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Veröffentlicht am 24.08.2025

Elterliche Liebe - Teil 2

Eleven Liars
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„Eleven Liars“ hatte das Potenzial, eine fesselnde Fortsetzung zu werden, aber leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Als Fan von „Twelve secrets“ war ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen ...

„Eleven Liars“ hatte das Potenzial, eine fesselnde Fortsetzung zu werden, aber leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt. Als Fan von „Twelve secrets“ war ich gespannt, wie die Geschichte weitergehen würde, aber am Ende war ich etwas enttäuscht.

Zwar weist das Buch einige strukturelle Ähnlichkeiten mit seinem Vorgänger auf, doch fehlt ihm das gleiche Maß an Frische und Überraschungen. Bestimmte Aspekte der Handlung waren nicht ganz überzeugend, was dem Gesamterlebnis abträglich war. Außerdem hat mich das teilweise ungelöste Ende ein wenig unbefriedigt zurückgelassen. Obwohl mir die Erzählweise des Autors sehr gut gefallen hat, konnte „Eleven Liars“ das Versprechen des ersten Buches nicht ganz einlösen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Serie fortsetzen werde.

Diese Rezension ist absichtlich vage gehalten, um nicht zu viel zu verraten. (Für einen detaillierteren Einblick empfehle ich einen Blick auf Beschreibung bzw. Klappentext zu werfen.)

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Veröffentlicht am 24.08.2025

innovativer japanischer Whodunit

HEN NA E - Seltsame Bilder
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"HEN NA E - seltsame Bilder" verwebt mehrere scheinbar unzusammenhängende Geschichten, die durch unheimliche, kindliche Zeichnungen verbunden sind. Diese Bilder – von den letzten Skizzen einer Mutter bis ...

"HEN NA E - seltsame Bilder" verwebt mehrere scheinbar unzusammenhängende Geschichten, die durch unheimliche, kindliche Zeichnungen verbunden sind. Diese Bilder – von den letzten Skizzen einer Mutter bis hin zu einer verstörenden Darstellung des eigenen Zuhauses durch ein Kind – dienen als Hinweise in einem klassischen Whodunit. Die Handlung ist geschickt aufgebaut, mit subtiler Spannung, die Lesende bei der Stange hält.

Die Struktur ist unkonventionell: statt einem linearen Erzählstil, wechselt der Roman zwischen verschiedenen Protagonisten, Abschnitten und Zeitlinien. Dabei werden Zeichnungen, Blog-Auszüge, Grundrisse und Diagramme direkt in die Geschichte eingebaut. Man behält jedoch aufgrund der überschaubaren Seitenzahl jederzeit den Überlick.

Die Übersetzung wirkt stellenweise hölzern bzw. setzt Verständnis für japanischen Kultur voraus. (z.B. bei den Höflichkeitsformen) Ansonsten ist der Stil typisch für asiatische Literatur: schnörkellos und sparsam - auch im Hinblick auf die (farblosen) Charaktere. Die wiederholten, detaillierten Analysen lassen wenig Raum für eigene Überlegungen.

Fazit: Ein cleverer Ansatz der Illustrationen mit Text kombiniert, um eine neue Krimi-Erfahrung zu bieten. In der Ausgestaltung bleibt noch Potential für den Folgehand.

Tropes: Familie, Mutterschaft, psychische Gesundheit, gesellschaftlicher Druck

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Die Bibliothek der verlorenen Liebe

Neuanfang in Notting Hill
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»Das Duell zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Zukunft wird nirgendwo besser verkörpert als in Notting Hill [...]"

Das ansprechende Cover verbunden mit britischem Flair sorgt für eine warme Atmosphäre: ...

»Das Duell zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Zukunft wird nirgendwo besser verkörpert als in Notting Hill [...]"

Das ansprechende Cover verbunden mit britischem Flair sorgt für eine warme Atmosphäre: man ist unmittelbar im Geschehen. Hauptprotagonistin Jess hat es nicht leicht und kann einen Tapetenwechsel gut gebrauchen. An dieser Stelle tritt die fast 80-jährige Joan auf den Plan…

Aufgrund der wechselnden Ich-Erzähler-Perspektiven und im Hinblick auf den Generationenaspekt und die verschiedenen "Lebensmodelle" stand das Buch schon einige Zeit vor Veröffentlichung auf meiner Merkliste. Auch nach der Leseprobe konnten mich Norie Clarkes Grundidee und das Setting für sich einnehmen. Vielleicht waren meine Erwartungen dahingehend etwas zu hoch.

