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Veröffentlicht am 01.02.2026

Schwächelnder Abschluss

A Steeping of Blood. A Tempest of Tea 2
1

Zum Inhalt:
Nach dem blutigen Massaker an den Presseleuten verschwinden Menschen und Vampire von den Straßen. Arthie Casimir und ihre Crew sind währenddessen auf der Flucht vor den Männern des Monarchen. ...

Zum Inhalt:
Nach dem blutigen Massaker an den Presseleuten verschwinden Menschen und Vampire von den Straßen. Arthie Casimir und ihre Crew sind währenddessen auf der Flucht vor den Männern des Monarchen. Auch wenn überall Schrecken und Terror herrschen, lassen sie sich nicht einschüchtern und schmieden weiterhin Pläne, um den Regenten zu stürzen. Ihr nächster Schritt führt die Crew mit dem Schiff nach Ceylan, Arthies Heimat, wo sie nicht nur die verschwundenen Vampire, sondern auch Jins Eltern ausfindig machen wollen. Doch stehen sie auf der richtigen Seite und können sie die Machenschaften des Monarchen entlarven?

Meine Leseerfahrung:
Auch wenn reichlich Zeit zwischen beiden Bänden vergangen ist, bin ich sehr schnell in die Geschichte eingestiegen und war mittendrin im Geschehen.
Als ich das erste Mal die Crew im ersten Band kennengelernt habe, hatte ich ein Feeling wie bei den Krähen von Leigh Bardugo. Die Atmosphäre in der Teestube im Spindrift hatte es mir angetan und der Zusammenhalt zwischen den facettenreichen Charakteren hatte mich dermaßen gefesselt. In der Fortsetzung existiert die Teestube nicht mehr und die Charaktere haben sich gewandelt. Der Kampf gegen den Regenten geht weiter und führt Arthie bis zu ihrer ursprünglichen Heimat nach Ceylan. Einige Geheimnisse werden gelüftet, neue Personen tauchen auf und ein komplett neues Thema wie "Fetzer", mutierte Vampire, taucht auf. Ab da fühlte ich mich etwas verloren, da ich so etwas wie 'Supervampire' im Setting nicht erwartet hatte und als störend und unpassend empfand.

Die Autorin bleibt auch hier ihrer milden Erzählweise treu und kommt weitgehend ohne nennenswerte Gewalt oder Spice aus, als würde sie sich krampfhaft bemühen, kindgerecht zu schreiben und auch die junge Leserschaft abzuholen. Mir persönlich war es stellenweise zu cosy, obwohl die Geschichte an sich soviel Potenzial für mehr bietet. Damit mangelte es an der entscheidenden Spannung und Nervenkitzel, was eine bessere Bewertung hätte rechtfertigen können. Insgesamt fand ich die Fortsetzung recht unausgereift, was sich an den zum Teil albernen Dialogen, zu langatmig geschilderten Gedankengängen der Figuren und dem unbefriedigenden Abschluss der Story festmachen lässt.

Fazit:
"A Steeping of Blood" von Hafsah Faizal knüpft nahtlos an den Vorgänger an, wirkt aber trotz solidem Auftakt wenig ausgereift. Ein eher schwächelnder Abschluss für eine starke Fantasystory, die mit Faszination und Neugier der Leserschaft so groß gefeiert wurde.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Historischer Roman mit feministischem Touch

Queen Macbeth
1

Zum Inhalt:
Im mittelalterlichen Schottland ist Queen Macbeth mit ihren drei Gefährtinnen auf der Flucht und versteckt sich in einem abgelegenen Kloster. Während sie um ihr Überleben kämpft, erinnert sie ...

Zum Inhalt:
Im mittelalterlichen Schottland ist Queen Macbeth mit ihren drei Gefährtinnen auf der Flucht und versteckt sich in einem abgelegenen Kloster. Während sie um ihr Überleben kämpft, erinnert sie sich an die Zeit, als sie Macbeth kennenlernte. Sie war die Frau des damaligen Herrschers des Nordens, Gille Coemgain, und konnte ihm keinen Nachwuchs schenken, weswegen sie ihre Existenz bedroht sah. Durch einen ausgeklügelten Plan lockte sie dessen Cousin Macbeth in ihr Bett und ließ sich von ihm schwängern. Doch da wusste sie noch nicht, dass sie sich unsterblich verlieben würde...

Meine Leseerfahrung:
Macbeth aus Shakespeares Sicht dürfte für viele Leser ein Begriff sein. Für mich war das Werk früher bloß Pflichtlektüre im Englischunterricht, bis ich Shakespeare literarisch für mich entdeckt habe. Aber selbst dann hat mich Macbeth nicht dazu bewogen, in der schottischen Geschichte nachzuforschen.

