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Veröffentlicht am 18.02.2021

Charmante Liebesgeschichte, die auf ziemlich verwirrende Weise erzählt wird

Dein erster Blick für immer
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Jeden Tag beobachtet Maya im Zug den Mann, den sie, seit sie ihn das erste Mal gesehen hat, nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Zu gerne würde sie ihren Bahn-Mann näher kennenlernen und einmal mit ihm ausgehen. ...

Jeden Tag beobachtet Maya im Zug den Mann, den sie, seit sie ihn das erste Mal gesehen hat, nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Zu gerne würde sie ihren Bahn-Mann näher kennenlernen und einmal mit ihm ausgehen. Die junge Frau ist zwar ausgesprochen romantisch, träumt von der einzig großen wahren Liebe, aber leider ist sie auch ausgesprochen schüchtern. Eines Tages fasst sie endlich Mut und steckt ihm einen Zettel mit ihrer Mailadresse zu. Ob er sich melden wird?

Autorin Zoë Folbigg erzählt im Präsens in der dritten Person Singular wie ein allwissende Erzähler von Maya und für sie prägenden Momenten. Dabei geht sie nicht chronologisch vor, sondern schildert scheinbar unzusammenhängend verschiedene wichtige Episoden, Entwicklungen aus dem Leben der Protagonistin. Die ständigen Zeitsprünge machen es gerade anfangs schwer, die Geschichte nachzuvollziehen. Mitunter verlor ich dabei leider die Übersicht. Ab dem Mittelteil fiel mir die Orientierung in der Handlung etwas leichter und ich konnte die einzelnen Textabschnitte besser einordnen.

Maya ist eine liebenswerte, sehr sympathische Hauptfigur: schüchtern, hoffnungslos romantisch und sehr warmherzig. Zu ihrem vollkommenen Glück fehlt Maya die große Liebe.
Sie interessiert sich sehr für ihre Mitmenschen und kümmert sich um andere.
Velma, Mayas Freundin, fasst zusammen: „Du bist wunderbar genug, wenn du einfach Du selbst bist, Maya! Wenn du lächelst und Hallo sagst.“ So ganz glauben kann Maya das aber nicht.
Der Bahn-Mann James bleibt über weite Strecken recht blass und passiv. In seiner Beziehung spielt er anscheinend keine Rolle, nimmt die schwer erträglichen Launen seiner Freundin einfach hin. Zwar hegt er durchaus Leidenschaften z.B. fürs Fotografieren, aber beim Lesen spürbar war das für mich nicht. Maya und James sind beide beruflich noch nicht angekommen, fühlen sich in ihren Jobs nicht wohl und sind noch auf der Suche, nach einer Tätigkeit, die sie erfüllt und ihren Neigungen besser entspricht als die aktuelle.
Obwohl Maya ganz fest glaubt, der Bahn-Mann sei der Eine für sie, beurteilte ich als Leserin das etwas anders.

Gibt es nur den Einen? Kann man sich in jemanden verlieben, den man nicht kennt?
Während Maya Antworten auf diese Fragen sucht, irrt sie über weite Strecken ziemlich herum, nimmt ihre Leser mit, die sich gerade anfangs in Mayas Leben nicht klar orientieren und zurecht finden. Dem Roman liegt eine sehr schöne Grundidee zugrunde, doch leider fehlt der rote Faden. Auf mich wirkte das Ganze wie ein Experiment, einmal eine etwas andere, ungewöhnliche Erzählweise auszuprobieren. Ein charmantes Experiment zwar mit einigen durchaus netten, lesenswerten Episoden, aber ganz überzeugt hat mich das Versuchsergebnis nicht.

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Veröffentlicht am 17.02.2021

Originelle, turbulente Superheldengeschichte mit allem und extraviel Witz

Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule 1: Stinkesocken auf 12 Uhr
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Arthurs Eltern haben sich getrennt, der Junge zieht daraufhin mit seiner Mutter in eine neue Wohnung in einer fremden Stadt. Arthurs Start in der dortigen Schule läuft leider suboptimal, zwei Klassenkameraden ...

