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Veröffentlicht am 14.09.2023

Eine etwas andere Liebesgeschichte

Psyche und Eros
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Zum Inhalt:
Das Leben als Prinzessin ist nicht einfach. Davon kann Psyche ein Liedchen singen. Anstatt zwangsverheiratet zu werden und einen Nachfolger für den Thron zu zeugen, hat sie viel größere Erwartungen, ...

Zum Inhalt:
Das Leben als Prinzessin ist nicht einfach. Davon kann Psyche ein Liedchen singen. Anstatt zwangsverheiratet zu werden und einen Nachfolger für den Thron zu zeugen, hat sie viel größere Erwartungen, was ihre Zukunft betrifft. Als ein Orakel ihr prophezeit, dass sie als Heldin gegen ein gefährliches Ungeheuer kämpfen wird, wird sie entgegen aller Regeln der Gesellschaft von der berühmten Atalante zur Kriegerin ausgebildet. Aus Neid verflucht die Göttin Aphrodite einen Pfeil ihres Adoptivsohns Eros und befiehlt ihm, diesen auf Psyche abzuschießen. Als Eros aus Versehen selbst die Pfeilspitze berührt, bahnt sich eine ungewöhnliche Liebesgeschichte an...

Meine Leseerfahrung:
Griechische Mythologie lese ich sehr gerne, insbesondere wenn sie fehlerlos neuinterpretiert wird. Das ist Luna McNamara mit "Psyche und Eros" sehr gut gelungen. Welche Veränderungen sie in die Geschichte mit eingebracht hat, erläutert sie nochmal kurz am Ende des Buches, was ich persönlich sehr aufschlussreich fand. Zudem merkt man, wie intensiv sich die Autorin mit der Materie beschäftigt hat. Die Neuinterpretation fand ich insgesamt sehr stimmig und passend.

Die einzelnen Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Ich habe jedenfalls besser Zugang zu ihnen gefunden, als in anderen Romanen der griechischen Mythologie. Auch gefiel mir, dass es hier eher bei einer mythologischen Nacherzählung (mit einigen eingefügten neuen Aspekten) bleibt und nicht eine vor Erotik strotzende Liebesschnulze daraus gebastelt wurde. Dennoch wird die Leserschaft Zeuge davon, wie aus einem erzwungenem Verlangen wahre intensive Liebe entstehen kann, und das auf völlig jugendfreier Ebene erzählt.

Auch wenn ich mit ein paar Veränderungen der mythologischen Elemente anfangs meine Schwierigkeiten hatte, ist mir im Laufe der Story immer mehr aufgefallen, weswegen diese Veränderungen überhaupt nötig waren. Besonders begeistert hat mich an diesem Buch, dass Psyche nicht eine schlichte schöne Prinzessin mit Püppchen-Attitüde ist, sondern als Kämpfernatur dargestellt wird, die alles hinterfragt und einen eigenen Kopf hat. Sie hat ein Ziel vor Augen und konzentriert sich fest darauf. Während sie versucht, eine klassische Heldin zu werden, lernt sie schrittweise, was wahres Heldentum überhaupt erst ausmacht. Gut fand ich auch, dass McNamara die Verwandlung in einen Schmetterling mit in die Geschichte eingebaut hat. Sie symbolisiert wunderbar die Entwicklungsfähigkeit eines Menschen bzw. einer Menschenseele und zeigt offenkundig, dass das Erreichen wahrer Liebe nunmal auch mit dem persönlichen Wachstum zusammenhängt.

Fazit:
Luna McNamara hat mit "Psyche und Eros" eine wundervolle Neuinterpretation der größten Liebesgeschichte der griechischen Mythologie geschaffen. Ungewöhnlich, aber lehrreich, und mit einem wunderschönen Ende!

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Ein Kunstwerk für sich

Monet
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Zum Inhalt:
Der Prestel Verlag hat der Reihe der Leporelloausgaben einen neuen Band hinzugefügt. Diesmal werden Claude Monets 50 Meisterwerke in dieser Ausgabe präsentiert. Der Leporello-Druck ist in Leinen ...

Zum Inhalt:
Der Prestel Verlag hat der Reihe der Leporelloausgaben einen neuen Band hinzugefügt. Diesmal werden Claude Monets 50 Meisterwerke in dieser Ausgabe präsentiert. Der Leporello-Druck ist in Leinen gebunden und mit einem informativem Booklet und einem gestalterisch entsprechendem Schmuckschuber ausgestattet. Um die schöpferische Entwicklung des impressionistischen Malers besser erfassen zu können, wurden für diese Ausgabe sowohl seine anfänglichen als auch späteren Werke ausgewählt. Zudem werden verschiedene Themen von Monets Werken erörtert und Hintergrundwissen zu den von ihm verwendeten Techniken erteilt.

