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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.04.2023

Spannend, brisant und aufregend

Die Zentrale
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Nachdem die junge Bankerin Laura Jacobs ihrem Arbeitgeber vor größerem Schaden bewahrt hat, wird sie für drei Monate auf ein Spezialprojekt in der Zentrale der Bank versetzt.
Schon bald stößt sie auch ...

Nachdem die junge Bankerin Laura Jacobs ihrem Arbeitgeber vor größerem Schaden bewahrt hat, wird sie für drei Monate auf ein Spezialprojekt in der Zentrale der Bank versetzt.
Schon bald stößt sie auch dort wieder auf Ungereimtheiten, die untersucht werden müssen.
Aber allzu bald holt sie die Vergangenheit wieder ein.


Veit Etzold kennt sich in der Finanzwelt aus und beschreibt in seinen atemberaubend spannenden Thrillern immer mehr realistische Szenarien. In der Konsequenz sind sie in der realen Welt sicher nicht so tödlich, aber kriminelle Energie ist sicher genug vorhanden.
Wandelanleihen, Leerverkäufe, Bilanzmanipulation...usw. Ex-Banker Veit Etzold bringt uns jedes Fach-Vokabular nahe und verpackt alles in einen Thriller, der seinen Namen verdient.
Seinen Protagonisten, die sich durch die gesamte Reihe ziehen, gibt er immer mehr Profil. Wobei ich mich bei Lauras Mann, Timo frage, wie sie es schafft, mit diesem Mann zusammenzuleben. Trotzdem hat sie ihr Gespür nicht verloren.
Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Mein Mann war auch Banker und ich war geschockt, wieviel kriminelle Energie und Gier in dem System stecken.
Wenn man beide Thriller mit Laura Jacobs gelesen, fragt man sich unweigerlich, wieviel Leben die Frau wohl noch hat.
Eigentlich gebühren dem Thriller 5 Sterne +. Weil er mich aufgewühlt und nahezu fassungslos zurückgelassen hat und ich noch 7 Monate auf den 3. Band warten muss, gibt’s nur 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.04.2023

Anfangs spannend, dann verwirrend und unverständlich

°C – Celsius
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Riesige, unförmige Flugobjekte fliegen auf ein Passagierflugzeug zu. Viele Fluggäste filmen diese Bedrohung, in Erwartung eines Angriffs. Mit ihren Videos versetzen sie das Weiße Haus und einige europäische ...

Riesige, unförmige Flugobjekte fliegen auf ein Passagierflugzeug zu. Viele Fluggäste filmen diese Bedrohung, in Erwartung eines Angriffs. Mit ihren Videos versetzen sie das Weiße Haus und einige europäische Regierungen in Aufregung und Kampfbereitschaft.
Satellitenbilder verdeutlichen die Flugbahnen von China nach Taiwan.
Erst in letzter Minute gelingt es der Klimawissenschaftlerin Fay Oyetunde-Rabelt einen Präventivschlag der Amerikaner gegen China abzuwehren. Sie erkennt, dass es sich nicht um
Kampfdrohnen handelt, sondern China die Macht über das Weltklima an sich reißen will.


