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Veröffentlicht am 07.09.2020

Skrupellos

Geburtstagskind
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Während Lanas (5 Jahre) Geburtstagsfeier, dringen Männer in die Wohnung und richten ihre zwei Geschwister und ihre Eltern regelrecht hin. In letzter Sekunde wird Lana von ihrem Vater versteckt und überlebt, ...

Während Lanas (5 Jahre) Geburtstagsfeier, dringen Männer in die Wohnung und richten ihre zwei Geschwister und ihre Eltern regelrecht hin. In letzter Sekunde wird Lana von ihrem Vater versteckt und überlebt, ohne zu realisieren, was passiert ist. Als Kommissar Ewert Grens die Wohnung nach einigen Tagen betritt, raubt ihm der Geruch den Atem.

Zwanzig Jahre später muss Grens wieder in dieser Wohnung ermitteln und macht eine erschreckende Entdeckung. Die Ermordung der Familie von Lana konnte nie aufgeklärt werden, aber die Ermittler haben damals auch etwas übersehen.


Ein ziemlich verwirrender Thriller, der mit zunehmender Seitenzahl klarer, logischer und überzeugend wird.

Es geht um Waffengeschäfte, Marktvorherrschaft der Clans, Rache, Infiltration von Spitzeln und eventuell korrupter Polizei. Es wird blutig, brutal und gruselig. Lange Zeit ist der Feind unsichtbar und den Protagonisten läuft die Zeit davon.

Die Hauptfiguren Ewert Grens und Piet Hoffmann sind ausgereift, bis ins Detail ausgearbeitet und haben eine lange Vorgeschichte, was immer wieder Rückblenden deutlich machen.
Das ist auch nicht verwunderlich, weil Anders Rosland an ca. acht Thrillern mit den jeweiligen Protagonisten beteiligt war.

Zu Beginn zeigt sich der Thriller spannend. Der Leser wird gleich in eine fassungslose und gruselige Situation katapultiert. Danach empfand ich die Schilderung schwierig, langatmig, ja fast etwas entrückt. Grens und Hoffmann schwelgten in ihrer Vergangenheit und traten nur langsam in Aktion. Als Hoffmann endlich reagiert, nimmt der Thriller an Tempo und Spannung auf, wobei mir immer wieder Grens aufwendige und umständliche Ermittlung im Weg stand.

Als Ganzes betrachten ist es aber ein lesenswerter und spannender Thriller.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2020

Furioses Finale

Zeiten des Sturms
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Eigentlich hatte sich alles zum Guten gewendet und Sheridan hat ein sorgenfreies und behütetes Leben vor sich. Aber sie zweifelt und wird von ihrem früheren Leben eingeholt.
Von ihrem früheren Liebhaber, ...

Eigentlich hatte sich alles zum Guten gewendet und Sheridan hat ein sorgenfreies und behütetes Leben vor sich. Aber sie zweifelt und wird von ihrem früheren Leben eingeholt.
Von ihrem früheren Liebhaber, dem Zuhälter Dubois entführt und mit dem Tod bedroht, macht sie einen großen Befreiungsschlag und kehrt zu ihrer Familie zurück.

Werden ihre Träume vielleicht doch noch in Erfüllung gehen?


Ja, es wurde wirklich ein furioses Finale.

Frau Neuhaus hat deutlich aufgezeigt und nachvollziehbar gemacht, wieviel Leid, Hass und Brutalität ein Mensch überleben kann, um mit ein bisschen Rückhalt und Liebe einzelner Menschen oder der Familie seinen eigenen Weg gehen zu können.

Ich will nicht zu viel verraten, aber es ist schon erstaunlich, dass bei den vielen Vorfällen, Intrigen und Verbrechen, die Sheridan in ihrer Kindheit und Jugend widerfahren sind, sie sich als Erwachsene damit noch einmal auseinandersetzen muss.

