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Veröffentlicht am 18.01.2020

Ungewöhnlich!

Die Mutter
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Sie nennen sich " die Mai - Mütter ". Eine Gruppe Frauen, die sich in New York zweimal pro Woche im Park trifft. Sie sind alle fast gleichzeitig schwanger und Mutter geworden und tauschen sich über ihre ...

Sie nennen sich " die Mai - Mütter ". Eine Gruppe Frauen, die sich in New York zweimal pro Woche im Park trifft. Sie sind alle fast gleichzeitig schwanger und Mutter geworden und tauschen sich über ihre neue Aufgabe aus. Schlaflose Nächte, Stillprobleme, Schreibabys …. Nun wollen sie zum ersten Mal nach der Geburt wieder ausgehen und organisieren sich, damit jemand an dem Abend beim Baby ist. Da Winnie als Alleinerziehende auf keinen Vater ihres Babys zurück greifen kann und keinen Babysitter hat, empfiehlt ihr Nell ihre Nanny Alma. Alma ist einverstanden auf den sieben Wochen alten Midas, den Sohn von Winnie, aufzupassen. Als Winnie nachts zu Hause ankommt, ist die Babywiege leer und Midas verschwunden.


Das Grundthema, die Entführung eines Babys, geht ans Herz. Auch wenn man keine Kinder hat, kann man sich lebhaft vorstellen, durch welche Hölle eine Mutter da geht. Als Mutter kommen unweigerlich Gedanken hoch, wie " was wäre, wenn das mir passiert wäre?"

Der eher sachliche Schreibstil mildert da zwar viele Gefühle, Ängste und Panik ab. Denn die Geschichte um den verschwundenen Midas wird mit Distanz erzählt. Doch der Grundgedanke und der Plot bleibt und ist unvorstellbar für jede Mutter. Das eigene Kind wird aus seinem Bettchen entführt, während die Babysitterin im Zimmer nebenan sitzt.
Ich hatte mit dem Schreibstil zu Beginn meine liebe Mühe und musste mich daran gewöhnen. Die Handlung hüpft ziemlich hin und her. Öfters musste ich beim Kapitelbeginn nachsehen, wann denn nun genau die aktuellen Passagen einzuordnen sind. Dazu kommt, dass etliche der Mütter Tendenz haben, gedanklich zu Schwangerschaft und Geburt, also in die Vergangenheit, zurück zu kehren. Und das in den Kapiteln, in denen die Gegenwart rund um die Entführung des Babys im Fokus liegt.

Thematisiert werden oftmals Dinge, die frisch gebackene Mütter interessieren. Die Kapitel werden mit Mails, in denen gute Ratschläge für Mütter gegeben werden, eingeleitet. Aber auch Themen wie Stillen, Geburt ohne Schmerzmittel, Milchfluss, Kolliken, Mutterschutz und das Leben mit Baby in New York sind omnipräsent. Noch tiefer gehen Arbeitsplatzsicherheit, Spagat zwischen Kind und Beruf und die veränderte Beziehung zum Partner nach der Geburt. Das muss man aushalten können, denn die Entführung und die Ermittlungen geraten ab und zu stark in den Hintergrund.

Sehr gut hat mir gefallen, dass beschrieben wird, wie die anderen Mütter damit umgehen, dass ein Kind aus ihrem Mutter - Baby - Kreis verschwunden ist. Hier wurde sehr viel Gewicht auf eine gute Ausarbeitung gelegt. So verschieden wie die Mütter, so verschieden gehen sie mit dem Verlust des Kindes einer Freundin um. Und immer wieder hat die Autorin leise Zweifel, Unsicherheiten und Dinge, über die man beim Lesen stolpert, gestreut. Andeutungen, die Fragen aufkommen lassen. Was schlussendlich auch sehr spannend wird, da man nie sicher ist, was jede der Frauen wirklich weiss und / oder ahnt oder gar beobachtet hat.

