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Veröffentlicht am 19.04.2017

Bewegendes Gedankenspiel zwischen Mensch und Pferd

Dark Horses
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Inhalt:
Merritt steckt in einer tiefen Krise und landet im Erziehungsheim »Good Fences«, einem Heim für »schwierige« Mädchen und »schwierige« Pferde. Dort trifft das verschlossene Mädchen auf den unberechenbaren ...

Inhalt:
Merritt steckt in einer tiefen Krise und landet im Erziehungsheim »Good Fences«, einem Heim für »schwierige« Mädchen und »schwierige« Pferde. Dort trifft das verschlossene Mädchen auf den unberechenbaren Hengst »Red«. Dieser wehrt jeden Menschen ab, außer Merritt. Aus den beiden Außenseitern wird auf Turnieren ein unschlagbares Team. Bis sich Merritt in den hübschen Jockey Carvin verliebt und Reds finsterer Instinkt durchbricht. Niemand ahnt, wozu das Pferd fähig ist.

Meinung:
Merritts Großmutter ist bereits vor einem Jahr verstorben, dennoch kommt Merritt immer noch nicht über ihren Tod hinweg. Nachdem sie eines Tages einfach von der Schule flüchtet, sehen ihre Eltern sich gezwungen sie in das Erziehungsheim Good Fences zu bringen. Dort kommen schwierige Mädchen im Teenageralter unter. Gemeinsam mit Pferden sollen sie versuchen ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Merritt ist alles andere als begeistert, als sie jedoch den verschlossenen und wilden Hengst Red kennenlernt, fängt sie an eine Bindung zu ihm aufzubauen. Dabei ist Red alles andere als ein einfaches Pferd.

Da ich früher selbst geritten bin, war ich auf dieses Buch wahnsinnig neugierig. Ich stellte es mir spannend vor, dass wir nicht nur in Merritts Gedanken schauen können, sondern auch Reds Gedankenwelt eine große Rolle spielt. Vorab möchte ich sagen, dass dieses Buch nicht nur etwas für Pferdefans ist. Man sollte jedoch auch mit ein wenig Interesse an die Themen Pferde und Springreiten herangehen, da sich doch ein Großteil der Geschichte darum dreht.
Schon nach kurzer Zeit muss man als Leser feststellen, dass nicht nur Red so seine Probleme hat, sondern auch Merritt kein einfaches Leben hat. Über dem gesamten Buch liegt daher eine bedrückende Stimmung.
Ich persönlich brauchte gut die Hälfte des Buches um wirklich anzukommen. Vorher war das Buch keinesfalls schlecht, jedoch erst ab der Hälfte konnte ich mich voll und ganz auf Merritt und Red einlassen.

Durch den Tod von Merritts Großmutter hat sich diese sehr zurückgezogen. Sie fühlt sich einsam und allein und vor allen Dingen von ihren Eltern im Stich gelassen. Diese verfrachten Merritt nämlich nach Good Fences damit sie ihr Hobby Marathonlaufen nun endlich richtig ausleben können. Merritts Eltern waren für mich einfach nur fürchterlich. Ich fragte mich mehrmals, wie sie überhaupt auf die Idee gekommen sind ein Kind in die Welt zu setzen. Beiden sind ihre Hobbys deutlich wichtiger als ihre eigene Tochter. Merritt tat mir daher furchtbar leid.
Red hat bei seinem ersten Rennen als Rennpferd gehörig Mist gebaut und sollte eingeschläfert werden. Mr. de Rothschild kaufte ihn jedoch und schenkte Red seiner Tochter. Red ist ziemlich unberechenbar und besitzergreifend. Unter Merritt blüht er dann schließlich auf.
Beatrice ist Mr. de Rothschilds Tochter und mindestens genauso unberechenbar wie Red. Bei ihr weiß Merritt nie so wirklich woran sie ist, obwohl sie in ihr auch eine Freundin findet. Ich muss gestehen, dass ich Beatrice mit ihren wechselnden Launen teilweise etwas unheimlich fand. Dennoch ist sie ein sehr interessanter Charakter.

Im Wechsel wird sowohl aus Merritts als auch aus Reds Perspektive berichtet. Dabei sind Reds Gedanken gar nicht so viel anders aufgebaut als die von uns Menschen. Eine Eigenschaft von ihm ist jedoch, dass er Liedtexte zitiert.