Val McDermid dagegen bietet mit "Queen Macbeth" einen überaus interessanten Blickwinkel zu dieser Geschichte und gibt uns einen noch nie dagewesenes Bild von Lady Macbeth.
Das Buch hat nur 192 Seiten und eignet sich daher sehr gut fürs kurzweilige Lesen. McDermid wechselt bei der Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Gegenwart befindet sich Queen Macbeth auf der Flucht, was zwar spannend ist, sich aber doch eher in die Länge zieht. Viel interessanter sind die Rückblicke in die Vergangenheit, als sie noch Gruoch heißt und mit dem ungehobelten Gille, dem damaligen Herrscher des Nordens, verheiratet ist. Sie ist nicht verliebt in ihn, vielmehr wurde sie ihm als Tauschgut angeboten. Da sie ihm immer noch keinen Nachwuchs schenken konnte, wird es allmählich heikel um ihre Position an der Seite des Königs. In dieser Zeit lernt sie Macbeth kennen, und ab hier werden wir Zeugen einer schnell entflammenden Liebe.

Reine Liebesgeschichten sind absolut nicht meins. Aber McDermid platziert die Romanze inmitten einer historischen Begebenheit und gibt der Frau in dieser Geschichte eine Stimme. Wie wichtig das ist, zeigt sich an der Geschichte selbst. Ich habe das Buch sehr genossen und dabei kenne ich die Thriller von der Autorin noch gar nicht. Der einzige Punkt, der mich hier etwas gestört hat, war das nicht so überzeugende Ende, das womöglich einem Wunschdenken der Autorin entsprungen zu sein scheint.

Fazit:
Val McDermid zeigt mit "Queen Macbeth", dass sie durchaus auch historische Romane mit romantischen Zügen schreiben kann. Ein überaus neuartiger Blickwinkel auf das mittelalterliche Schottland aus der Sicht einer Frau zwischen Gefahren, Pflichten und Verlusten!

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Veröffentlicht am 21.12.2025

Spannender Thriller mit unbehaglicher Atmosphäre

Knochenkälte
1

Zum Inhalt:
Der Forensiker Dr. David Hunter ist auf dem Weg zu einem Auftrag, als er sich verfährt und in einem abgeschiedenen kleinen Dorf namens Edendale in den Cumbrian Mountains landet. Hier sind alle ...

Zum Inhalt:
Der Forensiker Dr. David Hunter ist auf dem Weg zu einem Auftrag, als er sich verfährt und in einem abgeschiedenen kleinen Dorf namens Edendale in den Cumbrian Mountains landet. Hier sind alle sehr unfreundlich zu ihm und lassen es ihn deutlich spüren, dass er unerwünscht ist. Er kommt für eine Nacht in einem unheimlichen, heruntergekommenen Hotel unter. Als er auf der Suche nach einem Handysignal zufällig ein freigelegtes Skelett im Wald findet, möchte er die Polizei verständigen. Doch ein Unwetter hat das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten und Hunter muss derweil die Knochenreste so gut es geht absichern. Doch es bleibt nicht nur bei diesem einzigen grausigen Knochenfund...

Meine Leseerfahrung:
Nach "Die Verlorenen" habe ich mich sehr über ein Wiedersehen mit Dr. David Hunter gefreut. Er ist ein einzigartiger Charakter in der Thrillerwelt, hervorragend gezeichnet und hat interessante Ecken und Kanten. In diesem Band wirkt er etwas hilflos, was auch daran liegen mag, dass er ohne Equipment und ohne Strom und Internet in einen undurchsichtigen Fall hineinstolpert und auch sonst kaum Hilfspersonen oder Freunde an seiner Seite hat.

Der Einstieg in die Story ist bereits sehr spannend, doch dann läuft es etwas schleppend. Vor allem ist nach dem ersten Knochenfund erst einmal viel Herumirren im Schnee an der Tagesordnung, das sich ziemlich in die Länge zieht und stellenweise eher langatmig wird. Beckett schafft es durch die atmosphärische Erzählweise, dass man sich unmittelbar in die Situation hineinversetzt fühlt. Da ich aber kein Schnee-Fan bin, wurde es für mich persönlich etwas ermüdend und unangenehm.

Zudem sind einige Erklärungen zu den Todesfällen in der Vergangenheit bei der Auflösung des Falles nicht sehr überzeugend. Vielmehr wirkt die Geschichte eher stark konstruiert und nicht wirklich realitätsnah. Lediglich die spannenden Cliffhanger haben die Spannung des Buches mit viel Mühe aufrechterhalten. Und auch Wendungen am Ende des Buches haben die Story letztendlich gerettet.

Fazit:
Ein etwas ungewöhnlicher Dr. Hunter in einem Dorf voller Geheimnisse, dennoch ein guter solider Thriller für die Wintermonate und für all diejenigen, die den atmosphärischen Erzählstil bevorzugen.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Weihnachtshighlight 2025

Ring the Bells
2

Zum Inhalt:
Es ist Weihnachtszeit bei The Stranger Times und während das Team die aktuellste Ausgabe zu drucken versucht, wird die Redaktion Opfer eines Hackerangriffs, der alle Computer lahmlegt. Und ...