Authentisch werden die ganzen Pressemitteilungen, die nach so einem Entführungsfall unweigerlich erscheinen, eingeflochten. Von Verurteilungen, weil eine Gruppe Mütter, kurz nach der Geburt in den Ausgang gehen. Bis zu hanebüchenen Verurteilungen der Nanny, die das Pech hatte, anwesend zu sein, während der kleine Junge aus seinem Bettchen entführt wird. Schlammschlacht, in dem auch noch die kleinste Verfehlung in der Vergangenheit der jungen Mutter ans Licht gezerrt wird. Ich fand das alles sehr abstossend und weiss doch, dass das leider auch die Realität ist.

Je länger ich las, je mehr wollte ich wissen, wer Midas entführt hat. Und ich gebe zu, ich hatte die eine oder andere Freundin verdächtigt, ihre Hand bei der Entführung im Spiel zu haben. Hinweise zu Kinderlosigkeit, finanzielle Probleme und / oder psychische Probleme haben mich dazu verleitet. Oder war es am Ende doch die Mutter mit der perfekten Familie oder jemand Aussenstehendes?

Die Auflösung hat mich völlig überrascht und so lege ich dieses Buch jedem ans Herz, der eine ungewöhnliche und unvorhersehbare Geschichte lesen möchte.

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Veröffentlicht am 14.01.2020

Erwartungen zu 100 % erfüllt!

Birthday Girl - Vier Freundinnen. Ein tödliches Geschenk.
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Joanne wird vierzig Jahre alt und hat zu diesem Anlass ihre drei Freundinnen Carys, Andrea und Zoe zu einem Wochenende eingeladen. Schon auf der Fahrt zu einer abgelegenen Hütte, in den schottischen Wäldern, ...

Joanne wird vierzig Jahre alt und hat zu diesem Anlass ihre drei Freundinnen Carys, Andrea und Zoe zu einem Wochenende eingeladen. Schon auf der Fahrt zu einer abgelegenen Hütte, in den schottischen Wäldern, hält Joanne einige Überraschungen bereit. Kaum in der Hütte angekommen, kündigt sie an, dass sie sich ein Spiel ausgedacht hat. Ein Spiel, das alle vor eine Herausforderung stellt. Denn Joanne hat mit jeder der drei Freundinnen eine offene Rechnung und will nun an dem Wochenende abrechnen.
Das Spiel artet aus, als plötzlich eine Tote gefunden wird. Jede der Frauen muss befürchten, dass eine der anderen eine Mörderin ist.

Ich habe von der Autorin Sue Fortin schon " Sister Sister" gelesen und war begeistert. So war sehr schnell klar für mich, dass ich auch " Birthday Girl " lesen möchte. Und meine Erwartungen haben sich zu 100 % erfüllt.

Erst mal gefällt mir der Schreibstil der Autorin sehr gut. Denn sie versteht es hervorragend, in an und für sich alltäglichen Situationen, unterschwellig eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Durch den Klappentext weiss man, dass es eine Tote geben wird. Und einige Situationen in der Hütte und auf der Reise können so oder so kippen und jemand dabei sterben.

Was als Wochenendausflug und Geburtstagsparty gedacht war, entwickelt sich zum Horrortrip für die Freundinnen. So ist schon das Setting sehr gut beschrieben und gewählt. Das einsam gelegene Steinhäuschen mitten in den schottischen Wäldern … an und für sich ideal für ein Wochenende unter Freundinnen. Bis das Ganze ausartet und befürchtet werden muss, dass einer der Freundinnen eine Mörderin ist, oder ein aussenstehender Täter sein Unwesen treibt.

Schon die Fahrt zu dem Haus ist bedrohlich, da man als Leser nie weiss, was als nächstens kommt. Das Warten auf den grossen Knall, hat bei mir eine enorme Spannung erzeugt.

Abwechslungsreich ist, dass jede der Frauen anders mit den " Überraschungen " von Joanne umgeht. Carys ist die Freundin, die immer wieder versucht, die anderen aufzubauen. Andrea ist unheimlich zynisch und nicht auf den Mund gefallen. Zoe ist der Sonnenschein, für alles zu begeistern und prinzipiell positiv eingestellt.
Die Geschichte kommt lange Zeit mit vier Figuren aus, wenn ich die paar Nebenfiguren abziehe. Über andere Figuren erfährt man als Leser erst mal nur vom Hörensagen. Und trotzdem wird es nicht langweilig. Im Gegenteil, denn da läuft so viel zwischen den Frauen ab, dass es sehr fesselnd ist.

