Eine Eliteschule voller Geheimnisse
Limerence„Limerence“ von H. C. Dolores ist der erste Band einer Reihe, deren zweiter Teil bereits für Juni angekündigt ist. Die Geschichte spielt an der Lionswood Prep, einer Elite-Schule in den Vereinigten Staaten, ...
„Limerence“ von H. C. Dolores ist der erste Band einer Reihe, deren zweiter Teil bereits für Juni angekündigt ist. Die Geschichte spielt an der Lionswood Prep, einer Elite-Schule in den Vereinigten Staaten, die eigentlich nur für sehr wohlhabende Schüler gedacht ist. Mittendrin steht die Protagonistin Poppy, die aus einfachen Verhältnissen kommt und sich ihren Platz an dieser Schule durch ein Stipendium erkämpft hat. Gleich zu Beginn der Geschichte wird sie in ein mysteriöses Ereignis verwickelt: Als sie das Zimmer eines anderen Stipendiaten aufsuchen will, sieht sie, wie Adrian Ellis – der reichste und zugleich beliebteste Schüler der Schule – den Raum verlässt. Kurz darauf entdeckt Poppy ihren Mitstipendiaten tot. Für sie steht fest, dass sie herausfinden möchte, was wirklich passiert ist. Während sie versucht, den Fall auf eigene Faust zu lösen, gerät sie immer wieder mit Adrian aneinander. Zwischen den beiden entwickelt sich eine intensive Dynamik, die irgendwo zwischen Misstrauen, Anziehung und Machtspiel liegt. Mit der Zeit werden sie sogar ein Paar, doch für Poppy bleibt die Frage, ob Adrians Gefühle wirklich Liebe sind oder eher sein Bedürfnis, Besitz über jemanden zu haben.
Auch optisch hat mich das Buch sehr angesprochen. Das Cover ist wirklich schön gestaltet und passt zusammen mit dem Farbschnitt perfekt zum Gesamtbild des Buches. Obwohl man auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort eine Verbindung zur Handlung erkennt, passt die Gestaltung letztlich sehr gut zur Atmosphäre der Geschichte. Besonders positiv fand ich den Schreibstil. Das Buch lässt sich sehr leicht und flüssig lesen, was leider nicht bei allen Büchern selbstverständlich ist. Dadurch kommt man schnell in die Handlung hinein. Zusätzlich sorgen viele Cliffhanger am Ende der Kapitel dafür, dass man immer weiter lesen möchte und kaum einen guten Punkt findet, um das Buch aus der Hand zu legen. Ein kleiner Kritikpunkt waren für mich allerdings die Kapitel selbst, da sie teilweise sehr lang sind und manchmal 20 bis 30 Seiten umfassen. Gerade wenn man nur kurz lesen möchte, kann das etwas anstrengend sein.
Die Figur von Poppy hat mir sehr gut gefallen. Sie wirkt authentisch und glaubwürdig, und man kann sich gut in ihre Situation hineinversetzen. Ihr Charakter bringt eine interessante Perspektive in die Welt der reichen Elite-Schüler. Adrian hingegen fand ich teilweise etwas schwierig einzuordnen. Sein Verhalten war manchmal sehr extrem und für mich stellenweise etwas „too much“. Trotzdem passt seine Persönlichkeit letztlich zur Geschichte und trägt zur düsteren Stimmung des Buches bei. Bis auf ein Kapitel, das ich etwas merkwürdig fand, wurde die Geschichte eigentlich nie langweilig. Die Mischung aus Spannung, Geheimnissen und romantischen Elementen hat dafür gesorgt, dass die Handlung durchgehend interessant bleibt.
Insgesamt hat mir „Limerence“ sehr gut gefallen. Das Buch verbindet Crime und Romance auf eine spannende Weise und schafft eine düstere, fesselnde Atmosphäre. Man sollte allerdings bedenken, dass es sich um Dark Romance handelt und manche Szenen daher eher für ein erwachsenes Publikum geeignet sind. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, besonders an Leserinnen und Leser, die Geschichten mit Spannung, Geheimnissen und einer intensiven Beziehung zwischen den Hauptfiguren mögen. Insgesamt vergebe ich 4,5 von 5 Sternen und bin sehr gespannt auf den zweiten Band der Reihe.