Arthurs Eltern haben sich getrennt, der Junge zieht daraufhin mit seiner Mutter in eine neue Wohnung in einer fremden Stadt. Arthurs Start in der dortigen Schule läuft leider suboptimal, zwei Klassenkameraden haben es gleich auf ihn abgesehen. Mit seiner Mutter gibt es oft Ärger, weil Arthur permanent Socken verliert und einzelne Socken herumliegen lässt. Außerdem leidet Arthur seit Jahren unter dem immer wieder gleichen Albtraum. Und dann schlägt seine Mutter Arthur auch noch vor, an einem Blockflötenkurs teilzunehmen. Doch der Blockflötenkurs bei Fräulein Kniffke entwickelt sich schließlich völlig anders als erwartet. Nicht Blockflöte, sondern Superheldenfähigkeiten trainieren steht dort auf dem Lehrplan. Ganz unvermittelt findet sich Arthur in seiner ersten Weltrettungsmission wieder. Es gilt, einer völlig durchgedrehten Sockensuchmaschine das Handwerk zu legen.

Lena Havek erzählt erfrischend, klar verständlich und witzig aus Arthurs Perspektive in Ich-Form. Jan Birck hat zur Geschichte passende lebendige Illustrationen angefertigt, die sich aber öfter wiederholen, was meine Mitleser etwas enttäuschte. Leser ab acht, neun Jahren dürften keine Probleme haben, die Geschichte selbstständig zu lesen. Sie spricht Jungen und Mädchen gleichermaßen an.

Arthur hat es gerade echt nicht so leicht. Sich in einer neuen Stadt, einer neuen Schule, einer komplett neuen Situation zurechtzufinden, das ist alles andere als einfach. Arthur hat viel Humor, ist ein netter, gewitzter Kerl, er hält sich selbst aber für mittelmäßig und uninteressant. Sein immer wiederkehrender Albtraum zeigt, dass er wenig Selbstbewusstsein und viel Angst hat. Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule eröffnet Arthur völlig neue Möglichkeiten, von denen er bisher nicht zu träumen gewagt hat. Er erkennt, dass auch er Superheld sein und über sich hinauswachsen kann.
Besonders gut hat mir und meinen Mitlesern der Charakter Fräulein Kniffke gefallen. Als spießige, ältliche Flötenlehrerin mit dreckigem Schneeballdutt getarnt, verblüfft sie nicht nur Arthur mit ihrer eigentlichen Erscheinung. Sie steht den genialen Erfindern in ihrer Familie in nichts nach, ist supersportlich und durchtrainiert. Gegen Fräulein Kniffke können Superman und Co einpacken. Eine echt schräge, besonders originelle Figur. Ihre Schüler die mürrische Maxi und der zurückhaltende Tim sind ebenso für Überraschungen gut. Insgesamt eine überzeugende Figurenauswahl!

Nicht nur die Figuren sind originell, auch die Handlung ist es. Tatsächlich habe ich mich auch schon immer gefragt, wo die einzelnen Socken der Männer in meinem Haushalt abgeblieben sind. Jetzt kenne ich die Antwort.
Fräulein Kniffke und ihre Schützlinge bekommen es mit der Sockensuchmaschine mit einem Bösewicht der etwas anderen Art zu tun. Und Arthur erkennt, dass manche Sachverhalte, manche Menschen, bestimmte Träume ganz anders sind als eigentlich gedacht. Arthur hat das Zeug zum Helden und ich bin sicher, jedes andere Kind auch. Wir können alles sein, wenn wir aufhören, uns selbst im Weg zu stehen.
Bevor sie das Buch schrieb, hat Autorin Lena Havek ihrem Sohn eine Geschichte mit allem versprochen: mit Monstern, Superhelden, Pistolen und sogar Pupsen. Und das ist „Fräulein Kniffkes geheime Heldenschule 1: Stinkesocken auf 12 Uhr “ ohne Zweifel. Eine Geschichte mit allem und extra viel Komik und Action dazu. Ein herrlich schräger, turbulenter Lesespaß.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

Solider stimmiger Abschluss der Trilogie

Die Farben der Schönheit – Sophias Triumph (Sophia 3)
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1934 steht Henny völlig erschöpft und schwer krank vor Sophias Wohnung in New York. Sophia bringt sie in die Klinik und tut alles dafür, dass ihre Freundin gesund wird und von ihrer Drogensucht loskommt. ...