Die Handlung ist unvorhersehbar. 173 Seiten lang war ich der irrtümlichen Meinung, zu wissen in welche Richtung diese geht. Ein Handlungstwist hat mich jedoch komplett überrascht und begeistert. Denn plötzlich war die, für mich, " falsche " Figur tot und die Entwicklung ging in eine völlig andere Richtung als angenommen. Das hätte ich eigentlich kommen sehen müssen. Aber die Autorin hat die Andeutungen so dezent eingeflochten, dass dem nicht so war.

Ein hervorragender Psychothriller, bei dem ich ordentlich mit gerätselt habe und der mich begeistert hat.

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Veröffentlicht am 12.01.2020

Krimi, so ganz ohne Spannung

Verhängnisvolle Provence (Hannah Richter 3)
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In Köln, in einem Park, wird in den frühen Morgenstunden ein toter Mann gefunden. Die Ermittlungen ergeben, dass der Tote beruflich in Köln war und aus der Nähe von Paris stammt. In Vaison - la - Romaine ...

In Köln, in einem Park, wird in den frühen Morgenstunden ein toter Mann gefunden. Die Ermittlungen ergeben, dass der Tote beruflich in Köln war und aus der Nähe von Paris stammt. In Vaison - la - Romaine hatte er für ein Unternehmen gearbeitet, das auf Naturkosmetik spezialisiert ist.

Kommissarin Hannah Richter wird nach Vaison geschickt, um vor Ort zu ermitteln. Ihr zur Seite steht Lieutenant Emma Moreau. Die Frauen haben schon zusammen an einem früheren Fall gearbeitet und ergänzen sich gut. Doch Hannah reist nicht alleine nach Paris. Ihr Freund, mit dem sie eigentlich eine Urlaubswoche verbringen wollte, als der Mord geschah, begleitet sie. Sie wohnen auf dem Weingut ihrer Freundin Penelope, die ihr erstes Kind erwartet.

Ich habe es geahnt … wenn Hannah ihren Freund zu den Ermittlungen mitnimmt, wird der Fall teilweise untergehen unter den privaten Gesprächen. Zwar zeigt die Ermittlerin die Tendenz, Ermittlungsergebnisse prinzipiell in ihrem privaten Umfeld zu besprechen. Doch auch die privaten Unterhaltungen kommen dabei nicht zu kurz. Teilweise hatte ich das Gefühl, einen Frauenroman zu lesen und keinen Krimi.

Ökologische Haushaltsführung, Schwangerschaft, Windeln, Stillen und die biologische und laut tickende Uhr, waren Themen, die immer wieder auftauchten und diskutiert wurden. Zudem erfolgen viele der Ermittlungen in einem Unternehmen für Naturkosmetik. Und dieses Thema wird ausführlich erläutert. Hier spürt man die sehr guten Recherchen. Doch mit dem detailliert beschriebenen Thema verwundert es nicht, dass selten Spannung aufkam. Und ich dadurch sehr oft nicht das Gefühl hatte, einen Krimi in der Hand zu halten. Das bisschen Spannung wird eigentlich nur durch die regelmässigen, nachfolgenden Morden angefeuert.

Dies ist der dritte Fall rund um die Kommissarin Hannah Richter. Und leider der Krimi mit der wenigsten Spannung. Man sollte unbedingt über Vorwissen verfügen, denn sonst kann man meiner Meinung nach, in den vielen privaten Verwicklungen schwerlich folgen. Mir haben die Ermittler richtig gut gefallen. Wenn auch Hannah Richter nicht unbedingt sehr professionell vorgeht. Denn dafür redet sie zu viel mit Aussenstehenden über den Fall.

Der größte Teil der Geschichte spielt in Frankreich. Die Provence wurde absolut authentisch wiedergegeben. Mir haben zum Beispiel die vielen französische Ausdrücke, die immer wieder mal eingeflochten wurden, sehr gefallen. Landschaft und Leute sind gut und ausführlich beschrieben, was passend für einen Roman, der in der Provence spielt, ist.

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Veröffentlicht am 10.01.2020

Nicht das beste Buch der Autorin!