Frei nach der Devise, man trifft sich immer zweimal.

Was aber auch deutlich macht, dass nichts in unserem Leben unreflektiert und folgenlos ist.
Ein sehr guter Gedanke, den man Heranwachsende näherbringen sollte.

  • Cover
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.08.2020

Lügen, Geheimnisse und Offenbarungen

Straße nach Nirgendwo
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Nach der großen Aussprache, nach der jedes Familienmitglied die Konsequenzen seiner Lügengeschichten tragen sollte, beschließt Sheridan Grant ihre Familie zu verlassen, um in New York einer Musikkarriere ...

Nach der großen Aussprache, nach der jedes Familienmitglied die Konsequenzen seiner Lügengeschichten tragen sollte, beschließt Sheridan Grant ihre Familie zu verlassen, um in New York einer Musikkarriere nachzugehen.

Schnell holen sie die katastrophalen Meldungen über einen Amoklauf in ihrer Familie ein. Ihr Adoptiv-Bruder Esra hat seinen ältesten Bruder Joe und drei Farmarbeiter getötet und seinen Vater sowie seinen Bruder Hiram schwer verletzt.

Aber warum wird nach Sheridan gefahndet und sie schließlich auch noch festgenommen?


Vom ersten Teil „Sommer der Wahrheit“ war ich nicht ganz so begeistert, aber er hat mich immerhin neugierig gemacht, wie es mit Sheridan weiter gehen wird.

Es geht fulminant weiter. Wieder einmal geht alles schief, was auch nur schief gehen kann. Man hat den Eindruck, dass Sheridan wenig dazu lernt und immer wieder die gleichen Fehler macht.

Der Roman entwickelt sich vom Amoklaufdebakel, über einer Publicity-Farce zu einem Roadmovie, der Sheridan immer weiter von ihrer Familie entfernt. Aber sie geht, torkelt, flüchtet und stolpert ihren Weg, wird aufgefangen und ausgenutzt.

Im Gegensatz zum ersten Teil entpuppt dieser Roman sich für mich zum Pageturner. Er erwies sich als kurzweilig, mitunter sehr spannend und ermöglichte einen Blick auf die Armerikanische Kleinstadt des mittleren Westens.

Glücklicherweise habe ich den dritten Teil „Zeiten des Sturms“ bereits vorliegen und kann schnell weiterlesen, wie Sheridan und ihre Familie sich weiterentwickeln.

  • Cover
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Veröffentlicht am 11.08.2020

Horror-Szenario

Das Spiel – Es geht um Dein Leben
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Christian Brand, Einsatzkommando (EKO) Cobra, hat wieder einmal einen Amoklauf auf seine eigene Art und Effizienz beendet. Jetzt drohen Zwangsurlaub und Therapiesitzungen.

Überraschenderweise wird Brand ...

Christian Brand, Einsatzkommando (EKO) Cobra, hat wieder einmal einen Amoklauf auf seine eigene Art und Effizienz beendet. Jetzt drohen Zwangsurlaub und Therapiesitzungen.

Überraschenderweise wird Brand stattdessen zu einem Assistenzeinsatz bei Europol berufen. Zusammen mit Inga Björk wird er an einem hochbrisanten, aber äußerst geheimen Fall arbeiten. An verschiedenen Orten in Europa werden Menschen einzelne Körperteile amputiert. Niemand weiß warum und nur wenige Opfer überleben die Amputation.

Auf einer Party entdeckt die 17-jährige Mavie plötzlich ein im Dunkeln leuchtendes Tattoo, einen Skorpion. Wie ist das Tattoo auf ihren Rücken gekommen und was hat es zu bedeuten?


Dies ist mal wieder ein rasanter Thriller, Page-Turner, der mir persönlich etwas zu blutig war, aber „Das Spiel“ hat was Packendes und Mitreißendes.