Marc Elsberg ist ein Meister thematisch sehr aktueller Thriller. „Blackout“ hat mich sofort gepackt, geängstigt und fast verzweifeln lassen. Die Verfilmung konnte das Thema nicht spannender und elektrisierender gestalten als das Buch. Entsprechend hoch war meine Erwartungshaltung zu „°C – Celsius“.
Der Anfang war, wie erwartet, spannend. Die erschreckenden Beobachtungen der Fluggäste, die Satellitenbilder, die eine besorgniserregende Flugrichtung zeigten, ließen mich fast atemlos die äußerst kontroversen Diskussionen im „Situation Room“ verfolgen.
Die Diskussionen waren noch nicht beendet. Entscheidungen waren noch nicht getroffen und dann……..fing die Verwirrung an.
Ich möchte hier nicht allzu viel über den Inhalt schreiben, nur so viel, dass Filmsequenzen, die die Zukunft darstellten und Gegenwartsszenen sich mehrmals abwechselten, wobei die Übergänge fließend waren und ich oft nicht nachvollziehen konnte, in welcher Zeit ich mich befinde.
Das Thema Klima in einen Thriller zu verpacken und eine atemberaubende Situation „was wäre, wenn“ zu kreieren, hätte ich einem Autor wie Herrn Elsberg zugetraut. Zumal diesem Thriller sicher eine aufwendige Recherche zu Grunde liegt. Ich denke, in einem guten Sachbuch über das Thema, hätte ich nicht mehr lernen und erfahren können als in diesem Buch. Aber ein Thriller, wie angekündigt, ist dieses Buch nicht. Es ist traurig, aber trotz vieler neuer Erkenntnisse zum Thema Klima, hat der Autor mich im Wirrwarr der verschiedenen Filmsequenzen verloren. Zwischendurch fühlte ich mich als außenstehenden Zuschauer, der keinen Durchblick hat und den roten Faden verloren hat.
Außerdem gab es keinen Protagonisten, der den Leser durch die Propaganda und Filmsequenzen geführt hätte. Die einzelnen Spannungsmomente, ein Spannungsbogen hat sich leider nie entwickelt, wurden nicht zu Ende erzählt.
Erst mit einigem Abstand zum Buch hat sich für mich herauskristallisiert, dass die Politiker der Länder auf dem nördlichen Teil der Erde mit gemäßigtem Klima, sofort, am besten noch gestern, Lösungen finden und Maßnahmen zum Abbremsen der immer schneller steigenden Erderwärmung anpacken und durchziehen müssen. Denn irgendwann werden sich die überhitzten und ausgedörrten Länder Afrikas und Südasien zusammentun und sich wehren.
Ich denke zum Nachdenken über diese Problematik hat das Buch angeregt und das ist gut so. Mögen die richtigen und wichtigen Menschen es lesen.
Schade, das Thema war gut und wichtig, der Autor kann es besser, aber „°C – Celsius“ hat meiner Meinung nach in eine schwierige Thematik noch mehr Verwirrung und Durcheinander reingebracht, so dass ich als Leser erst mit viel Abstand eine ungefähre Botschaft erkennen kann.
Das ist mir zu wenig.

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Veröffentlicht am 08.04.2023

Schockierend

Das Schlaflabor
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Tom Schönborn hat alles versucht um seine Schlafstörung in den Griff zu bekommen. Medikamente, Therapien, nicht hat geholfen.
Als er von einer neuartigen Therapieform in den Schweizer Alpen hört, schöpft ...

Tom Schönborn hat alles versucht um seine Schlafstörung in den Griff zu bekommen. Medikamente, Therapien, nicht hat geholfen.
Als er von einer neuartigen Therapieform in den Schweizer Alpen hört, schöpft er neue Hoffnung. Gegen den Rat seines Therapeuten, nimmt er das Angebot der Klinik wahr.
Auch wenn ihm die therapeutischen Maßnahmen seltsam vorkommen, schläft Tom so gut, wie seit Jahren nicht mehr.
Zu Hause mutiert er zum Langschläfer, bis, ja bis er von der Polizei geweckt wird und er sich seine blutbeschmierten Hände nicht erklären kann.


Im Grunde ist dieser Thriller ein einziger Albtraum.
In unserer modernen Gesellschaft wird fast jeder Erwachsen irgendwann in seinem Leben mit Schlafstörungen konfrontiert. Von vielen Seiten erhält man gebetenen oder auch ungebetenen Rat. Wenn nichts mehr hilft, geht man zum Therapeuten, der die Störung meist auf unsere Umgebung, unsere Lebensweise oder unsere Kindheit zurückführt. Meistens ist das auch nicht sehr hilfreich. Und dann hören wir von einer neuartigen Therapieform, gehen darauf ein. Sie ist erfolgreich. Man ist glücklich, aber dann kommt der Horror.
Marc Mellen hat seinen krassen Spannungsbogen langsam, aber stetig aufgebaut. Er hat die Nöten und die Verzweiflung von Tom bildhaft und emotional aufgezeigt, dass der Leser den zaghaften Vertrauensaufbau gegenüber seiner Begleiterin nur zögerlich nachvollziehen konnte. Ich glaube, ich hätte in dieser Situation niemandem vertraut.
Dieser Thriller ist ein Pageturner der Superklasse und bereitet mir selbst hier beim Schreiben noch Gänsehaut. Danke.

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Veröffentlicht am 25.03.2023

Gelungener Krimi

Der Bojenmann
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Fassungslosigkeit und völlige Ratlosigkeit beschleichen den Hamburger Kommissar Thies Knudsen und sein Ermittlungsteam des LKA in Altona. Der Bojenmann, eine Holzfigur, montiert auf einer Plattform und ...

Fassungslosigkeit und völlige Ratlosigkeit beschleichen den Hamburger Kommissar Thies Knudsen und sein Ermittlungsteam des LKA in Altona. Der Bojenmann, eine Holzfigur, montiert auf einer Plattform und verankert neben der Fahrrinne in der Elbe, war über Nacht gegen eine ähnlich aussehenden Leiche ausgetauscht worden.
Die Identifizierung und Bergung der Leiche gestalten sich schwierig und sind noch nicht abgeschlossen, als bereits die zweite Leiche in der Außenalster entdeckt wird.
Immer wenn Knudsen nicht mehr weiterweiß, bespricht er die Lage mit seinem Freund Oke Andersen, einem ehemaligen Lotsen, der sein Rentnerdasein in Övelgönne direkt an der Elbe fristet und mit seiner Sicht von außen wichtige Hinweise oder Denkmodelle beisteuern kann.

„Elb-Kolorit und Fischkopp-Charme treffen auf Nordic Noir. Grausig genüsslicher Krimispaß“ Frank Schätzing
Das Zitat von Frank Schätzing finde ich ganz passend. Ich fühlte mich von dem Bojenmann gut unterhalten, in Wellen von knisternder Spannung überrollt, konnte ich manchmal nicht schnell genug lesen, um dann vom hanseatischen Flair und Humor entspannt zu werden.
Das ambivalente Verhalten der beiden Ermittler Thies Knudsen und Dörte Eichhorn hat mindestens genauso viel Spaß bereitet, wie das freundschaftliche Verhältnis der beiden Sturköpfe Knudsen und Andersen.
Wenn „Der Bojenmann“ der Beginn einer neuen Kriminalreihe sein soll, so freu ich mich schon jetzt auf die kleinen Kämpfe und das Geplänkel der Drei.
Neben dem äußerst spektakulären Fall ist mir die liebevolle Werbung für die Sehenswürdigkeiten der Stadt Hamburg aufgefallen. Ich habe Hamburg schon einige Male besucht und jedes Mal neues entdeckt, aber vom „Tschechischen Hafen“ hatte ich noch nicht gehört. Den „Tschechischen Hafen“ und andere im Buch erwähnte, mir unbekannte, Orte konnte ich später in der Hamburg-Karte entdecken. Auch die Beschreibung der Wegstrecken, die die Kommissare mit dem Auto zurücklegten, hat für mich Hamburg wieder lebendig werden lassen.
Der Fall, so spektakulär und tricky er auch war, empfand ich nachvollziehbar und logisch begründet durch die Schilderung der Kindheitserlebnisse des Täters und seinen, in kursiver Schrift geschriebenen Beobachtungen und Gedankengänge.
Kommissarin Eichhorn, Kommissar Knudsen und der ehemalige Lotse Andersen wurden facettenreich beschrieben, so dass ich mich schon jetzt auf weitere Fälle der Drei freue.

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Veröffentlicht am 25.03.2023

Zu skurril, zu wirr, zu traurig

Vilma zählt die Liebe rückwärts
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Vilma, Mitte dreißig, Musiklehrerin, lebt in einem riesigen alten Haus in Oslo.
Neben ihrem Beruf konzentriert sie sich vornehmlich auf ihre lebenserhaltenden und gesundheitsfördernden Ernährung. Einfacher ...

Vilma, Mitte dreißig, Musiklehrerin, lebt in einem riesigen alten Haus in Oslo.
Neben ihrem Beruf konzentriert sie sich vornehmlich auf ihre lebenserhaltenden und gesundheitsfördernden Ernährung. Einfacher Genuss, Romantik oder emotionale und kulinarische Ausschweifungen sind ihr fremd.
Geradezu entsetzt ist sie, als sie vom Tod ihres, ihr unbekannten Vaters unterrichtet wird.

Ich habe dieses Hörbuch nach 38 % abgebrochen. Mir war die Geschichte einfach zu skurril, zu wirr und auch zu traurig.
Den beiden Erzählern triff meiner Meinung nach keine Schuld, denn ihre Stimmen und Stimmfarben passte hervorragen zum Text.
Eigentlich hatte ich schon nach zehn Minuten den Eindruck, dass dies kein Hörbuch für mich ist. Ich hatte mehr Komik und Selbstironie erwartet. Natürlich auch etwas mehr Struktur. Stattdessen stolpert Vilma von einem Gefühlschaos ins andere. Sie treibt hilflos zwischen ihren Gefühlen, Gefühlen, die sie ihrer Meinung nach haben sollte, und Anlehnungsbedürftigkeit sowie Liebesbedürftigkeit.
Sie wirkt so traurig und emotional alleingelassen.
Das zu hören wollte ich mir nicht mehr antun, zumal mir immer mehr den Eindruck hatte, dass die Geschichte zu realitätsfremd ist und ich damit nichts anfangen kann.

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