Die Wälder
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Nina, David und Tim sind seit der Kinderzeit sehr gute Freunde. Die Kindheit in einem kleinen Dorf, umgeben von Wäldern, hat sie zusammen geschweisst. Dementsprechend ist Nina entsetzt, als sie die Nachricht ...

Nina, David und Tim sind seit der Kinderzeit sehr gute Freunde. Die Kindheit in einem kleinen Dorf, umgeben von Wäldern, hat sie zusammen geschweisst. Dementsprechend ist Nina entsetzt, als sie die Nachricht erreicht, dass Tim tot ist. Kurz vor seinem Tod hatte er noch versucht, sie anzurufen. Nina, die als Ärztin arbeitet, hatte jedoch zu viel zu tun um sofort zu antworten.
Kurz darauf bekommt Nina einen Brief von Tim. In dem bittet er, seine Schwester Gloria, die mit 17 Jahren spurlos aus dem Dorf verschwunden ist, zu finden. Nina nimmt Kontakt zu David auf. Denn David hat auch einen Brief von Tim bekommen. Die beiden beschliessen, zum Dorf, das sie 20 Jahre nicht mehr betreten haben, zu fahren. Obwohl sie sich geschworen haben, dorthin nie mehr einen Fuss zu setzen. Zu viel ist geschehen….

Ich bin ein grosser Fan der Autorin Melanie Raabe. Nach " die Falle ", " der Schatten " und " die Wahrheit" war ich sehr gespannt auf ihr neustes Buch. Leider machte sich schnell eine kleine Ernüchterung breit. Denn " die Wälder " ist meiner Meinung nach ihr bisher schlechtestes Werk.
Der Plot ist an und für sich gut. Wenn ich auch einige Entwicklungen, die die Handlungen von Nina und David betreffen, nicht nachvollziehen konnte. Wie zum Beispiel, dass sie blind den Plan von Tim, der den verdächtigen Entführer seiner Schwester zur Rede stellen wollte, weiter verfolgen. Da steigt Nina zu ihm ins Auto um kilometerweit durch abgelegene Wälder zu fahren, hat dann Angst und überlegt sich andauern, ob ihr was geschehen wird. Für mich war das so unglaubwürdig, dass sehr schnell der Verdacht aufkam, dass hier die Story und der Plot gepusht werden sollte.

Der Aufbau der Geschichte war es, der mich am meisten beschäftigte. Immer wieder werden kursiv geschriebene Kapitel, in denen Kinder, die ich lange nicht einordnen konnte, im Mittelpunkt stehen. Als ich sie einordnen konnte, das heisst die Identität von der Autorin verraten wurde, musste ich leider feststellen, dass Melanie Raabe zu einem billigen Mittel gegriffen hat, um die Namen zu verschleiern.

Es wird also in diesen Kapiteln die Freundschaft der Kinder und die Kindheit auf dem Land beschrieben. Was mich etwas ermüdet hat, denn das Ganze ist ziemlich langatmig und gefüllt mit Details über Streitigkeiten oder Erlebnisse. Und diese Kapiteln haben die Spannung der Hauptgeschichte immer wieder unterbrochen.
Dazu kommt, dass auch in der Hauptgeschichte immer wieder Passagen, in denen Nina oder David an früher denken und Kindheitserinnerungen aufleben lassen, auftauchen. Manchmal fand ich das sehr wirr und hätte mir eine klarere Struktur gewünscht. Vielleicht auch mit Zeit und Ortsangaben.

Die Cliffhanger an jedem Kapitelende, sollen wohl dazu verführen, immer mehr und schneller lesen zu wollen. Aber wenn es dermassen viele sind, nutzt sich leider auch der beste Cliffhanger irgendwann ab.

Der Schreibstil ist einfach und liest sich an und für sich gut. Bei der Charakterisierung der Figuren hätte die Autorin etwas mehr Gewicht legen dürfen. Denn mit der Protagonistin Nina, wurde ich einfach nicht warm. Überzogene Handlungen und Gedanken haben mich oft den Kopf schütteln lassen. Der Täter konnte mich zum Glück überzeugen. Sehr mysteriös wurde seine Figur charakterisiert. Und so konnte ich ihn lange nicht einordnen.