Anhand der Charakterbeschreibungen erahnt man bereits, dass hier jeder sein Päckchen zu Tragen hat. Und die oben genannte gedrückte Stimmung zieht sich bis zum Schluss durch. Das Ende war für mich doch recht emotional. Etwas enttäuscht war ich von Merritts Verhalten und ihrer relativen Gleichgültigkeit. Aus Spoilergründen kann ich hier nicht näher darauf eingehen ohne zu viel vom Ende zu verraten.

Fazit:
Emotional und bedrückend ist dieses Buch, dass sowohl Merritts Gedanken als auch die des Pferdes Red wunderbar einfängt. Man sollte schon ein gewisses Interesse an Pferden haben, da neben den Problemen der Beiden auch der Springsport eine Rolle spielt.
Das Ende war für mich leider nicht ganz stimmig und ich brauchte auch ein wenig um im Buch anzukommen. Daher bekommt "Dark Horses" von mir knappe 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 17.04.2017

Alles sehr vorhersehbar

BookLess 1. Wörter durchfluten die Zeit
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Inhalt:
Never without a book: Das magische Flüstern! Sie trägt ein mysteriöses Mal in Form eines Buches am Handgelenk und kann hören, was die Bücher ihr zuflüstern. Als die 17-jährige Lucy ein Praktikum ...

Inhalt:
Never without a book: Das magische Flüstern! Sie trägt ein mysteriöses Mal in Form eines Buches am Handgelenk und kann hören, was die Bücher ihr zuflüstern. Als die 17-jährige Lucy ein Praktikum in der Londoner Nationalbibliothek beginnt, entdeckt sie Bücher, deren Texte verschwunden sind und an die sich niemand mehr zu erinnern scheint. Als die Bücher sie immer eindringlicher um Hilfe bitten, versucht Lucy dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Und Nathan, von dem sich Lucy unwiderstehlich angezogen fühlt, scheint darin verwickelt zu sein.

Meinung:
Lucy absolviert seit kurzer Zeit ihr Praktikum in der Londoner Nationalbibliothek. Da sie fast nie pünktlich auf der Arbeit erscheint, wird Lucy von ihrem Chef in das Archiv verbannt, welches sich unten im Keller befindet. Dort erlebt Lucy dann merkwürdiges, denn die Bücher fangen plötzlich an mit ihr zu sprechen. Und als dann auch noch ein weltbekannter Titel von Jane Austen nur noch weiße Seiten vorweisen kann und bis auf Lucy niemand mehr diesen zu kennen scheint ist das Chaos perfekt.

Ein Buch in dem Bücher eine wichtige Rolle spielen musste ich einfach lesen, denn welcher Buchliebhaber liest solche Geschichten nicht gern? Doch schon nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass das Buch und ich wohl keine großen Freunde werden würden. Die Geschichte und die Idee sind wirklich interessant. Auch die gewählten Orte wie z.B. die London Library oder der alte Gutshof von Nathans Großvater konnten mich absolut überzeugen. Vor allen Dingen das alte Archiv der London Library konnte ich mir sehr gut vorstellen. Ich war sogar etwas neidisch auf Lucy, dass sie Zugriff auf all diese kostbaren Bücher hatte.
Dennoch wurde ich mit dem Buch einfach nicht warm. Dies hat verschiedene Gründe. Zum einen ist die Geschichte sehr vorhersehbar. Das ganze Buch läuft nach einem bekannten Muster ab. Überraschungen sind hier leider Fehlanzeige. Zwar passiert durchweg immer etwas, dennoch kam bei mir so gut wie nie ein Spannungsgefühl auf.

