so jedenfalls ihre Interpretation. Was andere bzw. die Polizei darüber denken würde steht auf einem anderen Blatt.
Nun erhält Aloys den Auftrag eine verschwundene ältere Dame wieder aufzufinden. Eine Aufgabe die immer mehr Tücken hat, die Recherchen bringen Dinge und Ereignisse an den Tag die erstmal nichts mit dem Verschwinden zu tun haben. Vor allem weil die Ermittlungsstrategien zu wünschen übrig lassen. Erst als Berta mit ihren Fähigkeiten am PC zur Hilfe kommt, wird es etwas übersichtlicher.
Die beiden finden eine Menge heraus, nur nicht das was sie sollen.
Der Schreibstil ist fesselnd, die Beschwerden des Alters sind ein großes Handycab und bei der Vorstellung tun mir die beiden leid. Aber eine Aufgabe bringt Leben in die Bude, Langeweile Adieu, Einsamkeit verzieh dich.
Alle Kompenenten des Alterns und die damit einhergehenden Probleme sind im Hintergrund eine Erwähnung wert. Aber wie die beiden Siebzigjährigen damit umgehen Chapeau.
Die Teilhabe an den Ermittlungen und dem Leben ist spannend, man kann schmunzeln und auch denken naja, es ginge auch anders aber warum nicht.
Ich hoffe sehr die Geschichte geht weiter, denn ich würde die beiden sonst in meinem Buchalltag sehr vermissen. Denn ich möchte unbedingt wissen wie es weitergeht. Ob sie wieder als Ermittler arbeiten, ob sich ein neuer Geschäftszweig auftut und wie das Leben im allgemeinen mit Nachbarn und anderen Angestellten in der Villa vonstatten geht.

Veröffentlicht am 08.03.2026

Eine begnadete Haus Hexe

The House Witch 1
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Fin ist ein begnadeter Koch, alles was er zaubert schmeckt jedem, sogar Personen mit empfindlichen Magen oder besonderen Gelüsten sind nach seinem Essen glücklich. Er ist der neue Chefkoch im Königreich ...

Fin ist ein begnadeter Koch, alles was er zaubert schmeckt jedem, sogar Personen mit empfindlichen Magen oder besonderen Gelüsten sind nach seinem Essen glücklich. Er ist der neue Chefkoch im Königreich Daxaria. Ein Königreich das etwas Besonderes hat, einen Herscher der sein Volk liebt und es beschützen will. Gegen weniger angenehme Könige in der Umgebung. Dafür braucht er jede Hilfe die er bekommen kann. Dazu gehört eben auch das die Menschen nach einem guten Essen bessere Entscheidungen treffen. Außerdem ist Fin eine Haushexe ( was nicht jedem bekannt ist und auch nicht soll ). Seine Magie sorgt für Sicherheit und Zufriedenheit in seinem Zuhause und für alle Menschen die darin wohnen.
Es ist wunderbar zu lesen, wie anscheinend so gering erachtete Elemente wie Zufriedenheit und Frieden soviel Glück hervor rufen. Wie die ungehobelten Ritter lernen das mit wenig anders gesetzen Worten Freundschaften entstehen, Bindungen die weit über Kameradschaft und Truppenzugehörigkeit hinausgehen.
Im Grunde vermittelt die Autorin das gutes Benehmen keine Glücksache ist, sondern lebensnotwendig sein kann. Das Mut nicht aus Kraft besteht sondern aus Verständnis für die Umgebung und ihre Menschen.
All diese Gedanken sind humorvoll umgesetzt, die kleinen Hexereien und Zaubertricks haben nichts mit Machtdemonstrationen zu tun. Sondern mit Kraft die aus dem Inneren kommt, die aus Verzweiflung, Zorn oder Beschützerinstinkt erwächst. Empfindungen die gegen Ungerechtigkeit kämpfen.
Das Buch ist das 1. einer Serie. Es kommt einem beim Lesen nicht so vor. Denn immer wieder wird eine Szene abgeschlossen, es bleibt nichts unvollendet. Obwohl am Ende ganz klar steht, das Leben geht weiter und hat noch viele Überraschungen und Ereignisse parat.

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