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Veröffentlicht am 27.06.2020

Neue Perspektive informativ und spannend

Ich bin dein Tod
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Hauptkommissar Tino Dühnfort hat nach einer umfangreichen Weiterbildung zum Fallanalytiker sein neues Arbeitsfeld in der Abteilung Operative Fallanalyse gefunden. Seiner neuen Aufgabe sieht er mit eher ...

Hauptkommissar Tino Dühnfort hat nach einer umfangreichen Weiterbildung zum Fallanalytiker sein neues Arbeitsfeld in der Abteilung Operative Fallanalyse gefunden. Seiner neuen Aufgabe sieht er mit eher gemischten Gefühlen entgegen. Zukünftig wird er in Teamarbeit Fälle analysieren, Hypothesen entwickeln und Täterprofile erstellen. Selbstständig ermitteln oder sich von seinem Bauchgefühl leiten lassen geht jetzt nicht mehr. Er darf nur beratend den operativen Teams zur Seite stehen.

Aktuell wird seine Abteilung zu einem Doppelmord oder missglücktem Raub mit anschließendem Raubmord gerufen. Tino erkennt gleich anhand der Spurenlage einen anderen Tatablauf als den nach Einschätzung des ermittelnden Kommissars.

Frust, Ärger und unsinnige Machtkämpfe stehen einer raschen Lösung des Falls im Weg.



Wieder einmal ein spannender, interessanter und auch informativer Kriminalroman von Frau Löhnig.

Das ist jetzt mittlerweile der 11. Kriminalroman mit den beiden Kriminalkommissaren Dühnfort und Angelucci. Kennzeichnend für diese Reihe ist meines Erachtens, dass die private Geschichte des Paares im Hintergrund fortlaufend erzählt wird, dass die polizeiliche Ermittlungsarbeit detailliert und gut recherchiert aufgezeigt wird und dass durch die berufliche Veränderung der beiden Akteure verschiedene Bereiche der polizeiliche Arbeit beleuchtet werden.

Als Leser habe ich immer das Gefühl mitten drin zu sein, mitten in der Ermittlungsarbeit und mitten im Privatleben der Ermittler. In diesem Fall, wenn ich mich recht erinnere, war das auch in einigen anderen Büchern der Reihe, war der Leser auch im Täter.

Wir erfahren nach und nach was den Täter zu seiner Tat treibt, ohne dass wir den Täter gleich erkennen können. Eine nahezu unglaubliche Geschichte spielt sich vor unseren Augen ab. Man hat davon schon mal gehört, aber so lebendig und realitätsnah geschildert, kommen nicht nur die Kommissare ins straucheln und in Gewissenskonflikte.

Mit viel Feingefühl und Liebe zum Detail bringt Frau Löhnig uns eine Verbrechenskultur nahe, die ich eigentlich in unserer aufgeklärten Welt für nicht möglich gehalten habe.

Können hartnäckige und akribische Polizeiarbeit auch diesen Fall wieder lösen?

In der Realität würde ich mir es wünschen, dass solche Fälle öfters aufgedeckt würden.

Als Fazit möchte ich festhalten, dass Frau Löhnigs Krimis berühren, informieren und ungemein spannend sind. Ich freue mich auf das, was folgt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.06.2020

Ihre Taunuskrimis haben mir besser gefallen

Sommer der Wahrheit
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Fairfield in Nebraska, 1994
Die 15-jährige Sheridan Grant, innerhalb einer großen Farmer-Familie aufwachsend, beginnt diesen Sommer mit Aufmüpfigkeit und Rebellion gegen ihre Adoptivmutter Rachel und das ...

Fairfield in Nebraska, 1994
Die 15-jährige Sheridan Grant, innerhalb einer großen Farmer-Familie aufwachsend, beginnt diesen Sommer mit Aufmüpfigkeit und Rebellion gegen ihre Adoptivmutter Rachel und das hinterwäldlerische Leben auf der Farm.

Sie wird von ihrer Adoptivmutter terrorisiert und mit Beschimpfungen und Arbeitsaufträgen überhäuft. Einzig bei ihrer Tante Isabella kann sie sich zu Gesprächen und zum Lesen zurückziehen.

Nach zahlreichen sexuellen Erfahrungen wendet sie sich der Suche nach ihrer Identität und ihrer leiblichen Mutter zu.

Dabei macht sie erstaunliche Entdeckungen.