1934 steht Henny völlig erschöpft und schwer krank vor Sophias Wohnung in New York. Sophia bringt sie in die Klinik und tut alles dafür, dass ihre Freundin gesund wird und von ihrer Drogensucht loskommt. In der Beziehung mit Darren läuft es indessen so gut, dass Sophia und Darren spontan heiraten. Immer noch träumt Sophia davon, ihr Chemiestudium zu beenden. Nach ihrer Hochzeit spricht Sophia bei Madame Rubinstein vor, um sie um eine Arbeit zu bitten. Diese macht ihr ein verlockendes Angebot: eine Anstellung und die Kostenübernahme für das Studium, wenn sie zudem auch noch das Fach Wirtschaft belegt. Sophia willigt ein. Nachdem Sophia sehr viel arbeiten muss und dazu eine allesverändernde Nachricht erhält, kriselt es in ihrer Ehe, während der zweite Weltkrieg wütet. Darren fällt eine folgenschwere Entscheidung.

Corinna Bomann schreibt gut verständlich und klar, aber auch recht schlicht, wenig lebendig und ohne stilistische Raffinesse. Ihre Formulierungen wirken -wie schon oft bemängelt- etwas steif.

Sophia ist eine ehrgeizige, willensstarke Figur, die trotz ihrer jungen Jahre schon sehr viel erlebt hat. Sie beweist in „Sophias Triumph“ erneut, dass sie immer einen Ausweg findet. Als sozialer Mensch kümmert sich Sophia engagiert um andere wie Freundin Henny. Auf mich macht sie nach wie vor einen etwas spröden, zu braven und gutgläubigen Eindruck. Der Charakter „Sophia“ hätte durchaus etwas mehr „Feuer“ vertragen können. Das gilt ebenso für Darren, der über weite Strecken recht blass bleibt.
Madame Rubinstein hingegen verfügt über wesentlich mehr Temperament als Sophia, sie hat verschiedene Gesichter, präsentiert sich etwas vielschichtiger, ja oft unberechenbar und sorgt für so manche Überraschung. In diesem Band taucht erstmals die historische Figur Estée Lauder auf, die ein etwas anderes Konzept verfolgt als die großen „Puderkriegerinnen“ Helena Rubinstein und Elizabeth Arden.

Auch wenn es diesmal etwas entspannter zugeht, kommt Sophia erneut weit in der Welt herum. Die Geschichte spielt hauptsächlich in New York, doch auch an ihre alten Wirkungsstätten Berlin und Paris zieht es Sophia zurück.
Alles rund um das Thema „Entwicklung der Kosmetik“ und die Erweiterung des Rubinstein-Imperiums war für mich sehr interessant und unterhaltsam zu lesen.
Richtige Spannung und Dramatik entwickelt sich erst zum Schluss, vorher fließt die Handlung recht ruhig dahin. Der Plot um Sophias Sohn hätte für meine Begriffe noch mehr Raum einnehmen können, die Auflösung wurde doch recht schnell abgehandelt.
Insgesamt trotzdem ein stimmiger und solider Abschluss der Trilogie, der meine Erwartungen an die Reihe erfüllen konnte.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

Schräger, witziger Comic für Erstleser und Lesemuffel

Mega dumm gelaufen
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Alex hat gewaltige Angst vor Kalle. Der ist nämlich total stark, ziemlich brutal und dabei auch noch unheimlich fies. Dummerweise hat Kalle Alex dazu auserkoren, ihm aus der Patsche zu helfen. Und da steckt ...

