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Veröffentlicht am 20.10.2025

Bestattung und Trauer - unverkrampft und kindgerecht erzählt

Der Club der kalten Hände
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Ein Kinderbuch über den Tod und Bestattungen - ungewöhnlich und gerade das hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Auf den ersten Eindruck konnten mich allerdings weder das Cover noch die Illustrationen ...

Ein Kinderbuch über den Tod und Bestattungen - ungewöhnlich und gerade das hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Auf den ersten Eindruck konnten mich allerdings weder das Cover noch die Illustrationen ganz für sich einnehmen, da ich sie als etwas "hart" gezeichnet empfand. Die Darstellungen habe ich im Zusammenhang mit dem Inhalt dann im Verlauf doch als recht passend erlebt, da sie die kindliche Naivität und Unbefangenheit gut transportieren.
Die Geschichte über das Beerdigungsinstitut von Lizzys Eltern ist kindgerecht erzählt und greift die Neugierde kleiner (und großer) Menschen direkt auf. In den einzelnen Kapiteln trifft Lizzy zusammen mit ihrer Bande auf die unterschiedlichsten Menschen und Rituale im Zusammenhang mit der Beerdigung. Ein gesellschaftlich manchmal tabuisiertes und oft als schwer erlebtes Thema, nachvollziehbar - schließlich geht es um den dauerhaften Abschied und der damit verbundenen Trauer, wird hier offen, natürlich und vielleicht sogar mit einer gewissen Leichtigkeit und ganz viel Leben erzählt. Die Autorin findet tolle Metaphern, u.a. wie einem trauerndem Kind die Trauer wie Eiswürfel im Bauch festsitzen, welche erst mit der Zeit schmelzen und "fließen" dürfen. Sie zeigt auch, wie wichtig gerade im Fall von Trauer, das Aufgefangensein und die gemeinsamen Rituale in einer Gemeinschaft sind.
Mein 9 jähriger Sohn war einerseits fasziniert - insbesondere das "Bandenbuch" am Ende mochte er, in dem noch mal alle wichtigen zusammengetragenen Facts und auch einige Witze enthalten sind. Andererseits meinte er, dass es durchaus auch ein trauriges Buch sei (insbesondere als es um den Tod des Babies ging) und vielleicht nicht für jedes Kind geeignet sei.
Persönlich empfehle ich das Buch allen neugierigen Kindern (und Erwachsenen), die ein wenig mehr erfahren möchten, was in einem Bestattungsinstitut eigentlich passiert und wie unterschiedlich Menschen mit ihrer Trauer umgehen. Es ist überhaupt nicht gruselig, sondern sehr kindgerecht, zum Teil lustig gemacht. Kindern, die gerade einen Verlust erlebt haben, würde ich eher abraten von dem Buch. Da gibt es andere Bücher, die das Thema feinfühliger und tröstlicher begleiten.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Originell und den Zeitgeist treffend

Hustle
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Leonie zieht im Rahmen einer "beruflichen Neuorientierung" nach München - einer Stadt, zu der sie eine Art Hassliebe entwickelt. Einerseits sind die Mietpreise und -bedingungen jenseits von Gut und Böse. ...

Leonie zieht im Rahmen einer "beruflichen Neuorientierung" nach München - einer Stadt, zu der sie eine Art Hassliebe entwickelt. Einerseits sind die Mietpreise und -bedingungen jenseits von Gut und Böse. Andererseits nimmt der Chic und Charme der Stadt sie zunehmend ein. Um sich den Lebensstil leisten zu können, macht sie ihre besondere Fähigkeit, Rachepläne zu schmieden und auszuüben, zu ihrem heimlichen Zweitjob.
Der Ton ist zum einen leicht und locker, dann wieder ironisch und fast sarkastisch. Manchmal blitzt ein wenig der Vibe von "Sex in the City" durch, wobei es in dem Roman von Julia Bähr weniger um Beziehungen und Sex geht, sondern vielmehr um das (Über-)Leben in einem absurd teuren städtischen Umfeld. Die Charaktere sowie die Beziehungsdynamiken bleiben etwas oberflächlich in der Darstellung. Gleichzeitig besticht der Roman absolut durch seine originellen Ideen und trifft den Zeitgeist auf den Punkt! Eine Geschichte, die sich flüssig liest und gut unterhält.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Marmeladenglasmomente, Freundlichkeit und ein Hauch Magie

Ein Einhorn namens Oktober
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Ganz verzaubert sind wir von dem wunderschönen Kinderbuch über das kleine Einhorn Oktober, das seine persönliche Wunderkraft sucht und letztendlich auch findet. Die Sprache ist kindgerecht ohne zu vereinfachen. ...

