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Veröffentlicht am 13.04.2026

Aufwühlend

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
3

Ein aufwühlendes Buch, in dem man nicht weiß, wem man trauen soll. Karolin, in einer aufsteigenden Position in einem Schraubenwerk, einem Hidden Champion, heimlich mit einem Kollegen verbandelt, was ihr ...

Ein aufwühlendes Buch, in dem man nicht weiß, wem man trauen soll. Karolin, in einer aufsteigenden Position in einem Schraubenwerk, einem Hidden Champion, heimlich mit einem Kollegen verbandelt, was ihr kränkelnder Chef allerdings nicht goutieren würde, und mit einer Halbschwester geschlagen, die zwischen manischen und depressiven Schüben ihre Tochter bei der Halbschwester parkt, sieht sich zunehmend von Vorfällen umzingelt, die keine Zufälle sein können. Mehrfach platte Reifen am Auto, ein an die Haustür geworfenes Kaninchen, merkwürdige Mails über den Dienstserver, Anrufe, eine geplatzte Frontscheibe des Autos. Irgendwer will ihr übel. Der Konkurrent um den Posten des Interimleiters der Firma? Die Noch-Ehefrau des heimlichen Liebhabers? Die Nerven liegen blank in diesem Psychospiel, das immer drastischere Züge annimmt. Schließlich nimmt sie den Kampf an, wie sie meint mit der fast Ex des Geliebten. Das ständige Auf und Ab ihrer Gefühle, Ängste und Wutempfinden sind sehr eindringlich dargestellt. Das Hinterhältige, das stets am Rande lauert, ist physisch spürbar. Der Prolog zeigt schon, dass am Ende ein Übel steht. Der Schluss mit überraschendem Plot. Die Figur der Karolin ist mit zwiespältigen Gefühlen zu betrachten, denn sie hat ein schreckliches Geheimnis, mit dem sie ungeschoren davon gekommen ist. Moralisch fragwürdig.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 13.04.2026

Mysteriös

Die geheime Grotte von Garda
0

Wutnatter Edwina Teufel, Chefinspektorin aus Wien in Auszeit, trifft in Garda auf einen streunenden Hund, dann auf einen kleinen Jungen, der ihr verloren vorkommt , ihr abenteuerliche Geschichte erzählt ...

Wutnatter Edwina Teufel, Chefinspektorin aus Wien in Auszeit, trifft in Garda auf einen streunenden Hund, dann auf einen kleinen Jungen, der ihr verloren vorkommt , ihr abenteuerliche Geschichte erzählt und dann verschwindet. Zufällig (?) trifft sie auf Commissario Alceste, der in einem Fall eines versuchten Mordes ermittelt, in den der Junior eines angesehenen Weingutes verwickelt ist. Edwina vermutet sofort einen Zusammenhang, was bei dem Commissario alle Alarmglocken zum Schrillen bringt, neigt Edwina doch dazu, sich in seine Fälle einzumischen. Der Fall wird mysteriöser und mysteriöser, bis zum überraschenden Finale. Wiener Schmäh trifft auf italienische Grandezza, Hochspannung auf Dolce Vita. Hier ermittelt eine Klassefrau, heißt es im Klappentext. Kann man unterschreiben, wenn man großzügig darüber hinwegsieht, dass eben diese Frau allzu unbeherrscht, selbstüberschätzend, oft auch völlig unüberlegt agiert und reagiert. Aber das liegt natürlich im Auge der Betrachter*innen. Die Lektüre ist spannend, wie versprochen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Erfrischende Zwischendurchlektüre

Tatort Alpen - 11 Kurzkrimis
0

Kurz und knapp gehalten sind diese elf Kurzgeschichten mit den Tatorten Dachstein, Krimmler Wasserfälle, Olpererhütte, Berliner Hütte, Herzogstand, Zugspitze, Königsee, Watzmann, Matterhorn, Jungfraujoch ...

Kurz und knapp gehalten sind diese elf Kurzgeschichten mit den Tatorten Dachstein, Krimmler Wasserfälle, Olpererhütte, Berliner Hütte, Herzogstand, Zugspitze, Königsee, Watzmann, Matterhorn, Jungfraujoch und Vierwaldstättersee. Geschrieben von elf Autorinnen und Autoren in teils hintersinnigen Geschichte, teils aberwitzig, teils überraschend, aber immer auch spannend. In der Kürze liegt hier die Würze. Man stellt zügig die Protagonisten, die Basisstory und deren Verlauf vor. Schön sind die immer neuen Wortwendungen und –schöpfungen, die Sprachvielfalt. Es wird sehr darauf geachtet, nicht immer die gleichen Formulierungen zu gebrauchen. Abwechslungsreich geschrieben. Kurzgeschichten sind eigentlich gut geeignet, zwischendurch, wenn etwa eine kurze Wegstrecke oder Pause zu überbrücken ist, Kurzweil zu bieten. Hier sieht man sich aber veranlasst, gleich das ganze Buch durchzulesen. Eine schöne, empfehlenswerte Samlung.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Beklemmend

Unter dem Strand
1

Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine ...

Eigentlich will Cay nur einen Artikel für das Süseler Tageblatt schreiben, denn es steht der 80-jährige Jahrestag des Untergangs der Cap Arkona in der Lübecker Bucht an und wie jedes Jahr gibt es eine Gedenkfeier, mehr oder minder beachtet. Aber dies ist eben ein Jubiläum und daher ist Platz für einen kleinen Artikel. Und eigentlich hat Cay auch so gar keine Lust auf diesen Auftrag, aber sie ist chronisch pleite, von daher ... Vor Ort allerdings stolpert sie über die Leiche einer jungen Frau, Sie meldet dies bei der Polizei, die sie anweist, bei der Leiche bis zum Eintreffen der Polizei zu warten. Was sie ursprünglich auch vorhat, es sich dann aber anders überlegt. Flugs macht sie ein paar Fotos der Leiche (sie weiß, dass das nicht richtig ist) und verlässt den Ort des Geschehens, um die Fotos, schließlich bringt das Geld, zu verkaufen, die auch alsbald in einem Online-Dienst erscheinen. Von da an steht ihr Leben auf dem Kopf. Bei ihr wird eingebrochen, die Kamera gestohlen, sie wird um eine geliehen zweite Kamera gebracht, fühlt sich zunehmend beobachtet und die Einbrüche bei ihr häufen sich. Sie beginnt im Umfeld der Toten zu forschen und geht auch Gerüchten nach, wonach es sich damals beim Untergang der Cap Arkona und weiterer Schiffe um ein Massaker gehandelt haben soll, wobei Tausende Kriegsgefangenen und Häftlingen des Konzentrationslagers Stutthof zu Tode gekommen sein sollen. Bloß stößt sie in der Umgebung auf eine Mauer des Schweigens, davon will niemand etwas wissen. Je stärker sie forscht, umso ungesunder wird ihr Leben, um es mal vorsichtig zu formulieren. Diese unglaubliche Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Aus der von Leon, einem Insassen des Lagers, der von Cay, aber auch von der Toten und weiteren zentralen Personen in diesem Kriegsdrama. Dadurch bleibt die Geschichte spannend und lebendig und macht betroffen ob der Zu- und Umstände und des Grades des Wegsehens und Verdrängens, was teils schon sarkastisch dargestellt wird. Was die Geschichte leider ein wenig herunterzieht, ist die Person der Cay, die extrem phlegmatisch und wenig empathisch erscheint. Sie scheint selbst ein Trauma mit sich zu schleppen, nutzt dabei andere aber extrem aus. Sie geht sehr naiv und unprofessionell an ihre Recherche. Ihre Selbstreflextionen machen die Geschichte langatmig, was ihr nicht gut tut. Das Wort prokastinieren wird ein wenig zu häufig bemüht. Und am Schluss hat man den Eindruck, dass die Geschichte nicht wirklich auserzählt ist, trotz der Seitenzahl von 588 im E-Book.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Spannend, intensiv, drastisch

Böse geboren
0

Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. ...

Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. Tom, ein tieftrauriger Mensch, der über die Ermordung seiner Frau, den frühen Tod seines Bruders und dessen Frau, nicht hinwegkommt, an der Verantwortung für seine Nichte, deren Entführung und mühseligen Aufarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses zu scheitern droht, wird mit einer Leiche im Hamburger Hafengebiet konfrontiert, die offenbar längere Zeit tiefgefroren war. Er und sein Team sehen sich vor einem Rätsel eingedenk der Tatsache, dass die Tote bereits vor Monaten in Köln als vermisst gemeldet wurde, zu Tode etwa vor 60 Tagen, plus/minus, kam. Wo war sie in der Zwischenzeit? Todesursächlich sind mehrere Stiche in den Rücken. Kaum mit den Ermittlungen begonnen, werden sie zu einem Leichenfund bei Hannover gerufen, weil die Fundsituation und die Todesursache ähnlich sind, die Leiche aber auch über längere Zeit tiefgefroren war. Diese kam ursprünglich aus Göttingen. Man sieht sich an einen Serientäter erinnert, der vor zehn Jahren sein Unwesen trieb und für die Entführung von Toms Nichte verantwortlich war, aber nie gefasst wurde. Sehr intensiv und bildhaft geschrieben. Sehr viele Zeitsprünge und Retrospektiven. Eine sehr detaillierte Selbstreflektion des Täters vor zehn Jahren und der Täter in den aktuellen Fällen. Die Auflösung überraschend und drastisch.

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