Zum anderen hatte ich so meine Probleme mit einem der Charaktere.
Lucy als Protagonistin mochte ich sehr gerne. Auch wenn sie teilweise in manchen Situationen etwas komisch reagiert, hat sie dennoch eine Art an sich die man einfach mögen muss. Da Lucy ohne Eltern in einem Heim aufgewachsen ist, sehnt sie sich schon seit jeher nach Nähe und Geborgenheit. Genau dies gibt ihr Nathan. Schon nach kurzer Zeit vertraut sie ihm wichtige Dinge ihres Lebens an.
Nathan war leider der Charakter mit dem ich nicht zurecht kam. Er wurde seit er klein ist von seinem griesgrämigen und kalten Großvater aufgezogen. Schon früh lernt er was für einen Platz er im geheimen Bund zu spielen hat. Für mich waren viele Aktionen von ihm unglaubwürdig. Verständlich fand ich es, dass er Gefühle für Lucy aufbaut, unverständlich war mir, wie er sie immer wieder aufs Neue bewusst in Gefahr bringt. Ich könnte jetzt noch weiter ausholen, aber dann würde ich doch zu sehr spoilern.

Das Buch lässt sich schnell lesen. Dennoch konnte es die Autorin nicht schaffen meine Neugierde auf die kommenden Ereignisse zu wecken. Und wie oben schon erwähnt suchte ich die Spannung leider vergeblich. Alles in allem plätschert die Geschichte vor sich hin, ohne größere Höhen und Tiefen. Ich bin daher mehr als unschlüssig, ob ich Band 2 lesen möchte.

Fazit:
Mal wieder ein Buch in dem die Idee klasse war, es jedoch an der Umsetzung gehapert hat. Ich konnte einfach nicht mitfiebern und das Buch folgt die ganze Zeit bekannten Mustern aus dem Jugendbuchbereich. Zudem war mir der Loveinterest einfach nur unsympathisch.
Daher gibt es von mir sehr knappe 3 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 10.04.2017

Packende Geschichte eingebettet in der faszinierenden Kulisse der Antarktis

White Zone - Letzte Chance
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Inhalt:
Sechs straffällige Jugendliche, darunter die 19-jährige Crash, erhalten eine letzte Chance: In einer alten Forschungsstation in der Antarktis sollen sie ihr Leben in den Griff bekommen. Doch das ...

Inhalt:
Sechs straffällige Jugendliche, darunter die 19-jährige Crash, erhalten eine letzte Chance: In einer alten Forschungsstation in der Antarktis sollen sie ihr Leben in den Griff bekommen. Doch das Abenteuer wird zum Höllentrip. Ein Unbekannter bedroht die Gruppe und die unmenschliche Umgebung fordert ihren Preis. Nicht nur Crashs Nerven liegen blank. Als die Jugendlichen schließlich ein japanisches Walfangboot bei seiner grausamen Arbeit beobachten, entsteht ein riskanter Plan, für den sie alles auf eine Karte setzen.

Meinung:
Zusammen mit fünf anderen vorbestraften Jugendlichen geht es für die 19-jährige Crash in eine alte Forschungsstation in der Antarktis. Dies soll die letzte Chance der Jugendlichen sein um ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Gemeinsam mit zwei Betreuern werden die Jugendlichen nun einige Monate in der totalen Abgeschiedenheit der Antarktis leben. Nach und nach passieren jedoch Dinge die so keiner voraussehen konnte und die das Leben der Jugendlichen auf den Kopf stellen.

Der Klappentext des Buches hat mich total angesprochen. Zum einen liegt dies daran, dass die Geschichte an einem relativ unbekannten und faszinierenden Ort wie der Antarktis spielt. Zum anderen fand ich die Idee von sechs straffälligen Jugendlichen eingesperrt auf engstem Raum sehr faszinierend. Da ist Ärger einfach vorprogrammiert und genau so kommt es dann auch. Gleich von Beginn an hat es die Autorin geschafft mich abzuholen und an die Seiten zu fesseln. Das Buch ist mit knapp 500 Seiten recht dick, langeweile kommt hier aber zu keiner Zeit auf. Immer wieder passiert etwas Neues, teils auch überraschendes auf der Forschungsstation Neumayer III.

Neben Spannung und Überraschung bekommt der Leser aber auch viele interessante Informationen über die Antarktis. Über viele Dinge habe ich mir im Bezug auf diesen Kontinent noch gar keine Gedanken gemacht, daher fand ich all dieses Wissen perfekt um meinen Horizont zu erweitern. Richtig gut gefallen hat mir zudem das Nachwort von Katja Brandis sowie das Glossar am Endes des Buches. Hier erfahren wir noch jede Menge über diesen faszinierenden Kontinent und es ist jedem Leser freigestellt, ob er all diese Informationen lesen möchte oder halt nicht. Dies empfinde ich als einen weiteren Pluspunkt, da ich auch schon Bücher erlebt habe wo man in der eigentlichen Geschichte mit Wissen vollgestopft wird.

