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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.08.2019

Kastanien

Der Kastanienmann
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Dieser erste Fall für Naja Thulin und den Europol Polizisten Mark Hess hat es echt in sich.. Superspannend schon in dem gruseligen Prolog

Vor einem Jahr verschwindet die Tochter der dänischen Sozialministerin ...

Dieser erste Fall für Naja Thulin und den Europol Polizisten Mark Hess hat es echt in sich.. Superspannend schon in dem gruseligen Prolog

Vor einem Jahr verschwindet die Tochter der dänischen Sozialministerin spurlos und die Familie droht zu zerbrechen. Der Vater wird zum Alkoholiker, die Mutter tritt nach fast einem Jahr ihren Posten im Ministerium wieder an.

Im Kommissariat versucht Naja Thulin ihrem bislang langweiligen Job bei der Kriminalpolizei durch einen Wechsel in die IT Abteilung zu entkommen. An diesem Tag fängt Mark Hess, ein gefallener Europol Polizist wieder in der Abteilung. Nur widerwillig machen sich die beiden auf den Weg als bei einem Spielplatz eine Leiche gefunden wird.

Später gibt es noch mehr Tote. Am Tatort zurück bleibt ein kleines Kastanienmännchen das den Fingerabdruck der verschwundenen Tochter der Ministerin trägt. Die Spur führt die Ermittler zu anononymen Hinweisen an das Jugendamt wo gegen die ermordeten Frauen ermittelt wurde wegen Vernachlässigung ihrer Kinder.

Am Ende führen alle Wege zur Sozialministerin und ihrer Vergangenheit in einem packenden Finale.

Trotz der 600 Seiten ist das Buch zu keiner Zeit langweilig. Der Schreibstil ist rasant, spannend von Anfang bis Ende. Die Personen werden gut dargestellt, eine gute Mischung aus privaten Umfeld und Ermittlungsarbeit.
Da das Buch aus der Feder eines Drehbuchautors stammt, kann man sich eine Verfilmung auch ganz gut vorstellen. Ich hoffe in nächster Zeit mehr von diesem Autor zu lesen.

Veröffentlicht am 25.08.2019

Leben in der Wildnis Schottlands

Sal
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Sal hat mit ihren 13 Jahren eine Menge erleben müssen. Die Mutter alkoholsüchtig mit wechselnden Freunden die Sal seit ihrem 10 Lebensjahr missbrauchen. Die Mutter kümmert sich nicht um die Mädchen und ...

Sal hat mit ihren 13 Jahren eine Menge erleben müssen. Die Mutter alkoholsüchtig mit wechselnden Freunden die Sal seit ihrem 10 Lebensjahr missbrauchen. Die Mutter kümmert sich nicht um die Mädchen und so muss Sal für ihre jüngere Schwester sorgen.

Über YouTube Videos hat sie viel gelernt über das Überleben in der Wildnis und eines Tages brechen die beiden Mädchen auf nachdem ihnen eingeredet wurde in getrennte Kinderheime oder Pflegefamilien zu geraten falls das Jugendamt sich einschaltet.

Aus Sicht der 13-jährigen Sal erfährt man in Rückblicken die ganze familiäre Tragödie und das Leben in freier Natur. Als die jüngere Schwester krank wird finden sie Hilfe bei einer älteren Deutschen die seit Jahren im Wald lebt.

Der Schreibstil aus der Sicht von Sal ist teils kindlich, teils abgeklärt. Der Mittelteil hat einige Längen wenn sich alles wiederholt. Auch die Begegnung mit Ingrid, der Deutschen und ihrer Erzählung aus der Kindheit und Jugend in der DDR ist sehr interessant, für das Buch aber irrelevant. Teilweise hat man den Eindruck ein Handbuch über Survival Tricks zu lesen bzw. eine Werbebroschüre für Outdoor Bekleidung.

Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt 2 Mädchen inmitten unberührter Natur passend zu dem Buch.

Veröffentlicht am 25.08.2019

skurril

Harz
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Die kleine Liv ist 6 Jahre als sie in der Brandung vor einer abgelegenen Insel Dänemarks ertrinkt. Das erzählt zumindest der Vater den Behörden denn er möchte alles was ihm lieb ist bei sich behalten. ...

Die kleine Liv ist 6 Jahre als sie in der Brandung vor einer abgelegenen Insel Dänemarks ertrinkt. Das erzählt zumindest der Vater den Behörden denn er möchte alles was ihm lieb ist bei sich behalten. Dafür musste seine Mutter sterben als sie Liv mit auf das Festland nehmen wollte damit sie zur Schule gehen kann.

