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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2020

Vergangenheitsbewältigung

Ada
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Ada wurde 1945 in Deutschland geboren. Schon kurz nach der Geburt ging sie mit ihrer jüdischen Mutter nach Buenos Aires. Erst mit 9 Jahren kehrt sie nach Deutschland zurück und muss erst mit der ungewohnten ...

Ada wurde 1945 in Deutschland geboren. Schon kurz nach der Geburt ging sie mit ihrer jüdischen Mutter nach Buenos Aires. Erst mit 9 Jahren kehrt sie nach Deutschland zurück und muss erst mit der ungewohnten Umgebung klar kommen. Sie fühlt sich nirgends richtig zugehörig, auf ihre vielen Fragen erhält sie keine Antwort. Auch das Zusammenleben mit ihrem Vater ist nicht leicht. Im gewissen Sinne ist 'Der Apfelbaum' der erste Teil dieser Familiengeschichte aber auch ohne dieses Buch zu kennen kommt man mit dem Buch mit.

Ada erzählt im Rahmen einer Psychotherapie viel aus den 1968 Jahren zwischen Wirtschaftswunder und Mauerbau, ihren Zwiespalt der Frage ihrer Wurzeln und ihrer Identität. Sie ist katholisch aufgewachsen mit einer jüdischen Mutter die ihre Vergangenheit verschweigt.

Der Schreibstil ist nicht einfach und doch mit einem guten Erzählfluss. Die vielen Zeitsprünge machen es einem aber manchmal nicht richtig leicht. Das Ende ist leider sehr abrupt und einige Fragen bleiben offen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.11.2020

Ein Licht in dunklen Zeiten

Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete
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1936 Stefania ist 12 als sie mit ihrer Mutter in die nächstgelegene Stadt fährt. Ihre älteren Schwestern leben dort und sie hat eine Arbeit bei der jüdischen Familie Diamant. Nur wenige Jahre später fallen ...

1936 Stefania ist 12 als sie mit ihrer Mutter in die nächstgelegene Stadt fährt. Ihre älteren Schwestern leben dort und sie hat eine Arbeit bei der jüdischen Familie Diamant. Nur wenige Jahre später fallen die ersten Bomben. Der 2. Weltkrieg hat begonnen, die Juden werden in ein Ghetto gesperrt und nach und nach mit Zügen abgeholt. Darunter Izio, ein Sohn der jüdischen Familie bei der Stefania ein neues Zuhause gefunden hat. Stefania bleibt alleine zurück auch ihre Mutter und die anderen Geschwister leben nicht mehr auf dem Hof der Familie nur Helena die jüngste Schwester für die Stefania ab sofort die Mutterrolle übernimmt.

Eines Tages taucht Max, der Bruder von Izio vor ihrer Tür auf und blieb. Nach und nach nimmt Stefania 13 Juden auf dem Dachboden auf und rettet sie vor dem Tod. Auch als in der Nachbarschaft ein Militärkrankenhaus eröffnet wird und 2 deutsche Krankenschwestern bei ihr einquartiert werden schafft sie es sich, ihre Schwester und 13 Juden am Leben zu halten.

Der Schreibstil ist lebendig und man kann förmlich das Grauen der kalten Winter und die ständige Angst vor der Gestapo spüren. 'Das richtige Leben ist kein Roman' (Seite 468). Es scheint unglaublich was ein junges Mädchen in der damaligen Zeit erleiden muss denn sonst hätte ich manche Teile für überzogen gehalten.
Den Preis den sie für ihre Taten erhalten hat verdient sie zurecht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.11.2020

emotional schön

Marigolds Töchter
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Marigold kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Familie und den kleinen Dorfladen mit Poststelle. In ihrem Haus wird es noch etwas enger als die älteste Tochter wieder in das Elternhaus zurückkehrt in das ...

Marigold kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Familie und den kleinen Dorfladen mit Poststelle. In ihrem Haus wird es noch etwas enger als die älteste Tochter wieder in das Elternhaus zurückkehrt in das sie vorher schon ihre Mutter aufgenommen hat.