Der Leser erfährt nach und nach was es mit Crashs Vergangenheit auf sich hat. Mir persönlich gefiel diese Art der Enthüllung ausgesprochen gut. Genau dieses Muster wird auch bei den restlichen Jugendlichen angewendet. Crash findet mit ihrer Art in der Gruppe schnell Freunde.
Benny ist der jüngste in der Gruppe. Er hat den Hang mit unbedachten Worten sich schnell in unmögliche Situationen zu bringen.
Seven ist der Schönling der Truppe und sehr von sich eingenommen. Zudem hat er früher an einer Castingshow teilgenommen und fühlt sich nun als wichtige Persönlichkeit.
Dattel lässt sich nichts gefallen und eckt daher des Öfteren in der Gruppe an.
Fee tut zwar als wäre sie eine ganz taffe Persönlichkeit, dahinter versteckt sich jedoch ein Mädchen was unbedingt Liebe und Geborgenheit erleben möchte.
Und Kaya ist ein Kampfsportass und legt gleich ziemlich zu Beginn Dattel erst mal gehörig auf die Matte bzw. in diesem Moment in den Schnee.

Natürlich kommt auch dieses Buch nicht ohne eine kleine Liebesgeschichte aus, welche allerdings sehr dezent gehalten wird.
Ab einem gewissen Punkt nahm die Geschichte dann eine Entwicklung, die mir persönlich nicht ganz so gut gefallen hat. Dies ist auch der Grund warum das Buch von mir nicht die volle Hörnchenanzahl bekommt.
Das Ende mit dem angehangenen Epilog ließ für mich keine Fragen offen und konnte mich dann wieder restlos überzeugen.

Fazit:
Sechs straffällige Jugendliche eingepfercht auf einer Forschungsstation. Das klingt nach jeder Menge Spannung und Ärger und genau dies bekommt der Leser geboten. Die Vergangenheit der Charaktere wird dabei nach und nach ans Licht geholt. Zudem erfährt man viel interessantes über den doch eher unbekannten Kontinent Antarktis.
Sehr gute 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 07.04.2017

Magisch geniale Fortsetzung der Septimus Heap Reihe

TodHunter Moon - FährtenFinder
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Inhalt:
Die junge Todi steht vor einem aufregenden Ereignis: Mit 12 Jahren wird sie endlich von ihrem Vater in die Rituale der FährtenFinder eingeweiht. Kurz darauf ist Todis Vater spurlos verschwunden. ...

Inhalt:
Die junge Todi steht vor einem aufregenden Ereignis: Mit 12 Jahren wird sie endlich von ihrem Vater in die Rituale der FährtenFinder eingeweiht. Kurz darauf ist Todis Vater spurlos verschwunden. Gemeinsam mit ihrem Freund Oskar begibt sich Todi zum Zaubererturm, weil sie sich Hilfe vom Außergewöhnlichen Zauberer erhofft. Dieser ist niemand anderes als Septimus Heap. Und er hat es gerade mit einem mächtigen Feind zu tun: dem Hexer Oraton-Marr, der den Palast der Eisprinzessin in seine Gewalt gebracht hat. Im Palast aber ist der magische Lapislazuli versteckt, und der darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten...

Meinung:
Die junge Todi lebt zusammen mit ihrem Vater in einem Fischerdörfchen voller FährtenFinder. Sobald Todi zwölf Jahre alt wird, wird sie in das Geheimnis der FährtenFinder eingeweiht. Kurze Zeit darauf verschwindet ihr Vater spurlos und damit nicht genug wird auch noch Todis beste Freundin Ferdie entführt. Gemeinsam mit Ferdies Bruder Oskar macht Todi sich auf die Suche nach ihr. Die beiden stürzen dabei von einem Abenteuer in das Nächste und begegnen dabei Außergewöhnlichen Zauberern, Botenratten, Grula-Grulas und Eisprinzessinnen. Ein magisches Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Nach dem Ende der Vorgängerreihe "Septimus Heap" war ich furchtbar traurig darüber, dass diese nun zu Ende ging. Umso mehr habe ich mich gefreut als ich diese Fortsetzung in den Händen gehalten habe. Man kann dieses Buch auch ohne Probleme ohne die Vorkenntnisse der Septimus Heap Reihe lesen. Es macht jedoch deutlich mehr Spaß, wenn man die ganzen Charaktere und ihre Vorgeschichte bereits kennt, denn so macht manches einfach mehr Sinn.