Es ist eine zutiefst skurrile Welt die in diesem Buch geschildert wird und die für Liv völlig normal ist. Der Vater sammelt alles was ihm in die Finger fällt. Nach und nach wird das Haus und der Hof mit Sachen vollgestellt die ihm bei nächtlichen Diebestouren in die Hände fallen. Für Liv ist das vollkommen normal, ebenso das sie später alleine auf nächtliche Touren geht und Lebensmittel und alle möglichen Sachen in anderen Häusern ‚findet‘. Sie ist auch nicht alleine, ihr Zwillingsbruder ist ja bei ihr. Das dieser als Säugling bei einem Unglück starb tut nichts zur Sache. Die Mutter hat sich selbst aufgegeben, wird fettleibig und kann das Zimmer schon längst nicht mehr verlassen.

Erzählt in Ich Form aus Sicht der kleinen Liv muss man beim Lesen oft schmunzeln während man gleichzeitig eine Gänsehaut bekommt bei der Vorstellung des Geschilderten.

Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen aber als interessanten Roman. Bei Gelegenheit werde ich mir das andere Buch der Autorin besorgen.

Veröffentlicht am 25.08.2019

großes Südstaatenepos

Verratenes Land
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Als Marshall McEwan nach Jahren zurück in seine Heimatstadt Bienville in Mississippi zurückkehrt um seine Mutter bei der Pflege des kranken Vaters zu unterstützen muss er erkennen das das Wohl der Stadt ...

Als Marshall McEwan nach Jahren zurück in seine Heimatstadt Bienville in Mississippi zurückkehrt um seine Mutter bei der Pflege des kranken Vaters zu unterstützen muss er erkennen das das Wohl der Stadt nach wie vor von einem zweifelhaften Zusammenschluss aus Reichen und Mächtigen, dem 'Bienville Pokerclub' abhängt.

Das wird deutlich als sein Ziehvater tot aus dem Fluss gezogen wird. Buck Ferris hatte auf dem Gelände auf dem in Kürze eine Papierfabrik entstehen soll Grabungen vorgenommen weil es dort Spuren früh-indigener Kulturen gegeben hat. Mit dem Fund von Knochen hätte das den Bau stoppen können und das sollte auf alle Fälle vermieden werden.

Es ist kein einfaches und schnell zu lesendes Buch. Auf 830 Seiten breitet Greg Iles die Geschichte einer tragischen Kindheit, einer verbotenen Liebe und das aktuelle politische Geschehen in Amerika aus.

Der Schreibstil ist fesselnd allerdings manchmal etwas zu ausführlich. Da hätten es einige 100 Seiten weniger auch getan. Durch diese vielen Längen bleibt für mich die Spannung etwas auf der Strecke.

Veröffentlicht am 04.08.2019

Marschmädchen

Der Gesang der Flusskrebse
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Kya ist gerade 6 Jahre als ihre Mutter sie ohne ein Wort des Abschieds verläßt. Mit einem Koffer in der Hand in ihren besten Schuhen verläßt sie die Hütte in der Marsch Landschaft vor der Küste North Carolinas. ...

Kya ist gerade 6 Jahre als ihre Mutter sie ohne ein Wort des Abschieds verläßt. Mit einem Koffer in der Hand in ihren besten Schuhen verläßt sie die Hütte in der Marsch Landschaft vor der Küste North Carolinas. Nach und nach verschwinden auch die älteren Geschwister, als letzter ihr Bruder Jodie. Kya bleibt alleine mit dem trinkenden und prügelnden Vater in der armseligen Hütte zurück bis dieser sie nach einer kurzen Phase der Annäherung ebenso verläßt.

Alleine in der Marsch schafft sie es zu überleben und sogar etwas Geld zu verdienen. Freunde findet sie in dem Tankstellenbesitzer Jumpin und seiner Frau Mabel die sie etwas unterstützen. Sie vertraut keinem anderen mehr und es dauert lange bis sie sich mit dem Jungen Tate anfreundet der ihr von Kind an vertraut ist. Sie hat in ihrem ganzen Leben nur einen Tag die Schule besucht doch Tate schafft es ihr Lesen und schreiben beizubringen. Ihr Lehrmeister ist die Natur, die Federn der Seevögel, die Muscheln am Strand und die vielen Lebewesen in der Marsch.

So verbringt sie ihr Leben in Ruhe und Abgeschiedenheit wenn da nicht ein anderer junger Mann ist der die Schöne aus der Marsch verführen möchte. Er verbringt einige Tage in der Stadt mit ihr und redet von Hochzeit bis sie aus der Zeitung von der Verlobung mit einer anderen Frau aus dem Dorf liest. Einest Tages wird Chase tot aufgefunden und Kya gerät in Verdacht ihn ermordet zu haben.

Ein wunderschöner Roman in dem man die Natur spüren kann und das einem gefangen nimmt. Der Schreibstil ist einfühlsam und unaufgeregt.