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Habbo

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2019

Zu detailreich

Totenstille
1

Eine Serie, die sich nach über 20 Jahren wiederholt? Ein Täter, der nach dieser langen "Pause" erneut zuschlägt? Oder doch ein Nachahmungstäter? Aber wieso nach all diesen Jahren? Diesen Fragen geht die ...

Eine Serie, die sich nach über 20 Jahren wiederholt? Ein Täter, der nach dieser langen "Pause" erneut zuschlägt? Oder doch ein Nachahmungstäter? Aber wieso nach all diesen Jahren? Diesen Fragen geht die ehrgeizige Journalistin Tuva nach. Nimmt dabei weder Rücksicht auf die Dorfbewohnen, die nach einander sämtlichst zu Verdächtigen werden, noch auf ihre kranke Mutter oder sich selbst. Dabei irrt sie von Vermutung zu Verdacht und retour. Und die örtliche Polizei kommt merkwürdig untätig und uninteressiert daher. An der an sich spannenden Story stört die sehr - zu - detaillierte Beschreibung von Wegen, die Tuva geht oder fährt, von Wetterverhältnissen, die sich ständig ändern, aber in ihren Änderungen extrem detailreich beschrieben werden, und den umfangreichen Schilderungen der jeweiligen Befindlichkeiten von Tuva. So sehr es auch dazu gehört, ihre Handicaps zu beschreiben, so nervig ist dieser Detailreichtum. Und das stört den Lesegenuss leider doch erheblich. Ein überraschendes Ende. Man ist dann doch froh, dass es da ist.

Veröffentlicht am 10.11.2019

Zügig und spannend geschrieben

Verhängnisvolle Provence
0

Zügig und spannend geschrieben - man liest und liest und liest - und hat bei der überraschenden und doch nicht so überraschenden Auflösung glatt den Anfang vergessen. Es fällt einem wie Schuppen vor die ...

Zügig und spannend geschrieben - man liest und liest und liest - und hat bei der überraschenden und doch nicht so überraschenden Auflösung glatt den Anfang vergessen. Es fällt einem wie Schuppen vor die Augen: ja, da war doch was. Wie bei den Vorgängeromanen wird wieder ausführlich über Region, Landschaft, die Menschen dort, das savoir vivre referiert. Da möchte man gleich hinfahren/wieder hinfahren, wenn man selbst die Provence schon kennenlernen durfte. Ein schwierige, äußerst verwickelte Geschichte, die den Ermittlern viel abverlangt. Aber auch ein stimmungsvolles Bild aus dem Leben der Protagonisten - Leben besteht eben nicht nur aus Arbeit. Da gibt es private Beziehungen, Lebensplanungen und -entwicklungen. Dass das nicht zu kurz kommt, macht auch diesen Kriminalfall stimmig und rund. Ein schöner Erzählstil, genügend temporeich für eine angenehme Lesegeschwindigkeit. Da freut man sich auf Folgetitel.

Veröffentlicht am 09.11.2019

Lesefreude

Winteraustern
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Das hat Lesefreude bereitet, Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen. Wenngleich es um Überfall und Mord -oder zumindest Tötungsdelikte - geht, die sehr übel anmuten. Obwohl es auch um Hab- und Raffgier ...

Das hat Lesefreude bereitet, Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen. Wenngleich es um Überfall und Mord -oder zumindest Tötungsdelikte - geht, die sehr übel anmuten. Obwohl es auch um Hab- und Raffgier geht. Wenngleich die Geschichte an Tragik nicht zu überbieten ist. Obwohl Luc Verlain erneut einen Schlag ins Kontor erhält. Aber die Beschreibung der Gegend, des Bassin, der Menschen vor Ort und ihrer Eigenheiten, der Austernm der Austerngerichte und sie begleitenden Weine - man gekommt einen Schlecklichen, wenn man das so liest. Und es liest sich - sprachlich fein und leicht abgestimmt - sehr locker, leicht weg. Da ist man im Nu durch und wartet auf die nächste Geschichte um Luc Verlain und Anouk.

Veröffentlicht am 31.10.2019

Lesegenuss

Dunkle Stadt / Verpressung
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Erfreuliches Erzähltempo mit viel Drive, das die Geschichte um Er- wie Verpressung zügig voranträgt. Das beschert Lesegenuss. Ein Jungjournalist, der gerade seien erste - befristete - Anstellung erhält ...

Erfreuliches Erzähltempo mit viel Drive, das die Geschichte um Er- wie Verpressung zügig voranträgt. Das beschert Lesegenuss. Ein Jungjournalist, der gerade seien erste - befristete - Anstellung erhält und ein alter Haudegen von Lokaljournalist, der wenig erfreut über diesen Jungspund ist, mit dem er fürderhin zusammenarbeiten muss, treffen eher zufällig auf eine unglaubliche Geschichte. Vertuschung, Erpressung, Mord, Prostitution gehen Hand in Hand. Am Schluss sind sich die Protagonisten, die gegensätzlicher nicht sein können, fast sympathisch und der Leser hat eine erstaunlich stringente Geschichte gelesen, ohne Nebenschauplätze, die ablenken. die "Charakterstudie" der Akteure wurde nicht vernachlässigt, aber eben nicht episch ausgebreitet. Man kann sich auf die Story und ihre Auflösung konzentrieren, das Buch in einem Rutsch durchlesen. Wie gesagt: Lesegenuss.

Veröffentlicht am 21.10.2019

Furioses Ende

In den Klauen des Falken
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Krimis, die in den skandinavischen Ländern spielen, sind sehr oft für eine Überraschung gut. So auch dieser. Eine blutjunge Terroristin, die ein Attentat verübt, das Paradies vor Augen, das sie, wie sie ...

Krimis, die in den skandinavischen Ländern spielen, sind sehr oft für eine Überraschung gut. So auch dieser. Eine blutjunge Terroristin, die ein Attentat verübt, das Paradies vor Augen, das sie, wie sie viel zu spät erkennt, nie erreichen wird. Ein Polizist, der diese Attentäterin erschießt, von der er kurzzeitig animmt, dass sie eigentlich ihn gemeint hat und der an den Bildern, die ihn fortan verfolgem, fast zerbricht. Ein grausamer Polizistenmord, der seine ganze Aufmersamkeit erfordert. Und dann auch noch die privaten Verwicklungen, in der er und seine Kollegin stecken. Spät, viel zu spät sickert die Erkenntnis ein, dass das alles irgendwie zusammenhängen könnte. Die Protagonisten werden zum Teil in extremen Situationen zu schier unmöglichen Entscheidungen gezwungen. Ein sehr tempo- und wendungsreiches Buch, szenarisch und sprachlich ausgewogen, Spannungsbögen bis hin zum furiosen Schluss. Die Story allerdings teils heftig und brutal. Fatale Fehleinschätzungen zeitigen ebenso fatale Folgen. Man kann - muss - das Buch am besten in einem Rutsch durchlesen. So macht Krimi Spaß. Obwohl die Story an sich erschreckend erschreckend ist. Gerade weil die Erkenntnis einsickert, dass das tatsächlich überall passieren kann.