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Veröffentlicht am 15.03.2026

Japanischer Frühling

Frühling
1

Zum Inhalt:
Die Reihe "Kunst-Leporello" aus dem Prestel Verlag widmet sich mit der neuesten Ausgabe von Jocelyn Bouquillard dem "Frühling", der in der japanischen Kultur für das Gefühl der Erneuerung und ...

Zum Inhalt:
Die Reihe "Kunst-Leporello" aus dem Prestel Verlag widmet sich mit der neuesten Ausgabe von Jocelyn Bouquillard dem "Frühling", der in der japanischen Kultur für das Gefühl der Erneuerung und Belebung steht. In der seidenbezogenen 11-Meter-Gemäldeleporello-Ausgabe sind 60 Meisterwerke der japanischen Holzschnittkunst enthalten. Zudem beinhaltet der Schmuckschuber ein 48-seitiges Booklet, das Informationen zu allen ausgewählten Farbtafeln liefert.

Meine Leseerfahrung:
Die Kunst-Leporelloausgaben aus dem Prestel Verlag sind immer besonders schön anzuschauen. Zuletzt gefiel mir ganz besonders "Eisvogel und Lotusblüte", dessen Schmuckschuber allerdings nicht denselben Seidenüberzug hatte wie das Cover des Leporellos, so wie es jetzt bei "Frühling" der Fall ist. Damit erscheint diese Ausgabe viel stimmiger.

Erfasst sind hier Werke von 19 Meistern der japanischen Farbholzschnittkunst. Beginnend im 18. Jahrhundert mit Harunobu, kann man auch die Werke von Hiroshige aus dem 19. Jahrhundert bewundern und mit den neueren Werken von Shiro und Kawarazaki vergleichen.

Die Motive variieren zwischen Landschaftsdrucken, Vögel und Natur, Figuren mit farbenfrohen Kimonos und natürlich ganz besonders Kirschbäumen bzw. -blüten, die mittlerweile als Wahrzeichen Japans angesehen werden. Die Bilder sind farblich sehr ausdrucksstark und geben die Atmosphäre des Neuanfangs und der frischen Energie sehr gut wieder. Alles erblüht und beginnt zu leben, die Schönheit der Natur steht im Fokus dieser Jahreszeit.

Besonders erfreut hat es mich, dass hier auch Werke zum philosophischen Konzept des "Mono no aware" ausgewählt wurden. Darunter versteht man die tiefe Schönheit in allem Vergänglichen, dessen man beim Betrachten bewusst wird und so die Momente des Lebens zu schätzen lernt. Die Bilder setzen eine gewisse Melancholie frei, die kaum in Worte zu fassen sind. In diesem Sinne haben mich beispielsweise die Farbtafeln berührt, die ansetzenden Frühlingsregen wiedergeben. Die Kontraste in solchen Werken sind besonders schön umgesetzt und haben etwas Atmosphärisches an sich.

Fazit:
"Frühling" von Jocelyn Bouquillard ist ein sehr hochwertig gestaltetes Leporello-Werk über die japanische Holzschnittkunst mit perfekt ausgewählten Farbtafeln zu der farblich schönsten Jahreszeit. Faszinierend und wunderschön anzuschauen!

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Spannender Auftakt

Nightweaver
1

Zum Inhalt:
Viele Jahrhunderte zuvor rissen magische Wesen, die Nightweaver, die Herrschaft auf dem Festland an sich. Die Menschen flohen aufs offene Meer, weil sie nur dort in Frieden leben konnten. Aster ...

Zum Inhalt:
Viele Jahrhunderte zuvor rissen magische Wesen, die Nightweaver, die Herrschaft auf dem Festland an sich. Die Menschen flohen aufs offene Meer, weil sie nur dort in Frieden leben konnten. Aster Oberon ist Mitglied einer Piratenfamilie, die eines Nachts auf hoher See auf Nightweaver stößt. Bei dem Angriff wird Asters Bruder Owen getötet und die gesamte Familie gefangen genommen. Doch statt als Sklaven zu enden, werden sie von dem Nightweaver Will auf dessen Anwesen als Bedienstete aufgenommen und stehen fortan unter seinem Schutz. Aster ist von Rachegedanken geplagt, schließt allerdings eine ungewöhnliche Freundschaft mit Will. Sie muss bald feststellen, dass alles, was sie über Nightweaver zu wissen glaubt, nicht annähernd der Wahrheit entspricht...