Potentiellen Lesern rate ich, lieber zu den drei oben genannten Thrillern zu greifen. Da zeigt die Autorin ihr ganzes Können!

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Veröffentlicht am 08.01.2020

Frauenpower!

Knochengrab (Ein Sayer-Altair-Thriller 2)
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In einer Grube im Shenandah Nationalpark in Virginia, findet ein FBI Agent, der mit seinem Hund unterwegs ist, menschliche Knochen. Sehr schnell wird klar, dass hier ein Serientäter am Werk war. Denn neben ...

In einer Grube im Shenandah Nationalpark in Virginia, findet ein FBI Agent, der mit seinem Hund unterwegs ist, menschliche Knochen. Sehr schnell wird klar, dass hier ein Serientäter am Werk war. Denn neben den Jahre dort liegenden Knochen befinden sich auch 2 Leichen, die erst kurze Zeit dort liegen, in dem Massengrab. FBI Agentin Sajer Altair, noch gezeichnet vom letzten Fall, trommelt in aller Schnelle ein Team zusammen um den Täter zu fassen. Die Zeit drängt, denn vor kurzem wurde eine junge Mutter und ihr Kind entführt. Und die Frau gleicht den Leichen in der Grube aufs Haar.


So spannend die Suche nach dem Täter .... und nach dem Motiv.... auch ist : es gibt langatmige Stellen. Lange konnte ich nicht so richtig einordnen, wann und wo ich ein Gähnen unterdrücken musste.

Dann kam ich dahinter!

Die Autorin ist von Berufes wegen, als Spezialistin für Archäologie und kulturelle Naturwissenschaften, bestens bewandert in allen Details, die mit Knochen zu tun haben. Und so liest sich auch der Knochenfund in der Grube und die Untersuchungen sehr detailliert. Haarklein wird beschrieben, welches Grad ein Feuer haben muss, um Knochen zu verbrennen. Und wie man da noch Geschlecht und Alter bestimmen kann. Als Laie und in erster Linie Thriller - Leserin, will und muss ich das eigentlich gar nicht so genau wissen. Und genau bei solchen Stellen hatte ich dann das Gefühl der Langatmigkeit. Es kann auch zu viel, zu detailliert und zu komplex sein. Vor allem, wenn man einen Thriller liest und keine naturwissenschaftliche Erläuterung. Hingegen empfand ich die geologischen Details zu der Grube, dem Fundort der Knochen, sehr gut erklärt.

Der Titel " Knochengrab " erhält schon auf den ersten Seiten seine Berechtigung und so zieht sich das Thema Knochen, auch wie ein roter Faden durch das Buch. Der Aufbau der Handlung wirkte auf mich durchdacht und klug konzipiert. Dankbar war ich, dass ich den ersten Band kenne. Denn viele Handlungen, auch im privaten Bereich der Agentin, finden hier eine Fortsetzung.

So war mir FBI Agentin Sayer Altair und ihre Pflegetochter Adi ein Begriff. Sayer lässt sich in kein Schema pressen und wirkt angeschlagen nach dem ersten Band. Mir hat die etwas verletzliche und sanftere Agentin sehr gut gefallen. Weniger ausführlich kommt hier ihr Spezialgebiet, die Forschung und Untersuchungen zu Serienmördern zum Zuge. Was erwähnt wird, fand ich sehr interessant. Die Frage, ob ein Serientäter von Geburt an, so " gepolt " ist, oder er erst im Laufe des Lebens dazu " erzogen " wird, hat mich nachdenklich gemacht.

Wiedersehen habe ich auch mit der stellvertretenden FBI Direktorin Janice Holt und Dana Willbanks, der Rechtsmedizinerin gefeiert. Frauenpower auf ganzer Linie!

Der Fund der Knochen, und die daraus entstehenden Ermittlungsergebnisse, sind sehr spannend. Mich hat dieser Thriller sehr gefesselt. Eine Autopsie ist sehr gruselig und detailliert beschrieben und ist sicher nicht für sensible Leser geeignet.

Die Auflösung, die Identität des Täters ist ein richtiger Knüller. Genau so liebe ich Thriller. Total unvorhersehbar präsentiert die Autorin einen Täter, bei dem ich dachte " das hätte ich kommen sehen müssen". Ganz toll!

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