Zum Inhalt:
Es ist Weihnachtszeit bei The Stranger Times und während das Team die aktuellste Ausgabe zu drucken versucht, wird die Redaktion Opfer eines Hackerangriffs, der alle Computer lahmlegt. Und das gerade in einer Zeit, als ein Buchclub versehentlich ein uraltes Wesen namens Zalas heraufbeschwört, der nicht nur ein blutiges Gemetzel hinterlässt, sondern direkt einen Weltuntergang ansteuert. Denn er hat sich die Rolle des Weihnachtsmanns angeeignet und ein magisches Winterwunderland geschaffen, das alle "Gläubigen" verzaubert. Banecroft und Co. müssen ihn um jeden Preis aufhalten, bevor die Menschheit zu Grunde geht.

Meine Leseerfahrung:
Als Fan der Reihe musste ich natürlich wieder dabei sein, wenn das Team von Stranger Times wieder am Start ist. Das erste Buch hatte ich ja sowas von gefeiert, die Folgebände waren auch superlustig und unterhaltsam, wenn auch die allererste Euphorie des Auftaktbandes mir später etwas gefehlt hatte. Mit "Ring the Bells" hatte ich definitiv wieder diesen konstanten Spaß wie auch beim ersten Teil.

Die Dialoge sind wieder irrwitzig, die Charaktere einfach unglaublich detailliert und facettenreich und die Handlung strotzt nur so vor Action. Bei keinem anderen Buch habe ich so oft auflachen müssen wie hier. Aber was mir zusätzlich schöne Lesestunden beschert hat, war ein weiterer Handlungsstrang um das älteste Mitglied des Teams, das die Redaktion in diesem Teil nun für immer verlässt. Wir kriegen endlich einen Einblick in Mannys Vergangenheit, die der Autor in Rückblicken erzählt und die für mich dermaßen emotional waren, dass ich McDonnell ein dickes Lob aussprechen muss. Diese Kapitel um Manny zeigen nämlich, wie schreibbegabt der Autor eigentlich ist, wenn er in einer durchweg lustigen Komödie ein derart bewegendes Drama einarbeiten kann. Als Leser erlebt man eine irre Achterbahnfahrt durch verschiedene Emotionen, was für mich ein absolutes tolles Erlebnis war und ich in vielen Büchern der heutigen Zeit eher vermisse.

Ich hoffe auf viele weitere Bände dieser Reihe, der ich ganz sicher bis zum Schluss treu bleiben werde.

Fazit
"Ring the Bells" von C.K. McDonnell ist für mich ein wunderschönes Weihnachtshighlight, das nicht nur für große Lacher, sondern auch für bewegende Momente und viel Spannung sorgt.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Nette ruhige Geschichte

Ins hohe Gras
1

Zum Inhalt:
Ein kleiner Junge wagt sich mit seinem Teddy Walter hinaus ins hohe Gras weit jenseits des heimischen Gartens. Er trifft auf seltsame Gestalten, erlebt kleine Abenteuer und lernt Einiges über ...

Zum Inhalt:
Ein kleiner Junge wagt sich mit seinem Teddy Walter hinaus ins hohe Gras weit jenseits des heimischen Gartens. Er trifft auf seltsame Gestalten, erlebt kleine Abenteuer und lernt Einiges über Fantasie, Freundschaft und Entscheidungsfreiheit. Während Walter die Vernunft in ihm anspricht, möchte der Junge sich nur von den Regeln der Erwachsenen befreien.

Meine Leseerfahrung:
Trevor Noah ist für mich schon seit der Daily Show ein Begriff. Dass er Stand-Up macht, wusste ich, aber dass er auch Bücher schreibt, ist irgendwie an mir vorbeigezogen. Umso erstaunter war ich über dieses Kinderbuch von ihm.

Die Geschichte wird als eine Fabel für Groß und Klein angepriesen und eignet sich bestens zum Vorlesen.. Ein kleiner Junge, der mit seinem besten Freund, einem Teddybären, von zu Hause wegläuft, um die Welt draußen zu erkunden. Eigentlich lehnt er sich aber gegen seine Mutter auf und möchte sich von den Regeln, die sie tagtäglich aufstellt, befreien. Auf seiner kleinen Abenteuerreise begleitet ihn seine überaus lebhafte Fantasie. Er trifft auf einen Zwerg, auf sprechende Schnecken und Münzen und kämpft gegen ein "Laub-Ungeheuer".

Zu Beginn dachte ich noch, was für eine wundervoll verpackte Geschichte über Mut, Freundschaft und Abenteuerlust. Ich fand die einzelnen Erlebnisse des Jungen dann allerdings recht unspektakulär und wenig einfallsreich, auch wenn sie einzelne Messages beinhalten, die wichtig sind. Meine Erwartungen waren vielleicht viel zu hoch, aber ich hätte mir zumindest eine stärker ausgeprägte und tiefgehende Moral gewünscht, die auch noch nach Beenden des Buches nachhallt.
Ob Kinder den Sinn der Story hier begreifen können, finde ich persönlich eher fraglich. Vielleicht müsste man das Buch oft genug lesen bzw. vorlesen. Meine Jungs (7 und 10) waren jedenfalls nur semi-begeistert, die Illustrationen haben sie dagegen sehr angesprochen.

Fazit:
Eine nette unspektakuläre Geschichte zum Vorlesen, stets bemüht tiefgehende Weisheiten zu säen, aber beschränkt in der Einfachheit.

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