Meine Leseerfahrung:
Eigentlich wollte ich ja keine neue Fantasy-Reihe beginnen, aber "Nightweaver" von R.M. Gray hat mich schlicht und einfach mit dem Buchcover geködert. Die metallicblaue Covergestaltung auf schwarzem Hintergrund gibt perfekt die düstere Gothic-Stimmung der Geschichte wieder. Auch wenn es nicht wirklich eine Piratenstory ist, auf die ich mich vorab eingestellt hatte, hat mich das Buch eher positiv überrascht.
Die Einführung mit der Piratenfamilie Oberon beginnt bereits sehr actionreich. Nachdem sie aber gefangengenommen wird, findet die Handlung nur noch auf dem Festland statt. Und hier kommen die Nightweaver ins Spiel. Wir erfahren, dass sie magische dämonenartige Wesen sind, die sich in mehrere Arten aufteilen. Während Aster Oberon die neue Umgebung zu verstehen lernt, schmiedet sie einen Racheplan gegen den Nightweaver, der ihre Bruder getötet hat. Dabei steht ihr überraschenderweise der Nightweaver Will zur Seite, für den sie unerwartet Gefühle entwickelt.

Romance ist für mich persönlich nur dann erträglich, wenn sie nicht völlig im Vordergrund steht und nicht zu schnulzig wird. Daher konnte ich mich mit der eher zurückhaltenden Liebe zwischen den Figuren gut arrangieren. Alles ist gut dosiert, Action, Magie und Liebe, und hervorragend atmosphärisch erzählt. Auch wenn es in der Mitte des Buches nicht so viel Neues passiert, ist dennoch viel Spannung enthalten, so dass es nie langweilig wird. Wenn man es genau nimmt, ist auch ein kriminalistisches Element des klassischen Whodunit enthalten, da Aster den Mord an ihrem Bruder Owen aufzuklären versucht und von einem Verdächtigen zum Nächsten kommt.
Am Ende wartet die Autorin mit einer Enthüllungsbombe auf uns, womit die Story ein schlüssiges Ende findet und einen aufregenden Cliffhanger hinterlässt.

Ich bin definitiv bei der Fortsetzung dabei und kann das Buch allen weiterempfehlen, die die Tropes Enemies to Lovers, Forced Proximity und Morally Grey Heroes mögen.

Fazit:
Spannender Auftakt zu einer düsteren Piraten-Fantasy mit einer gut dosierten Romance!

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Tolle Geschenkidee für Wissbegierige

Ein Jahr des Staunens
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Zum Inhalt:
"Ein Jahr des Staunens" von Elizabeth Foley und Beth Coates ist ausgelegt auf 365 Tage und sorgt mit informativen Einträgen je Datum für Spaß, Faszination und Unterhaltung. In etwa 2 Minuten ...

Zum Inhalt:
"Ein Jahr des Staunens" von Elizabeth Foley und Beth Coates ist ausgelegt auf 365 Tage und sorgt mit informativen Einträgen je Datum für Spaß, Faszination und Unterhaltung. In etwa 2 Minuten pro Tag erhält man geistigen Input zu etwas Wissenswertem, das den Horizont erweitert. Nicht nur historische Fakten sind hier dabei, sondern auch das aktuelle Zeitgeschehen, wissenschaftliche und gesellschaftliche Themen sowie Kuriositäten aus aller Welt. Abgerundet werden die kleinen Info-Häppchen mit vereinzelten Schwarzweiß-Illustrationen. Unterteilt in 12 Kapiteln nach Monaten kann man hier entweder täglich nach Datum reinlesen oder einfach mal zufällig reinstöbern. Hilfreich ist hierbei ein Lesebändchen, das farblich einen schönen Kontrast zum hochwertig gestalteten Buchcover bildet.

