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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.03.2026

Nimmt nach und nach Fahrt auf

Untergang - Jensen und Sander ermitteln
1

Es begann ein wenig zäh. Las sich eher wie ein Protokoll, beleuchtet einmal mehr die Estonia-Katastrophe. Nach dem ersten Leseabschnitt überdenkt man, ob man das Weiterlesen dran geben soll. Aber das ist ...

Es begann ein wenig zäh. Las sich eher wie ein Protokoll, beleuchtet einmal mehr die Estonia-Katastrophe. Nach dem ersten Leseabschnitt überdenkt man, ob man das Weiterlesen dran geben soll. Aber das ist keine Option und man würde der Lektüre und dem Autor auch Unrecht tun. Denn die Schreibe an sich ist gut, flüssig, baut durch sehr schnelle Szenenwechsel Spannung und zunehmend Drive auf. Die Fülle der Handlungen und Handlungsstränge stellt eine Herausforderung an das Lesevolk dar. Hier wird eine abenteuerliche Geschichte um den Untergang der Estonia gestrickt, die durchaus glaubhaft verwoben wird, gerade weil sie so unerhört wirkt. Das, was vor 28 Jahren geschah, wurde akribisch vom FSB in Russland dokumentiert und soll später bei Bedarf eingesetzt werden. Würde da nicht ein im Zuge des Russland-Ukraine-Krieges geplantes Attentat schiefgegangen sein und einen damit Beauftragten auf die Abschussliste gesetzt haben. Hinfort sind diese Daten und alle die davon Kenntnis haben, zum Spielball der Geheimdienste geworden und ihres Lebens nicht mehr sicher. Außer dem ersten Abschnitt rasant und wendungsreich geschrieben. Reißt die Leserschaft mit. Der Schluss allerdings nicht nachvollziehbar, fast lieblos.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Sehr emotional

Das Gehöft
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Lara ist auf dem Weg zu einer Hallig, die nur über zwei Gehöfte verfügt. Das eine unbewohnt, heißt es, das andere hat sie gekauft und will dies mit Freund Henry ökologisch bewirtschaften. Jetzt sind sie ...

Lara ist auf dem Weg zu einer Hallig, die nur über zwei Gehöfte verfügt. Das eine unbewohnt, heißt es, das andere hat sie gekauft und will dies mit Freund Henry ökologisch bewirtschaften. Jetzt sind sie erst einmal dahin unterwegs, um die Räume zu renovieren und einzurichten. Im Gefolge befinden sich der autistische Bruder Malte und die beste Freundin Silke mit deren Freund Kenan. Die haben sich kurzerhand angeschlossen – Henry scheint davon nur mäßig begeistert. Die Hallig ist nur mit dem Boot zu erreichen, für die Kommunikation muss erst ein Funkmast aufgebaut werden, ansonsten ist man von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Schon bei der Ankunft gibt es eine Sturmwarnung – diese Sturmwarnung und entsetzliches Wetter ziehen sich durch das ganze Buch durch. Man wird selbst schon beim Lesen ganz durchnässt, vom Winde verweht und schrecklich durchgefroren. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es zu einem fürchterlichen Streit zwischen Henry und Malte, in dem sie aufeinander losgehen. Malte läuft in das Unwetter hinaus und ward nie mehr gesehen, trotz intensivster Suche. Und mit ihm das Boot, mit dem man aufs Festland hätte fahren und Hilfe holen können. Dann fällt auch noch der Funkmast aus. Das belastet die Gruppe enorm, zumal Lara mehrmals einen Unbekannten in der Nachbar-Warft sowie in ihrem Schlafzimmer gesehen haben will, Untereinander misstraut man sich auch reichlich, insbesondere Lara wird von einem stärker werdenden Misstrauen Henry gegenüber geplagt. Nicht nur das Wetter wird immer mehr zur Katastrophe, auch was sich in der Gruppe ereignet. Sehr emotional und spannend geschrieben, sehr eindringlich und anschaulich bis zum dramatischen Schluss.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Anstrengend

Dunkelmann
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Es beginnt mit einem Mord in einem Restaurant. Geht weiter mit einem merkwürdigen Einsatz in der Türkei, bei dem Maja Birk einen Mittelsmann, der von einem Informanten wichtige Informationen erhalten hat, ...

