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Veröffentlicht am 08.09.2025

Ein typischer Lovis

Lorenz Lovis / Tote wohnen besser
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Lovis will sich gerne mal wieder um die Apfelernte drücken. Da kommt ihm der Anruf des ehemaligen Dorfschullehrers gerade recht. Der braucht Hilfe, denn er wird des Mordes an seinem Vater verdächtigt. ...

Lovis will sich gerne mal wieder um die Apfelernte drücken. Da kommt ihm der Anruf des ehemaligen Dorfschullehrers gerade recht. Der braucht Hilfe, denn er wird des Mordes an seinem Vater verdächtigt. Durch unsensible Reaktion ist er den potenziellen Fall aber gleich wieder los. Und ausgerechnet der Konkurrent um die Detektiv-Konzession zieht ihn da wieder herein. Von da an geht es heftig ab mit Anfeindungen, Verdächtigungen, Eifersuchtsdramen, Naivität ohne Ende - Lovis in Reinkultur. Locker, leicht, mit vielen Anspielungen auf aktuelle Probleme, aber ohne Polemik erzählte Südtiroler Geschichte, bei der man sich gerne mal ein Gläschen Weißwein gönnt, mit versöhnlichem Ende.

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Sehr treffender Titel

Die Farbe des Schattens
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Auch im zweiten Band um KHK Groth geht es noch sehr um unaufbereitete jüngste Vergangenheit zur Zeit der Wende und die ungeheure Wut, die man in den ostdeutschen Bundesländern allseits spüren kann. Diese ...

Auch im zweiten Band um KHK Groth geht es noch sehr um unaufbereitete jüngste Vergangenheit zur Zeit der Wende und die ungeheure Wut, die man in den ostdeutschen Bundesländern allseits spüren kann. Diese stellt sich auch in diesem Fall um einen verschwundenen Jungen den Ermittlern nicht selten in den Weg. Besonders Groth muss feststellen, dass man ihm, einem Bauchgefühl folgend, dass dieser Fall mit einem sechs Jahre zurückliegenden in Zusammenhang stehen könnte, falsche Ermittlungsansätze unterstellt und dass er diesen Fall nicht konsequent verfolgt. Der Titel des Buches trifft diese düstere Geschichte sehr genau. Auch der zwischenzeitlich der Gruppe zugeordnete Name „Nachtschatten“. Diese Schatten ziehen sich in Wort und bildreicher Beschreibung durch die gesamte Geschichte hindurch, die wieder sehr erzählerisch, literarisch dargestellt ist und mit schönen Wortbilden und Vergleichen arbeitet. Auch hier ein flacher Spannungsbogen. Man fliegt aber dennoch durch diese Geschichte hindurch.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Starker Einstieg in die Reihe

Blinde Rache
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Es mutet merkwürdig an, wenn man diesen ersten Mara Billinsky-Fall liest, nachdem man schon mehrere spätere Bände der Reihe gelesen hat. Nun also ihr schwieriger Einstieg in das Frankfurter Mordermittler-Team. ...

Es mutet merkwürdig an, wenn man diesen ersten Mara Billinsky-Fall liest, nachdem man schon mehrere spätere Bände der Reihe gelesen hat. Nun also ihr schwieriger Einstieg in das Frankfurter Mordermittler-Team. Man will sie dort nicht, übergibt ihr einen aussichtslosen Fall und stellt ihr einen Schreibtisch-Täter zur Seite. Dermaßen alleine gelassen, versucht sie sich sturköpfig durchzubeißen. Mehrere weitere Mordfälle, bei denen es - außer durch die äußerst brutalen Foltermethoden - keinerlei Zusammenhänge zu geben scheint, lassen bei Mara eine Theorie entstehen, der aber von keiner Seite Beachtung geschenkt wird. Und trotz einiger Erfolge in einer Einbruchsserie und einem groß angelegten Drogendeal, die auf Maras Ermittlungen zurückzuführen sind, wird sie aus dem Team ausgeschlossen. Sehr eingängig geschrieben. Die Charaktere so dargestellt, dass man sie vor sich sieht. Man kann einerseits Maras Besessenheit, sich durchzusetzen und im Team aufgenommen zu werden, verstehen. Man möchte den Macho-Kollegen gerne in den Hintern treten. Andererseits sind Maras Alleingänge manchmal nur schwer nachzuvollziehen. Insgesamt eine spannende Lektüre und man weiß nun endlich, wie alles begann. Wer den ersten Band bisher noch nicht gelesen hat, sollte das nachholen.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Erschütternd

Protokoll eines Verschwindens
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Am Ende ist man ziemlich erschüttert. Und man weiß nicht recht, wie man diese Lektüre beschreiben soll. Roman steht auf dem Titel. Mag man aber so nicht unterschreiben. Der Titel Protokoll ... trifft es ...

Am Ende ist man ziemlich erschüttert. Und man weiß nicht recht, wie man diese Lektüre beschreiben soll. Roman steht auf dem Titel. Mag man aber so nicht unterschreiben. Der Titel Protokoll ... trifft es besser. Auch der Werdegang des Autors, u.a. als Reporter des Zeit Magazins Verbrechen und Mitbegründer einer Autorenagentur, die sich der literarischen Reportage widmet, kommt einer möglichen Beschreibung und Bewertung dieser Geschichte recht nahe. Denn es ist die Reportage eines Aufsehen erregenden Verbrechens, das seinerzeit hohe Medienwellen geschlagen hatte. Und eine Beschreibung der betroffenen Familienmitglieder des Opfers sowie des Täters. Literarisch, weil viele Vergleiche, Zitate von Schriftstellern und Szenenwiederholungen vorkommen. Die Wahrnehmungen, Fremd- und Selbstwahrnehmungen detailliert beschrieben werden. Und durch die sprachliche Aufbereitung dieses Protokolls. Wer True Crime erwartet hat, liegt hier falsch. Wer den damaligen Fall aus einer anderen Perspektive als sensationsgieriger Medien wahrnehmen möchte, liegt hier besser. Wer literarische Reportage mag, wie immer die auch definiert sein mag, liegt genau richtig.

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Very british

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar
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Eine ältere, aber fitte und vor allem neugierige Dame mit Haus an der Themse, die das Nacktschwimmen in derselben sehr schätzt. Ein Schuss in der Dunkelheit, den die Polizei nicht ernst nimmt. Ein verschwundener ...

Eine ältere, aber fitte und vor allem neugierige Dame mit Haus an der Themse, die das Nacktschwimmen in derselben sehr schätzt. Ein Schuss in der Dunkelheit, den die Polizei nicht ernst nimmt. Ein verschwundener Nachbar. Da muss was geschehen, will sagen, die Sache muss in die eigene Hand genommen werden. Und fertig ist ein Agatha Christie im Heute. Statt Mr Stringer stehen Judith Potts eine Hundesitterin und eine etwas neurotische Pfarrersfrau zur Seite. Sehr zum Missfallen der zuständigen, aber zunehmend überforderten, Detective Sergeant Tanik Malik ermitteln die drei im zunehmend mysteriösen Fall, dem weitere folgen, munter drauflos. Nicht erfolglos, muss man zugestehen. Very british in Erzählung, Handlung und den Charakteren. Liebenswert und für alle, die Agatha Christie schon immer geliebt haben, fast ein Muss.

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