Meine Leseerfahrung:
Als Book-Nerd darf bei mir natürlich mein Notizbüchlein nicht fehlen, in das ich seit Jahren allerlei Infos und Zitate, die ich beim Lesen von Büchern aufgeschnappt habe, zusammengetragen habe. Es ist immer wieder eine Freude, darin zu blättern und das Gedächtnis aufzufrischen. Und genau dieses Feeling hatte ich mit "Ein Jahr des Staunens". Besonders gut gefällt mir hier, dass die Artikel recht kurz gehalten sind, ähnlich wie bei meinen Notizen. Zudem ist die thematische Auswahl einfach top. Natürlich gibt es hin und wieder ein Thema, das mehr oder weniger interessant ist. Aber im Großen und Ganzen ist der Unterhaltungsfaktor hier riesengroß, und sicherlich ist für jeden auch was dabei.

Ich hatte mir fest vorgenommen, jeden Tag nur eine Info zu lesen, habe aber sehr schnell gemerkt, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Ein faszinierender Eintrag nach dem Anderen, so ist bereits fast die Hälfte des Buches gelesen. Ich habe erfahren, wieso der Himalaya immer höher wird, wie gefährlich Nilpferde eigentlich sind und wie man sich einen eigenen Gedächtnispalast baut, und habe einen Leitfaden zur Kaffeekultur erhalten, um einen Macchiato von einem Marocchino unterscheiden zu können, und die Technik der Box-Atmung erlernt. Die Palette der Themen ist so facettenreich und dennoch immer leicht verständlich erklärt.

Das Buch würde sich auch prima für Quiz-Abende mit Freunden oder als Geschenk gut eignen.

Fazit:
"Ein Jahr des Staunens" liefert 365 lehrreiche Dinge und sorgt für unterhaltsames kurzweiliges Lesen. Das ideale Geschenk für Wissbegierige, die ihr Horizont erweitern oder ihr Wissen vertiefen wollen!

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Schwächelnder Abschluss

A Steeping of Blood. A Tempest of Tea 2
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Zum Inhalt:
Nach dem blutigen Massaker an den Presseleuten verschwinden Menschen und Vampire von den Straßen. Arthie Casimir und ihre Crew sind währenddessen auf der Flucht vor den Männern des Monarchen. ...

Zum Inhalt:
Nach dem blutigen Massaker an den Presseleuten verschwinden Menschen und Vampire von den Straßen. Arthie Casimir und ihre Crew sind währenddessen auf der Flucht vor den Männern des Monarchen. Auch wenn überall Schrecken und Terror herrschen, lassen sie sich nicht einschüchtern und schmieden weiterhin Pläne, um den Regenten zu stürzen. Ihr nächster Schritt führt die Crew mit dem Schiff nach Ceylan, Arthies Heimat, wo sie nicht nur die verschwundenen Vampire, sondern auch Jins Eltern ausfindig machen wollen. Doch stehen sie auf der richtigen Seite und können sie die Machenschaften des Monarchen entlarven?

Meine Leseerfahrung:
Auch wenn reichlich Zeit zwischen beiden Bänden vergangen ist, bin ich sehr schnell in die Geschichte eingestiegen und war mittendrin im Geschehen.
Als ich das erste Mal die Crew im ersten Band kennengelernt habe, hatte ich ein Feeling wie bei den Krähen von Leigh Bardugo. Die Atmosphäre in der Teestube im Spindrift hatte es mir angetan und der Zusammenhalt zwischen den facettenreichen Charakteren hatte mich dermaßen gefesselt. In der Fortsetzung existiert die Teestube nicht mehr und die Charaktere haben sich gewandelt. Der Kampf gegen den Regenten geht weiter und führt Arthie bis zu ihrer ursprünglichen Heimat nach Ceylan. Einige Geheimnisse werden gelüftet, neue Personen tauchen auf und ein komplett neues Thema wie "Fetzer", mutierte Vampire, taucht auf. Ab da fühlte ich mich etwas verloren, da ich so etwas wie 'Supervampire' im Setting nicht erwartet hatte und als störend und unpassend empfand.