Ganz verzaubert sind wir von dem wunderschönen Kinderbuch über das kleine Einhorn Oktober, das seine persönliche Wunderkraft sucht und letztendlich auch findet. Die Sprache ist kindgerecht ohne zu vereinfachen. Die Autorin verwendet wunderbare Vergleiche und es macht Spaß, das Buch vorzulesen. Die Illustrationen sind niedlich, nicht überladen, sehr freundlich und einladend - passend zum Buch, wie ich finde. Geht es doch um Empathie und Freundlichkeit als Superkraft. Niedlich fand ich die Idee des kleinen besten Freundes - bei dem Einhörnchen handelt es sich um ein Eichhörnchen mit kleinen Hörnchen, na klar, was sonst! Warum das Hörnchen, das ist wohl eine andere Geschichte...
Wer ein Kinderbuch mit Marmeladenglasmomenten und einem Hauch Magie sucht, dem sei dieses Buch empfohlen. Eine herzerwärmende, hübsche Geschichte - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Wärmend und ermutigend

Goldrichtig
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Ich bin ganz beseelt und bezaubert von dem schönen Büchlein. In "Goldrichtig" beschreibt Nora Imlau wie im Alltagsfamiliendurcheinander dennoch Bindung und Nähe bewahrt und gefunden werden kann. Die Seiten ...

Ich bin ganz beseelt und bezaubert von dem schönen Büchlein. In "Goldrichtig" beschreibt Nora Imlau wie im Alltagsfamiliendurcheinander dennoch Bindung und Nähe bewahrt und gefunden werden kann. Die Seiten sind wunderschön gestaltet und strahlen durch die Aquarelltechnik etwas Zartes und Verträumtes aus. Auf je einer Doppelseite gibt die Autorin ganz persönliche Einblicke in ihre eigenen "Bindungsmomente" mit ihren Kindern. Das kann mal ein Rezept des Duftkuchens sein, den sie von ihrer eigenen Großmutter gelernt hat, aber auch besondere Trost- und Kuschelmomente. Anders als bei anderen Büchern von Nora Imlau gibt das Büchlein Impulse ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Dadurch bekommen die Worte etwas Leichtes, Wärmendes, Ermutigendes - genau richtig für Eltern, die einen Moment zum Auftanken brauchen. Es ist ein Büchlein, dass man immer wieder zur Hand nehmen kann und einen wie eine warme Tasse Tee zur Ruhe kommen lässt. Ein leichtes Büchlein mit viel Freundlichkeit und Verständnis für Eltern und deren Kinder - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Werwolfgeschichte in der Hörbuchversion nicht überzeugend gelesen

Bite Risk – Kein Entkommen
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In der Vollmondnacht verwandeln sich die Erwachsenen in aggressive Werwölfe, müssen zum Schutz aller einzeln hinter dicken Gittern eingesperrt werden und die Kinder übernehmen Patrouillenläufe und sorgen ...

In der Vollmondnacht verwandeln sich die Erwachsenen in aggressive Werwölfe, müssen zum Schutz aller einzeln hinter dicken Gittern eingesperrt werden und die Kinder übernehmen Patrouillenläufe und sorgen in der Nacht für Schutz und Ordnung. Wir haben die Geschichte auf einer langen Autofahrt gehört. Unsere Kinder (9 und 12) fanden die Story spannend erzählt. Sie liefert zunächst einiges an Klischees zum Thema Werwolf, um es später neu zu ordnen. Wem darf man noch trauen? Was wird eigentlich gespielt?
Neben dem Werwolfthema geht es um Freundschaft und dem Gefühl von Zugehörigkeit. Dabei bleibt die Geschichte stets unterhaltsam, teils gruselig, teils witzig. Eine Geschichte, die man lesen/hören kann, aber nicht muss. Uns hat sie die Autofahrt in jedem Fall verkürzt.
Ein Nachtrag der sich auf die Hörbuchversion bezieht: die Stimme hat uns leider nicht gefallen. Stellenweise klang sie wie von einer KI eingesprochen, was mir deutlich mehr aufgefallen ist als den Kindern. Aber selbst die waren an einigen Stellen irritiert ("klingt ja wie von einem Roboter").

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