Unspannende Gruselhaus-Chronik
Das gierige HausZum Inhalt:
Jessie ist gerade mal 13 Jahre alt, als sie das erste Trauma ihres Lebens erlebt. Ihr kleiner Bruder Paul verschwindet eines Tages in einem verlassenen Haus in ihrer Straße. Jessie plagen Gewissensbisse, ...
Zum Inhalt:
Jessie ist gerade mal 13 Jahre alt, als sie das erste Trauma ihres Lebens erlebt. Ihr kleiner Bruder Paul verschwindet eines Tages in einem verlassenen Haus in ihrer Straße. Jessie plagen Gewissensbisse, weil sie ihn wegen einer Mutprobe erst auf die Idee gebracht hatte, einen Fuß in dieses Haus zu setzen. Viele Jahre vergehen und Jessie merkt mit der Zeit, dass das Haus noch viel mehr Opfer fordert. Denn es scheint lebendig zu sein und einen unstillbaren Hunger zu haben...
Meine Leseerfahrung:
Ich mag Christina Henry sehr gerne. Nicht jedes Buch von ihr hat es in meine TopTen der Horrorgeschichten geschafft. Aber dennoch hat jede Story etwas eigenes und ihr flüssiger Schreibstil lädt absolut zum Lesen ein. Ich habe nach so vielen Büchern von ihr mittlerweile eine solide Vergleichsmöglichkeit und kann nicht behaupten, dass dieses Buch auf meiner persönlichen Liste weit oben steht. Es ist tatsächlich das erste Buch von Henry, das ich einmal abbrechen musste, was ich normalerweise sehr selten tue.
Spannung wollte einfach nicht aufkommen und auch die Figuren haben mich zu Beginn nicht gefesselt. Es geht hier schließlich um ein Horror-Haus. Eine Thematik, die immer wieder in Gruselgeschichten aufgegriffen wird. Da darf man zumindest erwarten, dass sich Henry was absolut Neues und Irres dazu ausdenkt, wie sie es normalerweise in ihren Büchern immer getan hat. Aber hier liest es sich eher so, als ob die Erzählerin eine einfache Chronik über die Geschehnisse rund um das Haus vorträgt, schon fast zu sachlich und beinahe emotionslos. Erst als die Protagonistin Jessie selbst Mutter wird, wird die Erzählweise auch gleichzeitig gefühlvoller, höchstwahrscheinlich durch die aufkommenden Ängste um das eigene Kind.
Ich habe erst nach Wochen, das Buch wieder in die Hand genommen und tatsächlich nochmal von vorne gestartet. Aber es wurde für mich einfach nicht besser. Die zweite Hälfte des Buches wird interessanter, da man dann endlich mehr über die Hintergründe des Hauses erfährt. Ich bin dann am Ball geblieben, um die eigene Neugier zu stillen, wie die Geschichte letztendlich ausgehen wird. Vielleicht war meine Erwartungshaltung hier aber auch einfach zu hoch. Letztendlich habe ich das Buch mit viel Mühe zu Ende gelesen und kann es getrost beiseite legen und auf einen viel besseren Nachfolger von Henry hoffen. Denn sie kann es wirklich besser.
Fazit:
"Das gierige Haus" gehört zu den schwächeren Büchern von Christina Henry und ist allenfalls eine durchschnittliche Horrorgeschichte, die zwar eine interessante Story bietet, aber kaum zu fesseln vermag.