Angie Sage hat auch mit dieser neuen Reihe wieder ihr tolles Schreibtalent bewiesen. Auf spielerische Weise hat sie es geschafft mich zu verzaubern und in den Bann zu schlagen. Dabei lernen wir auch in diesem Buch wieder wunderbare Orte und Wesen kennen. Ich bin immer wieder aufs Neue darüber begeistert was für einen Ideenreichtum die Autorin zu bieten hat.

Man merkt dem Buch allerdings auch an, dass es eher für Kinder geschrieben ist. Manche Stellen wirken doch etwas zu konstruiert und einfach gelöst. Dies lies mich zwar schon die Stirn runzeln, dadurch bekam meine Begeisterung aber nur einen kleinen Dämpfer.
Dennoch muss ich gestehen, dass ich etwas mehr als 100 Seiten brauchte um endlich wieder komplett in die Welt von Todi und Septimus eintauchen zu können.

Alice, die am liebsten einfach nur Todi genannt werden möchte, lernt in diesem Buch nicht nur die Geheimnisse rund um die FährtenFinder kennen, sondern kommt auch mit Magie in Berührung. Beides ist Todi durch ihr Erbe vorbestimmt. Dabei muss sie sehr viel Mut beweisen und mehr als einmal über ihren Schatten springen. Ich fand ihre Entwicklung sehr bemerkenswert, da sie unglaublich schnell an den Herausforderungen wächst.
Oskar ist Todis bester Freund und muss in diesem Buch einige Ängste überwinden. Denn erst wird seine Schwester und dann seine restliche Familie entführt. Zwar macht er ab und an nicht ganz so kluge Entscheidungen, dennoch hat er das Herz am rechten Fleck.
Mehr Charaktere möchte ich gar nicht gesondert hervorheben, da wir ganz viele tolle Persönlichkeiten kennenlernen. Ganz besonders hat es mich aber gefreut all die wunderbaren, altbekannten Charaktere wie Septimus, Marcia, die komplette Heap-Familie und die Botenratte Stanley wiederzusehen und zu erfahren was aus der jeweiligen Person geworden ist.

Das Cover passt übrigens ganz wunderbar zu den Covern der Vorgängerreihe. Ich finde es sehr gelungen. Auch im Buch gibt es zwei schöne Karten zu bestaunen. Außerdem ist am Anfang eines jeden Abschnittes (bestehend aus 12 Abschnitten) eine wunderschöne Skizze über eine Szene des kommenden Kapitels gezeichnet.

Fazit:
Dieser Auftaktband muss sich hinter der Septimus Heap Reihe nicht verstecken. Jede Menge tolle Ideen, magische Orte, skurrile Wesen sowie neue und altbekannte Charaktere machen das Buch zu einem kleinen Fantasyschatz für jüngere Leser. Da mich jedoch ein paar Kleinigkeiten gestört haben, erhält das Buch "nur" 4 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 04.04.2017

Ein wunderbarer Mix aus Abenteuer, Liebe und einem Hauch von Mystery

Cavaliersreise. Die Bekenntnisse eines Gentlemans
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Inhalt:
Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent ...

Inhalt:
Gab es je ein abschreckenderes Beispiel für junge Bildungsreisende als Sir Henry Montague? Nach Montys Cavaliersreise wird der englische Adel seine Sprösslinge bestimmt nie wieder auf den Kontinent schicken! Irgendwie ist Monty immer in eine Tändelei verwickelt oder betrunken oder zur falschen Zeit am falschen Ort nackt (in Versailles! Am Hof des Königs!). Zwischen Paris und Marseille verlieren Monty, Percy und Felicity auch noch ihren Hofmeister, kämpfen gegen Wegelagerer und Piraten, gegeneinander (Monty und Felicity) oder gegen ihre Gefühle füreinander (Monty und Percy). Aber am Ende dieser abenteuerlichen Reise finden sie alle drei nicht nur zueinander, sondern auch zu sich selbst.

Meinung:
Monty begibt sich zusammen mit seinem besten Freund Percy und seiner nervtötenden Schwester Felicity auf seine Cavaliersreise quer durch Europa. Monty ist sich bewusst, dass diese Reise ihm das letzte Mal die Möglichkeit zu all seinen Lastern geben wird. Denn nach der Reise soll er das Erbe seines Vaters antreten und Land und Haus verwalten. Dabei plant Monty doch viel mehr die Zeit mit Percy zu genießen. Denn seit kurzer Zeit hat Monty Gefühle für Percy entwickelt, die über die reine Freundschaft hinausgehen.
Ein turbulentes Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Dies ist mein erstes Königskinderbuch und nach dem lesen der Geschichte kann ich sagen, dass es definitiv nicht das letzte Buch des Verlags gewesen sein wird!
Schon oft habe ich gehört, dass die Bücher aus dem Königskinderverlag etwas ganz besonderes und wahre Schätze sein sollen. "Cavaliersreise" bietet hier keine Ausnahme. Selten habe ich ein Buch gelesen, was mich so berühren, mitnehmen und verzaubern konnte. Dabei springt man in diesem Buch quasi von einem Genre ins Nächste. Zum einen erleben wir hier eine Abenteuergeschichte mit jeder Menge spannenden Wendungen. Ich konnte meistens nicht erahnen was als nächstes passieren wird. Zum anderen ist da natürlich die zarte Liebesgeschichte zwischen Monty und Percy.
Dann darf aber auch ein Mystery-Part nicht fehlen, der für mich das Buch gekonnt abrundet.
Zwischen all den Zeilen stecken zudem tief berührende Botschaften an den Leser.

Monty wirkt auf den ersten Blick wie ein Lebemann und sorgloser Hallodri. Nach und nach erfährt der Leser allerdings mehr über Montys Vergangenheit und Beweggründe. Ich konnte sein Verhalten zwar nicht zu jeder Zeit nachvollziehen, dennoch ist Monty einfach ein Charakter den man gern haben muss.
Percy ist im Gegensatz zu Monty deutlich ruhiger. Er lebt zwar in einer adeligen Familie, dennoch ist er nicht gleichgestellt mit seinen Verwandten. Percy ist nämlich ein Schwarzer und wird daher von der besseren Gesellschaft nicht akzeptiert. Seine liebevolle Art macht es dem Leser jedoch einfach ihn zu lieben.
Das Trio komplettiert Montys Schwester Felicity. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein Bücherwurm der keinen Sinn für Humor hat. Felicity ist jedoch der eigentliche Star des Buches. Sie ist willensstark, lässt sich von (fast) niemandem etwas sagen und besitzt wahnsinnig viel Mut. Ich würde mich freuen, wenn die Autorin irgendwann noch mal ein Buch über Felicity schreiben würde.

In diesem Buch geht es auch um die Beziehung zwischen zwei Männern. Was in diesem Zeitalter natürlich nicht so akzeptiert wurde wie zu heutigen Zeiten. Gerade wegen diesem Aspekt hat mich das Buch so fasziniert. Die kleinen Annäherungen zwischen Monty und Percy haben mir durchaus gut gefallen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus deutlich mehr auf der Liebesbeziehung der Beiden liegt.
Auch gibt es kleinere Längen im Buch, die ich aber aufgrund der sehr abwechslungsreichen Geschichte fast außer Acht lassen konnte.

Sehr gut gefallen haben mir die Anmerkungen der Autorin am Ende des Buches. Hier erklärt diese z.B. was es mit der Cavaliersreise zu damaligen Zeiten auf sich hat oder wie die Homosexualität gelebt wurde.

Fazit:
Dieses Buch muss man einfach gelesen haben. Es ist ein zauberhafter Buchschatz voller Abenteuer, Herzschmerz, Mut, Liebe und einem Hauch von Magie. Trotz zwei kleinen Kritikpunkten bekommen Monty und seine Freunde von mir knappe 5 von 5 Hörnchen.