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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2022

Erschreckendes Szenario

Liquid
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Eine abenteuerliche Geschichte, in der es vordergründig um die Abschaffung des Bargeldes geht - ein Thema, das nicht neu ist - in Wirklichkeit aber um die völlige Kontrolle aller Menschen mittels liquidem ...

Eine abenteuerliche Geschichte, in der es vordergründig um die Abschaffung des Bargeldes geht - ein Thema, das nicht neu ist - in Wirklichkeit aber um die völlige Kontrolle aller Menschen mittels liquidem Chip, der die Kommunikation über deren Willen und Wollen hinweg übernimmt und ihm in Folge die Selbstbestimmung raubt. Dieser „Chip“ wird einfach via Impfung verabreicht und dafür, dass sich alle impfen lassen, dazu gibt es ganz konkrete Umsetzungspläne. Was erst einmal wie Utopie klingt, das Buch „spielt“ 2029, stellt sich bald als gar nicht so unwahrscheinlich heraus. Das Szenario wirkt plötzlich erschreckend realitätsnah und ruft Beklommenheit hervor. Die Geschichte ist flott und spannend erzählt. Die Sprache fast bildhaft schön. Man kann sich in einzelnen Kapiteln förmlich verlieren. Aber: Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist bedenklich, gerade wo es um Diskussionen wie Impfpflicht geht und die Verschwörungstheorien der Impfgegner Hochkonjunktur haben. Und mit Unbehagen fragt man sich: Was wurde uns da eigentlich verimpft? Gegen Corona hilft es ja augenscheinlich nicht. Auf die eingestreute Liebesgeschichte hätte man verzichten können, weil viel zu aufgesetzt.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Witzig

Mord und Wischmopp (Mord und Wischmopp 1)
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Ein eher grausamer Mord, in den die Reinigungskraft Pamela da stolpert. Und in dessen Ermittlungen sie zusammen mit Freundin und Geschäftspartnerin Ahsen und Kumpel Totti fröhlich weiter herumstolpert, ...

Ein eher grausamer Mord, in den die Reinigungskraft Pamela da stolpert. Und in dessen Ermittlungen sie zusammen mit Freundin und Geschäftspartnerin Ahsen und Kumpel Totti fröhlich weiter herumstolpert, überall ihre Nase hineinsteckt, hier lauscht, da beschattet, hier Theorien aufstellt und Verdächtige „sammelt“, dort sogar der Lockvogel gibt. Alles so in der Realität eher unwahrscheinlich. Aber dichterische Freiheit sei erlaubt. Wichtig für die Leserschaft ist: Das Buch ist kurzweilig und flott geschrieben und liest sich einfach von der ersten bis zur letzten Seite in einem Rutsch durch.

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Veröffentlicht am 04.04.2022

Spannung mit makabren Zutaten

Düsteres Watt
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Ein Überwachungs- und Kontrollfreak, der offenbar ein Tötungsdelikt plant, der nur am Anfang und ganz zum Schluss auftaucht. Ein Toter in den Dünen, ertrunken, eine Tote im Watt, verdurstet. Makabre Zutaten ...

Ein Überwachungs- und Kontrollfreak, der offenbar ein Tötungsdelikt plant, der nur am Anfang und ganz zum Schluss auftaucht. Ein Toter in den Dünen, ertrunken, eine Tote im Watt, verdurstet. Makabre Zutaten in diesem Krimi, in dem die Ermittler zunächst gar nicht vorankommen und dann fast zu viele Verdächtige haben. Noch dazu muss sich die Kommissarin Liv Lammers in ihrem Urlaub nicht nur mit diesem Fall beschäftigen, sondern wird auch mit der Frage konfrontiert, ob ihr verhasster Vater mit diesen Ereignissen zu tun hat. In der Tat sind diese Vorkommnisse rätselhaft und düster. Dabei schwungvoll erzählt, die Hauptdarsteller ausführlich vorgestellt. Man entwickelt sogleich Empathien und Antipathien. Es bleibt bis zum Schluss, der leider ein bisschen zu offen bleibt, spannend. Auch die Beschreibungen der Insel sind sehr gelungen. Lassen Urlaubsfeeling aufkommen. Und schwupps hat man gleich das ganze Buch auf einen Rutsch durchgelesen.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Treibt die Spannung bis zum Schluss

Nordwestnacht
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Im Verlauf dieses Buches sagt ein Mitglied des Filmteams, das in St. Peter Ording die nächsten Folgen einer Krimiserie dreht, dass ein Küstenkrimi auch immer vom Lokalkolorit lebt. Recht hat er und umgesetzt ...

Im Verlauf dieses Buches sagt ein Mitglied des Filmteams, das in St. Peter Ording die nächsten Folgen einer Krimiserie dreht, dass ein Küstenkrimi auch immer vom Lokalkolorit lebt. Recht hat er und umgesetzt wurde dies in diesem Krimi auch trefflich. In diesem unübersichtlichen Fall um einen Ertrunkenen, der angekettet an den Stelzen eines Pfahlbaus gefunden wird, wird die eigentlich wegweisende Spur fatalerweise übersehen. Übrigens sollte man beim Benutzen von Kabelbindern nicht von angekettet schreiben. Das nur nebenbei. Dass auch eine Schauspielerin, die angeblich von einem Stalker verfolgt wird, verschwindet, wird zunächst nicht wirklich ernst genommen. Erschwert werden die Ermittlungen durch den Tunnelblick des verliebten Polizeiobermeisters und das arrogante Auftreten des zuständigen Mordermittlers vom MK Flensburg. Man sortiert akribisch Verdächtige aus, bekommt aber auch beständig neue herein, den der Fall entwickelt sich ganz anders, als erwartet. Das Buch treibt die Spannung bis zum Schluss voran, vergisst dabei nicht auf die Charaktere und Hintergründe der Ermittler einzugehen und eben auch nicht auf das Umfeld, in dem diese Geschichte sich abspielt. Man bedauert, dass man die Vorbände (noch nicht) gelesen hat und freut sich auf die nächsten.

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Veröffentlicht am 25.03.2022

Gut konstruierter Fall

Einstand
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Er mag ja häufig sehr aufbrausend und seinen Mitarbeitern gegenüber oft unwirsch sein. Die Figur des Felix Brunner gefällt dennoch. Akribisch geht er an die Auflösung des Mordes an einem Immobilienmakler, ...

Er mag ja häufig sehr aufbrausend und seinen Mitarbeitern gegenüber oft unwirsch sein. Die Figur des Felix Brunner gefällt dennoch. Akribisch geht er an die Auflösung des Mordes an einem Immobilienmakler, dem wohl so Einige nicht viel Freundliches gewünscht haben. Die Täterlage bleibt aber lange unklar und dann scheint alles ganz plötzlich aufgelöst zu sein. Wenn da nicht das Bauchgefühl wäre, dem Brunner aber zunächst nicht wirklich nachgeht. Was sich als Fehler erweist. Nicht nur die undurchsichtige Gemengelage machen es Brunner und seinen Kollegen schwer, auch die Krise, in der seine Ehe steckt, machen ihm schwer zu schaffen. Am Ende gibt es zahlreiche Verdächtige und es kommt zu einer lebensbedrohlichen Lage, bis der Fall gelöst ist. Eine ruhige Erzählweise, die dennoch eine gute Lesegeschwindigkeit ermöglicht, sympathische Figuren, ein gut konstruierter Fall. Diese Lektüre kann man getrost weiter empfehlen.

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