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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2020

Wer ist mein Bruder?

Der Empfänger
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Zwei Brüder, die sich nach langer Zeit wieder begegnen. Der eine, Josef, hat sich und seiner Familie in der Nachkriegszeit in Deutschland eine bescheidene Existenz aufgebaut. Er ist so ein wenig der Typ ...

Zwei Brüder, die sich nach langer Zeit wieder begegnen. Der eine, Josef, hat sich und seiner Familie in der Nachkriegszeit in Deutschland eine bescheidene Existenz aufgebaut. Er ist so ein wenig der Typ "Pascha". Seine Frau, das Heimchen am Herd", hat den Haushalt voll im Griff. Die beiden Kinder wissen sich in Gegenwart des Vaters so zu benehmen, dass sie nicht auffallen. Der andere Bruder, Carl, hat die Nachkriegszeit in den USA verbracht. Er war der "Onkel aus Amerika". Regelmäßig schickte er der Familie Päckchen mit dem üblichen "Kehrpaketinhalt" (im Text wird erwähnt: Man konnte die Versendung dieser Pakete einfach in Auftrag geben. Selbst kümmern war nicht erforderlich. Nur bezahlen musste der Onkel Carl). Was dann eigentlich mit Carl geschehen ist, habe ich noch nicht so richtig herausbekommen. Jedenfalls wurde er zurück nach Deutschland geschickt und liegt nun der Familie seines Bruders auf der Tasche. Ich bin total neugierig, wie sich das Verhältnis von Carl und Josef weiter gestaltet. Frau Lenze versteht es, zwischenmenschliche Beziehungen langsam aufzubauen und realistisch darzustellen - gefällt mir echt gut.

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Veröffentlicht am 07.01.2020

So viele tote Mädchen

Das Böse im Herzen
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Diesmal ermitteln Kriminalistinnen nach einem Fund von zwei bereits weitestgehend verwesten Leichen. Die beiden Frauen sind gut aufeinander eingespielt. Doch in dem alten Haus, indem durch Zufall die beiden ...

Diesmal ermitteln Kriminalistinnen nach einem Fund von zwei bereits weitestgehend verwesten Leichen. Die beiden Frauen sind gut aufeinander eingespielt. Doch in dem alten Haus, indem durch Zufall die beiden Toten gefunden wurden, tauchen immer mehr Leichen auf. Alle Toten waren junge Mädchen. Alles läuft wie am Schnürchen - eben Alltag für routinierte Kriminalbeamte. Nun treffen auch die Kollegen der forensischen Anthropologie, unter Leitung von Dr. Garnet DeWinter ein. Sie ist neu im Team und das Bild einer attraktiven Frau. Für die ermittelnden Kolleginnen und Kollegen ist dieses Erscheinungsbild sowie ihr Auftreten erst noch gewöhnungsbedürftig. In einem Punkt sind sich alle Anwesenden jedoch einig: Was hier geschehen ist, kann nur als abartig bezeichnet werden. Es bedarf aller nur möglichen Anstrengungen, um die Mordfälle aufzuklären. Wenn auch nicht auf dem höchsten Spannungslevel so liest sich die Leseprobe absolut gut.

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Veröffentlicht am 01.01.2020

Mediziner im Mittelalter

Das Erbe der Kräuterfrau
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Kräuterfrauen sind in der Zeit, in der dieser Roman spielt, die Mediziner ihrer Zeit. Noch nicht ganz klar ist, ob Myntha, die Tochter eines Gasthausbesitzers, eine solche Kräuterfrau ist. Auf jeden Fall ...

