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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2021

Abgefahren

Eskalation
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Es beginnt wie ein Albtraum. Da bedrängt Dich ein anderer Autofahrer auf einsamer Autobahnstrecke über das Autotelefon, befiehlt Dir, wie Du fahren sollst, wo abfahren, wie auf eine Polizeikontrolle reagieren. ...

Es beginnt wie ein Albtraum. Da bedrängt Dich ein anderer Autofahrer auf einsamer Autobahnstrecke über das Autotelefon, befiehlt Dir, wie Du fahren sollst, wo abfahren, wie auf eine Polizeikontrolle reagieren. Du wehrst Dich nicht, sondern tust, was er verlangt, weil er offenbar Dich, Deine Familie, Dein Leben kennt und die Familie bedroht. Das alles passiert Dina, die verzweifelt nach einer Fluchtmöglichkeit sucht. Aber die Situation eskaliert. Die Polizei räumt der Vermisstenanzeige von Dinas Mann zunächst keine große Bedeutung zu. Sie hat es mit einem toten Polizisten und einer verschwundenen Polizistin zu tun. Die Falllage stellt sich für sie erst einmal völlig anders dar. Erst nach und nach entblättert sich das, womit man es wirklich zu tun hat. Teils sehr gewalttätig, was da passiert. Teils merkwürdig passiv/nachdenklich. Die Handlung teils zielgerichtet und konsequent, teils unbeholfen und unlogisch. Eine rasant und in gutem Schreibstil geschriebene Story, die mit einem Plot endet. Kurze Leseabschnitte, wechselnde Schauplätze, Blickwinkel und Sichtweisen aus Opfer-, Täter-, Ermittlersicht sorgen für hohes Lesetempo und einer sich unaufhaltsam nähernden, wenngleich durchaus überraschenden, Auflösung des Falls. Gar nicht schlecht für einen ersten Psychothriller.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 27.06.2021

Was für eine Geschichte

Tiefer Fjord
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Was für eine Geschichte wird da aufgedeckt. Schockierend. Was im Hier und Jetzt geschieht, reicht weit in die Vergangenheit der Protagonisten zurück. Das wird durch den steten Wechsel zwischen aktuellem ...

Was für eine Geschichte wird da aufgedeckt. Schockierend. Was im Hier und Jetzt geschieht, reicht weit in die Vergangenheit der Protagonisten zurück. Das wird durch den steten Wechsel zwischen aktuellem und vergangenem Geschehen deutlich. Auch durch die wechselnden Blickwinkel aller beteiligten Figuren. Diese werden dadurch für den Leser auch „lebendig“ und „begreifbar“. Ein Pageturner, der flott und spannend erzählt wird. Obwohl die Person, die verantwortlich für die Taten ist, die in dieser Geschichte verübt werden, früh dem Leser offenbart wird, sinkt der Spannungsbogen nicht ab und auch der Lesewert bleibt erhalten. Lesevergnügen wäre hier nur deshalb das falsche Wort, weil die Geschichte an sich so bedrückend ist und der Schluss unglaublich. Man kann das Buch nur schwerlich zur Seite legen, weil man fasziniert ist von den vielen Wendungen und Hintergründen, ja Abgründen.

  • Cover
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Veröffentlicht am 19.06.2021

Witzig

Nur der Tod ist unsterblich
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Fünf bekannte Schriftsteller, uralt inzwischen, die sich in einem Wiener Kaffeehaus treffen, beschließen, eine WG zu gründen, in der sie zu alter schriftstellerischer Größe und gar Unsterblichkeit (zurück)finden ...

