Eine nostalgische Zeitreise zwischen Sehnsucht, Sepia-Tönen und einer Protagonistin, die mehr Fragen als Antworten hinterlässt!
Nowhere Heart Land„Nowhere Heart Land“ ist ein melancholischer Roman, der sich irgendwo zwischen nostalgischen Erinnerungen, der Flucht vor der Realität und der Suche nach sich selbst bewegt. Ich durfte dieses Werk dank ...
„Nowhere Heart Land“ ist ein melancholischer Roman, der sich irgendwo zwischen nostalgischen Erinnerungen, der Flucht vor der Realität und der Suche nach sich selbst bewegt. Ich durfte dieses Werk dank Lesejury als Rezensionsexemplar lesen, und ich kann sagen: Es war ein durchaus ambivalentes Leseerlebnis.
Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten, richtig in die Geschichte einzutauchen. Doch dann kam der Moment, als die Nostalgie richtig zu greifen begann, und plötzlich fühlte sich alles wie ein Film in Sepia-Tönen an – irgendwie vertraut. Die Erzählungen fühlten sich oft an, als ginge es um eine längst vergangene Zeit – doch dann wurde mir klar, dass es eigentlich meine eigene Jugend war. Die wieder aufflammende Angst, dass meine Lateinlehrerin plötzlich aus dem Nichts auftaucht und mich zwingt, Cicero zu übersetzen, ist allgegenwärtig! Rosa, die Protagonistin, hat mich anfangs ziemlich gut abgeholt. Doch je weiter ich las, desto mehr entwickelte sie sich zu einer Figur, die ich eher schwer nachvollziehen konnte. Ihre Gedanken waren ständig von einer Mischung aus Sehnsucht und Flucht vor der Realität geprägt. Und irgendwie war es oft nicht ganz klar, wo die Reise hingeht. An manchen Stellen fühlte ich mich mehr wie ein Zuschauer in Rosas Kopf als ein aktiver Teil der Geschichte. Trotz dieser Schwierigkeiten hat mir der Schreibstil von Emily Maria Lara gut gefallen. Ihre Sprache ist modern, flüssig und erzeugt eine tiefe, traurige Grundstimmung, die sich fast wie eine Melodie durch das Buch zieht. Besonders gefallen haben mir die Musikschnipsel, die immer wieder eingeflochten wurden. David Bowie? Genau mein Stil! Das brachte eine gewisse Leichtigkeit in die ansonsten eher melancholische Atmosphäre. „Nowhere Heart Land“ ist ein solider, dramatischer Roman, der sich gut für zwischendurch eignet, auch wenn er an einigen Stellen etwas langatmig wirkt. Und das Cover? Ein absoluter Hingucker – einfach wunderschön! Alles in allem ein lesenswerter Roman für alle, die in die nostalgische Welt der Selbstfindung eintauchen möchten. Ein bisschen mehr Auflösung hätte ich mir gewünscht, aber trotzdem eine klare Leseempfehlung für melancholische Seelen!