Die eingestreuten Briefe sind charmant, wirken aber oberflächlich. (Ich selbst schreibe seit über 20 Jahren regelmäßig Briefe, doch so wenige Zeilen rechtfertigen weder Porto noch Informationsfluss 😅) Leider zieht sich dies durch den gesamten Roman: viele Themen werden angerissen, jedoch nicht ausreichend vertieft. Hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen oder es hätte zusätzlichen Raum (Seiten) zur Differenzierung gebraucht. (Einige Handlungsstränge entwickeln nicht die erhoffte Tiefe und Nebenfiguren bleiben blass.) Ab der Mitte nimmt die Handlung zwar - vorhersehbar? - Fahrt auf, wird allerdings innerhalb kürzester Zeit abgehandelt.

Überraschenderweise fiel mir der Wechsel zwischen Jess und Joan trotz klarer Kapitelaufteilung schwerer als gedacht. Ich war gedanklich stärker bei Jess und musste mich bei Joans Perspektive intensiver konzentrieren. Das mag auch an Ausdruck und Wortwahl liegen bzw. der Übersetzung geschuldet sein. (Eine gewöhungsbedürftige Mischung aus antiquierten und modernen Begriffen, welche sich querbeet durchzieht. Bsp. Großenkelkind vs. Buchweizenbowl) Eventuell hätte mir in dieser Hinsicht die Hörbuch-Version mit verschiedenen Sprechern besser gefallen.

Zusammengefasst ist das Buch eine nette Lektüre für zwischendurch, die jedoch nicht in allen Aspekten überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

"La vita va veloce: Dieses Leben vergeht schnell, viel schneller als die Zeit."

Vorsehung
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Liane Moriartys "Vorsehung" (im Original "Here one moment") beginnt mit einer ungewöhnlichen Fragestellung: Was, wenn man genau wüsste, wann und wie man sterben wird?

Die Auseinandersetzung mit diesem ...

Liane Moriartys "Vorsehung" (im Original "Here one moment") beginnt mit einer ungewöhnlichen Fragestellung: Was, wenn man genau wüsste, wann und wie man sterben wird?

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema wird den Passagieren auf einem Flug von Hobart nach Sydney von einer unauffälligen Dame unbestimmten Alters aufgebürdet. Mit ungeahnten Folgen prophezeit sie Todesursache und Lebenserwartung - eine Kettenreaktion, die die Figuren (und auch die Lesenden) dazu anregen, über Schicksal, freien Willen und die Auswirkungen ihrer Entscheidungen nachzudenken.

Interessant fand ich das mir unbekannte Konzept des Determinismus. "Die Idee [...] sei, dass alles, was geschieht, jede Entscheidung, die man trifft, jede Handlung, die man vollzieht, »kausal unausweichlich« sei. Warum? Weil alles von etwas verursacht werde: von einer vorhergehenden Handlung, Situation oder einem Ereignis."

Die vielversprechende Grundidee und kurzweilige Leseprobe ließen mich zu diesem Buch greifen. Die Autorin war mir bekannt, jedoch habe ich noch nichts von ihr gelesen.

Hervorzuheben ist die Aufteilung der Kapitel: abwechselnd wird die Lebensgeschichte der älteren Dame aus ihrer Perspektive erzählt während man parallel dazu die Schicksale einer Handvoll Passagiere verfolgt.

Obwohl ich Bücher und Filme in Episodenform (z.B. Tatsächlich Liebe) mag, ist der Funke diesmal nicht übergesprungen. Mit der Hauptprotagonistin wurde ich erst gegen Ende des Buches warm. Die Lebenswege der Passagiere blieben für mich Momentaufnahmen mit wenig Tiefgang. Statt positiver Erlebnisse herrscht im Mittelteil eine bedrückende Atmosphäre, was wohl dem eintönigen Umgang mit den Prophezeiungen geschuldet ist. Hier wurde viel Potential verschenkt. Moriartys Erzählstil ist auf den ersten und letzten 100 Seiten spannend, zieht sich im Mittelteil jedoch dahin. Eine finale Tonänderung stimmt auf den Abschluss ein: die Charaktere werden nahbarer und die Geschichte hoffnungsvoller. (Aufgrund von Unkenntnis haben mich ein Teil der Auflösung sowie einige Querverbindungen überrascht - das dürfte aber nicht für alle Lesenden gelten.)

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Veröffentlicht am 21.03.2025

"Pass auf sie auf"

Was ich von ihr weiß
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...lautet die Übersetzung des französischen Original-Titels "Veiller sur elle" - treffender als die deutsche Version, aber vage im Hinblick auf die Handlung. Umso gelungener sind hingegen Cover und Umschlaggestaltung: ...

...lautet die Übersetzung des französischen Original-Titels "Veiller sur elle" - treffender als die deutsche Version, aber vage im Hinblick auf die Handlung. Umso gelungener sind hingegen Cover und Umschlaggestaltung: Pietra d'Alba lässt sich erahnen, der Schauplatz dieses Romans von Jean-Baptiste Andrea.

Ich habe mir das Buch nicht selbst ausgesucht, mag jedoch literarische Überraschungen. Daher habe ich den Klappentext erst nach Beendigung der Lektüre gelesen. Er sorgt für einen guten Überblick, was Lesende auf den folgenden 500 Seiten erwartet: die Komplexität einer Gesellschaft und ihrer Beziehungen kombiniert mit italienischem Flair. Der Autor war mir zuvor unbekannt, sodass ich mich unvoreingenommen auf den Inhalt einlassen konnte. Ich mochte vor allem die Perspektivwechsel und den Rückblick auf das ungewöhnliche Leben von Bildhauer Mimo Vitaliani. Der Stil ist anspruchsvoll, poetisch und gelegentlich etwas ausschweifend – was zu Lasten des emotionalen Zugangs der überschaubaren Anzahl an Protagonisten geht. Man muss sich darauf einlassen.

"Vor der Villa erstreckten sich, so weit das Auge reichte, Orangenbäume, Zitronenbäume, Pomeranzen. [...] Unmöglich konnte man nicht stehen bleiben, so überwältigend war die Landschaft, buntfarbig, pointillistisch, ein nie verlöschendes Feuerwerk in allen Tönen, Mandarine, Melone, Aprikose, Mimose, Schwefelblüte. Im Kontrast zum Wald hinter dem Haus zeigte sich anschaulich die zivilisatorische Mission der Familie, und so stand es auch in ihrem Wappen. Ab tenebris, ad lumina. Fern der Finsternis,
hin zum Licht."

"Mit den Händen in den Taschen ging ich von Raum zu Raum und bemühte mich, größer zu wirken. Das Grün dominierte, zog sich durch Tapeten, Vorhänge, Raffhalter, Kettenhüllen von Kronleuchtern und Fransensessel in den Tönen Linde, Aventurin und Seladon. Unser fliegender Flügel, den wir vor zwei Tagen fertiggebaut hatten und auszuprobieren kaum erwarten konnten, zeigte die gleiche Farbmelange."

Die unvorhersehbare Handlung vermag durchweg zu fesseln. Vor allem der Handlungsstrang der Gegenwart wirft Fragen auf und sorgt bis zur letzten Seite für Spannung. Wer die Bücher von Luca di Fulvio schätze, kommt sich auch bei Jean-Baptiste Andrea auf seine Kosten. Der Autor selbst fasst den Erfolg seiner Geschichte wie folgt zusammen: "Ich habe einfach eine Geschichte geschrieben, die mir am Herzen lag und die mich tief bewegt hat. Ich habe lange nach der besten Form dafür gesucht, einer Form und einer Sprache, die die Geschichte tragen. Ich habe den Figuren Leben eingehaucht, und zwar so sehr, dass ich das Gefühl habe, sie sind real." Das Werk wurde mit dem Prix Goncourt 2023 ausgezeichnet, dem prestigeträchtigsten Literaturpreis Frankreichs.

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