Fünf bekannte Schriftsteller, uralt inzwischen, die sich in einem Wiener Kaffeehaus treffen, beschließen, eine WG zu gründen, in der sie zu alter schriftstellerischer Größe und gar Unsterblichkeit (zurück)finden wollen, denn die aktuellen Verkaufszahlen ihrer altbekannten Werke sind im Keller. Gesagt, getan, doch eine Schreibblockade hat alle befallen und so sitzen sie nurmehr in ihrem - zum Kaffeehaus umgestalteten - Wohnzimmer, trinken Kaffee, rauchen, diskutieren, streiten gar - auch mit dem Vermieter, der sie gerne wieder loswerden will. Eine Haushälterin/Pflegerin kümmert sich um die Herren und will sie auch motivieren, doch wieder zu schreiben, und tatsächlich hat man eine Idee. Doch plötzlich stirbt einer und es sieht ganz nach Mord aus. Kommt einer der alten Männer in Betracht, die Haushälterin, ein irrer Literatenkiller? Der kurz von seiner Pensionierung stehende Kommissar geht eher unmotiviert an die Sache heran, in deren Verlauf noch weitere Todesfälle folgen.
Auf die Idee, der Unsterblichkeit mittels schreibender WG näher zu kommen, muss man erst einmal kommen. Ganz herrlich die Gespräche der alten Herren, die Zitate, die Ideen, die Umsetzung. Das eigentlich eher ernste Thema ist witzig und unterhaltend umgesetzt. Man macht sich nach der Lektüre direkt daran, in den Lebensläufen der Schriftsteller zu forschen. Eine empfehlenswerte Lektüre.

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Veröffentlicht am 15.06.2021

Fesselnd

Mohnblumentod
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Der Säugling reicher Eltern verschwindet spurlos. Eine Entführung? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Eine Lösegeldforderung geht nämlich nicht ein. Die Ermittler stehen zunächst vor einem Wald nicht ...

Der Säugling reicher Eltern verschwindet spurlos. Eine Entführung? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Eine Lösegeldforderung geht nämlich nicht ein. Die Ermittler stehen zunächst vor einem Wald nicht vorhandener Spuren, Hinweise und Motive. Sie müssen allerdings auch nach und nach feststellen, dass sie in einem Geflecht aus Lügen, Halbwahrheiten und Verschwiegenem stecken, das es ihnen fast unmöglich macht, die Spur des Babys auszumachen. Neben dieser Geschichte wird die zweier Mädchen in einem Heim für "vorbelastete" Jugendliche - das wiederum in einer ehemaligen Irrenanstalt untergebracht ist - und die Vergangenheit der Ermittlerin Charlie Lager aufbereitet - und zum Schluss tragisch zusammengeführt. Der Klappentext behauptet: Fesselnd, abgründig, skandinavisch. Das kann man nur unterschreiben.

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Veröffentlicht am 06.06.2021

Gut konstruiert und geschrieben

Tod auf Madeira
1

Eine Reisegruppe, die schon seit Jahren gemeinsam nach Madeira fährt, vermeintlich befreundet. Die Frauen schon seit Schulzeiten, die Männer später hinzugekommen. Erstmalig dabei: Die Krimiautorin Laura, ...

Eine Reisegruppe, die schon seit Jahren gemeinsam nach Madeira fährt, vermeintlich befreundet. Die Frauen schon seit Schulzeiten, die Männer später hinzugekommen. Erstmalig dabei: Die Krimiautorin Laura, kurzfristig eingesprungen, weil ein Teilnehmer abgesagt hat und sie daheim gerade eine Menge Stress hat. Sie spürt gleich, dass in dieser Gruppe nichts so harmonisch läuft, wie man es vermutet hätte. Im Gegenteil. Wie sich später zeigt, tun sich hier Abgründe auf. Einer der Teilnehmer stirbt. War es ein Unfall oder ein besonders heimtückischer Mord? Die Polizei geht zunächst reichlich zögerlich an die Sache heran. Was Krimiautorin Laura gehörig gegen den Strich geht. Ziemlich selbstherrlich und selbstgerecht mischt sie sich überall ein. Teilweise wird sie auch zum Übersetzen hinzugezogen. Man irrt ziemlich durch die Ermittlungsansätze. Schließlich kommt es zum Showdown. Eine durch die vielen Wendungen der Motivlage komplexe und spannungsreich erzählte Geschichte, in der allerdings die klischeehaften Vorurteile ein wenig überhand nehmen und in der auch die Protagonisten ein wenig klischeehaft herüberkommen. Lohnt sich dennoch zu lesen. Man lernt einiges über die Geschichte Portugals, die Insel und die Menschen. Die Geschichte selbst ist gut konstruiert und geschrieben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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