Alex hat gewaltige Angst vor Kalle. Der ist nämlich total stark, ziemlich brutal und dabei auch noch unheimlich fies. Dummerweise hat Kalle Alex dazu auserkoren, ihm aus der Patsche zu helfen. Und da steckt er ziemlich tief drin, in der Patsche, seit er den Pokal, das Aushängeschild der Schule, zuerst geklaut und dann unfreiwillig weitestgehend zerstört hat. Alex soll Kalle nun helfen, Ersatz für den Pokal zu beschaffen. Aber Pokale sind teuer, also müssen die beiden irgendwie schnell zu Geld kommen. An Ideen mangelt es den Jungen nicht, leider hapert es aber daran, diese auch erfolgreich in die Tat umzusetzen. Ob sie am Ende doch noch Glück haben?

Die Geschichte wird als Comic erzählt. Jede Seite zeigt die Handlung in Bildform, dazu stehen höchstens zwei, drei kurze Sätze pro Seite. Die Texte sind einfach und klar verständlich formuliert und recht groß in gut lesbarer Comic-Druckschrift gedruckt. Siebenjährige Kinder dürften kaum Schwierigkeiten haben, den Text selbstständig zu lesen und zu erfassen. Bei der richtigen Aussprache von manchen englischen Ausdrücken („cool“, „chillen“, „Wow“) werden sie vermutlich noch Hilfe brauchen. Horst Hellmeiers schwarz-weiß Illustrationen sind gut zu erkennen, ausdrucksstark und vor allem sehr witzig. Die wunderbar passenden detailreichen, lebendigen Zeichnungen sorgen für viel Dynamik und Action in der Geschichte und machen einfach Spaß.

Schon äußerlich sehen die beiden Hauptfiguren Kalle und Alex so unterschiedlich aus wie Tag und Nacht. Alex ist schlaksig und ziemlich dünn, Kalle sehr kräftig. Alex wird von anderen geärgert, Kalle ärgert andere. Alex ist ängstlich, Kalle mutig. Alex ist klug, Kalle steht manchmal auf der Leitung. Als die beiden gemeinsam auf Pokalbeschaffungsmission gehen, zeigen sie aber auch andere Seiten von sich. Die zwei ungleichen Schüler sind erfrischende Hauptfiguren, die immer wieder für eine Überraschung gut sind.

Wie können die Jungs nur an Geld kommen? Sehr witzig, wie sie ihre Einfälle in die Tat umsetzen und dabei jedes Mal krachend scheitern. Da heißt es mehr als einmal „Megadumm gelaufen“. Aber dann sind sie auf einmal doch zur richtigen Zeit am richtigen Ort...
Rüdiger Bertram schreibt gewohnt unterhaltsam. Er hat sich einmal mehr eine ziemlich schräge und irre komische Geschichte ausgedacht, die wichtige Themen wie Ausgrenzung, Vorurteile, Angst, Feind- und Freundschaft behandelt. Aber das tut sie so leicht und locker, dass es gar nicht auffällt und absolut nicht „pädagogisch“ wirkt.
Gerade Jungen haben oft Probleme, sich zum Lesen zu motivieren. Dieses Buch ist ideal für Leseanfänger. Die wenigen kurzen Sätze überfordern sie nicht, gleichzeitig bekommen sie aber für ihre vergleichsweise geringe Anstrengung eine witzige, turbulente, rasante, schräge und abenteuerliche Geschichte mit tollen Bildern geboten. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin, das motiviert natürlich besonders. In vielen Erstlesebüchern werden konventionelle, oft ereignisarme, ja langweilige Geschichten erzählt. „Mega dumm gelaufen“ ist anders und absolut nicht langweilig. Lesemuffel kommen genauso auf ihre Kosten wie Leseratten. Wer auf der Suche nach einem etwas anderen Erstlesebuch mit Spaß und Action ist, liegt mit diesem Buch richtig. Meinen Kindern und mir hat es megagut gefallen.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

Macht große Lust, sofort loszulegen

Homefarming
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Judith Rakers kennen wohl die allermeisten als Sprecherin der Tagesschau. Dass die Journalistin bei sich zuhause - sie wohnt in einem Fachwerkhaus mit Garten in der Nähe von Hamburg- eine eigene kleine ...