Viele verschiedene Mitspieler und Opfer erforderten viele verschiedene Erzählstränge, die meisterhaft von Jan Beck zusammengeführt oder auch teilweise verwoben werden. Einzig die Cliffhanger am Ende vieler Kapitel haben mich etwas genervt.

Während Brand genau gezeichnet und charakterisiert wird, vor allem seine Schwierigkeiten die Gewalt und Brutalität zu verarbeiten, wird die aus Schweden stammende Inga Björk nur häppchenweise beschrieben. Nicht nur für Brand ist die geheimnisvolle Frau ein Rätsel. Nur bruchstückhaft erfahren wir Begebenheiten aus ihrem Leben.

Der Fall oder vielmehr das Szenario ist so abgefahren und auch komplex, dass ich da jetzt nicht näher darauf eingehen möchte. Gier, menschliche Abgründe und krankhaftes Verhalten spielen eine große Rolle. Sie werden blutig und brutal ausgelebt.

Am Ende dieses Thrillers bleibt nur zu hoffen, dass Björk und Brand noch einige Fälle bei Europol zu lösen haben und wir auf diese Weise Björk und natürlich auch Brand näher kennenlernen. Als effektives Ermittlerpaar steckt in Ihnen sicher noch viel Potential.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.08.2020

Solider und unterhaltsamer Nordsee-Krimi

Der Tote auf Amrum
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Hauptkommissarin Lena Lorenzen wird nach Amrum, ihrer Heimatinsel, gerufen, um in einem ungeklärten Todesfall zu ermitteln. Eigentlich ist es eine Routineaufgabe, aber als Lena ein Foto ihrer Mutter in ...

Hauptkommissarin Lena Lorenzen wird nach Amrum, ihrer Heimatinsel, gerufen, um in einem ungeklärten Todesfall zu ermitteln. Eigentlich ist es eine Routineaufgabe, aber als Lena ein Foto ihrer Mutter in den persönlichen Unterlagen des Toten finden, entwickelt der Fall neue Dimensionen.
Gleichzeitig kämpft Lena in ihrer Behörde um die Aufnahme eines Verfahrens wegen sexuellen Übergriffen eines Vorgesetzen.
Die ständige Überlastung und emotionale Anspannung hinterlassen allmählich ihre Spuren.


Wie bereits in der Überschrift erwähnt, empfinde ich diesen Nordsee-oder Inselkrimi solide und unterhaltsam. Solide recherchiert, da er glaubwürdig die Zusammenarbeit des LKAs und der Inselpolizei aufzeigt. Die Hauptkommissarin ist auch kein Übermensch, sondern belastbar und empfindsam wie andere Menschen auch. Bei der Ermittlung des Täters wird nicht plötzlich etwas aus dem Hut gezaubert, sondern durch stetiges Nachfragen, Vergleichen, Verfolgen verschiedenster Spuren, nochmaligem Nachfragen, also mit normaler Polizeiarbeit kommt man dem Täter oder der Täterin immer näher.

Obwohl dies bereits der 6. Fall für Lena Lorenzen ist, habe ich nicht den Eindruck, dass mir Informationen aus der Vorgeschichte fehlen. Informationen, die ich als Erstleser dieser Reihe zum Verständnis brauche, werden unkompliziert in die Geschichte eingeflochten.

Der lockere Schreibstil macht es leicht diesen Krimi an einem Wochenende, vorzugsweise am Strand, komplett zu lesen. Der Krimi kommt mit erfrischend wenig blutigen Szenen aus, was wieder einmal zeigt, dass Spannung nicht unbedingt bluttriefende Serienkiller braucht.

Abgesehen vom Todesfall und der emotionalen Hintergrundgeschichten bzw. Nebenschauplätzen macht der Krimi auch Lust auf Amrum. Schöner Strand, kleine Orte, schnuckelige Ferienwohnungen und rundherum Meer, da kann man sich doch einmal umsehen.

  • Cover
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