Ich habe den flüssigen und unterhaltsamen Schreibstil von Frau Neuhaus in den Taunuskrimis immer bewundert und genossen. Dieser leichte Schreibstil hat mich dieses Buch überhaupt zu Ende lesen lassen. Die Geschichte fand ich mühsam und unrealistisch. Mir ist zwar immer klar, dass ich fiktive Belletristik lese, aber irgendwie muss es für mich noch glaubhaft sein.

Was diesem Mädchen in knapp zwei Jahren widerfährt, ist in dieser Häufung unglaubwürdig.

Nicht nur, dass Sheridan bezüglich ihrer leiblichen Eltern belogen wird, sie wird von ihrer Adoptivmutter gehasst, sie wird von ihrem Bruder fast vergewaltigt, sie wird von einem Polizisten vergewaltigt und geschwängert, sie wird von all ihren Bezugspersonen verlassen, sie wird verführt und abhängig gemacht, sie kann mit 15 Jahren komponieren, singen und einer großen Bühne performen……….

Das ist einfach zu viel.
Die nächsten Teile der Geschichte werde ich mir nicht mehr antun.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Hulda, starke Frau und tragische Heldin

DUNKEL
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Kommissarin Hulda Hermannsdottir sieht ihrer Pensionierung mit Schrecken entgegen. Anstatt in ihrem letzten Ermittler-Jahr noch einmal ihre ganze Energie und Erfahrung einbringen zu können, wird sie von ...

Kommissarin Hulda Hermannsdottir sieht ihrer Pensionierung mit Schrecken entgegen. Anstatt in ihrem letzten Ermittler-Jahr noch einmal ihre ganze Energie und Erfahrung einbringen zu können, wird sie von ihrem Vorgesetzten gedankenlos aus ihrem Büro gedrängt. Ein jüngerer Mann, der im Gegensatz zu Hulda die Karriereleiter in großen Schritten überwindet, soll in zwei Wochen ihre Position übernehmen.

Einen einzigen sogenannten „Cold Case“-Fall, den sie sich aussuchen kann, ist ihr bis zum Abschied gestattet worden. Verbissen macht sie sich ans Werk.


Ragnar Jónasson, 1976 in Reykjavik geboren, Mitglied der britischen Crime Writers’Association und Mitbegründer des „Iceland Noir“, dem Reykjavik International Crime Writing Festival war mir bis dato kein Begriff.

„Dunkel“, der erste Teil einer Trilogie über Hulda Hermansdottir, hat mich tief beeindruckt.

Da ich im gleichen Alter wie Hulda bin, kann ich ihre Gedanken und Bewertungen sehr gut nachvollziehen. Was aber auch daran liegt, dass Jónasson einfühlsam und detailverliebt Hulda und die anderen Protagonisten skizziert. Ihr gesamtes Leben wird von ihm aufbereitet. Jede Zurückweisung, schon bereits in ihrer Kindheit geschehen und sich ihr ganzes Berufsleben durchziehend, wird aufgezeigt. Er zeigt, wie sie sich gegen die Zurückweisungen wehrt, Karrierebremsen wegarbeitet, junge Kolleginnen fördert, damit ihnen nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie Hulda. Trotzdem wird sie abgeschoben und verbeißt sich in ihren letzten Fall.

Der Schreibstil ist flüssig, aber auch dunkel und bedrückend. Nahezu deprimierend ist, mit anzusehen, wie Hulda sich bemüht und dabei Fähigkeiten entwickelt, die viele ihrer Kollegen nie erreichen können, und trotzdem immer wieder scheitert.

Dieser erste Teil ist richtig spannend. Man hofft und hofft und………….


Ich bin begeistert von diesem Buch, von diesem Schreibstil, bin aber auch davon überzeugt, dass ich alles über Hulda in diesem Buch erfahren habe. Somit wollte ich eigentlich nicht den zweiten Teil, der 15 Jahre früher spielt, lesen, aber die Leseprobe des neuen Buchs am Ende von „Dunkel“ hat mich eines Besseren belehrt. Das war schon wieder so spannend……….

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Dramatische Famieliengeschichte

Die verlorene Frau
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Seaview Cottage 1960, Familiendrama im Elternhaus der 13-jährigen Rebecca Waterhouse. Draußen wütet ein kräftiger Sturm, aus dem Wohnzimmer glaubt sie eine zornige Stimme, Schmerzensschreie ihrer Mutter ...