Judith Rakers kennen wohl die allermeisten als Sprecherin der Tagesschau. Dass die Journalistin bei sich zuhause - sie wohnt in einem Fachwerkhaus mit Garten in der Nähe von Hamburg- eine eigene kleine Farm betreibt, hätte ich niemals vermutet. Zumal sie von sich behauptet, keinen grünen Daumen zu haben. Auch ich habe absolut keinen grünen Daumen, fände es aber durchaus reizvoll, mehr aus meinem Garten rauszuholen als zig verschiedene Sorten „Unkraut“. Klar, dass dieses Buch meine Neugier geweckt hat.

Nach einem kurzen, persönlichen Vorwort widmet sich die Autorin im umfangreichen Abschnitt „Ein Garten voller Obst und Gemüse“ zunächst dem Anbau von Obst und Gemüse: Was braucht man zum Anbau? Wie legt man ein Beet an? Welches Gemüse eignet sich? Was gilt es bei der Erde und beim Düngen zu beachten? Das Thema Fruchtwechsel wird genauso angesprochen wie der Obstbaumschnitt. Rakers erzählt auch von ihrem Besuch bei „Selbsversorgerkönig“ Wolf- Dieter Storl auf dessen Hof im Allgäu.
Der zweite Teil „Ein Garten mit Hühnern“ liefert einen grundlegenden Überblick über die Hühnerhaltung. Welche Voraussetzungen müssen für erfolgreiche Hühnerhaltung erfüllt sein? Welche Hühnerrassen eignen sich für Anfänger? Braucht man einen Hahn? Wie sollte ein Hühnerstall aussehen? Wie läuft das Brüten ab? Zum Abschluss kommt Hühnerzüchter Bernd Eggers im Experteninterview zu Wort.
Der letzte Abschnitt „Ein Garten zum Genießen“ befasst sich mit der Lagerung und Aufbewahrung von Obst und Gemüse, Judith Rakers stellt ihren Bio-Kühlschrank vor. Im Anhang finden sich noch allerhand Rezepte für Sirup, Marmelade, Salate und andere Gerichte sowie Tipps zum Einkochen. Das letzte Interview führt Rakers mit Bruder Felix aus dem Benediktiner Kloster Beuron, das auf die alte Tradition des Selbstversorgens setzt.

Sachbücher und Ratgeber sind ja oft recht trocken zu lesen, dieses hier absolut nicht. Rakers schreibt sehr unterhaltsam und abwechslungsreich und zu keiner Zeit langweilig. Meine neunjährige Tochter hat den gesamten Teil über Hühner regelrecht verschlungen, obwohl sie eigentlich sonst kaum Sachbücher liest. Ihr Urteil: „Interessant und so spannend wie eine Sachgeschichte“.

Einiges an Basiswissen war mir schon bekannt, aber sehr vieles war mir auch komplett neu und sehr erhellend. Ich wäre beispielsweise nie auf die Idee gekommen, den Maulwurf als Freund zu betrachten und seine vorgelockerte, umgegrabene Erde in Beeten zu verwenden. Und tatsächlich denke ich jetzt auch ernsthaft über die Anschaffung von Hühnern nach, so spannend fand ich Rakers Ausführungen zum Thema.

Ein Buch für Garten-Anfänger, das Mut und Lust macht, Neues auszuprobieren. Rakers Begeisterung fürs Gärtnern, für die Hühnerhaltung, ihre Freude am Verarbeiten der Nahrungsmittel sind fast spürbar und sehr ansteckend. Ich glaube ihr (und weiß es eigentlich auch schon aus eigener Erfahrung), dass die Arbeit im Garten, das Säen, das Ernten und Genießen einfach glücklich macht. Gärtnern ist gut für die Seele. Ich kann jedem nur empfehlen, sich von diesem Buch inspirieren zu lassen und loszulegen.

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