Schon bald bemerkt sie dass sie immer mehr vergisst und ein kleines Notizbuch wird ihr ständiger Begleiter in dem sie alles aufschreibt. Auch die Familie merkt bald das etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.

Der einfühlsame ruhige und lebendige Schreibstil macht das Buch sehr lesenswert und läßt einem fast den Schrecken einer Demenz Diagnose vergessen. Auch humorvolle Gegebenheiten lockern die eigentlich traurige Geschichte immer wieder auf.

Was am Ende zählt ist, dass die Familie zusammenhält und Marigold hilft ihr Leben so zu leben wie sie ist.

Das Cover ist sehr schön gestaltet und erinnert an Rosamunde Pilcher Filme

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2020

Odenwaldkrimi

Lügenpfad
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Vor etwa 20 Jahren haben die Amerikaner beim Rückzug ein Munitionslager im Odenwald hinterlassen. Als Frank Liebknecht zum Geburtstag eines Kollegen eine besondere Überraschung plant, stößt er auf diese ...

Vor etwa 20 Jahren haben die Amerikaner beim Rückzug ein Munitionslager im Odenwald hinterlassen. Als Frank Liebknecht zum Geburtstag eines Kollegen eine besondere Überraschung plant, stößt er auf diese Dokumente und sticht in ein Wespennest.

Dieser 5. Teil der Odenwald Regionalkrimis um Frank Liebknecht ist irgendwie anders und hat mich sehr verwirrt.

In Rückblicken wird die Geschichte einer Gruppe der RAF erzählt und die Gegenwart wo Markus entführt wird und jede Minute zählt um ihn zu finden.

Die Szenen im Wirtshaus in Vielbrunn sind irgendwie am autentischsten. Mit hessischem Dialekt begibt sich die Stammtisch Manschaft auf die Suche.

Der Krimi hat etliche Längen und viele Perspektiv Wechsel das läß keine richtige Spannung aufkommen.

Auch die Auflösung läßt noch viele Fragen offen.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 14.10.2020

Schönes Buch

Super reich
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Rupert Brown lebt mit seinen zahlreichen Geschwistern am Rande der Stadt in ärmsten Verhältnissen. Er hat keinen Mantel und keine Winterschuhe, zu Essen gibt es dünnen Haferschleim mit Essensresten aus ...

Rupert Brown lebt mit seinen zahlreichen Geschwistern am Rande der Stadt in ärmsten Verhältnissen. Er hat keinen Mantel und keine Winterschuhe, zu Essen gibt es dünnen Haferschleim mit Essensresten aus dem Müll den der arbeitslose Vater beschafft. Die Mutter arbeitet als Putzfrau im örtlichen Stahlwerk. Doch Rupert möchte später seiner Familie etwas zurückgeben und geht gerne zur Schule. An einem kalten Wintertag ist er alleine unterwegs und kommt am Haus der Familie Rivers, der reichsten Familie des Ortes vorbei wo er durch einen Unfall im Garten landet. Turgid, ein Mitschüler nimmt ihn mit ins Haus. Es ist Weihnachten und so verbringt Rupert einen beeindruckenden Weihnachtstag mit der super reichen Familie. Es gibt Essen im Überfluss und Geschenke. Bei gemeinsamen Spielen gewinnt Rupert eine Menge nützlicher Sachen die er behalten darf. Doch beim alles entscheidenden letzten Spiel verliert er alles und kehrt mit leeren Händen nach Hause zurück.

Die Familie Rivers versucht in den nächsten Monaten Rupert ein wenig aufzuheitern und nimmt ihn mit auf abenteuerliche Reisen. Von der Reise in einer Zeitmaschine bis zu einem Bankraub.

Was wie ein beschauliches Weihnachtsmärchen begann wird dann sehr abenteuerlich. Der Schreibstil ist für die Altersgruppe geeignet und das Buch lässt sich flüssig lesen. Auch humorvolle Abschnitte sind enthalten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere