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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2025

Gewollt, geliebt und gesendet!

Sein Wort auf den Lippen
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Wir befinden uns in der schönen Schweiz in Nidau im Jahr 1897. Die Schweiz war damals schon eine Demokratie und somit schon ein exotisches Land mitten in Europa und so leben auch ihre Bewohner ein wenig ...

Wir befinden uns in der schönen Schweiz in Nidau im Jahr 1897. Die Schweiz war damals schon eine Demokratie und somit schon ein exotisches Land mitten in Europa und so leben auch ihre Bewohner ein wenig anders. Die junge Charlotte, eine von zwei Schwestern einer wohlhabenden und privilegierten Familie, feiert heute ihren zwanzigsten Geburtstag und ihre gestrenge Mutter ist mehr als bestrebt ihre für ihr Empfinden nicht sehr attraktive Tochter schnellstens unter die Haube zu bringen. Doch Charlotte sind solchen gesellschaftlichen Anlässe einerlei und sie müht sich durch den Abend. Zu allem Überfluss kommt sie an diesem Abend einem Familiengeheimnis auf die Spur, welches ihre Herkunft betrifft und dass sie in ihren Grundfesten erschüttert. Nun versteht sie auch, warum sie sich in dieser Familie noch nie zugehörig gefühlt hat und fühlt sich nicht mehr in der Lage länger in der herrschaftlichen "Familienvilla" zu bleiben.

Sie macht sich auf zu ihrem Götti nach Bern, der nach einem aus ganz bestimmten Gründen längeren Auslandsaufenthalt wieder in seine Heimat in die Schweiz zurückgekehrt ist. Ihr Götti war der beste Freund ihres Vaters und arbeitet als Geologe an der Universität in Bern. Doch auch dort kommt sie mit ihren Nachforschungen nicht weit und bei einem ihrer verzweifelten Spaziergänge durch die Stadt landet sie in einer kleinen Kirche und findet etwas mit dem sie so gar nicht gerechnet hat, nämlich Gott. In Gott und seinem Wort findet sie Trost und Zuspruch und ihre Seele kommt immer mehr zur Ruhe und bei den gläubigen Menschen, ganz besonders der jungen Aimee, dieser Kirche findet sie Annahme, gelebte Liebe und eine Heimat.

Da Charlotte einen wachen Geist hat, nimmt sie mit Begeisterung an den angebotenen Bibelstunden teil und ist dankbar, dass sie dank ihres Göttis weiter in Bern bleiben kann. Sie macht Bekanntschaft mit der Heilsarmee und der dort gelebte Glaube, der sich von dem ihrer kleinen Gemeinschaft doch unterscheidet, zieht sie aus noch unerfindlichen Gründen an, denn Charlotte wächst nicht nur in ihrem Glauben und entdeckt auch ihre von Gott geschenkten Gaben wieder. Sie hat auch ein waches Auge auf die Not in der Stadt und will ihren Glauben umsetzen, den Menschen in Not helfen und ihnen vor allem das Wort Gottes bringen, damit sie die gleiche Freiheit, Liebe und Annahme erfahren, die sie auch erfahren hat. Ganz besonders rührt sie die Not der vielen Frauen, die in der Prostitution leben und sie macht eine ganz besondere Bekanntschaft, die ihr Leben auf eine Weise verändern wird, die sie sich noch nicht vorstellen kann.

Jedoch stößt Charlottes Engagement nicht bei allen auf die gewünschte Resonanz. Sie erfährt sehr viel Widerstand aus ihrer eigenen Kirche und ihre anfängliche romantische Beziehung mit Peter, einem der Jungpastoren, zerbricht und Charlotte erfährt ihre erste heftige Glaubenskrise. Doch die Stimme, die Gott in ihr erweckt hat, ist nicht zum Schweigen zu bringen und Charlotte will nicht aufhören, den Menschen von IHM zu erzählen.....

Claudia Dahinden hat einen ganz besonderen, leisen und doch spannenden historischen Roman geschrieben und nimmt den Leser auf eine so anschauliche Art und Weise mit in die Anfänge der Schweizer Erweckungsbewegung in der Heilsarmee, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte. Auf eine so feine Art schildert sie die Entwicklung der Protagonisten und bringt ein sehr kontrovers diskutiertes theologisches Thema zur Sprache. Ich war begeistert über die Entwicklung von Charlotte und wie fein sie gespürt hat, was Gott von ihr möchte und was ihre Berufung ist, die sich nicht durch religiöse Bestimmungen einiger bestimmter Denominationen unterdrücken lässt. Nicht wenn man Gott mehr gehorchen möchte als den Menschen. Mir hat diese besondere Geschichte sehr gut gefallen und dieses Buch darf auf jeden Fall bei mir wohnen bleiben und es wird auch nicht das letzte Buch dieser Autorin gewesen sein.

Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Setze die Segel neu

Du hast gesagt, es ist für immer
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Wir befinden uns an einem Hafen in Florida. Anna, eine junge Frau, die vor einem Jahr ihren Freund Ben verloren hat, der sich suizidierte, steht mit gepackten Taschen vor dem Segelboot, dass ihr verstorbener ...

Wir befinden uns an einem Hafen in Florida. Anna, eine junge Frau, die vor einem Jahr ihren Freund Ben verloren hat, der sich suizidierte, steht mit gepackten Taschen vor dem Segelboot, dass ihr verstorbener Freund und bis dato große Liebe ihr vererbte. Nachdem sie ein Jahr lang nicht aus ihrer Trauer heraus fand, beschließt sie nun die mit Ben geplante Segelreise ohne Ben durchzuführen, in der Hoffnung dadurch irgendwie wieder ins Leben zu kommen.

Anna ist in allem sehr spontan und sprunghaft, ein Grund warum ich nicht so recht warm mit ihr wurde, und so erfolgt auch diese weitreichende Entscheidung sehr spontan und und sie sticht mit sehr rudimentären Segelkenntnissen ins Meer. Sehr schnell merkt sie jedoch, dass dieser sehr ehrgeizig geplante Törn ihre Kräfte und ihr Können bei weitem übersteigt und sie es als Anfängerin niemals schafft irgendwo heil anzukommen außer auf dem Meeresgrund. Doch da sie es sich und Ben versprochen hat, diese Segelreise zum Ziel zu bringen, entschließt sie sich schweren Herzens sich Hilfe zu holen.

Diese Hilfe ist schneller da als gedacht und sie heuert Keane an, einen jungen und doch erfahrenen professionellen Segler und die Segelreise verspricht sowohl für Anna und Keane als auch für den Leser interessant zu werden. Denn auch Keane hat einen schweren Verlust zu verkraften und blockt alle persönlichen Fragen zu sich und seiner Familie erstmal ab....wäre es möglich nicht nur das Segelboot, sondern auch das Leben von Anna und Keane wieder auf einen neuen und hoffnungsvollen Kurs zu lenken? Es wird sehr interessant.

Trish Doller nimmt den Leser mit auf eine Segelreise der besonderen Art. Wir lernen nicht nur die Inseln der Karibik und deren besonderen Charme kennen, sondern auch viel über das Segeln und das Leben auf dem Boot. Zu den Protagonisten habe ich gemischte Gefühle, Anna war mir am Anfang nicht so sympathisch, hat jedoch gegen Ende der Geschichte eine sehr schöne Entwicklung mitgemacht und der Leser darf erleben wie sie in der Trauerbewältigung wächst. Auch Keane hat einiges zu betrauern und er hat mir sehr gut gefallen, er wirkte reifer und mehr in sich ruhend und seine Aufarbeitung seines Traumas wirkte auf mich authentischer. Insgesamt ist es ein feines Wohlfühlbuch für zwischendurch, die Schilderungen der Karibik haben mir am besten gefallen und auch wie sich die Liebesgeschichte zwischen Anna und Keane entwickelt, dennoch hätte sprachlich auf einige vulgäre Worte verzichtet werden können, denn das hat einen Schatten auf diese eigentlich schöne Geschich

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Schwer und sehr romantisiert

Das geheime Glück
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Robbie und Emily sind ein älteres Paar und die ersten Seiten lassen vermuten, dass sie sehr um ihre Liebe kämpften und glücklich gemeinsam sind. Doch dieses vermeintliche Glück hat seine Schattenseiten, ...

Robbie und Emily sind ein älteres Paar und die ersten Seiten lassen vermuten, dass sie sehr um ihre Liebe kämpften und glücklich gemeinsam sind. Doch dieses vermeintliche Glück hat seine Schattenseiten, denn Robbie steht eines Morgens auf und geht aus ihrem gemeinsamen schönen Haus an der Küste geradewegs ins Meer und kommt nicht wieder......

So beginnt diese Geschichte und dem Leser stockt erstmal der Atem und es kommt die Frage auf, warum hat sich der ältere Mann denn suizidiert und welches Geheimnis umgibt, was gilt es zu schützen und warum darf niemand davon erfahren.

Sehr kunstvoll gelingt es der Autorin, den Leser auf eine Reise rückwärts erzählt mitzunehmen, die den Leser immer mehr in die Wahrheit führt, die es zu verschleiern gilt, in die Abgründe, die Menschen erleben, versuchen zu vergessen und die sie dennoch auf tragische Weise einholen, wenn sie sie nicht anschauen, bearbeiten und loslassen.

Ein Familiendrama bahnt sich an und viele auch unschuldige Menschen werden von der so "romantisch" erzählten Geschichte betroffen und für die wenigsten geht sie gut aus. Alle leiden unter den Folgen, auch Emily und Robbie, zu denen ich nicht wirklich eine Beziehung aufbauen konnte, da war mir so mancher Nebendarsteller wesentlich sympathischer.

Die Autorin beschreibt eine verbotene Liebe, die sich vor allem durch Leidenschaft auszeichnet und dennoch auf mich recht schwülstig wirkte. Es werden Gefühle beschrieben, gegen die man sich nicht wehren kann und das ist für mich nicht die Wahrheit. Gelungen fand ich jedoch den Erzählaufbau, das war wirklich spannend und das hat die Geschichte in ihrer Schwere wieder abgemildert. Sehr schön sind auch die Orte in England und an der Ostküste Amerikas beschrieben, doch der Eindruck blieb, das insgesamt großes Leid verursacht wurde und fast alle Protagonisten in ihrer Verlorenheit blieben.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Hoffnung für Mensch und Hund

Hope
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Niall Harbison beschreibt in seinem kleinen Buch mit immerhin 16 Kapiteln, wie er vom Tod wieder ins Leben kam und wie sehr ihn Hunde auf diesem Weg begleiteten. Niall ist geboren und aufgewachsen in Brüssel, ...

Niall Harbison beschreibt in seinem kleinen Buch mit immerhin 16 Kapiteln, wie er vom Tod wieder ins Leben kam und wie sehr ihn Hunde auf diesem Weg begleiteten. Niall ist geboren und aufgewachsen in Brüssel, seine Eltern kamen aus Irland. Nach behüteten Kindheitsjahren in Brüssel, die der energiegeladene Junge genoss und den wohlhabenden Lebensstil der Eltern genoss, folgte ein ernüchterndes Trauma, denn Nialls Eltern ließen sich scheiden. Für den jungen Teenager stand seine Welt nun Kopf und um den Schmerz ertragbar zu machen, entdeckte er den Alkohol und nicht lange darauf auch einige andere Drogen. Es folgt ein verrücktes Leben durch fast die ganze Welt, seltenst nüchtern, Beziehungen werden eingegangen und abgebrochen, Geschäfte und Firmen werden gestartet und er arbeitet exzessiv, so wie er alles in seinem Leben tut um dann ebenso auch wieder zu scheitern und es ist ein Wunder, dass er das überlebt hat.

Nachdem er in Thailand fast an seiner Alkoholsucht gestorben ist, will er seinem Leben eine neue Richtung geben. Die einzige Konstante in seinem Leben ist sein erster Hund Snoop und mit ihm beginnt er ausgedehnte Spaziergänge auf der thailändischen Insel Ko Samui zu unternehmen und entdeckt Horden von Straßenhunden, die unter unwürdigsten Umständen versuchen auf der Straße zu überleben. Niall lässt sein Herz von den Hunden bewegen und setzt sich auf seine energiegeladene Art in Bewegung um ihnen zu helfen. Das fängt mit Straßenfütterungen an und geht weiter mit einem großen Grundstück um den geschundenen Tierseelen einen Ort zu schafften, wo sie genesen können. Jeder Hund bekommt von ihm einen Namen und wir Leser nehmen Anteil an den herzzerreißenden Geschichten der geschundenen Hunde und erleben mit wie Hope, McMuffin, Britney, King Whacker und Co. wieder zu neuem Leben erwachen und der eine oder andere auch ein neues Zuhause findet und wie schmerzhaft es sein kann, wenn man doch Abschied nehmen muss.

Durch die Hunde lernt Niall wofür es sich zu leben lohnt und er spürt tiefes Glück in dem Zusammensein mit diesen besonderen und vergessenen Tieren. Bis heute lässt er nicht nach, sie zu füttern, zum Tierarzt zu bringen und für ein gutes Zuhause für sie zu sorgen. Durch seine rege Social Media Arbeit kann man ihm folgen und ihn und seine Arbeit in vielfältiger Weise unterstützen.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Denn Gott hat seine Engel ausgesandt...

Sarahs Lied
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"Selbst etwas, das zerbrochen ist, kann von einem Künstler in etwas verwandelt werden, das schöner ist als das Original."

Die beiden Schwestern Sarah und Ann sind völlig unterschiedlich und sind durch ...

"Selbst etwas, das zerbrochen ist, kann von einem Künstler in etwas verwandelt werden, das schöner ist als das Original."

Die beiden Schwestern Sarah und Ann sind völlig unterschiedlich und sind durch eine tiefe Geschwisterliebe verbunden, die aufgrund ihrer gemeinsamen Geschichte nicht gerade selbstverständlich ist. Sie sind gemeinsam in Charleston im tiefen Süden der USA bei ihrer mittlerweile verstorbenen Großmutter aufgewachsen und Sarah ist ihrer Heimatstadt treu geblieben, während Ann es nicht erwarten konnte, ihrer miefigen Vergangenheit zu entfliehen und sich in New York niederließ.

Sarah und Anne sind nicht nur in ihrem Äußeren völlig unterschiedlich, auch in ihrem Wesen, ihrem Glauben und wer sie nicht kennt, würde sie wohl nicht als Schwestern identifizieren. Während Anne sich eine erfolgreiche Karriere als Innenarchitektin in New York aufgebaut hat und sich immer wieder sagt, dass sie genau das Leben führt, dass sie schon immer führen wollte, hat Sarah ihr Studium als Sozialarbeiterin vollendet und Ann besucht ihre Schwester um mit ihr ihren Abschluss zu feiern. Nach vielen Jahren also kehrt sie wieder in ihre Heimatstadt und somit auch in ihre verdrängte Vergangenheit wieder zurück und es geschieht das Unfassbare....

Sarah wird das Opfer eines schweren Verkehrsunfall und während sie stirbt, summt sie immer wieder eine unbekannte Melodie. Ann kann das nicht einordnen und ist nach Sarahs Tod völlig gebrochen, denn nun hat sie niemanden mehr aus ihrer Familie. Bestrebt alles ganz schnell hinter sich zu lassen und vor allem diese Melodie, die sich leise und sehr ausdauernd in ihrem Ohr festgesetzt hat, will sie das Haus ihrer Großmutter schnellstmöglichst verkaufen. So plüschig wie es eingerichtet ist, passt es nicht zu ihrem kühlen New Yorker Style, doch so schnell geht das alles nicht, denn da ist jemand, der besondere Pläne mit ihr hat....

Durch den besonderen Nachbarsjungen Kenny, der mit dem Downsyndrom auf die Welt kam, zeigt sich Ann eine andere Welt. Denn Kenny kennt die Melodie, die Ann hört. Es ist die Melodie der Engel, die Gott Ann schickt um ihr in ihrer Verzweiflung und ihrer Trauer zu helfen. Für Ann ist das nicht fassbar, überhaupt die Freundlichkeit der Menschen in ihrer alten Heimat, die sich alle um sie bemühen.

Dann ist da auch noch Eric, ein junger Handwerker, der ihr hilft, das Haus ihrer Familie wieder instand zu setzen und zu dem sie sich mehr und mehr hingezogen fühlt. Ann fühlt sich mehr und mehr in einem Ausnahmezustand, denn auf der einen Seite genießt sie die ehrliche und herzliche Zuneigung der Menschen in Charleston, doch gleichzeitig droht eben diese Zuneigung ihr Herz immer mehr aufzuweichen und das kann sie nicht zulassen, denn die Verletzungen der Vergangenheit will sie sich auf keinen Fall noch einmal anschauen.....doch dann ist da immer wieder diese himmlische Melodie, die von dem gesandt wird, der der Hüter ihres Herzens sein möchte. Ann beginnt immer mehr zuzuhören.....

Den beiden Autorinnen Sheila Walsh und Kathryn Cushman ist eine ganz wunderschöne und wahrhaft himmlische Geschichte gelungen, die so stimmig aufzeigt, wie es gelingen kann, seine Vergangenheit mit der Hilfe Gottes zu bewältigen, wie Vergebung gelingen kann, wie echte Wahrheit und Liebe gelebt werden kann. Ich habe diese Geschichte von Anfang bis Ende genossen.

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