Seaview Cottage 1960, Familiendrama im Elternhaus der 13-jährigen Rebecca Waterhouse. Draußen wütet ein kräftiger Sturm, aus dem Wohnzimmer glaubt sie eine zornige Stimme, Schmerzensschreie ihrer Mutter und einen Schuss zu hören. Nachdem Rebecca ins Zimmer gestürmt ist, stirbt ihre Mutter in ihren Armen.

Chichester 2014, Rebeccas älteste Tochter Jessy bekommt ihr erstes Kind. Ihre Tochter, Elizabeth, die einen Monat zu früh zur Welt gekommen ist, benötigt dringend Antibiotika, aber Jessy fühlt sich und ihre Tochter bedroht. Bei erst bester Gelegenheit flüchtet sie mit Elizabeth aus dem Krankenhaus. Eine dramatische Suchaktion beginnt.


Dramatisch und spannend wird diese Familiengeschichte vor uns ausgebreitet.

Themen wie Kriegstraumata, Familien bzw. Eherecht in Großbritannien der 50er Jahre, Treue, Solidarität der Dienerschaft, Mutterliebe, Eifersucht, Selbstständigkeit bzw. Berufstätigkeit von Muttern und noch mehr werden in diesem Buch verarbeitet. Die Geschichte ist fiktiv, aber nachvollziehbar aufgebaut. Beim Lesen wird schnell klar, dass es genauso hätte sein können.

Die einzelnen Charaktere sind liebevoll bis ins Detail gezeichnet. Man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen und fühlt sich mittendrin bei der Suche nach Jessy und ihrem Baby. Stück für Stück kriegen wir mehr Einblick in die Vergangenheit der ganzen Familie. Erst ganz zum Schluss werden alle Geheimnisse offenbart.

Ein leichter und flüssiger Schreib-bzw. Erzählstil machen es fast unmöglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Und am Ende des Buchs fällt es schwer sich von den Protagonisten zu trennen.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Es weist auf den Originaltitel „The Lost Child“ hin, den ich auch passender finde.

Ansonsten kann ich nur wiederholen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Es war zeitweise so spannend, dass ich es viel zu schnell gelesen habe. Auf den Inhalt bin ich jetzt weniger eingegangen, da jedes Wort zu viel, die Spannung und Überraschung bei den Wendungen und gefundenen Puzzleteilen zerstören würde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.06.2020

Atemberaubend gelöst

Die Taten der Toten
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Ein kleines Mädchen wird im Wald auf einer Lichtung von einem Mann, namens Rune, angegriffen. Mit abgeschnittenem Zopf bleibt sie bewusstlos zurück.

Schweden 2019, die Kommissarin Stina Forss flüchtete ...

Ein kleines Mädchen wird im Wald auf einer Lichtung von einem Mann, namens Rune, angegriffen. Mit abgeschnittenem Zopf bleibt sie bewusstlos zurück.

Schweden 2019, die Kommissarin Stina Forss flüchtete aus einem Hotel, entwendet ein Auto, verlässt Schweden und täuscht ihren Selbstmord auf einer Fähre vor. Sie hat schwere Zeiten hinter sich und sie beschäftigt der Verdacht, dass ihr Vater vor über 30 Jahren Olaf Palme erschossen hat. Seit sie die mögliche Mordwaffe gefunden hat, wurden mehrere Mordanschläge auf sie verübt.

Stina sucht Antworten und wird dabei von Ingrid Nyström und ihren Kollegen inoffiziell unterstützt.


Sagenhaft gut recherchiert und über 8 Bücher/Jahre durchgezogen. CHAPEAU !!!

Dieser vielleicht letzte Band hat noch einmal alles an Dramatik, Tragik und Hartnäckigkeit herausgearbeitet. Die Charaktere, die wir bereits aus den Vorgängerbüchern kennen, werden noch einmal schärfer bzw. tiefer beleuchtet.

Ich kann nicht beurteilen, ob die Recherche der beiden Autoren jetzt die Wahrheit ans Licht gebracht hat, aber genauso hätte sie aussehen können. Besonders die Tatsache, dass vier verschiedene Ermittlungsansätze zur gleichen Personengruppe führen, ist beeindruckend.

Ich möchte mich eigentlich noch nicht von Stina Forss, Ingrid Nyström, Knutson, Hultin und Delgado trennen. Mich würde interessieren, wie sie letztlich mit den Taten und der Wahrheit umgehen. Auf jeden Fall bin ich neugierig auf das, was jetzt kommt.



  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere