Intensiv
Giftiger GrundWas verbindet Joran, Charu und Edda miteinander? Der eine gerade aus dem Knast entlassen, in dem er für sieben Jahre nach einem schrecklich schief gelaufenen Tankstellenüberfall einsaß. Die andere eine ...
Was verbindet Joran, Charu und Edda miteinander? Der eine gerade aus dem Knast entlassen, in dem er für sieben Jahre nach einem schrecklich schief gelaufenen Tankstellenüberfall einsaß. Die andere eine mittelmäßige Bloggerin, die Aufnahmen von Lost Places postet. Und dann noch das kleine Kind, das sich im Schlafgewand und Gummistiefeln nachts herumtreibt. Sie alle treffen sich in der Waschstraße einer aufgelassenen Tankstelle. Eben jener, die Ziel des Überfalls vor sieben Jahre war. Während Joran und Charu versuchen, ihr mehr oder minder verkorkstes Leben in den Griff zu bekommen, läuft Edda eindeutig vor etwas davon. In den allnächtlichen Treffen in der Waschstraße kommen sie allmählich ihren Geheimnissen auf die Spur und sich näher, nicht ohne dabei immer weiter in einem undurchdringlichen Sumpf zu versinken. Aus dem können sie sich gemeinsam retten, aber mit beträchtlichen Schäden, falls man das so bezeichnen möchte. Der Schluss gibt dann doch moralische Bedenken auf. Kriminalroman steht auf dem Cover. Das trifft es nicht. Es ist mehr eine spannende Aneinanderreihung der Beschreibung des Scheiterns von mehreren Leben. Lebenswege, die sich kreuzen und sich eine Weile begleiten, bevor sie sich wieder trennen und den künftigen Weg alleine, mit etwas positiveren Zeichen weiter beschreiten. Aber zu welchem Preis! Sehr intensiv geschrieben, aus wechselnder Sicht der drei Protagonisten. Ein bisschen literarisch.