Spannend, intensiv, drastisch
Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. ...
Eine albtraumhafte Story, die sich extensiv um die Frage dreht, ob jemand bereits böse zur Welt kommt und die so extreme Situationen schildert, dass man möglicherweise an seinen festen Überzeugungen zweifelt. Tom, ein tieftrauriger Mensch, der über die Ermordung seiner Frau, den frühen Tod seines Bruders und dessen Frau, nicht hinwegkommt, an der Verantwortung für seine Nichte, deren Entführung und mühseligen Aufarbeitung dieses traumatischen Erlebnisses zu scheitern droht, wird mit einer Leiche im Hamburger Hafengebiet konfrontiert, die offenbar längere Zeit tiefgefroren war. Er und sein Team sehen sich vor einem Rätsel eingedenk der Tatsache, dass die Tote bereits vor Monaten in Köln als vermisst gemeldet wurde, zu Tode etwa vor 60 Tagen, plus/minus, kam. Wo war sie in der Zwischenzeit? Todesursächlich sind mehrere Stiche in den Rücken. Kaum mit den Ermittlungen begonnen, werden sie zu einem Leichenfund bei Hannover gerufen, weil die Fundsituation und die Todesursache ähnlich sind, die Leiche aber auch über längere Zeit tiefgefroren war. Diese kam ursprünglich aus Göttingen. Man sieht sich an einen Serientäter erinnert, der vor zehn Jahren sein Unwesen trieb und für die Entführung von Toms Nichte verantwortlich war, aber nie gefasst wurde. Sehr intensiv und bildhaft geschrieben. Sehr viele Zeitsprünge und Retrospektiven. Eine sehr detaillierte Selbstreflektion des Täters vor zehn Jahren und der Täter in den aktuellen Fällen. Die Auflösung überraschend und drastisch.