Die Autorin bleibt auch hier ihrer milden Erzählweise treu und kommt weitgehend ohne nennenswerte Gewalt oder Spice aus, als würde sie sich krampfhaft bemühen, kindgerecht zu schreiben und auch die junge Leserschaft abzuholen. Mir persönlich war es stellenweise zu cosy, obwohl die Geschichte an sich soviel Potenzial für mehr bietet. Damit mangelte es an der entscheidenden Spannung und Nervenkitzel, was eine bessere Bewertung hätte rechtfertigen können. Insgesamt fand ich die Fortsetzung recht unausgereift, was sich an den zum Teil albernen Dialogen, zu langatmig geschilderten Gedankengängen der Figuren und dem unbefriedigenden Abschluss der Story festmachen lässt.

Fazit:
"A Steeping of Blood" von Hafsah Faizal knüpft nahtlos an den Vorgänger an, wirkt aber trotz solidem Auftakt wenig ausgereift. Ein eher schwächelnder Abschluss für eine starke Fantasystory, die mit Faszination und Neugier der Leserschaft so groß gefeiert wurde.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Historischer Roman mit feministischem Touch

Queen Macbeth
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Zum Inhalt:
Im mittelalterlichen Schottland ist Queen Macbeth mit ihren drei Gefährtinnen auf der Flucht und versteckt sich in einem abgelegenen Kloster. Während sie um ihr Überleben kämpft, erinnert sie ...

Zum Inhalt:
Im mittelalterlichen Schottland ist Queen Macbeth mit ihren drei Gefährtinnen auf der Flucht und versteckt sich in einem abgelegenen Kloster. Während sie um ihr Überleben kämpft, erinnert sie sich an die Zeit, als sie Macbeth kennenlernte. Sie war die Frau des damaligen Herrschers des Nordens, Gille Coemgain, und konnte ihm keinen Nachwuchs schenken, weswegen sie ihre Existenz bedroht sah. Durch einen ausgeklügelten Plan lockte sie dessen Cousin Macbeth in ihr Bett und ließ sich von ihm schwängern. Doch da wusste sie noch nicht, dass sie sich unsterblich verlieben würde...

Meine Leseerfahrung:
Macbeth aus Shakespeares Sicht dürfte für viele Leser ein Begriff sein. Für mich war das Werk früher bloß Pflichtlektüre im Englischunterricht, bis ich Shakespeare literarisch für mich entdeckt habe. Aber selbst dann hat mich Macbeth nicht dazu bewogen, in der schottischen Geschichte nachzuforschen.

Val McDermid dagegen bietet mit "Queen Macbeth" einen überaus interessanten Blickwinkel zu dieser Geschichte und gibt uns einen noch nie dagewesenes Bild von Lady Macbeth.
Das Buch hat nur 192 Seiten und eignet sich daher sehr gut fürs kurzweilige Lesen. McDermid wechselt bei der Erzählung zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In der Gegenwart befindet sich Queen Macbeth auf der Flucht, was zwar spannend ist, sich aber doch eher in die Länge zieht. Viel interessanter sind die Rückblicke in die Vergangenheit, als sie noch Gruoch heißt und mit dem ungehobelten Gille, dem damaligen Herrscher des Nordens, verheiratet ist. Sie ist nicht verliebt in ihn, vielmehr wurde sie ihm als Tauschgut angeboten. Da sie ihm immer noch keinen Nachwuchs schenken konnte, wird es allmählich heikel um ihre Position an der Seite des Königs. In dieser Zeit lernt sie Macbeth kennen, und ab hier werden wir Zeugen einer schnell entflammenden Liebe.

Reine Liebesgeschichten sind absolut nicht meins. Aber McDermid platziert die Romanze inmitten einer historischen Begebenheit und gibt der Frau in dieser Geschichte eine Stimme. Wie wichtig das ist, zeigt sich an der Geschichte selbst. Ich habe das Buch sehr genossen und dabei kenne ich die Thriller von der Autorin noch gar nicht. Der einzige Punkt, der mich hier etwas gestört hat, war das nicht so überzeugende Ende, das womöglich einem Wunschdenken der Autorin entsprungen zu sein scheint.

Fazit:
Val McDermid zeigt mit "Queen Macbeth", dass sie durchaus auch historische Romane mit romantischen Zügen schreiben kann. Ein überaus neuartiger Blickwinkel auf das mittelalterliche Schottland aus der Sicht einer Frau zwischen Gefahren, Pflichten und Verlusten!

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