Es beginnt mit einem Mord in einem Restaurant. Geht weiter mit einem merkwürdigen Einsatz in der Türkei, bei dem Maja Birk einen Mittelsmann, der von einem Informanten wichtige Informationen erhalten hat, ausschleusen soll. Das geht gründlich schief. Daheim in Dänemark macht sich inzwischen Kollege Daniel Hartmann Gedanken über eine Delegation aus China, die sich mit wichtigen Politikern aus Dänemark und Grönland treffen will. Einer der chinesischen Teilnehmer scheint unter falscher Identität einreisen zu wollen. Zu welchem Zweck will Daniel unbedingt herausfinden. Dazu braucht er Maja, die sich aber von dem gescheiterten Auftrag in der Türkei von ihren Verletzungen erholen soll. Zu dieser Konstellation kommt, dass beide, Maja wie Daniel, mit den Problemen in ihrer Ehe zu kämpfen haben, denn die Partner sind, so ist dies in Geheimdienstkreisen, komplett aus dem Berufsleben der beiden ausgeschlossen, was naturgemäß zu Spannungen, wenn nicht gar Zerrüttungen führt. Die Geschichte ist schon spannend und auch temporeich erzählt. Es ist nur schwer nachzuvollziehen, welche merkwürdigen Gedankengänge in Geheimdienstkreisen so zum Tragen kommen, mit welcher Kaltschnäuzigkeit die Menschen in diesem Umfeld ausgenutzt und ausgelutscht weggeschmissen werden. So jedenfalls der Eindruck. Auch die Ränkeschmiede im Hintergrund sind nur schwer durchschau- und noch weniger ertragbar. Nun, es ist ein Buch, mithin Fiktion. Allerdings ist glaubhaft, dass es im wirklichen Geheimdienstleben tatsächlich auch so zugeht. Zum Ende hin ist eigentlich nicht ersichtlich, wohin dies alles hatte führen sollen. Nun etwas ist verhindert worden. Das schon. Aber wie der Mord am Anfang und der Einsatz in der Türkei hier hineinpassen, ist nicht ersichtlich.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gute Story mit allerdings nerviger Protagonistin

39 Grad Mord
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Selbstironisch, weinselig und mörderisch gut, behauptet der Klappentext. Nun ja. Die Geschichte um die unter einer Schreibblockade leidenden Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix liest sich gut weg, keine ...

Selbstironisch, weinselig und mörderisch gut, behauptet der Klappentext. Nun ja. Die Geschichte um die unter einer Schreibblockade leidenden Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix liest sich gut weg, keine Frage. Hannah erweist sich als schwieriger Charakter, der auch schon mitten in einem Fernsehinterview ausrastet. Ihr Lektor, dem sie noch ein Buch schuldet, das ist vertraglich geregelt, bietet ihr einen Luxusurlaub in der Villa eines Bekannten auf Sizilien an, damit sie dort das Buch auch endlich schreiben kann. Alles völlig gratis für sie. Sie nimmt an, obwohl sie das Buch gar nicht schreiben will. Dort beginnt sie auch gar nicht erst mit dem Schreiben, sondern mit der Erkundung der gastronomischen Angebote in der Umgebung, vor allem der alkoholischen. Gleich am ersten Tag sitzt sie völlig beschwipst in einem Restaurant, lernt dort ein schwedisches Ehepaar kennen und übernachtet in deren Haus, weil sie, bedröhnt wie sie ist, nicht mehr zur Villa, in der sie wohnt zurückfindet. Von da an beginnt das Malheur, denn nach etlichen weiteren Gläsern Wein in der Villa des Ehepaars, stolpert sie von völlig verkatert am nächsten Morgen über die Leiche der Villabesitzerin in deren Küche – und fasst das Mordwerkzeug an. Damit ist sie zunächst einmal die Hauptverdächtige. Fortan versucht sie, selbst zu ermitteln, um sich vom Mordverdacht zu befreien. Das alles bis zum temporeichen Schluss ist spannend und zügig erzählt und hält die Spannung auch bis zum Ende. Was allerdings echt ätzend ist, ist die Person der Hannah selbst, die selbstgerecht, arrogant, besserwisserisch, halsstarrig und beratungsresistent ist. Anderen gesteht sie gerade mal zwei Gehirnzellen zu, mokiert sich über die Villa, in der sie untergekommen ist, als zu armselig, beschwert ich ständig über Leute, die ihr zu nervig sind, nimmt Hilfe, die sie einfordert, nur äußert genervt entgegen. Ansonsten säuft sie sich durch die Geschichte. Die Frau ist unerträglich und da fragt sich der Leser dann doch, muss die Protagonistin so dermaßen negativ daherkommen?

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Parforceritt

Selbstverschuldet
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Das ist ein rechter Parforceritt. Während Kommissar Gerste im Krankenhaus über seine Hüftoperation informiert wird, wird eine Etage tiefer ein Baby entführt. Kommissar Gerste will eingreifen, wird aber ...

Das ist ein rechter Parforceritt. Während Kommissar Gerste im Krankenhaus über seine Hüftoperation informiert wird, wird eine Etage tiefer ein Baby entführt. Kommissar Gerste will eingreifen, wird aber durch seine lädierte Hüfte ausgebremst. Er ruft die Kollegin Corinna zu Hilfe, und die hätte die Entführerin auch fast gehabt, aber eben nur fast. Kurz darauf wird ein Toter gefunden, bestialisch zugerichtet, ein totes Baby im Arm haltend. Da Gerste im Krankenhaus liegt, wird Corinna Leiterin des Ermittlerteams. Und muss sich erst einmal den Respekt der Kollegen erkämpfen. Dann geht es Schlag auf Schlag, Die Täterseite ist noch nicht fertig und den Ermittlern immer ein Stück weit voraus. Die Geschichte ist intensiv und sehr rasant erzählt. Gerste kommt ein wenig cholerisch, rechthaberisch und teilweise unfair gegenüber den Kollegen daher. Die Motivation auf Täterseite wird ausführlich dargestellt bis zur Eskalation der Situation. Die Leserschaft wird tief in die Geschichte hineingezogen. Es bleibt spannend bis zum Schluss.

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