Kräuterfrauen sind in der Zeit, in der dieser Roman spielt, die Mediziner ihrer Zeit. Noch nicht ganz klar ist, ob Myntha, die Tochter eines Gasthausbesitzers, eine solche Kräuterfrau ist. Auf jeden Fall ist sie eine junge Frau, die sich selbstlos um ihre Mitmenschen bemüht. Ich habe allerdings auch den Eindruck, dass in ihrer Zeit die Grenzen zwischen Adel und einfachen Menschen keineswegs so starr sind, wie es in späteren Zeiten des Mittelalters ist. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind noch enger und flexibler. Was Myntha nun hoffentlich auch für sich selbst tun wird, muss der Roman noch zeigen. Jedenfalls liegt ein gut lesbarer, interessanter und lehrreicher Lesestoff vor, den ich nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 29.12.2019

Schicksale

Das Geheimnis von Westbury Hall
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Wie viele Geschichten über Menschen, die den 2. Weltkrieg direkt mit erlebt haben, mag es wohl noch geben. Ich denke unendlich viele Schicksale sind da noch ungeklärt. Kaum einer von den damals Betroffenen ...

Wie viele Geschichten über Menschen, die den 2. Weltkrieg direkt mit erlebt haben, mag es wohl noch geben. Ich denke unendlich viele Schicksale sind da noch ungeklärt. Kaum einer von den damals Betroffenen lebt noch. Und wenn doch, sind diese Menschen schon so alt, dass eine ungetrübte Erinnerung oft nicht mehr vorhanden ist. Umso schöner ist die Informationsübermittlung in diesem Roman durch einen alten selbst gedrehten Filmstreifen gelöst. Eine wunderschöne, alte Villa in Italien, die scheinbar keinen Eigentümer hat, steht neben der Protagonistin Brionys im Mittelpunkt. Hier haben englische Soldaten während des Krieges eine Weile gelebt. Was damals abgelaufen ist, wird Brionys sicherlich herausfinden. Ihr Interesse ist besonders groß, da auf dem Filmchen höchstwahrscheinlich ihr Großvater zu sehen ist. Sehr interessant und mitfühlend geschrieben, zwingt der Inhalt dem Leser geradezu das Gefühl auf, mehr über die jungen Männer von damals erfahren zu müssen . Der Krieg hat ihnen auf jeden Fall die Jugend, wenn nicht sogar das Leben genommen. Eine Generation, die unseren jungen Leuten und Kindern die Augen öffnen könnte, wie gut und behütet unser Leben heute ist.
Ich finde, "Das Geheimnis von Westbury Hall" ist ein wunderschöner, zum Denken anregender Roman, der seinen Leserkreis auf jeden Fall finden wird.

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Veröffentlicht am 26.12.2019

Der Krimi läuft langsam an

Doggerland. Tiefer Fall
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Kriminalinspektorin Karen Eiken Hornby ist seit geraumer Zeit krank. Einerseits muss sie sich noch erholen, andererseits fehlt ihr die Arbeit. Die Gedanken werden abgelenkt und Karen kommt sich nicht mehr ...

Kriminalinspektorin Karen Eiken Hornby ist seit geraumer Zeit krank. Einerseits muss sie sich noch erholen, andererseits fehlt ihr die Arbeit. Die Gedanken werden abgelenkt und Karen kommt sich nicht mehr unnütz vor. Irgendwie sind diese Gefühle gerade in der Weihnachtszeit besonders intensiv. Obwohl das Fest bei ihr in Familie abläuft, ist sie nervös, irgendwo unzufrieden und kann dummerweise nicht festmachen, wie sie das alles abstellen soll. So kommt der Anruf von ihrem Chef gar nicht ungelegen. Karen soll in einem Mordfall auf Noorö ermitteln. Nach einigem Überlegen verspricht sie, den Fall zu übernehmen obwohl die Weihnachtsfeiertage und -feierlichkeiten noch in vollem Gange sind.
Besonders gut hat mir gefallen, wie Maria Adolfsson die Person Karen Eigen Hornby beschreibt. Sie charakterisiert eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht, Verantwortung übernimmt, Probleme lösen kann und trotzdem auch Mensch ist. Ich bin gespannt wie dieser "Weihnachtsmord" gelöst werden wird.

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