Meine Leseerfahrung:
Diese Leporello-Ausgabe ist nun inzwischen der zweite Band in dieser Reihe und hat mich deswegen stark interessiert, weil diesmal einer meiner Lieblingskünstler samt seiner wundervollen Werke im Fokus steht. Die hochwertig verarbeitete Ausgabe hat eine sich sehr angenehm anfühlende Leinenbindung. Da die Seiten als Leporello angeordnet sind, sollte man beim Blättern vorsichtig sein. Der Druck ist tadellos und gibt die einzelnen Meisterwerke hervorragend wieder.

Wunderschön anzusehen ist jedes einzelne Bild, wobei man tatsächlich wunderbar Gemälde für Gemälde die Veränderungen bzw. Entwicklungen des Künstlers durch die Jahre erkennen kann. Was mich am Meisten an Monet fasziniert hat, war die Tatsache, dass er zwar mit zunehmendem Alter sich immer mehr der Abstraktion annahm, seine Werke jedoch in keiner Weise an Lebendigkeit und Authentizität verloren. Seine späteren Werke sind mir insofern am Liebsten, insbesondere die Garten- und Seerosenbilder haben mich bei ihrem Anblick schon immer innerlich berührt.

Sehr informativ ist zudem das mitgelieferte Booklet. Hier wird zuerst einmal auf wenigen Seiten kompakt, aber mit wichtigen Einzelheiten das Leben Monets erörtert und die Veränderungen in seinen Schaffensperioden durchleuchtet. Auf den weiteren Seiten sind die erlesenen 50 Gemälde übersichtlich und durchnummeriert aufgelistet, wobei zusätzlich kleine Abbildungen der Werke dargestellt sind. Zu jedem Gemälde gibt es dann nochmal kurze Infos, die kaum eine Frage offen lassen.

Insgesamt ist diese Leporelloausgabe ein gelungenes Kunstbuch, das sicherlich nicht nur Monet-Fans begeistern dürfte. Ich persönlich bin gespannt auf die Fortsetzung in dieser Leporello-Reihe des Verlages.

Fazit:
Anne Sefriouis "Monet" in der kunstvollen Aufmachung und dem ebenso schönen Schmuckschuber ist ein einzigartiges Glanzstück im Bücherregal und dürfte nicht nur Kunst- bzw. Monet-Liebhaber erfreuen.

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Veröffentlicht am 25.08.2023

Beklemmend und düster

Das Korsett
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Nachdem ich "Die stillen Gefährten" gelesen habe, war ich hin und weg von Laura Purcells fesselndem Erzählstil. Klar, dass ich auch alle anderen Bücher von ihr anschaffen musste. Viktorianisch und Thriller, ...

Nachdem ich "Die stillen Gefährten" gelesen habe, war ich hin und weg von Laura Purcells fesselndem Erzählstil. Klar, dass ich auch alle anderen Bücher von ihr anschaffen musste. Viktorianisch und Thriller, mehr braucht man mir nicht sagen. Ich liebe Geschichten, die in der viktorianischen Zeit spielen, insbesondere wenn es sich dabei um Krimis, Thriller und Horrorgeschichten handelt.

So wirklich als Thriller konnte ich dieses Buch nicht einordnen. Dennoch war es durchweg spannend und fesselnd, dass ich das Buch innerhalb kurzer Zeit verschlungen habe. Die Story ist unterteilt in 2 erschiedenen Ich-Perspektiven. Wir lernen die aus gutem Hause stammende Dorothea kennen, die im Rahmen von gemeinnütziger Arbeit Frauen im Gefängnis besucht, und wir kriegen die Geschichte der mutmaßlichen Mörderin Ruth, die an die todbringende Kraft ihrer Näharbeit glaubt, höchstpersönlich von ihr selbst zu hören. Zwei völlig verschiedene junge Frauen, die mit der Zeit eine gewisse Bindung zueinander aufbauen und sich - ohne es zu merken - gegenseitig die Augen vor der Realität öffnen.

Letztendlich hätte ich einen befriedigenderen Abschluss im Sinne der Genugtuung erhofft, aber dennoch bin ich fasziniert von der kreativ-schaurigen Geschichte, die uns Laura Purcell da auftischt. Es ist in der Tat ein Must-Read und ich werde sicherlich auch die anderen Bücher noch lesen.

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Veröffentlicht am 10.08.2023

Definitiv ein Must-Read

Die stillen Gefährten
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Die bisherigen positiven Rezensionen sprechen bereits für sich. Ich möchte da nichts wiederholen. Aber ich musste hier einfach eine Kurz-Rezi verfassen, weil ich schon seit langer Zeit keine so gute und ...

Die bisherigen positiven Rezensionen sprechen bereits für sich. Ich möchte da nichts wiederholen. Aber ich musste hier einfach eine Kurz-Rezi verfassen, weil ich schon seit langer Zeit keine so gute und atmosphärische Gruselgeschichte gelesen habe.

Seit Shirley Jacksons Spuk im Hill House hatte ich keine Gänsehautmomente mehr wie bei diesem Buch. Die Charaktere sind alle sehr stimmig und überzeugend. Selbst die Nebenfiguren sind hervorragend gezeichnet. Das Setting im Allgemeinen ist fesselnd, wobei ich die bildhafte Erzählweise der Autorin loben muss. Es gab stellenweise Momente, wo ich das Buch kurz pausieren musste, um die bedrückende Stimmung loszuwerden. Und das schaffen nur wenige Autoren bei mir, insbesondere im Horror-Genre.

Ich habe nun alle anderen Bücher von Laura Purcell auf dem Lesetisch und bin gespannt, wie gut diese mit dem Vorgänger mithalten können. Eins ist klar: "Die stillen Gefährten" werde ich sicherlich lange Zeit nicht mehr aus dem Kopf bekommen, so einzigartig, wie diese schaurige Story nunmal ist.

Ein weiteres Pluspunkt geht auch an das wundervoll gestaltete Cover mit dem goldenen Farbschnitt, weswegen ich alle anderen Bücher von Purcell auch bereits in der ersten limitierten Auflage gekauft bzw. vorbestellt habe. Hier lohnt sich die Investition definitiv.

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Große Enttäuschung

Feinde
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Zum Inhalt:
Keith und Hugh stammen beide aus zwei ursprünglich aus Kroatien stammenden Einwandererfamilien, die sich Anfang des Jahrhunderts in Biloxi in Mississippi niedergelassen haben. Die Jungs wachsen ...

Zum Inhalt:
Keith und Hugh stammen beide aus zwei ursprünglich aus Kroatien stammenden Einwandererfamilien, die sich Anfang des Jahrhunderts in Biloxi in Mississippi niedergelassen haben. Die Jungs wachsen gemeinsam auf und entwickeln sich mit zunehmendem Alter in völlig verschiedene Richtungen. Während Hugh seinem Vater, dem Unterweltboss von Biloxi, nacheifert, tritt Keith in die Fußstapfen seines Vaters, dem Staatsanwalt, und studiert Jura. Die Freundschaft wandelt sich allmählich in eine Feindschaft, die eine Tragödie heraufbeschwört...

Meine Leseerfahrung:
Ich bin ein großer Grisham-Fan und habe fast jedes Buch von ihm gelesen. Selbst die von der Grisham-Leserschaft bemängelten Bücher habe ich immer verschlungen. Dabei hat mich die Langatmigkeit einiger Geschichten nicht abgeschreckt. Schließlich war jedes Buch, jede Story für sich genommen sehr lesenswert. Aber mit "Feinde" bin ich einfach nicht warm geworden. Die Hälfte des Buches war schon gelesen, als mir das erste Mal der Gedanke kam, dass es reine Zeitverschwendung wäre, weiterzulesen. Da ich aber generell nie abbreche, habe ich hier erstmal eine lange Lesepause eingelegt und das Buch nach Wochen erst wieder in die Hand genommen. Es wurde leider nicht besser, auch nach einem zweiten Abbruch und erneutem Anlauf habe ich mich mühselig durchgerungen und sogar gegen Ende einige Seiten übersprungen.

Mag sein, dass die Story für Grisham wichtig war, erzählt zu werden. Aber dann bitte nicht so emotionslos, so sachlich und völlig spannungsfrei, als würde man ein zivilrechtliches Gerichtsurteil lesen. Und selbst da wird man zuweilen besser unterhalten. Ich bin dermaßen enttäuscht, weil ich es gerade nicht gewohnt bin von dem Autor, dass er eine Geschichte so lieblos und langweilig erzählt. Es fehlt an fesselnden Charakteren, an Spannung und überhaupt auch an einem starken Plot, der den Leser am Ball halten sollte. Es hapert bereits zu Beginn an der mangelhaften Darstellung der Freundschaft beider Jungs. Ihre Entwicklung und das Auseinanderdriften, die keimende Feindschaft und überhaupt der Geist der Zeit werden nicht glaubhaft erzählt. Auf emotionaler Ebene ist absolut nichts zu finden.

Mir blutet das Herz, ein Buch von Grisham so schlecht bewerten zu müssen und gebe hier wirklich noch wohlwollend als eingefleischter Fan 3 von 5 Sternen. Für Neueinsteiger in Grishams Werke würde ich gerade dieses Buch nicht empfehlen. Es würde eher davor abschrecken, ein anderes Buch von ihm in die Hand zu nehmen. Und das wäre wiederum sehr schade.

Fazit:
"Feinde" ist an Langatmigkeit kaum zu überbieten und gehört zu den schlechtesten Werken von Grisham. Die Story über Gut und Böse wurde noch nie so langweilig erzählt. Dieser Roman könnte glatt als Sachbuch durchgehen.

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