Cover-Bild Unter dem Strand
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14,00
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  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Detektive
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 526
  • Ersterscheinung: 02.04.2026
  • ISBN: 9783492508971
Turid Müller

Unter dem Strand

Kriminalroman | Ostsee-Krimi in der Lübecker Bucht um einen ungelösten Fall

Cap Arcona - ein Schiff, das Weltgeschichte schrieb. Eine Tragödie am Kriegsende, deren Schatten bis in die Gegenwart reichen. Für alle Leser:innen von Trude Teige und Karen Kliewe

»Wehret den Anfängen haben wir immer gesagt! – Das ist längst durch. Wir sind schon mittendrin.«

Cay, gescheiterte Autorin mit einem Leben voller Brüche, schlägt sich als Journalistin durch. Für einen ihrer Aufträge fährt sie in die Lübecker Bucht: Zum achtzigsten Mal jährt sich der 3. Mai, an dem in den letzten Tagen des Krieges die Cap Arcona sank. Doch bevor Cay recherchieren kann, findet sie am Schauplatz der Katastrophe die Leiche einer jungen Frau, die sich für das Gedenken an diese Tragödie eingesetzt hat.
Während Cay vor ihrer eigenen Vergangenheit flieht, läuft sie den Verantwortlichen von damals in die Arme, die bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen worden sind.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2026

tiefe Betroffenheit ist angesagt

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Von den im Roman aufgedeckten Verbrechen, die noch in den letzten Stunden des Naziregimes an KZ-Häftlingen begangen wurden, habe ich tatsächlich in dem sogenannten Geschichtsunterricht unseres Bildungssystems ...

Von den im Roman aufgedeckten Verbrechen, die noch in den letzten Stunden des Naziregimes an KZ-Häftlingen begangen wurden, habe ich tatsächlich in dem sogenannten Geschichtsunterricht unseres Bildungssystems kein Wörtchen gehört. Ich war auch nach den vielen Jahren, die vergangen sind, tief schockiert. Die teilweise Aufarbeitung durch die Schriftstellerin finde ich mutig und unbedingt notwendig. Wir vergessen gerne, was für Leid in dieser Zeit vielen Menschen angetan wurde. Der Mantel des Vergessens muss öfter gelüftet werden. Erschüttert hat mich auch, wie verblendet die Jugendlichen waren und wie wenig sie die Häftlinge als Menschen betrachteten. Unfassbar! Ich bekomme noch jetzt Gänsehaut. Geschickt hat die Autorin, die Ermittlungen der Reporterin in die Auffindung einer Toten im Gebiet, in dem noch heute Leichen aus der Kriegszeit gefunden werden, eingekleidet. Die Beschreibung der Zustände in dem Lager, in dem Leon inhaftiert ist, habe ich in Filmen und Literatur bereits erfahren. Das war also nicht ganz neu. Allerdings die stilistische Art der Erzählung durch Leon hat etwas besonderes. Sie ist teilweise zynisch, teils zotig und trotzdem gruselig zu lesen. Der Krimi ist nichts für zarte Seelen. Das Thema ist meiner Meinung nach als sehr wichtig einzustufen. In unserer aktuellen Situation, in der ein Rechtsruck immer stärker wird, sollte überlegt werden, ob wir nichts aus dem letzten derartigen Weg, gelernt haben. Ich hoffe, dass es nicht heißt: „Nur die Zeit ist weitergelaufen.“ – Ich hoffe, auch der Verstand hat sich weiter entwickelt!

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Die langen dunklen Schatten der deutschen Schreckensherrschaft

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Der lebendige Erzählstil, die coole, toughe Protagonistin mit Ecken und Kanten und das historisch bedeutende wie auch spannende Thema haben mich sofort gepackt.

Ich liebe es, wenn Fiktion auf wahre Begebenheiten ...

Der lebendige Erzählstil, die coole, toughe Protagonistin mit Ecken und Kanten und das historisch bedeutende wie auch spannende Thema haben mich sofort gepackt.

Ich liebe es, wenn Fiktion auf wahre Begebenheiten trifft, und in „Unter dem Strand“ ist das wirklich gut gemacht. Am 3. Mai 1945 kamen in der Lübecker Bucht Tausende Gefangene des NS‑Regimes ums Leben. Die Ereignisse sind gut dokumentiert, doch einige Details (Verantwortlichkeiten, Absichten) sind bis heute umstritten.

Zum 80. Jahrestag 2025 soll die Journalistin Cay einen entsprechenden Beitrag verfassen, nach einem beruflichen Misserfolg traut sie sich allerdings gar nichts mehr zu. Andererseits ist sie fest entschlossen, das Ruder herumzureißen und mehr zu leisten – sie will auch über das kaum bekannte "Massaker von Neustadt" schreiben. Dann entdeckt sie eine Leiche am Strand und trifft eine moralisch fragwürdige Entscheidung, die weitere Schritte dieser Art nach sich zieht, aber es ist ja für einen guten Zweck – die Wahrheit!

Die Handlung entfaltet sich aus mehreren Blickwinkeln auf mehreren Zeitebenen: Man lernt Heinrich, Rita (die ein Doppelleben führte), Oscar sowie Leon kennen und erfährt, was sie in den 1940er Jahren erlebten. Im April 2025 erzählt Cay von ihren Motiven, Recherchen und Erfahrungen.

„Unter dem Strand“ ist ein vielschichtiger, fesselnder Krimi! Der ausdrucksstarke, gewitzte Erzählstil voller greifbarer Eindrücke, die interessanten Figuren und die ereignisreiche, tiefschürfende Handlung machen dieses Buch zu einem großartigen Leseerlebnis!

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Lesenswert

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Zum Inhalt :
Cay fährt für einen Auftrag zur Lübecker Buch, dort jährt sich zum achtzigsten Mal das Sinken der Cap Arcona in den letzten Kriegstagen. Bei ihren Recherchen findet sie am Schauplatz der Katastrophe ...

Zum Inhalt :
Cay fährt für einen Auftrag zur Lübecker Buch, dort jährt sich zum achtzigsten Mal das Sinken der Cap Arcona in den letzten Kriegstagen. Bei ihren Recherchen findet sie am Schauplatz der Katastrophe die Leiche einer Frau, die sich für das Gedenken daran stark gemacht hat. Und bei weiteren Recherchen begegnet sie auch den damals Verantwortlichen.
Meine Meinung:
Das Buch wechselt zwischen den Perspektiven von Cay in der Gegenwart und Leon zu Kriegszeiten, dabei haben mich die Eindrücke und Berichte von Leon deutlich mehr interessiert, denn sie bieten einen Einblick, wie es den Gefangenen in den Lagern ging und wozu sie bereit waren, um eine wenigstens leichte Verbesserung der Umstände zu erreichen. Diese Teile haben mir wirklich gut gefallen. Die Abschnitte mit Cay passten natürlich zur Gesamtgeschichte, haben mich aber nicht so sehr gefesselt. Insgesamt betrachtet fand ich das Buch durchaus lesenswert und den Schreibstil angenehm.
Fazit:
Lesenswert

Veröffentlicht am 18.04.2026

Gegen das Vergessen

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Die gescheiterte Autorin Cay hält sich jetzt als Journalistin mit Artikeln für das Süseler Tageblatt mühsam über Wasser. Jetzt reist sie in die Lübecker Bucht wo sich der 80 Jahrestag des Untergangs der ...

Die gescheiterte Autorin Cay hält sich jetzt als Journalistin mit Artikeln für das Süseler Tageblatt mühsam über Wasser. Jetzt reist sie in die Lübecker Bucht wo sich der 80 Jahrestag des Untergangs der Cap Arcona jährt. Als sie dort auf eine Leiche stößt die dort nicht schon seit 80 Jahren liegt, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln.
In einem 2. Erzählstrang geht es um den Juden Leon der 1945 im KZ Neuengamme ist und kurz vor Kriegsende auf ein Schiff kommt.

Die Person Cay ist schwer zu greifen, einerseits wirkt sie schwach durch private Schicksalsschläge auf der anderen Seite auch stark mit ihren Handlungen. Die Erlebnisse von Leon im KZ sind stellenweise sehr grausam. In diesem Buch wird die Gegenwart mit den Erlebnissen der Vergangenheit verwebt.

Das Buch hat jedoch viele Längen und die Autorin verliert sich oft in zu viele Nebensächlichkeiten. Der Schreibstil macht es nicht leicht dieses Buch zu greifen und ich habe mir sehr schwer getan.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Beklemmend

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Turid Müller verknüpft in ihrem Roman zwei unterschiedliche Erzählstränge miteinander. Der erste spielt im Jahr 2025 und begleitet Cay, eine Journalistin, die für ein kleines Provinzblatt arbeitet. Sie ...

Turid Müller verknüpft in ihrem Roman zwei unterschiedliche Erzählstränge miteinander. Der erste spielt im Jahr 2025 und begleitet Cay, eine Journalistin, die für ein kleines Provinzblatt arbeitet. Sie erhält den Auftrag, über die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Cap-Arcona-Katastrophe zu berichten. Noch bevor die Veranstaltung stattfindet, besucht sie den Schauplatz der Tragödie. Dabei entdeckt sie am Strand die Leiche einer Frau, fotografiert diese, informiert anonym die Polizei und verlässt anschließend den Ort. Kurz darauf hat sie das Gefühl, verfolgt zu werden.

Der zweite Erzählstrang führt ins Jahr 1945. Hier steht Leon im Mittelpunkt, ein Häftling in einem Konzentrationslager. Als Ich-Erzähler schildert er eindringlich die unmenschlichen Zustände und das Leid der Gefangenen, wodurch seine Perspektive besonders unmittelbar und eindrucksvoll wirkt.

Die beiden Zeitebenen wechseln sich kapitelweise ab und sind jeweils durch die Namen der Hauptfiguren sowie durch Zeitangaben gekennzeichnet. Während Leons Geschichte durch die Ich-Perspektive eine große Nähe erzeugt, wird Cays Handlung aus einer eher distanzierten Erzählerperspektive geschildert.

Die Verbindung dieser beiden sehr unterschiedlichen Erzählstränge erscheint zunächst problematisch. Im Nachwort erklärt die Autorin jedoch, dass sie bewusst eine moderne Krimihandlung mit der historischen Thematik verknüpft hat, um mehr Leserinnen und Leser zu erreichen. Ihr Anliegen ist es, die Erinnerung an die Ereignisse in den Konzentrationslagern und deren Aufarbeitung wachzuhalten.

Allerdings wirkt der Erzählstrang um Cay stellenweise etwas langatmig, wodurch die Spannung nachlässt. Im Gegensatz dazu erscheint Leons Geschichte umso eindringlicher und fesselnder, was letztlich den stärkeren Teil des Romans ausmacht.

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